Technische Analyse Portal
Was ist das Technische-Analyse-Portal und wie Sie davon profitieren?
Das Portal für den technischen Analysten.
In einem umfangreichenreichen Nachschlagewerk werden sämtliche Grundlagen wie die Dow Theorie, Charttypen, Trendfolgeindikatoren und vieles mehr rund um die technische Analyse anschaulich dargestellt und auf den Punkt gebracht. Auch ein ausführliches Glossar lässt Begriffe wie Candlestick Chart, Euro Stoxx Indizies, Fibonacci Zahlen oder einfach nur Aktienanleihe nicht ungeklärt. Alles was an Begriffen unklar scheint, wird hier in einfachen Erklärungen zu finden sein. So kann jedermann erfolgreich an der Börse aktiv tätig werden oder lediglich nur sein Wissen vertiefen. Eine hervorragende und unabhängige Informationsquelle, auf die niemand verzichten sollte.
Erstklassige Redakteure mit erstklassigen Diensten.
Komptetente und erstklassige Redakteure aus den Bereichen technische Analyse stellen sich ausführlich vor und erzählen ihre Erfolgsgeschichte. Sie geben Ihnen Tipps wie Sie zu erstklassigen Anlagemöglichkeiten kommen und lassen Sie dort an ihren erfolgreichen Anlegestrategien teilhaben. Hier im TA-Portal haben Sie die Möglichkeit sich erste Informationen von verschiedenen Diensten zu Themen wie Devisen, Trendfolge oder auch Targetmethode zu verschaffen. Zu jedem dieser TOP 5 Dienste liegen Leseproben sowie Lesermeinungen für Sie bereit. Nur hier geben Redakteure wie Michael Proffe, Ph.D Hans Weigl, Andreas Wolf und einige mehr vorab einen Ausblick in ihre Arbeit.
Aktuelle Marktberichte der Experten

- Jürgen Nowacki
„Trader, wo seid Ihr!“
von Jürgen Nowacki (09.05.2012)
„Trader, wo seid Ihr!“, lautete kürzlich die Überschrift eines Tradermagazins. Wohin man schaut: überall interessenloses dahindümpeln. Ob es der Euro ist, der sich trotz größter Finanzprobleme um die 1.30 USD herum lange Zeit behaupten konnte oder das schwarze Gold (crude oil), das im Kurs sogar von 125 auf jetzt 110 US-Dollar gefallen ist, obwohl die Welt vor einem Öl-Embargo seitens des Irans steht -niemand will der Erste sein. Alle warten die weitere Entwicklung geduldig ab, still ruht der See. Normalerweise handeln wir doch nach dem Motto: „Buy the rumor and sell the fact“ soll heißn, dass in der heißn Erwartungs-bzw. Spekulationsphase das Börsenkarussell gedreht wird, bis einem schwindelig wird. Und kommen die Fakten auf den Markt, passiert meist das Gegenteil von dem, was von Börsianern erwartet wurde. Ja, das macht Spaß. Aber nicht in den letzten Wochen.
Die Handelsvolumina sind stark rückläufig, was die Anfälligkeit für Fehlsignale bei automatischen Handelssystemen erheblich ansteigen lässt. Das wiederum führt dazu, dass die Algotrader, wie sie auch genannt werden, vielen Märkten zunehmend fern bleiben. Wie bereits einleitend erwähnt: Jetzt passiert an den Märkten nicht wirklich viel. Sollte sich Athen wieder beruhigen, wäre das genauso ein „non-event“ als verließ Griechenland die EU -nichts, was uns wirklich üerraschen wüde. Also keine Angst, auch wenn der DAX jetzt erst einmal weitere 6,1 Prozent verlieren wird (so meine DAX-Prognose), wäre das immer noch als leichtes Rückzugsgefecht einzuordnen.
Der legendäre Sack Reis ist da schon wichtiger
Der legendäre Sack Reis, der in China vom Fahrrad fällt - was angeblich niemanden interessiert -, veranlasst Fondsmanager, deutsche Aktien, insbesondere deutsche Exportwerte, unterzugewichten. Alles andere als ein „non-event“war die Zinssenkung in Australien in der letzten Woche. Sie ist mit 50 Basispunkten unerwartet hoch ausgefallen und hat sich negativ auf die asiatischen Aktienmäkte ausgewirkt. In unserem heutigen Schwerpunkthema sage ich Ihnen, warum wir zukünftig noch mehr auf den Australischen Dollar Acht geben sollten.
Der Euro konnte sich bislang erstaunlich gut halten, aber jetzt scheint meine Spekulation aufzugehen. Warum es für eine Euro-Shortposition noch nicht zu spät ist, erfahren Sie in der Rubrik Devisen und Rohstoffe.
Wir bereiten uns auf den 2. Teil der Speed-Depot Strategie vor. Letzte Woche haben wir Rockwood- Optionen mit 51,9 Prozent Gewinn glatt gestellt. Jetzt kommen die Aktienmärkte zurück und bieten uns eine vortreffliche Möglichkeit, ein zweites Mal den Markt zu entern. Wie Sie sehen sind wir auch aktiv selbst wenn die Algotrader sich vom Markt zurück ziehen.

- Henrik Voigt
Es hat gerade erst begonnen
von Henrik Voigt (08.05.2012)
Die meisten meiner Prognosen mögen unerfreulich klingen, aber sie treten ungeachtet dessen trotzdem ein. Der erneute Absturz der Solarwerte ist inzwischen ebenso eine Tatsache wie der Umstand, dass sich fast alle größeren Volkswirtschaften in Europa nach einer kurzen Zwischenerholung in einer Rezession befinden. Die euphorische Stimmung an den Aktienmärkten ist inzwischen erster Verwunderung gewichen, warum die Hausse denn nicht einfach weitergeht. Wird sie aber nicht. Und schon gar nicht von diesem Niveau aus. Gut, dass wir frühzeitig auf eine defensive Strategie gesetzt haben, die sich nun voll auszahlt. Dabei kommen die eigentlich schwachen Monate aber erst noch.
Die Börsen stehen jetzt erst am Anfang eines Prozesses der Einpreisung einer konjunkturell und politisch unerfreulichen Entwicklung, die vermutlich noch in diesem Jahr zum einem schrittweisen Auseinanderbrechen der Eurozone führen wird (Griechenland wird den Anfang machen). Keines der hochverschuldeten Länder will mehr für die Schulden der „Partnerländer" einstehen, keines kann die eigenen Schulden je wieder zurückzahlen.
Wahlen erzwingen Aufkündigung der Sparpakete
Nach den vollmundigen Sparbekenntnissen der vergangenen Monate (die Finanzmärkte haben diese doch tatsächlich für eine Weile geglaubt!) zeigt sich jetzt, wo es ernst wird, dass es mit dem Sparen doch nicht so weit her ist. Man müsse ja auch wachsen. Und letztlich wurden bei jeder Wahl in diesem Jahr diejenigen Kräfte abgewählt, die weiter Sparen wollen. Es dürfte also eine Frage des politischen Überlebens sein, den Sparpakt wieder zu torpedieren. Was wiederum zu einer neuen Runde der Staatsschuldenkrise führen wird – ein Teufelskreis eben.
Aber an eine schnelle und einfache (und womöglich auch noch schmerzlose) Lösung haben ohnehin nur die Scharen blauäugiger Anleger geglaubt, die zu Jahresbeginn massenweise an die Börsen strömten, als die US-Stimmungsindikatoren bereits nahe ihren Extremniveaus notierten. Die Masse dürfte wieder einmal ziemlich genau das Topp erwischt haben. Europa begann seine Toppbildung ja bereits Anfang Februar, die stärkeren USA erst vor einigen Wochen. Wobei ich aber einräumen muss, dass die politisch massiv manipulierten Märkte schwer prognostizierbar bleiben. Die hemmungslose Liquiditätsschwemme fördert einerseits massiv Kreditspekulationen und daher auch mögliche Blasenbildungen. Gleichzeitig erhöht sie die Risiken, dass diese zur Unzeit platzen und dass sich die ökonomischen Auswirkungen damit verschärfen.
Die Entwicklung war aber vorhersehbar
Sie haben sich natürlich nicht einwickeln lassen, Sie waren ja von mir gewarnt worden. Und Sie können sich jetzt beruhigt zurücklehnen und die Früchte Ihres Erfolges genießen. Wir werden sicher noch einige Optimierungen im Depot vornehmen. Im Großen und Ganzen passt die Strategie allerdings sehr gut bis mindestens zum Herbst. Eine satte zweistellige Prozentrendite sollte auf alle Fälle in diesem Jahr möglich sein.

- Jürgen Nowacki
Ein 500 Mrd. Euro Konjunkturprogramm sollte es mindestens sein, querfinanziert gegen EU-Fördermittel
von Jürgen Nowacki (02.05.2012)
Interessieren Sie sich auch für die Immobilienpreise, wenn Sie im Ausland Urlaub machen? Meine Frau beispielsweise kann es sich nicht verkneifen, immer wieder in kleine Maklerschaufenster zu sehen, um die Angebote zu vergleichen. Als ich kürzlich auf Teneriffa war haben wir uns dann auch konkret einige Immobilien angesehen und das Angenehme mit dem nützlichen Aspekt einer kleinen Exkursion verbunden, um Land und Leute näher kennen zu lernen. Was mich überraschte, waren weniger die Preisvorstellungen, sondern vielmehr die Bankenpraxis, bis zu 115 Prozent des Immobilienpreises (plus Nebenkosten und Einrichtung) zu finanzieren. Also das habe ich nicht verstanden: 3,5 Jahre nach der Lehmanpleite und zig Bankenstresstests werden spanische Immobilien immer noch doppelt so hoch finanziert wie in Deutschland? Und jetzt folgt, was folgen muss: die Ratingherabstufung spanischer Banken. Ich gehe heute in der Rubrik DAX und Dow Outlook näher darauf ein. Und hinterfrage für Sie, welche Auswirkungen das auf den deutschen Aktienmarkt hat.
Wann kommt New Deal für Europa?
„The New Deal“ war ein Bündel von Wirtschafts- und Sozialreformen, das Präsident Franklin Delano Roosevelt als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise durchsetzte. Er stellt einen großen Umbruch in der Wirtschafts-, Sozia- und Politikgeschichte der Vereinigten Staaten dar.
Während alle Welt heute rätselt, wie Spar- und Förderprogramme zur Konjunkturbelebung in Europa zusammen passen sollen, werden meinen Beobachtungen zufolge hinter den Kulissen die Waffen scharf gemacht und in Anlehnung an Roosevelts New Deal ein gewaltiges Konjunkturprogramm auf die Beine gestellt. Wie aber haben das damals die Amerikaner gemacht und wie könnte es in Europa finanziert werden? Die Frage halten wir für so wichtig, dass ich Ihnen „The New Deal in Europe“ heute als Schwerpunkthema anbiete.

- Henrik Voigt
Nur noch eine Frage der Zeit
von Henrik Voigt (02.05.2012)
Feiertagsbedingt erscheint Ihre Wochenausgabe heute einen Tag später als gewohnt.
Seit ein paar Tagen befinden sich mit Großbritannien und Spanien zwei weitere europäische Länder ganz offiziell im Rezessionsstatus. Sie gesellen sich zu Holland, Belgien, Griechenland, Portugal, (in Kürze Italien)…. BIP-Daten sind ja etwas träge. Die deutlich schnelleren, aber auch volatileren europäischen Einkaufsmanagerindizes zeigen die rezessive Entwicklung hingegen seit dem August 2011. Sie fielen in der jüngsten Veröffentlichung in der vergangenen Woche nach einer mehrmonatigen, aber schwachen Zwischenerholung übrigens wieder auf die sehr schwachen Notierungen zurück, die kurz nach dem Börsencrash 2011 erreicht wurden. Oder anders ausgedrückt: die Lage ist jetzt wieder genauso schlecht wie zu den dunkelsten Zeiten im letzten Jahr. Nur die Börsen brauchen jetzt wieder etwas länger, um diesen Umstand zu würdigen. Noch dominiert die Hoffnung, dass uns die USA oder China schon irgendwie retten werden.
Europas Rezession breitet sich aus
Es bedarf eigentlich keiner großen Anstrengungen mehr um zu erkennen, dass sich Europa längst in einer Rezession befindet, die sich immer weiter ausbreitet. Die Sparprogramme der überschuldeten Staaten verstärken diese Rezession, weil die Staatsausgaben als wichtiger Wachstumstreiber ausfallen. Für eine Wachstumsstrategie ist aber schlicht kein Geld mehr da (alles für die „Rettung“ der Banken verpulvert). Da ist es auch nur noch eine Frage der Zeit, bis die Unternehmensergebnisse auf breiter Front enttäuschen werden (noch stützen vor allem bei Großunternehmen die Exporte). Und dann wird auch Verkaufsdruck an den Börsen aufkommen.
…bald auch in die USA?
Inzwischen bekommen selbst die bisher wirtschaftlich starken USA diese Entwicklung zu spüren, von denen man wohl dachte, sie wären immun gegen diese Entwicklung. Auch hier gingen die Staatsausgaben vor allem in den letzten Monaten teils drastisch zurück. Die Auswirkungen spüren wir jetzt: die US-Wachstumsdaten brechen ein. Sie befinden sich aber noch im grünen Bereich, was eine Panik am US-Markt bislang verhindert hat. Nicht mehr lange jedoch, denn am Ende des Jahres droht den Vereinigten Staaten eine fiskalische Katastrophe, wenn die US-Regierung nicht auf breiter Front drastische Haushaltseinschnitte durchführt, um das ausufernde Defizit zu reduzieren (Stichwort Schuldenobergrenze).
Schon weit vorher wird das Ausmaß dieser Einschnitte auf dem Markt zu Volatilität führen. Noch versucht man sich an den Börsen mit Ignoranz und Zweckoptimismus. Aber erfahrungsgemäß dreht der Wind zwischen Mai und September eines Tages recht plötzlich nach Süden. Wie auch unser beliebter Volatilitätschart zeigt, der gerade um den Monat April herum in den letzten Jahren immer wieder mit seinen Ausbrüchen für den alljährlichen Kurseinbruch an den Märkten geführt hat.
An meiner Prognose halte ich fest: In den nächsten Wochen wird „ganz plötzlich“ starker Verkaufsruck an den Börsen aufkommen und das Märchen vom tollen Aufschwung zu den Akten gelegt werden. Erst, wenn sich die meisten westlichen Länder in einer Rezession befinden, die Stimmung an den Börsen extrem pessimistisch geworden ist und die Volatilitätsindizes auf einem Mehrjahreshoch notieren, lohnt es sich wieder, nach Schnäppchen bei Aktien zu schauen. Das kann allerdings auch ein bis zwei Jahre dauern…
Der Sommer wird ungemütlich für die Börsen, nicht für Sie
Bis dahin fahren Sie weiter am besten mit unserer bewährten Strategie: Unseren Korridorschein als relativ sicheres und langfristiges Investment für eine ordentliche Basisrendite, die Alphascheine als weitgehend richtungsunabhängige und mittelfristig ausgerichtete Gewinnbringer und je nach Situation ausgewählte Hebelscheine, die in mehr oder weniger langen Trendphasen für zusätzlichen Renditekick sorgen. Egal, ob wir nun einen echten Crash bekommen oder nicht: Mit diesem Depotmix sollten Sie bis zum Jahresende zusätzlich zu den bisherigen Gewinnen noch eine schöne Rendite einfahren können.

- Jürgen Nowacki
Ein gutes Frühjahrsgutachten als AntiIndikator?
von Jürgen Nowacki (24.04.2012)
Meine Aktienmarktindikatoren im Target Trader haben wieder einmal recht behalten - leider. Den Aktienmarktaufschwung von Dezember bis März haben sie ebenso zuverlässig angezeigt wie die Korrektur der vergangenen Tage. Es geht mir nicht darum recht zu haben, sondern darum, Sie zu überzeugen, dass es für das Timing für Käufe und Verkäufe nicht auf fundamentale akademische Studien wie die Frühjahrs- und Herbstgutachten der 5 Weisen ankommt, sondern darauf, auf die Woche genau - und wenn möglich auf den Tag genau - den Börseneinstieg und - ausstieg zu planen.
Indikatoren sind nicht unfehlbar, und Unfehlbarkeit ist auch nicht die Botschaft, insbesondere wenn die Notenbanken an den Renten- und Devisenmärkten intervenieren. Aber diese Interventionen stören nur kurzzeitig die alles überlagernden Trends. Das große Bild der Marktentwicklung bleibt trotzdem erhalten, weshalb wir es auch nicht aus den Augen verlieren sollten. Ärgerlich für Trader sind die Störungen der Notenbanken aus einem anderen Grund. Trader erhalten kurzfristig Handelssignale, die oftmals nur kurze Zeit im Markt sind und schnell verpuffen. Hier gilt es Handelsregeln zu definieren, die die Fehlerquote reduzieren helfen. So zum Beispiel: Handele nicht das erste Trendsignal, sondern erst die Trendbestätigung. Das ist auch der Grund, warum ich noch keine DAX-Verkaufsoptionen (Puts) im Depot habe.
Als Schwerpunkthema behandele ich heute im Rahmen einer kleinen Serie das Thema: Euro-Währungsflucht. Im ersten Teil beleuchte ich die Anlagemöglichkeiten in Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen.
In der Rubrik DAX und Dow Outlook werde ich Ihnen erläutern, wie lange die Korrektur im Markt voraussichtlich dauern wird. Sie erhalten einen Fahrplan für die nächsten Wochen, mit denen Sie Ihren Börsenerfolg 2012 absichern können. Wie Sie wissen, haben wir ganz konkret den Kursaufschwung der vergangenen beiden Wochen prognostiziert, aber dessen Qualität und Nachhaltigkeit auch angezweifelt. Wir haben konsequent die Cashquote, also das Sicherheitspolster im konservativen Depot, auf mehr als 82,61 Prozent erhöht (s. Rubrik: Performance) und werden in Kürze shoppen gehen. Die niedrigen Kurse werde ich antizyklisch auch privat in DAX und Dow nutzen, denn im günstigen Einkauf liegt ein wesentlicher Faktor für den späteren Gewinn.

- Henrik Voigt
Das kann heftig werden
von Henrik Voigt (24.04.2012)
In Frankreich zeichnet sich ein Machtwechsel zugunsten eines Präsidenten ab, der den EU-Fiskalpakt, Sparprogramme und Schuldenbremsen ablehnt und stattdessen eine direkte Staatsfinanzierung durch die EZB favorisiert. Auch in Griechenland wird innerhalb der nächsten beiden Wochen gewählt werden (der genaue Termin steht noch nicht fest). Wie die Umfragen zeigen, dürfte die EU auch hier nach den Wahlen ihren Ansprechpartner verlieren. Die Parteienlandschaft ist derart zersplittert, dass das Land schlimmstenfalls unregierbar wird. Und dann wären auch die gesamten bisherigen Hilfszahlungen von insgesamt 380 Milliarden Euro (oder umgerechnet 33.600 Euro pro Einwohner bzw. 177 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts) verloren.
EU zerstritten, weiterer Niedergang nicht ausgeschlossen
Die Entwicklung ist verfahren. Die bisherigen Sparmaßnahmen bringen zu wenig Einsparungen, um das Schuldenproblem schnell lösen zu können (Zeit haben die Schuldnerländer keine mehr), aber sie würgen gleichzeitig das Wachstum ab. Die gestern gemeldeten Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und Europa mit Notierungen um die 46 Punkte sprechen da eine deutliche Sprache: Rezession (alles unter 50 Punkten bedeutet Schrumpfung). Der Widerstand gegen die gegenwärtige EU-Politik von Sparen, Gelddrucken und Schuldenvergemeinschaftung dürfte also unter den Mitgliedländern eher größer als kleiner werden. Und die beiden einzigen echten, wenn auch unschönen Auswege – Auflösung der Währungsunion mit Rückkehr zu den nationalen Währungen oder Bildung eines einheitlichen EU-Staates unter einer Zentralregierung ähnlich der ehemaligen UdSSR – sind politisch nicht durchsetzbar. Wir werden also wohl oder übel ein weiteres Durchwursteln und politische Rangeleien zwischen den Ländern um die größten Vorteile erleben – verbunden mit einem weiteren ökonomischen Niedergang.
Wir sind fein raus
Aber auch in einem solchen Niedergang werden gut geführte Unternehmen weiterhin Gewinne machen und schlecht gemanagte Firmen radikal restrukturiert werden müssen oder untergehen. Und genau auf diese Szenario setzen wir mit unserer Alpha-Strategie, die gerade in den kommenden Monaten mit volatileren und eher fallenden Kursen weiter ihre Leistungsfähigkeit zeigen wird: nämlich unabhängig von der Marktlage schöne Renditen zu erzielen. Durch die Tatsache, dass unsere erfolgreichsten Positionen langsam ans Ende ihrer Laufzeit kommen und wir in länger laufende Papiere umschichten müssen, haben auch Neuleser in den nächsten Wochen die einmalige Chance, wieder von Anfang an mit bei den Neuempfehlungen dabei zu sein.
Immerhin liegen wir in diesem noch jungen Jahr mit dieser Defensivstrategie mit zweistelligen Prozentraten im Plus und haben damit sowohl den DAX als auch die meisten riskanteren Börsenbriefe überholt, die immer noch (vergeblich) von einem neuen Bullenmarkt träumen und derzeit Gefahr laufen, ihre gesamten Jahresgewinne wieder einzubüßen. Das Mantra der „Flucht in Sachwerte“ wird sich wie so häufig als reines Wunschdenken erweisen. In beginnenden Rezessionen gibt es keine Flucht in Aktien, sondern aus Aktien heraus.

- Jürgen Nowacki
Jetzt droht den Niederlanden die Rezession
von Jürgen Nowacki (18.04.2012)
Spaniens Refinanzierung nur mit steigenden Zinsen möglich - aber der Brand schwelt weiter
Wenn Sie unter Google den Begriff Schwelbrand eingeben, werden Sie auf Begriffserläuterungen stoßen wie: „Brand ohne Flammenentwicklung, der nur anhand der Entstehung von schwacher Hitze oder Rauch wahrnehmbar ist“. So verhält es sich auch mit der EU-Finanzpolitik.
Seit Monaten mahnen die Wirtschaftsexperten, nicht nur den EURO-Rettungsschirm ESM zu erweitern, sondern auch über Investitionsprogramme die strukturellen Probleme der finanzschwachen Länder zu beseitigen und einen drohenden Schwelbrand sprich eine EU weite Rezession zu verhindern. Aber nichts passiert. Deutschland beispielsweise hat die Energiewende beschlossen und einen ehrgeizigen Zeitplan bis 2022 verkündet, aber anstatt sinnvolle Energie Konzepte zügig auf den Weg zu bringen und die südeuropäischen Länder in die Stromproduktion einzubinden, kümmert sich offensichtlich niemand darum, wie gesetzliche Hürden und Umweltverträglichkeit auf dem kurzen Dienstweg harmonisiert werden können. Beispielsweise muss Siemens jetzt seine Gewinnprognose von 6 Mrd. Euro revidieren und bildet lautet Gerüchten Rückstellungen in Höhe von 406 Millionen Euro, weil die Windkraftanlagen auf hoher See zwar Strom produzieren, dieser aber mangels Stromautobahnen nicht bis zur Küste transportiert werden kann.
Spanien konnte seine Refinanzierung an den Kapitalmärkten nur zu höheren Zinsen unterbringen. Innerhalb von 4 Wochen haben sich die Renditen nahezu verdoppelt. Wir sprechen in der Rubrik DAX- und Dow Outlook darüber, welche Auswirkungen das auf die Aktienmärkte hat.
Die Niederlande, daran besteht kein Zweifel mehr, werden in die Rezession fallen. Was soll, liebe Leser, eine EZB noch ausrichten, wenn es nur noch wenige EU-Länder wie Deutschland, Österreich und Finnland gibt, die etwas Wachstum vorzeigen? Ein großes Problem, das Finanzpolitiker und EZB auch nicht in den Begriff bekommen, sind die weiter wachsenden „Target 2-Salden“ der EU-Notenbanken. In der heutigen Schwerpunktausgabe werde ich darauf eingehen und die Frage erörtern, welche Gefahren dem Euro und den Aktienmärkten drohen.

- Henrik Voigt
Wird das eine große Welle?
von Henrik Voigt (17.04.2012)
Eine Verkaufswelle an den Börsen hat inzwischen begonnen. Die Frage ist, wie groß diese werden wird. Was bis vor wenigen Wochen angesichts der scheinbaren Immunität gegen schlechte Nachrichten noch undenkbar schien, ist jetzt Realität. Und auf einmal nimmt der Markt Negativmeldungen wieder wahr. Nun wird eingepreist, dass sich die Rezession in Europa unerwartet schnell ausbreitet, dass das Risiko einer Staatspleite Spaniens und Italiens erheblich gestiegen ist, dass das Wachstum in den Schwellenländern (allen voran China) enttäuscht und dass selbst die bisher konjunkturell starken USA empfindliche Einbrüche bei den Wirtschaftsdaten hinnehmen müssen.
Fundamentaldaten mau, Saisonalität belastet zusätzlich…
Auch saisonal sieht es besonders beim DAX nicht gut aus in Jahren, die auf eine „2“ enden (wie 2012). Da verliert der Index nach einem häufig starken Auftaktquartal im Durchschnitt von April bis Juni 9,32%, um im dritten Quartal noch einmal 10,47% nachzugeben. Beim Dow Jones Index sieht die Durchschnittsperformance ähnlich mau aus.
Die Kurse werden allerdings kaum in einem einzigen Rutsch wieder in sich zusammenfallen, nur weil sich die Masse der Anleger mit ihrer Hoffnung auf einen kräftigen Aufschwung getäuscht sieht. Bisher sehen wir nur ein „Abwärtsdümpeln“, was zwar für vorerst wenig Verkaufsdruck spricht. Das hat aber für aufwärtsorientierte Anleger auch den Nachteil, dass es damit keine Marktbereinigung gibt und die Bewegung noch lange andauern kann. Die drastisch überhitzen US-Stimmungsindikatoren wurden jedenfalls bisher noch nicht einmal ansatzweise neutralisiert und so dürfte vorerst jeder neue Erholungsansatz nur kurzlebig sein.
Es stehen allerdings in den nächsten Monaten noch wichtige Wahlen an und da gilt es von Seiten der Politik, weiter gute Stimmung zu verbreiten. Dazu dürften auch neue Liquiditätsmaßnahmen gehören. Wenn nicht in Europa, so doch zumindest in den USA. Der Wirtschaft wird das angesichts der Überschuldung der Staaten sowie vieler Unternehmen und Privathaushalte sowie aufgrund der Risikoaversion der Banken nichts nützen. Aber die Kurse könnten dennoch wilde Sprünge aufführen.
…nur die Liquidität dürfte weiter üppig fließen
Insgesamt dürfte es das Beste sein, in den kommenden zwei Quartalen eher auf fallende Kurse zu setzen, einen Teil Liquidität vorzuhalten und einen größeren Teil in richtungsunabhängige Seitwärtsstrukturen zu investieren. Und genau so sieht unsere Depotstruktur derzeit aus. Hier brauchen wir lediglich noch einige (z.B. laufzeitorientierte) Optimierungen vornehmen. Vor Ihnen dürfte also eine sehr profitable Zeit liegen, die freilich gute Nerven verlangen wird.

- Jürgen Nowacki
EZB kämpft gegen die Spanische Grippe
von Jürgen Nowacki (12.04.2012)
Mein Drehbuch für die Börsenentwicklung der vergangenen Tage hätte besser nicht sein können. Einerseits habe ich Sie bereits in der zurückliegenden Target-Trader Ausgabe -und damit vor dem größeren DAX-Einbruch - auf Spanien als nächsten EU-Wackelkandidaten mit negativem Einflussfaktor für die Märkte eingestimmt. Gleichzeitig habe ich aber auch vor allzu großem Pessimismus gewarnt, denn die Berichtssaison startet wie erwartet mit guten Zahlen von Alcoa und besser als meine Analystenkollegen angenommen haben. Dazu gleich mehr in der Rubrik DAX und Dow Ausblick.
Die spanische Grippe von 1918/19 gilt als die verheerendste Seuche des 20. Jahrhunderts. Der spanischen Finanzgrippe im Frühjahr 2012 frühzeitig entgegenzutreten hat sich die EZB auf die Fahne geschrieben. Wie am Mittwoch das EZB Direktionsmitglied Benoit Coeuré äußerte, würde die EZB nicht zögern, spanische Staatsanleihen anzukaufen, um den steigenden Renditen am Kapitalmarkt entgegenzuwirken Ich habe Ihnen dazu in der jüngsten TT-Ausgabe einen Chart gezeigt. Stellen Sie sich mit Ihren Investments darauf ein, dass spanische Banken demnächst unter dem Rettungsschirm des EWS Schutz suchen werden. Ich zeige Ihnen heute einen Fahrplan, mit dem Sie Ihre Investments besser koordinieren können.
Das Speed-Depot hat jetzt die zweite Position aufgenommen. Die schwächeren Kurse der vergangenen Tage haben dafür gesorgt, dass wir jetzt auch in Rockwood Holdings investiert sind. Abzuwarten, bis das Limit greift, war also genau richtig - getreu dem Sprichwort „im Einkauf liegt der Gewinn“. Möglicherweise stocke ich die Position noch etwas auf, aber dazu mehr in der Rubrik „aktuelles beim Speed-Depot“.

- Henrik Voigt
Wir liegen goldrichtig
von Henrik Voigt (10.04.2012)
Ich hoffe, Sie hatten ein schönes Osterfest: Im Gegensatz zur Masse der Anleger mussten Sie sich ja keine Sorgen um Ihr Depot machen. Trotz oder gerade wegen der Osterkorrektur.
Wir haben derzeit die aggressivste und lockerste Geldpolitik aller Zeiten, aber die Konjunkturerholung seit dem Einbruch im vergangenen Jahr verlief bisher erstaunlich schwach. Und sie scheint bereits wieder zu Ende zu gehen. Selbst das europäische Zugpferd Deutschland bekommt nach den jüngsten Daten jetzt die ausbleibende Nachfrage aus den europäischen Nachbarländern und damit die Schuldenkrise zu spüren. Und die bisher von der Flaute weniger betroffenen USA stehen nach dem Auslaufen der Sondereffekte des ungewöhnlich warmen Winters in ihrer Wirtschaftsentwicklung plötzlich halbnackt da. Die jüngsten USArbeitsmarktdaten haben schwer enttäuscht - genau, wie wir das erwartet hatten. Die Börsen sind allerdings „überrascht“, was die plötzlichen Kurseinbrüche erklärt. Hier besteht allerdings noch weiterer Bereinigungsbedarf, der uns zusätzliche Gewinne einbringen wird.
Erst nach dem Schuldenabbau ist Wachstum möglich
Aus einem Entschuldungsprozess neues Wachstum herauszukitzeln, der normalerweise mehrere Jahrzehnte benötigt, dürfte sich wie immer in der Geschichte als unmöglich herausstellen. Da ändern auch diverse bevorstehende Wahlen nichts, wo die Titelverteidiger bei ausbleibenden schnellen Erfolgen wohl ihre Ämter verlieren werden. Das erklärt auch die Verbissenheit, mit der sie die Lage seit Monaten schönreden das sich die Balken nur so biegen. Die Entwicklung der Wirtschaftsdaten ergibt leider ein viel nüchterneres Bild.
Angesichts der erdrückend blassen Faktenlage verwundert es kaum, dass die Aktienmärkte pünktlich zum Wendemonat April nun endlich in eine Phase des Umdenkens übergehen und das Ausmaß der bisherigen, fast ausschließlich von sturem Schönreden getragenen Kursgewinne hinterfragen. Immerhin laufen die meisten europäischen Börsen schon seit über zwei Monaten seitwärts und die Gefahr, dass daraus eine erneute Trendwende nach unten wird, ist nicht eben klein.
Börsen auf dem Weg zu mehr Realismus?
Wir können diese Entwicklung nicht ändern, aber wir können uns ihr anpassen. Dass unsere Depotausrichtung goldrichtig war, zeigen gerade die letzten Wochen, in der es erneut schöne Gewinne gegeben hat – und das ohne große Risiken einzugehen.
Mehrere unserer Alphascheine haben über 30 Prozent Gewinn verbucht - allein in der vergangenen Woche! Auch unsere größte Depotposition, der Korridorschein, hat enorm zugelegt und steht jetzt auf Allzeithoch. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir weitere aussichtsreiche Depotpositionen hinzunehmen, wenn sich der eingeschlagene Korrekturkurs der Börsen wie erwartet verfestigt. Immerhin ist es möglich, dass die nächste Trendbewegung nach unten Ihrem Depot in kürzester Zeit mehr Gewinne einbringt, als die letzten Monate Rally zusammengenommen, was an der Natur heftiger Abwärtsbewegungen begründet liegt. Ich werde jedenfalls dafür sorgen, dass Sie auf der richtigen Seite des Marktes stehen.

- Jürgen Nowacki
Wird der ESM Rettungsschirm noch in diesem Jahr auf 2 Billionen Euro erhöht?
von Jürgen Nowacki (04.04.2012)
Und ein herzliches Willkommen unseren neuen Lesern in der Target Trader-Gemeinschaft.
Wenn ich mir überlege, wie oft in den vergangenen Wochen und Monaten die Haftungssummen für EU-Rettungsschirme trotz politischer Dementis nach oben hin angepasst wurden, und wenn ich zugrunde lege, dass das nicht die letzten Erhöhungen gewesen sein dürften - dann dürften die Mayas mit ihrer Weltuntergangsprophezeiung zum Ende des Jahres 2012 wohl noch einige Male in den Medien zitiert werden.
Ich bin kein Pessimist, verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Es ist nur so, dass uns die technischen Indikatoren trotz Gewinnmitnahmen wie wir sie heute gesehen haben, weiter steigende Aktienkurse signalisieren. Wegen der großen Unsicherheiten aber, die aus der Anlageklasse „Staatsanleihen“ herrühren, dürfen wir aber nur einen kleinen Teil des Vermögens in Aktien investieren.
Das ist auch der Grund, weshalb ich das Speed-Depot für Sie, liebe Leser, aufgebaut habe. Hier werden mit kleinem Kapitaleinsatz von maximal 6.000 Euro die Chancen genutzt, wenn der Markt sie bietet. Aber für den Markteintritt ist es wichtig, diszipliniert vorzugehen und den Einkauf zu optimieren. In der Rubrik DAX und Dow Outlook möchte heute für Sie der Frage nachgehen, welche Gefahren für den internationalen Aktienmarkt von der spanischen Börse ausgehen. Darauf aufbauend, sage ich Ihnen dann, wie die offenen Positionen behandelt werden, deren Kauflimit noch nicht erreicht wurde.
Der Monat April zählt mit einem durchschnittlichen Anstieg im Dow Jones von 2 % zu den besten Börsenmonaten (seit 1950) innerhalb eines 12 Monatszyklus.
Im ersten Quartal hat der DAX 20 Prozent zugelegt. Einen starken Anstieg habe ich Ihnen, wie Sie wissen, bereits im November 2011 prognostiziert und mit dem ersten Speed-Depot „Bankenstrategie“ umgesetzt. Das Ergebnis: innerhalb weniger Wochen ein Plus von mehr als 20 Prozent! Das ist weniger als ich erwartet habe, aber der Markt wird meiner Meinung nach im 2. Quartal sehr viel stärker schwanken und damit das Risiko für Anleger erhöhen - dem musste ich Rechnung tragen. Wir haben im ersten Quartal mit einem Sicherheitspolster von 60 bis 70 Prozent immerhin 8,67 Prozent verdient, und das wollen wir nicht wieder hergeben.
„Alles neu macht der Mai“, aber Sie werden bei den neuen Charts in dieser Ausgabe bemerken, dass wir bereits im April mit der Renovierung angefangen haben. Ich habe für Sie ein neues Trading- und Chartsystem in Betrieb genommen und werde Sie zukünftig noch besser mit Signalen aus der Markttechnik bedienen können. Ich bitte um Verständnis, wenn es einige Zeit braucht, bis wir uns alle daran gewöhnt haben. Ich verspreche Ihnen, die Erläuterungen wie bisher sorgfältig in den Bilduntertiteln zu dokumentieren, damit Sie sich schnell damit anfreunden.

- Henrik Voigt
Zeit für den Frühjahrsputz
von Henrik Voigt (03.04.2012)
Es ist Zeit für den Frühjahrsputz in Ihrem Depot. Jetzt beginnt der April und damit endet die saisonal günstige Zeit für Aktien. Immerhin tendiert der DAX bereits seit zwei Monaten nur noch sehr schwach aufwärts, während die Volatilität dabei deutlich zunimmt. Das Potenzial nach oben scheint mir hier sehr begrenzt. Die jüngsten Fundamentaldaten haben gezeigt, dass die Konjunktur nicht im geringsten mit der Börsenentwicklung mithalten kann. Allmählich scheint das wohl auch den ersten Anlegern klar zu werden. Die Profis haben ihre rekordhohen Shortpositionen ähnlich wie im April 2011 inzwischen weiter ausgebaut.
Historisch betrachtet wird fast die gesamte Performance eines Aktienjahrs zwischen Ende Oktober und Ende April erzielt, also in den 6 „Wintermonaten“. Die ab Mai kommenden Monate bieten hingegen mehr Risiken und kaum Chancen. Zumindest nicht mit der klassischen „Long-Only-Strategie“. Besonders eindrucksvoll sieht man das an unserem VIX-Chart, den ich mehrfach im Videobericht gezeigt habe und heute ausführlich in dieser Ausgabe besprechen werde.
Aber genau für die nächsten, traditionell holprigen Monate sind Sie ja bereits bestens gerüstet. Die Korridor- und Alpha-Zertifikate legen in volatilen Seitwärts- oder gar Abwärtsphasen besonders deutlich zu. Direkt nach Ostern, wenn die Börsenumsätze wieder steigen, werden wir hier nachlegen, so dass eine noch gewinnträchtigere Depotstruktur entsteht. Sollten wir danach stärkere Einbrüche an den Börsen erleben, was verschiedene Indikatoren nicht gerade unwahrscheinlich erscheinen lassen, so können wir ganz flexibel mit passenden Hebelscheinen „nachlegen“, sobald wieder richtig Schwung in die Märkte kommt.

- Jürgen Nowacki
In Amerika ist Wahlkampf – und Obama bekommt Unterstützung von der FED.
von Jürgen Nowacki (28.03.2012)
Ja, das würde sich in Deutschland so mancher Politiker auch gerne wünschen: Wahlunterstützung von der Bundesbank und der EZB. In den USA ist die Notenbank nicht so frei in ihren geldpolitischen Entscheidungen. Sie muss sich anders als die Bundesbank (Art.88 GG und Art.108 EGV) der Wirtschaftspolitik der Administration unterordnen.
Wahlkampf ist in den USA nicht zuletzt ein Geschäft mit der Börse, denn immerhin hängt die Altersversorgung der US-Amerikaner an der Wertentwicklung ihrer Aktienfonds. Und wenn im Wahljahr die Börse gut läuft, dann werden so manche Wähler auf eine Verlängerung der Amtszeit des amtierenden Präsidenten setzen und keine großen Risiken eingehen. FED-Präsident Ben Bernanke erklärte am vergangenen Montag, dass er die US-Wirtschaft weiter mit einer Politik des billigen Geldes fördern wolle. Trotz der steigenden Beschäftigungszahlen in den USA benötige die US-Wirtschaft Unterstützung, weshalb er die Null-Zinspolitik weiter fortführen werde.
Somit profitieren wir in Deutschland auch vom USWahlkampf, so kurios wie sich das anhört. Aber das lässt sich auch im Chart ablesen, den ich heute in der Rubrik DAX und Dow Outlook besprechen werde.
Aber denken wir heute nicht an November 2012, sondern an die nächsten Tage, denn es ist Quartalsende. In den zurückliegenden 22 Jahren, so haben die Analysten Jeffrey und Yale Hirsch festgestellt, gab es zum Quartalsende überwiegend Gewinnmitnahmen an der Börse. In 16 von 22 Jahren verlor der Dow Jones in den letzten Tagen durchschnittlich 1,7 Prozent. Das ist der Grund, weshalb wir uns mit dem Aufbau des Speed- Depots auch noch etwas Zeit lassen können. Mehr dazu erfahren Sie in der Rubrik DAX und Dow Outlook. Wichtig: behalten Sie den 4. April und den 25. April im Auge. ADP-Arbeitsmarktdaten für den Monat März und der nächste Sitzungstermin der US-Notenbank stehen an. Experten vermuten, dass es hier zu weiteren Krediterleichterungen kommen wird. Tja, man merkt, es ist Wahlkampf.

- Henrik Voigt
Ein kleines „Zyklenwunder“
von Henrik Voigt (27.03.2012)
Der Frühling beginnt, die Sonne strahlt wieder warm, die Tage werden länger – die Kurse werden fallen. Wie komme ich darauf? Nun ja, die meisten markanten Wendepunkte an den Börsen ereignen sich zu Beginn des Frühlings (21. März) oder des Herbstes (21. September). Die laufende Rally an den Börsen begann beispielsweise am 23. September 2011 (also nur zwei Tage nach Herbstanfang). Das Fukushima-Crashtief lag am 16. März 2011, danach ging es nochmals steil aufwärts. Der letzte Bullenmarkt beim Weltleitindex S&P 500 lief vom 11. März 2003 bis zum 01. Oktober 2007, also ebenfalls um diese Zeitpunkte. Danach ging es kräftig abwärts. Eine mehrmonatige Zwischenerholung begann danach am 17. März 2008, den Boden des anschließenden Bärenmarktes fand der Index am 09. März 2009.
Frühlingsbeginn = Korrekturbeginn?
Seltsam: Diese Wendepunkte liegen sehr oft um das immer gleiche Datum. Warum das so ist, vermag ich nicht zu sagen. Vermutlich hat es etwas mit dem Einfluss der Sonnenwende zu diesen Zeitpunkten auf die Anlegerpsyche zu tun. Oder es sind eben einfach nur markante Zyklen. Auf alle Fälle ändert sich zu diesen Zeitpunkten die Risikoneigung der Anleger grundlegend und meist für mehrere Monate. Letzte Woche war jedenfalls wieder Frühlingsanfang und der DAX hinterließ gleich mal am 16. März ein markantes Hoch. Die vergangene Woche brachte dem US-Markt den bisher stärksten Wochenverlust des Jahres. Noch deutet nicht viel auf ein finales Hoch hin, denn die wichtigen Unterstützungen auf der Unterseite sind intakt. Das kann sich aber noch ändern, Und da ist es gut, vorher gewarnt gewesen zu sein.
So viele Bullen gab es noch nie
Immerhin präsentiert sich die Weltleitbörse in den USA stimmungsmäßig mit einem neuen Rekord: 65 Prozent Bullen bei der renommierten, von Market Vane verfassten Statistik konnte weder das Topp im vergangenen Jahr noch das letzte Bullenmarkthoch 2007 bieten. In den Monaten nach einer ähnlichen Börseneuphorie ging es damals stets abwärts. Grund zu erhöhter Vorsicht ist das allemal.
Auf der fundamentalen Seite sehen wir dagegen das seit dem vergangenen Jahr gewohnte Bild: Die Konjunkturdaten brechen insbesondere in Europa und in der früheren Konjunkturlokomotive China weiter ein. Europa befindet sich nun mit großer Wahrscheinlichkeit das zweite Quartal in Folge und damit bald auch offiziell in einer Rezession. Die Börsen hatten hingegen einen neuen Aufschwung eingepreist. 6 Monate hält dieser Realitätsverlust nun an. Eine Rally ohne Substanz hat üblicherweise kein langes Leben, auch wenn die lockere Geldpolitik dies eine zeitlang mit der Farbe des lockeren Geldes übertüncht. Das Aufwachen der Börsen dürfte schmerzhaft für viele überinvestierte Anleger werden.
Nicht für Sie, denn wir machen es richtig: Die Trendpositionen sind nur klein und zielen in beide Kursrichtungen. Mit Siemens und EON hatten wir die beiden Aktien mit der größten Aufwärtsperformance auf der Longseite im Depot, während wir mit United Internet, Commerzbank und Klöckner ausgerechnet bei denjenigen Aktien auf fallende Kurse setzten, die keine neuen
Jahreshochs mehr erreichten und mit Schwäche auffielen.

- Jürgen Nowacki
Cashquote im Musterdepot steigt auf 72 Prozent
von Jürgen Nowacki (22.03.2012)
Es liegt was in der Luft - aber keiner weiß, genau was kommt. Gold, Euro und die Aktienmärkte zeigen sich im leichten Korrekturmodus, was sich aber binnen weniger Minuten ändern kann. Es scheint, als ob die Märkte auf diesem Niveau ihr Gleichgewicht und ihre fairen Preise gefunden hätten. Verändert sich eine von den drei Komponenten (Rohstoff-Renten und Devisenmärkte), so schlagen die Märkte Alarm. Was so gar nicht ins Bild passen will, ist die niedrige implizite Volatilität der Aktienmärkte. Das ist normalerweise ein gutes Zeichen, denn je niedriger die Vola, desto besser sind die Chancen auf einen steigenden Aktienmarkt. Ich werde Ihnen das in der Rubrik Schwerpunkthema näher erläutern. Andererseits haben wir in der Volatilität bereits ein sehr niedriges Niveau erreicht, was durch schlechte Nachrichten aus Politik und Wirtschaft schnell korrigiert werden könnte.
23 Prozent Gewinn mit Bankaktien und -Optionen realisiert
Diesem Ordnungsprinzip der Korrelation zwischen Aktienmarkt und Gold folgend, müsste der Euro eigentlich stärker und der US-Dollar schwächer werden. Das würde den US-Export und damit die Aktien der Wall Street begünstigen. Danach, lieber Leser sieht es aber nicht aus, im Gegenteil: Die Indikatoren signalisieren eine zunehmende Euro- Schwäche.
Aber kommen wir zurück zum Aktienmarkt. In Folge der Euroverkaufssignale habe ich mich gestern von der ETF-Position -Solactive Autosektor- und heute von Bankaktien/-Optionen getrennt und somit das Sicherheitspolster (Cashquote) im Musterdepot auf 72 Prozent erhöht. Es kann sein, dass ich damit etwas voreilig war, aber sicher ist sicher.

- Henrik Voigt
Alles hängt an einer Aktie
von Henrik Voigt (20.03.2012)
Sie fragen sich vielleicht auch, warum die Börsen seit Jahresbeginn derart stark zugelegt haben. An den Wirtschaftsdaten kann es wohl nicht gelegen haben. Die USA sehen bestenfalls eine moderate Gegenreaktion auf den Abschwung des vergangenen Jahres. Und die stehen noch am besten da. Europa schlittert dagegen immer tiefer in die Rezession – kein Wunder, Sparen macht eben nicht fett. Aber auch das Wachstum der einzigen „Musterknaben“, nämlich der Schwellenländer, enttäuscht immer mehr. Fällt dieser Hauptmotor der Weltwirtschaft aus, dann dürften die hochverschuldeten und zum Sparen gezwungenen alten Industrienationen wohl kaum in der Lage sein, eine Abschwächung der bisher sicheren Boomregionen aufzufangen. Sie würden stattdessen doppelt hart getroffen.
Stimmung euphorisch, Lage naja, Aussichten trüb
Dennoch übt sich die Analystenschar angesichts der munter weiter steigenden Aktienkurse in blendendem Optimismus, dabei sehen wir längst die typischen Anzeichen einer Blasenbildung an den Märkten (extreme Euphorie, Einbruch der Marktbreite, Abkoppelung von der fundamentalen Entwicklung). Man empfiehlt schnell noch spät prozyklisch ein paar Aktien hinzu, um nicht den gesunden Aufschwung mit einer vermutlich dicken runden Null vor dem Komma zu verpassen. Immerhin könnte all das frisch gedruckte Geld ja am Ende doch für eine schöne Scheinblüte sorgen.
Ich gehe eher davon aus, dass wir im Laufe des Jahres verstärkt konjunkturelle Enttäuschungen anstelle eines herbeigedruckten Aufschwunges sehen werden. Der Ölpreis hat wieder ein typisches „Schockniveau“ erreicht und dürfte das zarte Erholungspflänzchen seit dem vergangenen Herbst bereits munter wieder abwürgen. Wie schon 2008 und 2011. Das renommierte ECRI-Institut aus den USA hält sicher nicht zufällig seit Monaten weiter an seinem "Recession Call" für die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr fest (und die haben einen guten Ruf zu verlieren, wenn sie falsch liegen). Was die Aktienbörsen aber nicht daran hindern dürfte, noch ein paar Wochen oder Monate weiter die aktuelle zweite Krise nach der aus 2008 klar zu unterschätzen. Auch Gier kann hartnäckig sein.
Eine einzige Aktie schießt den Vogel ab
Nicht ganz unschuldig daran ist die Euphorie um eine einzige Aktie: Apple. Das zweifellos über viele Jahre hinweg sehr erfolgreiche Unternehmen hatte kürzlich die magische Schwelle von 500 Mrd. Dollar Marktkapitalisierung erreicht und ist jetzt ein besonders marktbestimmendes Indexschwergewicht. Allein der in den letzten Wochen fast senkrechte Anstieg dieser einen Aktie dürfte maßgeblich die Performance vieler US-Indizes bestimmt haben. Und er gibt Anlass zur Vorsicht, wie schon in der Vergangenheit bei ähnlichen Ereignissen. Warum und wie sich das auf Ihre Anlagestrategie auswirkt, erfahren Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

- Jürgen Nowacki
Wir machen Frühjahrputz in den Depots
von Jürgen Nowacki (19.03.2012)
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“, um mit Goethes Dr. Faust zu sprechen: Es wird Frühling - nicht nur in der Natur, auch in der Weltwirtschaft. IWF-Chefin Christine Lagarde hat es jetzt verkündet: „Die Weltwirtschaft steht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr am Rande des Abgrunds.“ Kommt diese Wandlung nicht zu plötzlich? Es ist doch erst einige Wochen her, dass der europäischen Konjunktur eine schwere Rezession prognostizierte wurde. Und jetzt lässt die IWF-Chefin durchblicken, aus der EuroZone und den USA kämen Anzeichen für eine konjunkturelle Stabilisierung. Der Leser, der sich bislang mit seinen Aktienkäufen zurückgehalten hat, fragt sich: Wird hier Stimmung gemacht nach dem Motto Ludwig Erhards, der als Bundeskanzler die Worte prägte „Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie“?
Wie dem auch sein: Der deutsche Leitindex DAX hat in den ersten 72 Handelstagen 21,35 Prozent gewonnen. Unser aggressives Musterdepot liegt mit 13,04 Prozent zwar dahinter, hat aber zusätzlich noch ein Sicherheitspolster von knapp 60 Prozent Liquidität. Und nun stellt sich für viele Leser die Frage, ob sie die richtigen Aktien im Depot haben.
Also, was tun wir mit Hoffnungswerten, die im Nachhinein betrachtet viel zu teuer gekauft wurden? Nachkaufen und verbilligen oder rausnehmen und auf die Aktien setzen, die noch 30 bis 40 Prozent Kursgewinn vor sich haben?
Ich möchte Ihnen dabei helfen und biete Ihnen, an dass Sie mir ihre Hoffnungswerte mit Kaufdatum und Einstandspreis per E-Mail zukommen lassen. Ich werde diese Werte in den nächsten Ausgaben des Target Trader analysieren und besprechen. Allerdings muss ich eine Einschränkung machen: Bitte schicken Sie nur Aktien aus der DAX- und der STOXXFamilie. Da der Taget Trader nur Aktien analysiert, die eine gewisse Marktbreite aufweisen, bitte ich um Verständnis, wenn keine Penny Stocks empfohlen werden.
Natürlich mache ich schon mal eine Ausnahme: Immerhin hatte ich seinerzeit sehr erfolgreich Infinion-Aktien mit 0,80 Euro und 1,00 Euro für die Musterdepots gekauft. Oder ich setze - wie aktuell - schon mal auf einen Turnaround-Wert wie Nokia, der bei 4,00 Euro notiert.
Aber zum einen handelt es sich um gut aufgestellte Unternehmen, die sich in der Restrukturierung befinden, und zum anderen bevorzuge ich Unternehmen, die sich charttechnisch zuverlässig analysieren lassen.
Also: Ich helfe Ihnen beim Frühjahrsputz und beantworte Ihre Anfragen in einer der nächsten Ausgaben des Target Trader. Ist das ein Wort?

- Jürgen Nowacki
Bankenstrategie mit 28 Prozent im Plus
von Jürgen Nowacki (15.03.2012)
In dieser sowie in der nächsten Woche werde ich Sie mit einer zusätzlichen aktualisierten Target Trader Ausgabe beliefern. Heute erhalten Sie also die überarbeiteten Charts und Tabellen in Ergänzung zu Ihrer Montagsausgabe für Ihren Depotabgleich.
Wenn Sie sich die Tabelle im Schwerpunkthema -Bankenstrategie- ansehen dann werden Sie fest stellen dass sich hier einiges getan hat. Alle Bankpositionen sind im Plus und haben mit lediglich 4.680,- Euro Kapitaleinsatz Buchgewinne von insgesamt rund 1.300,- Euro oder 28 Prozent in nur 6 Wochen vorzuweisen. Liebe Leser, diesen Buchgewinn jetzt bitte individuell und nach persönlichen Risikokriterien absichern und Stopps nachziehen, nicht versäumen! Kommen wir zu der Frage: Sollten wir jetzt bereits Gewinne mitnehmen?
Hexensabbat hat einen schlechten Ruf
Der Begriff Hexensabbat steht für einen Handelstag an dem nicht nur in den USA sondern weltweit Terminkontrakte und Optionen ihren Verfall erleben. Die Aktienmärkte stehen morgen also ganz im Zeichen des ersten großen Verfalltermins für Aktien-Optionen, Futures-Optionen und Futures (dritter Freitag im März-Juni-September und Dezember). An diesen Tagen ist der Handel weniger berechenbar weshalb sich viele Trader auch bereits einige Zeit vorher (Mittwochabend spätestens aber Donnerstag) aus dem Tagesgeschäft heraus ziehen und die freie Zeit nutzen ihre Logbücher zu führen und sich für ihre Familie etwas Freizeit zu gönnen.
Die US-Analysten Yale und Hirsch sind kürzlich der Frage nach gegangen inwieweit sich der große Verfalltermin positiv oder negativ auf die Börse auswirkt und sie haben folgendes fest gestellt. Der Märzverfalltermin an sich ist nicht bedenklich. In den letzten 29 Jahren (seit 1983) ist der S&P500 am Verfallstag 19 Mal gestiegen. Allerdings sollte auf Schwächesignale in der nächsten Woche geachtet werden. Denn nach einem guten Wochenauftakt, so die Analysten, hat es in der zweiten Wochenhälfte nach dem Hexensabbat im März häufig größere Gewinnmitnahmen gegeben. Ich fasse zusammen: der Verfallstermin März ist unbedenklich aber die Zyklik spricht eher für Gewinnmitnahmen in der letzten März- Woche. Am Montag erhalten Sie bereits die nächste TT-Ausgabe mit einer Schwerpunktanalyse zum Thema Gewinnmitnahmen im März.

- Henrik Voigt
Träge wie ein Supertanker
von Henrik Voigt (13.03.2012)
Griechenland ist „gerettet“. In Wahrheit wurden nur 110 Mrd. Euro alte Schulden durch den Schuldenschnitt gestrichen und durch 130 Mrd. Euro neue Schulden aus dem zweiten „Rettungspaket“ ersetzt. Ach ja: Gleichzeitig gab es einen Gläubigerwechsel von den Banken zum Europäischen Steuerzahler. Man könnte durchaus vermuten, dass dieser Gläubigerwechsel das Hauptanliegen dieser Aktion war. Denn am griechischen Schuldenproblem hat sich nicht das Geringste geändert. Die Schulden sind jetzt höher als zuvor, die Wirtschaft schrumpft noch schneller, die Schuld-Zinsen sind noch höher gestiegen (auf jetzt 19 Prozent).
Europa rutscht in die Rezession, Börsen steigen
Auch auf der Konjunkturseite keine guten Nachrichten. Holland, Spanien und Italien sind tiefer in die Rezession gerutscht. Nicht eben kleine Volkswirtschaften. Für die gesamte Eurozone wird für dieses Jahr inzwischen selbst offiziell eine Rezession erwartet. Warum die Aktienkurse in dieser Situation munter weiter steigen, will sich mir beim besten Willen nicht erschließen. Der Herdentrieb ist momentan ganz offensichtlich stärker als der Bezug zur Realität. Ein laufender Trend braucht Zeit bis zu seiner Umkehr, vergleichbar mit einem Supertanker, der auch nicht auf der Stelle wenden kann. Aber das kennen wir ja vom letzten Jahr. Bereits im Februar 2011 gab es die ersten ernsten Warnsignale, dass sich die Konjunktur abkühlen würde. Aber damals stiegen die Börsen munter ein paar Monate weiter, um schließlich nach einer ausgiebigen Toppbildung, bei der vielen Kleinanlegern die Aktien aufs Auge gedrückt wurden, im August einen satten Crash hinzulegen.
Stimmung euphorischer als 2007 – Vorsicht!
Seltsam: Weder der Euro noch die Märkte für die Ausfallprämien Europäischer Staatsanleihen konnten sich nach dem Griechendeal nennenswert erholen. Die Euphorie konzentriert sich allein auf die Aktienmärkte. Insbesondere beim Blick auf die US-Stimmungsindikatoren muss ich annehmen, dass sich dieses Crash-Szenario aus 2011 in diesem Jahr wiederholen wird. Beispielsweise notiert der Bullenanteil bei Market Vane, einem sehr zuverlässigen Kontraindikator, derzeit bei satten 65 Prozent. Das ist mehr als an den wichtigen Topps Anfang 2011 und Mitte 2007 (mehrjähriges Bullenmarkthoch!). Danach gab es jedes Mal einen satten Kurseinbruch oder einen ganzen Bärenmarkt, auch wenn es bis dahin ein paar Wochen, manchmal auch Monate dauern kann. Das jetzt erreichte Kursniveau wird dabei auf jeden Fall deutlich unterboten werden. Immerhin reicht die saisonal günstige Zeit für Aktien noch bis Mitte Mai, das sind also nochetwa 8 Wochen. Spätestens dann dürfte es sehr „haarig“ werden an den Börsen.
Vorsicht ist deshalb vor allem mit großen und langfristig angelegten Aktien-Positionen angebracht. Das ist kein Umfeld für den klassischen Investor, hier bildet sich eine Blase. In dieser Situation fahren Sie weiter mit unserer zweiteiligen Strategie – kurzlaufende, offensive, eng abgesicherte Trendpositionen kombiniert mit langlaufenden, defensiven Seitwärtsstrukturen – nach wie vor am
besten.

- Jürgen Nowacki
Technische Analysten werden vorsichtig
von Jürgen Nowacki (12.03.2012)
Am vergangenen Wochenende trafen sich die wichtigsten technischen Analysten (TA-Experten) der mit 1.200 Mitgliedern stärksten Landesorganisation innerhalb der IFTA* - die VTAD (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V.) - in Frankfurt zu Ihrer 8. Frühjahrskonferenz.
Das Thema lautete: „Angekündigten Krisen finden nicht statt“. Technische Analysten der großen Fondsgesellschaften und Lebensversicherungen, wie Sie sie vom Fernsehen oder den wichtigsten Wirtschaftszeitungen her kennen, äußerten sich hinter verschlossenen Türen über ihre persönliche Markteinschätzung zu Aktien,- Rohstoff,- Zins- und Devisenmärkte für die nächsten Wochen und Monate. Diese Veranstaltung hat Tradition, und die Trefferquote der vergangenen Jahre war exzellent, weshalb ich Ihnen das Fazit an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Ohne dass sich die Analysten abgesprochen hätten, kommen sie mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen zu einem Ergebnis, das sich wie folgt auf einen Nenner bringen lässt: Sie sind der Überzeugung, dass wir in den nächsten Wochen vor allem aber im April/Mai die Jahrestiefstände bei DAX und Euro sehen werden. Der weitere Jahresausblick ist dann wieder positiv. Aber vor allem die nächsten Wochen dürften schwierig werden, und es ist angeraten, erhöhte Vorsicht im Umgang mit gehebelten Derivaten oder hohen Aktienbeständen walten zu lassen.
Privatanleger- und Expertenmeinungen
Wenn ich Ihre Leserbriefe Revue passieren lasse, in denen Sie mir Ihre Markteinschätzung offenlegen, dann deckt sich Ihre Einschätzung mit der Meinung aus dem Expertengremium der technischen Analysten der VTAD. Solch eine hohe Übereinstimmung ist selten und muss besonders hervorgehoben werden.
Im Aktiensektor, so werden Sie heute feststellen, habe ich mich von einigen Positionen per Stop-Loss getrennt. Die Cashquote hat sich damit erhöht und schafft uns die Möglichkeit des Neueinstiegs, sobald die Aktienkurse korrigiert haben. Im aggressiven Depot nehme ich heute eine Standortbestimmung vor und erläutere Ihnen, wie ich mit den Turnaround- Werten weiterarbeiten werde. Schwerpunkt in dieser Ausgabe ist außerdem eine Analyse und Überprüfung der Bankenstrategie - auflösen oder halten?
Meine Datenbank platzte aus den Nähten, und eine Erweiterung wurde dringend notwendig. Diese ist nun abgeschlossen. Heute kann ich Ihnen also wieder Zahlen für die Depotbewertungen liefern. Sie werden sehen, dass wir mit der Vermögensverwaltung in den Depots für das 1. Quartal einen guten Start hatten. Jetzt geht es darum, eine gute Ausgangsposition für das zweite Quartal vorzubereiten. Auch wenn es uns Performance kosten wird, so erhöhe ich das Sicherheitspolster und sichere verbleibende Positionen aggressiver ab, als Sie es vielleicht gewohnt sind. Aber ich erinnere noch einmal an die Zielsetzung unserer Depotführung: „Komfortabel und ohne Stress die Chancen nutzen und das Erreichte bewahren.“
-Die Spur der Wölfe-
Die wöchentlichen COT-Daten, also die Positionierung der Hedgefonds, Großanleger und Kleinanleger in den Futuresmärkten, geben oft Aufschluss, wie sich die Kapitalströme der Investoren und Spekulanten entwickeln. Diese Daten sind aber nicht immer einfach zu vermitteln. Ab heute, liebe Leser, werden Sie in meinen Analysen Hinweise zur Positionierung der großen Spekulanten (Spur der Wölfe) und kleinen Anleger finden. Schreiben Sie mir doch, wie Sie damit zurecht kommen und ob ich das für Sie weiter entwickeln soll.

- Jürgen Nowacki
Wie man Bankkunden zurückgewinnt
von Jürgen Nowacki (08.03.2012)
Unsere Bankenstrategie, wie ich Sie Ihnen am 26. Januar vorgestellt habe, kommt besser voran als der DAX. Die Commerzbank-Aktie ist zwar wieder unter 2 Euro gefallen, gut, aber die Strategie des Vorstands ist genau der richtige Weg: Er will jetzt das Kernkapital der Bank noch einmal durch ein Rückkaufprogramm von Hybridanleihen um 776 Mio. erhöhen und damit das Vertrauen in die Bank stärken. In Verbindung mit einem zusätzlichen Mitarbeiter-Anreizmodell, bei dem die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt der Bonifikation steht, wird diese Bank schneller mit positiven Nachrichten in das Bewusstsein der Börsianer zurückkehren, als manchem Wettbewerber recht sein wird.
Turnaround-Strategie mit Esprit trägt erste Früchte
Ich habe Ihnen die Commerzbank-Aktie bereits seit längerer Zeit wärmstens empfohlen. Es hat zwar etwas länger gedauert, bis sich der Kurs erholt hat, aber das ist bei einer Spekulation auf Turnaround-Werte nichts Ungewöhnliches. Dafür aber winken hier Aktienkursgewinne, die auf klugen Managemententscheidungen beruhen, und für Sie als Anleger Schritt für Schritt nachvollziehbar sind. Warum ich der Meinung bin, dass es hier noch viel zu holen gibt, erläutere ich Ihnen in der Rubrik DAX und Dow. Hier werde ich noch einmal auf meine Bankenstrategie eingehen. Neuen Lesern antworte ich auf die Frage, ob es sich jetzt noch lohnt einzusteigen.
Im Japanischen Yen haben Sie zum Höchstkurs Ihre Optionen verkauft. Gratulation! In der Rubrik Devisen und Rohstoffe erläutere ich Ihnen, wie sich der Devisenmarkt jetzt weiter entwickeln dürfte, Sie werden überrascht sein.

- Henrik Voigt
EZB verkalkuliert sich
von Henrik Voigt (06.03.2012)
Mit dem neuen EZB-Tender in der vergangenen Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) unter Führung des Italieners Mario Draghi noch einmal die große Bazooka herausgeholt und ihre Munition auf insgesamt 1 Billion Euro(!) erhöht. Die Rechnung dahinter ist einfach: Da der EZB die direkte Staaten-Finanzierung verboten ist, werden die Banken mit besonders billigen Krediten über den Tender ausgestattet. Sie sollen davon bitteschön Staatsanleihen kaufen und dadurch mithelfen, die Zinsen auf einem erträglichen Niveau zu halten. Bisher hat das auch recht gut funktioniert – die italienischen und spanischen Anleihe-Zinsen sind tatsächlich deutlich zurückgekommen.
Banken parken Gelder lieber bei der EZB
Jetzt zeigt sich allerdings, dass die Banken das Geld lieber kurzfristig und völlig risikolos bei der EZB selbst anlegen. Insgesamt 820 Milliarden Euro haben die Geldhäuser am Freitag dort hinterlegt – also über 80 Prozent der über den Tender verliehenen Mittel. Offenbar sind die niedrigeren aber sicheren Zinsen bei der EZB inzwischen verlockender als das riskantere Geschäft mit den Staatsanleihen. Wenn dieses (an sich rationale) Verhalten der Banken allerdings anhält, dann kommt die Liquiditätsflut der Zentralbank erst gar nicht im Markt an. Und dann werden die Zinsen für die Anleihen der Krisenstaaten bald wieder drastisch steigen (so wie es die Ausfallprämien dafür seit Monaten munter weiter tun).
Und seit der vergangenen Woche gibt es einen weiteren triftigen Grund für Anleger, Staatsanleihen nicht mehr anzurühren. Der Bankenverband ISDA hatte am letzten Donnerstag entschieden, dass Griechenland kein „Credit Event“ darstellt und dass die dafür abgeschlossenen CDS-Ausfallversicherungen somit nicht fällig werden. Und das, obwohl es mit dem Schuldenschnitt einen (teilweisen) Zahlungsausfall in großem Stil gibt. Letztlich zeigt dieses Vorgehen dem Markt, das CDS-Ausfallversicherungen für Staatsanleihen offenbar das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Damit ist eine Absicherung gegen einen Zahlungsausfall bei Staatsanleihen aber nicht mehr möglich. Und das wiederum dürfte der Grundstein dafür sein, dass die meisten Großanleger keine Staatsanleihen mehr kaufen werden. Dann hätte die EZB ein neues Problem, welches sich auch mit neuer Liquidität nicht mehr lösen lässt.
Aktienrally stockt bereits
Vielleicht dämmert es ja bereits einigen Investoren und sie nehmen deshalb Geld vom Tisch. Die naive Rally an den Aktienbörsen, die ihre Nahrung mehr im Mangel an Anlage-Alternativen und im Herdentrieb fand als in fundierten Investmententscheidungen, stockt ja bereits seit über vier Wochen. Ob das der Auftakt für eine große Korrektur wird? Inzwischen sind die Finanzmärkte schwer kalkulierbar geworden, auch deshalb, weil die Manipulationen und „Absprachen“ zunehmen. In dieser Situation fahren Sie mit unserer zweiteiligen Strategie – kurzlaufende, offensive, eng abgesicherte Trendpositionen kombiniert mit langlaufenden, defensiven Seitwärtsstrukturen – nach wie vor am besten.

- Henrik Voigt
Was hat der Bär drauf?
von Henrik Voigt (28.02.2012)
Es gehört wahrscheinlich zu den üblichen Kuriositäten an der Börse, dass die DAX-Korrektur der vergangenen Woche genau an dem Tag begann, als offiziell die Rettung Griechenlands verkündet wurde. Auch die kräftigen Kurseinbrüche im Juli und Oktober 2011 starteten just zu dem Zeitpunkt, als von der Politik wieder einmal eine „endgültige“ Problemlösung verkündet wurde. Die Märkte schienen da wohl anderer Meinung zu sein.
Crashmonat März?
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich dieses Spiel im Verlauf erneut wiederholt. Überschäumender Börsenoptimismus und haufenweise offene Baustellen an der Schuldenfront vertragen sich üblicherweise nicht sehr lange. Inzwischen hat sich erhebliches Überraschungspotenzial auf der Unterseite angestaut. Auch die technischen Warnsignale (wie abnehmende Marktbreite, Short-Engagement der Profis etc.) nehmen zu. Es würde mich nicht wundern, wenn wieder einmal „ganz plötzlich“ alle Dämme brechen, wie etwa letztes Jahr im März. Der März ist häufig prädestiniert für solche Bewegungen. Sei es, durch einen Putsch in Griechenland, durch einen Krieg mit dem Iran oder ein anderes Ereignis, mit dem derzeit keiner wirklich rechnet. Allein der Blick auf die Preise an der Zapfsäule ist hier aber schon sehr aufschlussreich, denn Rohstoffmärkte sind häufig näher an der Realität als die Aktienbörsen. Bleiben Sie also weiter auf der Hut mit langfristigen Positionen.
Bisher ist an den Akitenmärkten noch kein großer Verkaufsdruck spürbar, so dass es sich lohnt, kurzfristig für beide Kursrichtungen offen zu bleiben. Überhaupt dürfte es sich in den nächsten Tagen und evtl. Wochen als klug erweisen, eher auf kurzfristige Bewegungen zu setzen. Denn die wirklich großen Muster an den Börsen, die dann für entsprechend lang anhaltende Bewegungen sorgen, dürften noch eine Weile brauchen, bis sie fertig sind (die angesprochenen Extremereignisse ausgenommen). Je länger diese Muster allerdings brauchen, umso mächtiger werden die anschließenden Kursbewegungen sein. Aber das kennen Sie ja vielleicht noch vom letzten Jahr.
Trendpositionen im kurzfristigen Zeitrahmen lohnend
Mit den letzten Trendpositionen spielen wir dieses kurzfristige Spiel wieder erfolgreich mit. Der 300-Prozenter auf den DAX (long) war ein guter Start. Wir haben diesen heute früh wieder aufgestockt, mit guten Chancen auf weitere Gewinne. Aber auch der Short auf Solarworld hat sich in den wenigen Tagen seit Empfehlung mit einem Plus von fast 500 € sehr gut entwickelt, nachdem die Solarförderung wieder „ganz überraschend“ gekürzt werden soll. Hier haben wir zwischenzeitlich die Gewinne einmal mitgenommen und steigen später günstiger erneut ein. Gut für unser Depot. Schlecht für diejenigen Kleinanleger, die den Verheißungen mancher
Börsenbriefe auf den Leim gegangen sind, dass mit Solaraktien wieder das große Geld zu holen sei. Das stimmt auf längere Sicht wohl höchstens für die Shortseite, wenn Sie sich die Charts der meisten Solaraktien einmal auf längere Sicht anschauen.
Aber auch unsere Seitwärtsstrukturen konnten seit der letzten Ausgabe von DAX Profits vor einer Woche wieder sehr schön zulegen. Gerade in Korrekturphasen wie jetzt, wo allmählich wieder etwas mehr Realitätssinn an den Märkten einkehrt, zeigt sich deren Potenzial. Ich habe hier bewusst auf die Outperformance fundamental und technisch starker Aktien gesetzt und gleichzeitig
Spekulationen auf die Underperformance problematischer Unternehmen beigemischt. Auf Sicht mehrerer Monate geht diese Rechnung tatsächlich auf. Und so hat das Musterdepot im Vergleich zur Vorwoche satte 1300 € zugelegt, obwohl sich beim DAX unter dem Strich nicht viel getan hat.
Wie es an den Märkten weitergeht, zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

- Henrik Voigt
Realitätsverlust wie selten
von Henrik Voigt (21.02.2012)
Die Märkte scheinen stur eine „Rettung“ Griechenlands vor dem baldigen Staatsbankrott einzupreisen und sich von allen anderen Realitäten abzukoppeln. Immer mehr Euroländer fallen in die Rezession und dürften damit noch größere Probleme bekommen, ihre in diesem Jahr fälligen Staatsschulden zu bedienen. Ihr Wachstum leidet nicht nur durch die verordneten Sparprogramme. Nein, auch der Ölpreis hat inzwischen Notierungen erreicht, die als stark rezessionsauslösend gewertet werden müssen. Wie bereits im vergangenen Jahr. Dieses Risiko wird – wie so Vieles – am Markt derzeit völlig ausgeblendet.
Inzwischen ist auch das deutsche Wirtschaftswachstum im negativen Bereich angekommen (-0,2 Prozent im abgelaufenen Quartal) – wie zuletzt Mitte 2008, als die Finanzkrise gerade so richtig Fahrt aufnahm und die Anleger während der ersten Erholungsrally noch glaubten, das Schlimmste bereits nach ein paar Monaten überstanden zu haben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie kurz das Gedächtnis vieler Marktakteure doch ist.
Hinter den Kulissen brodelt es bereits
Inzwischen nehmen die bereits rekordverdächtigen Insiderverkäufe vor allem an den US-Leitbörsen weiter zu. Zusätzlich stieg das Credit Suisse Barometer für ein „Black Swan Ereignis“ (also ein unvorhersehbares Extrem-Ereignis, welches u.a. einen Börsencrash auslösen kann) auf einen neuen Höchststand. Ähnliche Notierungen erreichte der Index Mitte 2007 und Mitte 2011 - also zu Zeitpunkten, die nur wenige Wochen vor dem Beginn eines Bärenmarktes mit nachfolgendem crashartigen Kursverfall lagen.
Zählen wir Eins und Eins zusammen, dann paaren sich extreme Sorglosigkeit an den Börsen mit einer explosiven Nachrichtenlage und sich ausweitenden Insiderverkäufen. Und genau das sind die perfekten Zutaten für einen heftigen Kurseinbruch. Nein, das ist kein gesunder Bullenmarkt, sondern hier haben wir die Zutaten für eine Wiederholung der Ereignisse aus dem vergangenen Jahr. Wann genau diese eintreten werden, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Der Überraschungseffekt ist ja ein wichtiger Bestandteil dieser Mechanismen. Und so sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass auch eine extreme Situation munter noch extremer werden kann. Im vergangenen Jahr gab es einen kräftigen Warnschuss im März und den eigentlichen Crash erst im August. Nicht auszuschließen, dass es sich genauso wiederholt.
Crash wohl auch in diesem Jahr – Sie sind gerüstet
In dieser Situation sind zwei Strategien erfolgversprechend. Zum einen sind Seitwärtsstrukturen lohnend, die bei heftigen, aber nicht nachhaltigen Kursbewegungen Seitwärtsrendite anhäufen und von Kursausschlägen unabhängiger machen. Zum anderen lohnen sich hoch gehebelte Engagements, mit denen Sie nur kurzzeitig und mit wenig Kapital im Markt stehen, wo Sie Ihre Gewinne nach wenigen Tagen direkt wieder mitnehmen und kleinere Restpositionen auf Einstandskurs abgesichert weiterlaufen lassen. Mit diesen beiden Strategien agiere ich seit einigen Monaten in DAX Profits, wobei ich insbesondere die letztgenannte Strategie jetzt stärker anwende, da sich dafür jetzt bessere Einstiegsmöglichkeiten ergeben. Teil dieser Strategie war beispielsweise auch unser hochgehebeltes DAX-Zertifikat, welches seit vergangenem Freitag zwischenzeitlich fast 700 Prozent Gewinn angehäuft hat und wo wir bald den Stopp für weitere Teilgewinnmitnahmen nachziehen können.
Aber das Beste kommt noch: Vor allem, wenn die Märkte in den nächsten Wochen zeigen werden, dass Börse keine Einbahnstraße ist, wird sich diese Strategie erst Recht auszahlen und vor allem den Seitwärtsstrukturen zu größeren Gewinnen verhelfen. Mit den passenden Hebelscheinen lässt sich dann noch eine hübsche Rendite obendrauf packen. Aber Sie müssen unter Umständen schnell und sehr beherzt agieren, wenn entsprechende Meldungen von mir kommen.

- Jürgen Nowacki
US-Börsenzeitung BARRON’s titelt „ Dow Jones 15.000“! Für uns ein Warnsignal?
von Jürgen Nowacki (15.02.2012)
BARRON’s kommt aus dem Verlag des Wall Street Journal und ist als wöchentliche Börsenpostille so etwas wie die Bild Zeitung der Wall Street. Es wäre ein Fehler, dieses Blatt zu ignorieren, denn was auf der ersten Seite steht, spiegelt die Meinung und Befindlichkeit der breiten Anlegerschaft wider. Und die liegt, wie sich immer wieder zeigt, früher oder später schief. Ich kann mich noch gut erinnern, als im März 2000 BARRON’s (sinngemäß) titelte: „Internetfirmen Millionengräber?“ Sie können sich vorstellen, was dann passierte. Das war das Totenglöckchen für blutleere Unternehmenskonzepte. Der Hype für Internetfirmen war innerhalb von Stunden vorbei. Deutschlands Neuer Markt wurde einige Monate später zu Grabe getragen. Wegen dieser und ähnlicher Marktbeobachtungen achten viele Analysten, was die Markterwartungen in der Masse widerspiegelt. Die Frage der Woche lautet also: Kann sich der Optimismus für die Wall Street noch steigern? Wir gehen heute in der Rubrik DAX und Dow Outlook der Frage nach, ob Sie diesen Kontraindikator ernst nehmen müssen.
Der Euro kann sich trotz gewalttätiger Demonstranten in Athen wacker halten. Italien und Frankreich finanzieren sich bei sinkenden Risikoaufschlägen komfortabel. Und institutionelle Anleger bauen langsam ihre Netto-Short-Positionen auf den Euro ab. Trotzdem kommt kein Drive oder, wie Börsianer sagen, Momentum in den Markt. Gute News drohen bei einem Euro zwischen 1,3100 und 1,3180 zu verpuffen. Ich sage sage Ihnen in dieser Ausgabe, wie es mit Euro und Gold weitergeht. Wie lassen sich die Argumente, die für renditehaltige Immobilien sprechen, und die tatsächliche Verfügbarkeit Ihres Investments auf einen Nenner bringen? Im heutigen Schwerpunkthema REITs zeige ich Ihnen, wie Sie auf eine Bruttodividende von 5,6 Prozent und einen prognostizierten Kursgewinn von 26 Prozent kommen.

- Henrik Voigt
Bären laufen sich warm
von Henrik Voigt (14.02.2012)
Griechenland hat gestern dem neuen Sparpaket zugestimmt, das als Voraussetzung für ein zweites Rettungspaket der EU gilt. Damit ist das leidige Thema allerdings noch nicht vom Tisch, denn Griechenland erlebt nun einen beispiellosen Aufstand der Bevölkerung, die teilweise um ihre Existenz kämpft. Auch die tatsächliche Umsetzung der Sparzusagen nach den Neuwahlen im April ist längst nicht sicher. Jahrzehntelang wuchernde Missstände lassen sich nun einmal nicht mit einem Federstrich beheben. Derart drastische Sparpakete schüren eher die Zwietracht innerhalb der Europäischen Union. Und sie würgen jegliches Wachstum ab. Das zweite griechische Sparpaket wird deshalb im Ergebnis genauso dürftig ausfallen wie das erste im April 2010. Weitere werden folgen, ein Fass ohne Boden.
Aussichten schlecht, Börsenstimmung bombig
Ähnlich sieht es auch der legendäre Groß-Investor George Soros. Er glaubt, dass Europa nicht mehr wachse, die Schulden zu hoch seien und auch die Banken in der Krise verharren (kleine Anmerkung: da steht Europa allerdings nicht allein). Die Zeit des Stillstands könne sogar länger dauern, Europa gar in ein verlorenes Jahrzehnt schlittern. Soros: „Dies wird Spannungen innerhalb der Europäischen Union erzeugen, welche die EU zerstören können. Und das ist eine reale Gefahr.“ Das Hilfspaket für Griechenland sieht er skeptisch: Damit würde sich die EU nur weitere sechs Monate kaufen, „um Griechenland stillzuhalten“. Griechenland befinde sich in einer „kranken Situation“, ausgelöst durch den „falschen Umgang der europäischen Autoritäten mit dem Problem“. Die EU, einst ein „erstrebenswertes Projekt“, sei für viele mehr zu einer Bedrohung geworden.
Während ich Soros wegen seinen oft zutreffenden Einschätzungen als Realisten bezeichnen würde, sind in den letzten Wochen bekannte „Perma-Bären“ (Dauerpessimisten) ins Bullenlager gewechselt. Das letzte Mal, als wir ein solches Ereignis beobachten konnten (April 2011: Star-Ökonom David Rosenberg wird bullisch), stand der Markt unmittelbar vor seinem letzten Hoch. Vor wenigen Tagen nun wechselte der für seine düsteren Aussichten bekannte prominente Ökonom Nouriel Roubini die Seiten und empfahl seinen Anlegern die Übergewichtung von Technologieaktien. Solche Empfehlungen von Perma-Bären taugten in der Vergangenheit meist gut als Kontraindikatoren, weil ihre bekanntesten Vertreter zwar fundamental langfristig richtig liegen, aber ein wirklich lausiges Timing besitzen. Allzu weit dürften die Börsen nach oben nun nicht mehr kommen.
Seltene Häufung von Kontraindikatoren
Aber es ist nicht nur dieser eine Kontraindikator. Es sind sämtliche Stimmungsindikatoren an den Börsen, die nun inzwischen fast alle versammelt auf „extrem optimistisch“ stehen. Es ist auch das Titelblatt der jüngsten Ausgabe des US-Anlegermagazins Barron`s, das mit einem Dow Jones-Kursziel von 15000 Punkten lockt. Hinzu gesellen sich noch rekordverdächtig hohe Insiderverkäufe an den US-Börsen. Unternehmenschefs und Großanleger flüchten zurzeit regelrecht aus dem USMarkt. Und die müssen es schließlich wissen. Zudem knicken immer mehr Vorläuferindikatoren ein. Ein Toppbildungsprozess dürfte bereits laufen. Kurzum: Die Börsen sind stimmungstechnisch reif für einen kräftigen Einbruch, vielleicht sogar für ein finales Erholungshoch.
Sie aber braucht das alles nicht zu stören. Wenn Sie sich mit Ihrer Depotstruktur am DAX-Profits- Musterdepot orientieren, dann wird gerade dieser bevorstehende Einbruch für kräftige Kursgewinne in Ihrem Depot sorgen. Und womöglich für einen ganz neuen, frischen Trend sorgen, der noch profitabler sein kann. Gerade Neuleser fragen sich bestimmt, was sie jetzt aus dem Musterdepot kaufen sollen. Für Sie habe ich einen besonderen Tipp in der Rubrik „Leserfrage der Woche“.

- Jürgen Nowacki
Ist es mit dem Konsumrausch in Deutschland bald vorbei?
von Jürgen Nowacki (09.02.2012)
Griechenland und sein zweites Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro sowie der Schuldenschnitt bestimmen die Titelseiten der Printmedien, und füllen seit Tagen die endlosen Nachrichtenschleifen der Fernsehsender. Aber was passiert mit dem Euro, wenn auch der Schuldenschnitt endlich unter Dach und Fach ist? Wird er steigen? Und müsste jetzt in den Euro spekulativ investiert werden?
Die Schuldenprobleme – und darüber herrscht ein breiter Konsens unter den Analysten – sind deshalb noch lange nicht vom Tisch, sie werden sich vielmehr ausweiten und auch Musterknaben wie Deutschland erfassen. Denn die negativen Nachrichten kommen erst noch, zum Beispiel dass die Belastungen für deutsche Steuerzahler in die Milliarden gehen werden. Entsprechend des Verteilungsschlüssels (Deutschland hat einen Anteil von 27 Prozent an der Europäischen Zentralbank EZB) entfallen bei einem EZB-Schuldenerlass Griechenlands von 10 Mrd. Euro 2,7 Mrd. Euro außerplanmäßig auf Deutschland. Hinzu kommen 22 Milliarden für den Rettungsschirm ESM, sofern es bei 500 Mrd. Euro Gesamtvolumen bleibt. Aber Sie wissen: Es ist bereits im Gespräch, den Fonds auf 1 Billion aufzustocken, was die Beteiligung Deutschlands auf 44 Mrd. Euro in Cash verdoppeln würde.
Die EZB bittet den Steuerzahler zur Kasse
Die EZB wird aber keine Gewinne machen und die Verluste im Handel mit notleidenden Rentenpapieren ausgleichen können. Darüber besteht kein Zweifel. Die Zeiten, in denen die Bundesbank jährlich zwischen 5 Mrd. und 7 Mrd. DM an den Finanzminister überweisen konnte, sind endgültig vorbei.
Der Konsumrausch im deutschen Einzelhandel dürfte insbesondere dann vorbei sein, wenn den Wählerinnen und Wählern bewusst wird, dass Deutschland selbst in Jahren mit sehr hohen Steuereinnahmen weitere Schulden angehäuft hat. Damit wird die persönliche Vorsorge wieder stärker in Vordergrund rücken. Und wenn es bei steigenden Steuern und Abgaben die unweigerlich kommen müssen möglich ist, wird die Sparquote zulasten des Konsums wieder steigen. Warum ich so schwarz sehe, werden Sie vielleicht fragen?
Nun, ich versuche realistisch zu bleiben – und auch wenn wir die nächsten Wochen noch eine gute Börse haben sollten, wovon ich überzeugt bin, gibt es keinen Anlass für Euphorie. Die deutsche Bevölkerung wird merken und lernen, was es heißt, Wahlversprechungen auf Kosten der Steuerzahler zu machen. Und sie wird verstehen, welche politischen Fehler gemacht wurden, wenn in guten Zeiten wie in 2011 trotz gigantischer Steuermehreinnahmen die Neuverschuldung um 17 ,3 Mrd. Euro ausgeweitet wurde.
Für uns bedeutet das: Der Euro bleibt im Abwärtstrend! Ich erwarte lediglich eine technische Reaktion, bei der wir täglich sehr genau hinsehen müssen, wie weit diese Zwischenerholung gehen kann. Wird sie uns nur wenige Stunden oder zwei bis drei Wochen erhalten bleiben? Ich werde das Thema für Sie heute in der Rubrik Devisen und Rohstoffe vertiefen.

- Henrik Voigt
„Dieser Markt fällt nie mehr“
von Henrik Voigt (07.02.2012)
Die starken Zugewinne der Börsen im Januar machen viele Analysten ratlos. Oder euphorisch. Zitat aus einer Analyse: „…dieser Börsenweisheit gemäß kann es mit den Aktien eigentlich nur noch ununterbrochen weiter nach oben gehen.“ Solche Kommentare sind mir noch gut aus dem März 2000 in Erinnerung. Was danach kam, dürften Sie wissen.
Wieder einmal wird der Glaube an die Allmacht der Zentralbanken bemüht. Wie schon im vergangenen Jahr. Damals glaubte nahezu jeder Anleger, dass die US-Notenbank mit ihrer Liquiditätsflutung via QE 2 für immer währendes Wachstum und stetig steigende Aktienkurse sorgen könnte. Das hat sich allerdings als schmerzhafter Irrtum erwiesen. Die Konjunkturdaten brachen im vergangenen Jahr bereits lange vor dem Ende der Liquiditätsflut wieder ein. Das Auslaufen dieser Maßnahme gab den Börsen dann den Rest – und den zweiten Crash des Jahres.
Glaube und Hoffnung treiben die Kurse
Heute wieder ein ähnliches Bild in der Massenmeinung: „Die Notenbanken haben alles im Griff, dass Wachstum springt wieder an, Inflation kommt, Absicherung brauchen wir nicht mehr, die Kurse steigen ewig weiter.“ Jetzt soll die Europäische Zentralbank der Heilsbringer mit ihren unbegrenzten Krediten an die Banken sein. Und auch dies wird auf Dauer nicht funktionieren. Denn sonst bräuchten wir alle nie mehr arbeiten gehen und könnten einfach nur immer neues Geld drucken. Ein Überschuldungsproblem wird durch neue Kredite nicht gelöst, sondern verschärft. So, als würden Sie Feuer mit Benzin löschen wollen.
Eine Nebenwirkung haben die Manipulationen der Notenbanken bereits. In den letzten beiden Jahren ist der Börsenoptimismus in jeder Rally größer geworden, damit aber auch die anschließenden Korrekturen. Unter dem Strichkommen die Kurse immer weniger vom Fleck. Einen DAX auf aktuellem Niveau gab es auch vor einem Jahr schon. Der Mittelkurs der letzten Monate bei 6000 Punkten wurde auch schon vor zwei Jahren erreicht. Die Schwankungen werden heftiger. Extremereignisse wie Crashs (2010 einer, 2011 schon zwei) nehmen dabei zu, auch die Konjunkturzyklen werden kürzer und volatiler.
Was gibt es denn zu feiern?
Zurzeit fragt man sich wirklich, was die Börsen denn feiern. In Europa befinden sich Griechenland, Portugal und seit neuestem Belgien in einer Rezession. Spanien, Italien und Großbritannien stehen kurz davor – nicht eben kleine Volkswirtschaften. Viele Analysten gehen momentan davon aus, dass diese Rezessionen nur kurz und mild verlaufen. Aber wie soll das denn gehen? Die durch den Fiskalpakt verordneten Sparpakete wirken als großer Wachstumshemmer. Und andere Volkswirtschaften fallen als Wachstumslokomotive weitgehend aus. Deutschland exportiert mehr als es importiert. China hat eigene Wachstumsprobleme. Und die USA werden nach der x-ten Haushaltssperre in diesem Jahr selbst sparen und damit Ausgaben kürzen müssen. Viele der jüngsten amerikanischen Wirtschaftsräten und Unternehmensergebnisse waren zudem eine Enttäuschung.
Es ist natürlich logisch, dass vor wichtigen Wahlen – immerhin 40 weltweit in diesem Jahr - gute Stimmung in den Massenmedien verbreitet wird. Politiker wollen wiedergewählt werden und sich als große Heilsbringer darstellen. Allerdings wurde nicht eines der Probleme aus dem vergangenen Jahr gelöst.
Dass die Börsen in dieser Situation jetzt an größeren charttechnischen Ausbrüchen nach oben basteln, macht die Situation nicht einfacher. Kurzfristig könnte neues Kapital technisch orientierter Anleger in die Märkte gezogen werden. Im weiteren jahresverlauf dürfte die teilweise extrem euphorische Stimmung dann jeder Aufwärtsbewegung den Todesstoß versetzen. Oder zumindest für eine sehr drastische Korrektur sorgen.
Die Ausgangslage ist damit ähnlich wie vor einem Jahr: Ein charttechisch viel versprechendes Bild wird durch eine viel zu optimistische Anlegerschaft gefährdet, die sich viel zu schnell wieder in der Hoffnung auf einen neuen Bullenmarkt positioniert hat. Im Zweifel sind jedoch die Stimmungsdaten für das mittelfristige Potenzial wichtiger. Das dürfte spätestens das vergangene Jahr gelehrt haben. Diese Indikatoren sind auf Sicht von 1 bis 3 Monaten ein sehr guter Kontraindikation, wenn auch aufgrund ihres zeitlichen Vorlaufes zum unmittelbaren Positionstiming weniger geeignet. Zur Vorsicht mit in den Himmel schießenden Kurszielen mahnen sie dennoch. Derartige Extremstände erreichen die Märkte normalerweise nur in der Nähe langfristiger Hochpunkte.
Auch die Übertreibung nach oben wird korrigiert werden
Zusätzlich beginnt Anfang Februar eine bärische Saisonalität, die bis in den März reicht. Zeit für eine kalte Dusche. Heftige Korrekturen (teilweise auch Crashs) scheinen allmählich ganz normal zu werden. Wir bleiben deshalb sicherheitshalber weiter in Cash und Seitwärtsstrukturen investiert und bauen diese zu einem günstigen Zeitpunkt weiter aus. Die Longseite spielen wir lediglich mit kurzfristig angelegten Trades, die sich eng absichern lassen und bei denen zügig Gewinne mitgenommen werden können. Nur, um die jüngsten Ausbrüche nicht ungenutzt zu lassen. Damit werden sich die nächsten Wochen gut meistern lassen. Egal, was da kommt.
Wie es an den Märkten weitergeht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

- Jürgen Nowacki
Der DAX macht seine Sache gut
von Jürgen Nowacki (02.02.2012)
Meine Stammleser wissen, dass ich das gute Börsenszenario erwartet habe. Sie wissen auch, dass ich unter anderem für Finanzwerte optimistisch gestimmt bin. Genau deshalb habe ich Ihnen in der vergangenen Woche den Fahrplan der 4.380/3.000-Euro-Bankenstrategie ausgearbeitet. Es geht darum, mit einem Kapitaleinsatz von 4.380 Euro in den nächsten 4 bis 6 Wochen einen Profit von 3.000 Euro zu erreichen. Zugegeben, der Einstieg hätte noch aggressiver limitiert werden können, aber wenn Sie solch eine Marktentwicklung vor sich sehen, wie wir sie jetzt trotz Schuldenkollaps in Griechenland und Portugal erleben, dann muss gehandelt werden – sonst läuft uns der Markt vor der Nase weg. Und wie geht es weiter? Verbilligen oder überhaupt gänzlich neu einsteigen? Ich sage Ihnen heute in der Schwerpunktanalyse, wie ich das Szenario einschätze. Übrigens: Zum Thema Schwerpunktanalyse werden Sie sicherlich bemerkt haben, dass die technische Analyse etwas in den Hintergrund gerückt ist, damit der Beitrag leichter lesbar wird. Ich hoffe, dass Ihnen diese Änderung zusagt.
Nutzen Sie den Aktienmarktcheck
Die Entscheidung ob es sich jetzt lohnt, im großen Stil in DAX-Werte zu investieren, oder ob es besser ist, eher vorsichtig zu agieren, das können Sie selbst kritisch unter die Lupe nehmen. Dazu gebe ich Ihnen 5 Prüfpunkte an die Hand. Wie das funktioniert, lesen Sie in dieser und in der nächsten Ausgabe: Prüfen Sie den Markt auf Herz und Nieren!
Folgen jetzt vier Monate Börsenhausse?
Im Devisensektor kommt der Euro nicht so recht aus den Startlöchern. Haben Sie bitte etwas Geduld: Der Appetit auf Risiko und Ertrag wird wachsen – und somit ist es nicht verwunderlich, dass erst in Blue Chips der Aktienmärkte und dann in Devisen und Rohstoffen spekuliert wird. Die Rotation zwischen den Risikoklassen kommt in Fahrt, sobald sich zeigt, dass der Markt das Tempo beschleunigt. Der Januar hat jetzt die Messlatte für Fondsmanager im DAX bei plus 9,47 Prozent und im S&P500 bei plus 4,25 Prozent vorgegeben. Zugegeben, der Februar ist mit einem durchschnittlichen Verlust von 2,0 Prozent p.a. in den zurückliegenden 13 Jahren kein Wonnemonat gewesen. Sollte jedoch Obama die Präsidentenwahl gewinnen, so würden uns noch vier gute Börsenmonate, so die Statistiken, ins Haus stehen. Anders herum formuliert: Wenn die Börsenmonate Januar bis Mai gut verlaufen, steigen die Chancen für Obama rapide. Er weiß dies - und er weiß auch, dass seine Wähler ihre Altersversorgung schwerpunktmäßig auf US-Aktien aufgebaut haben. In diesem Sinne: Das sind gute Voraussetzung für die Märkte und damit auch für Sie und mich. Erstens macht es viel mehr Spaß, bei steigenden Märkten dabei zu sein. Zweitens können die Gewinnsicherungs-Stopps schneller gesetzt werden, wenn der frühe Einstieg gelingt. Sie werden sehen, dass wir diese Strategie in nächster Zeit fortsetzen werden.
Wird 2012 wieder ein Crashjahr?
von Henrik Voigt (31.01.2012)
Der Januar ist fast vorüber. Er brachte den Aktienbörsen einen unerwartet starken Anstieg. Wie der Januar, so das gesamte Börsenjahr (der sogenannte „Januarindikator“), liest man jetzt wieder überall. Die meisten Indizes haben zudem ihre 200-Tage-Linien wieder zurückerobert. Die Baisse ist damit abgehakt und die Kurse werden jetzt nur noch steigen. Das ist allerdings vollkommener Quatsch.
Januarindikator mit bescheidener Trefferquote
Studien belegen, dass der ach so treffsichere Januarindikator nur sehr eingeschränkt und auch nur für den US-Markt funktioniert. Und nur dann, wenn Sie die 1930er Jahre auslassen (wofür es allerdings keinen statistisch relevanten Grund gibt). Eine Strategie, die auf „Kaufen und Liegenlassen“ basiert, hätte in den letzten Jahrzehnten allerdings mehr eingebracht als eine, die auf dem Januareffekt basiert. Wären Sie allen steigenden Januarmonaten seit 1896 am US-Markt gefolgt, dann wäre Folgendes passiert: Der Dow Jones Index wäre in 74% aller Fälle bis zum Jahresende gestiegen. Nicht schlecht. Aber er wäre es ohnehin auch in 67% aller Fälle (unabhängig vom Januarverlauf: Aktien steigen nun einmal häufiger als dass sie fallen). Die statistische Aussagekraft des Januars ist also sehr bescheiden.
Was die Rückeroberung der 200-Tage-Linie angeht, so übersehen die Analysten, die dabei gleich von einem neuen Bullenmarkt ausgehen, dass dieser Vorgang allein nur die halbe Miete ist. Die Durchschnittslinie muss nämlich auch noch steigen. Etwas Gutes hat die Verbreitung von Unsinn wie dem Januarindikator und dem bloßen Überkreuzen der 200-Tage-Linie als Bullenmarktstart natürlich: Sie erkennen leichter, wer keine Ahnung von Börse hat.
Wirtschaftsdaten sind eher Kaffeesatzleserei
Woran halten wir uns nun aber für die Kursprognose im weiteren Jahresverlauf? Die Wirtschaftsdaten sind ja sehr gemischt. Weite Teile Europas stecken bereits in einer ernsten Rezession, die sich durch die Sparprogramme der Pleiteländer verschärfen und nicht entspannen wird. Die Weltbank gab in der vergangenen Woche gleichzeitig eine Warnung für das Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern aus – immerhin (noch) die Länder mit den höchsten Wachstumsraten. Hier sieht es nach gegenseitigen Ansteckungseffekten aus. Andererseits halten sich die USA bisher erstaunlich stabil. Auch das deutsche Wachstum gibt noch keinen Anlass zu übergroßen Sorgen. Nur wie lange noch? Aktuell wetteifern die Kaffeesatzleser mit den Glaskugelbesitzern ja um den besten konjunkturellen Ausblick (z.B. das ifo-Institut).
An den Börsen haben wir zusätzlich das Problem, dass sie gern und häufig in beide Richtungen übertreiben, so dass die Börsenentwicklung zeitweise gar nichts mehr mit der fundamentalen Entwicklung zu tun haben muss. Ein Umstand lässt sich allerdings immer gut einordnen: Kurse kommen durch Angebot und Nachfrage zustande. Wenn zu viele Anleger die gleiche Stimmung teilen, dann ist eine Trendwende meist nicht weit. Wir haben es derzeit mit extremem Optimismus an den Börsen zu tun. Vor allem jene Anlegergruppe, die in der Mehrzahl der Fälle falsch liegt (die Kleinanleger) versprühen derzeit den größten Optimismus, während die Profis bereits wieder verstärkt auf fallende Kurse setzen (auch dazu habe ich eine Analyse für Sie im Intermarket-Teil). Nach der jüngsten Erhebung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland auf den höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert. Vor fünf Jahren hatten wir ein markantes Bullenmarkthoch, dessen Höchststände bisher nie wieder erreicht wurden. Auch das ist ein Kontraindikator.
Börsenstimmung indiziert extreme Korrekturgefahr
Stimmungsindikatoren mögen zeitlich nicht sehr präzise sein. Aber sie warnen bei Extremständen rechtzeitig vor einer dramatischen Entwicklung. Sie lassen den Schluss zu, dass wir in diesem Jahr mindestens eine scharfe Abwärtskorrektur von ca. 20% sehen werden. Je länger sich die Märkte allerdings trotz extremer Stimmungsindikatoren dieser Korrektur verweigern, umso größer
ist die Gefahr, dass daraus ein echter Crash wird, verbunden mit einem längeren Bärenmarkt. Harry S. Dent, der den Sommercrash 2011 richtig vorhersagte, geht spätestens für den Sommer diesen Jahres von einem solchen Crash aus. Er sieht eine Wiederholung der Finanzkrise von 2008, nur mit einer schärferen Rezession, voraus. Der Dow Jones Index fällt dann nach seiner Prognose auf 3500 Punkte, der Goldpreis wird sich halbieren und der US-Dollar stark steigen.
Chart- und stimmungstechnisch halte ich dieses Szenario für durchaus plausibel, auch wenn die Hochstimmung an den Börsen die Kurse noch ein paar Prozent höher treiben kann. Die Abwärtsrisiken sind allerdings erheblich höher, das zeigen historische Vergleiche mit ähnlichen Situationen wie heute. Ich halte es deshalb für unverzichtbar, weiter in defensiven Strukturen
investiert zu bleiben, die sich in der gegenwärtigen Marktlage wacker schlagen, in einer volatilen Topbildungsphase oder gar einem Crashmarkt aber deutlich zulegen können. Zusätzlich halten wir uns die Option offen, gehebelt auf Trendbewegungen zu setzen, sobald Charttechnik und Börsenstimmung wieder im Einklang stehen (der nächste große Trend wird abwärts zeigen).
Lassen Sie sich nicht auf die falsche Seite des Marktes locken. Bullenmärkte enden in Euphorie, sie beginnen nicht damit.
Wie es an den Märkten weitergeht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

- Jürgen Nowacki
Politik unterstützt die Aktienmärkte, besser geht’s nicht!
von Jürgen Nowacki (25.01.2012)
Portugal spart sich gesund und sieht sich auf einem guten Weg, seine Schulden in den Griff zu bekommen. Griechenland wird seinen Schuldenschnitt - ob nun bei 60 oder 65 Prozent -hinbekommen, und US-IT Unternehmen machen fette Gewinne. Was wollen wir mehr?! Ja, sogar die US-Baubranche erholt sich zusehends. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht aber in den letzten Tagen drängt sich der Eindruck auf, dass trotz guter Nachrichten irgendwie keine gute Stimmung bei den Aktienkäufern mehr aufkommen will. Ist das nun gut oder schlecht für die Märkte? Dieser Frage gehen wir heute in der Rubrik DAX und DowOutlook auf den Grund.
An der Währungsfront scheint sich im Japanischen Yen eine Entspannung abzuzeichnen – das Land weist erstmals seit 31 Jahren für 2011 ein Handelsbilanzdefizit auf. Wir meinen, das sollten wir uns nicht entgehen lassen, und erläutern unseren Trade EUR/JPY Long.
Wolfgang Schäuble macht Druck unter dem Kessel und zieht den ESM um zwölf Monate vor. Er reagiert damit auf die Ratingherabstufung des alten und weniger wirkungsvollen Schutzschirms EFSM. Dabei wird es nicht bleiben, denn 500 Mrd. Euro Manövriermasse sind für Krisenfälle zu wenig. Hinter den Kulissen wird gerungen, und ich rechne mit positiven Impulsen für die Märkte.
Mach mal Pause, heißt ein bekannter Werbespruch und renommierte Trader der schreibenden Zunft wie JEA YU (Trading Full Circle), Holger Galuschke oder Karin Roller (Tradingwelten, Finanzbuchverlag, München) empfehlen immer wieder, eine schöpferische Pause einzulegen. Die Tage jetzt scheinen günstig dafür zu sein. Nicht nur, weil viele im Skiurlaub sind. Vielmehr ist es für die Traderpsyche unerlässlich, an umsatzschwachen Tagen eine Auszeit zu nehmen. Unser SMS-Service erreicht Sie auch in Davos. Falls Sie dort gerade in der weißen Pracht Urlauben: Viel Spaß und gute Erholung!

- Henrik Voigt
Wann platzt der Ballon?
von Henrik Voigt (17.01.2012)
Immer dann, wenn eine Bärenmarktrally in ihre Endphase eintritt, kommt es an den Börsen zu aberwitzigen Kursbewegungen - und ebensolchen Begründungen dafür. Beispiele gefällig?
Aberwitzige Storys und Kursbewegungen…
Die Commerzbank hat einen Plan vorgelegt, wie sie ihren zusätzlichen Kapitalbedarf in Höhe von 5,3 Mrd. Euro ohne Kapitalerhöhung (nämlich durch eine schrumpfende Bilanz, einbehaltene Gewinne und die Härtung einer stillen Einlage der Allianz) stemmen will. Der Kurs schoss daraufhin in die Höhe – plus 50 Prozent in 3 Tagen. Die Analysten überschlagen sich mit den aberwitzigsten Kurszielen. Der Schönheitsfehler dabei: Ein Plan ist lediglich ein Papier, manchmal auch nur ein frommer Wunsch. Die EU-Bankenaufsicht EBA bezweifelt nach wie vor, dass die Commerzbank ihr Kapital aus eigener Kraft ausreichend stärken kann. Es erscheine "fast unausweichlich", dass Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut erneut auf Staatshilfen zurückgreifen müsse, zitiert die FTD die EU-Beamten, die es eigentlich wissen müssen. Das gilt erst recht, wenn sich der bisherige Kapitalbedarf der Bank mit der bevorstehenden Staatspleite Griechenlands „unerwartet“ deutlich erhöht. Den Markt stört das momentan aber nicht.
Oder ein anderes Beispiel. Die Solaraktien waren die großen Verlierer des vergangenen Börsenjahres. Seit Dezember erholen sie sich kräftig – Prinzip Hoffnung. Die Chinesen wollen ihre Solarenergie-Erzeugung ausbauen. Aber die brauchen wohl kaum die teuren deutschen Anbieter dafür, haben sie doch genügend eigene Solarunternehmen, die wesentlich günstiger arbeiten können. Und der deutsche Markt? Am vergangenen Freitag gab es die Enttäuschung. Die deutsche Solarförderung wird künftig statt halbjährlich jetzt monatlich gekürzt und das womöglich noch in einem stärkeren Ausmaß als bisher erwartet, um die deutschen Strompreise nicht noch schneller steigen zu lassen, als sie es ohnehin schon tun. Die rasante Kurserholung der Solaraktien bekam an diesem Tag zwar einen kräftigen Knick. Aber bereits einen Tag später waren die Spekulanten wieder da und kauften, als wäre nichts gewesen.
…in der Endphase einer Bärenmarktrally
Alles schon einmal dagewesen. Momentan erinnern diese absurden Bewegungen nebst anheizender Analystenkommentare schon sehr an die seligen Zeiten des neuen Marktes. Praktisch in jeder Bärenmarktrally wurden damals Böden und aberwitzige Kursziele ausgerufen. Wie heute auch, wo vor allem viele Privatanleger meinen, dass nach den hohen Kursverlusten vieler Bank,- Solar,- Maschinenbauoder Chipaktien hier besonders großer Aufholbedarf bestehe.
Ich kann allerdings aus eigener Erfahrung nur davor warnen, solche kurzlebigen Marktphasen für bare Münze zu nehmen und diese Titel zu kaufen. Relative Schwäche hat fast immer die Tendenz, sich langfristig weiter fortzusetzen. Aktien, die in 2011 besonders hohe Kursverluste zu beklagen hatten, werden in 2012 kaum als Performancesieger über die Ziellinie laufen. Hier wartet noch erhebliches Angebot von Altbesitzern, die jede größere Kurserholung für Verkäufe nutzen werden. Zweistellige Kursgewinne am Tag mögen jetzt sehr verlockend sein. Allerdings werden diese von mindestens ebenso starken Kursverlusten abgelöst werden, sobald der Wind sich wieder dreht.
Stimmungsumschwung durch Griechenlandpleite?
Und der Anlass für ein Drehen der Windrichtung ist bereits erkennbar. Die Verhandlungen mit Griechenland über einen wesentlich größeren Forderungsverzicht der Gläubiger als bisher vereinbart stecken in einer Sackgasse. Gibt es keine Einigung, dann droht eine unkontrollierte Staatspleite mit allen „überraschenden“ Folgen für die Banken und die Finanzmärkte. Gibt es eine Einigung, dann werden die Hedgefonds gegen den Schuldenschnitt klagen und mit großer Wahrscheinlichkeit Recht bekommen (auch wenn die Börsen sicher vorher noch ihre obligatorische Jubelrally abfeiern müssen). Dann müssen Rettungsfonds und EZB (in der Konsequenz letztlich die Deutsche Bundesbank als deren Hauptgläubiger) zahlen und die Einigung mit den anderen Griechenlandgläubigern dürfte wieder Makulatur sein.
Die von kaum begründbarer Konjunktureuphorie ausgelöste Hochstimmung an den Börsen kann dann sehr schnell wieder kippen. Und zwar bis spätestens Mitte März, wahrscheinlich aber deutlich früher (dann gibt es eine endgültige Lösung für Griechenland oder deren Staatspleite). Bis dahin fahren Sie mit defensiven Strukturen aus unserem Musterdepot sehr gut. Danach wird es noch besser, wenn die spekulative Luft aus den „Schrott-Aktien“ des vergangenen Jahres wieder entweicht. Das geht für gewöhnlich sehr schnell, wenn einmal die Nadel im Luftballon steckt. Und dann können wir auch wieder verstärkt mit Hebelzertifikaten auf der Shortseite aktiv werden und schnell wieder größere Zusatzgewinne einfahren. In den dann wieder umsatzstärkeren Trendphasen können Sie dann wieder mit gehebelten Positionen sicherer am Markt agieren.

- Henrik Voigt
Börsen im Zangengriff
von Henrik Voigt (17.01.2012)
Der vergangene Freitag hielt keine guten Nachrichten für die Börsen bereit. Die US-Ratingagentur Standard & Poors stufte die Kreditwürdigkeit von 9 Ländern der Eurozone herab. Frankreich, Österreich, Malta, Slowakei und Slowenien wurden um jeweils einen Schritt zurückgestuft. Die Kandidaten mit den größten Problemen - Italien, Spanien, Portugal und Zypern - gleich um zwei Stufen. Der Effekt: die betreffenden Länder werden sich ab sofort deutlich schwerer und teurer am Kapitalmarkt refinanzieren können. Gift für den eben erst begonnenen Entspannungsprozess bei den Zinsen italienischer und spanischer Staatsanleihen.
Abstufungsdruck wegen mangelhafter Lösungsansätze
Gestern legte S&P nach und stufte auch den Euro-Rettungsfonds EFSF um eine Stufe ab. Für diesen wird es nun noch schwerer, institutionelle Investoren zu finden. Schon im Herbst musste seine erste Auktion mangels Interesse abgesagt werden. Außerdem wurden auch die Ausblicke für 14 Euroländer auf „negativ“ gesetzt, was weitere Abstufungen innerhalb der nächsten Monate zur Folge haben dürfte. Die europäischen Staaten müssen im laufenden Jahr aber mehrere hundert Milliarden Euro an Verbindlichkeiten umschulden. Mit einem schlechteren Rating wird das schwierig und vor allem deutlich teurer. Die Lage in der Staatsschuldenkrise verschlechtert sich trotz aller Rettungsbemühungen schneller und drastischer.
Und das nicht ganz zufällig. Als ganz großer Wurf wurde zunächst auf dem letzten EU-Krisengipfel am 09.12.2011 die angestrebte Fiskalunion mit einer Schuldenbremse in Verfassungsrang verkauft. Wenige Wochen später ist von dem ganzen Vorhaben nicht mehr viel übrig geblieben. Die meisten EU-Länder wollen sich dann doch nicht von außen in die eigene Souveränität reinreden lassen. Die EU-Kommission hat nun nichts mehr zu bestellen, der EuGH fungiert nur noch als Schiedsgericht, die Schuldenbremse im Verfassungsrang ist freiwillig.
Krisenverschärfung in den nächsten Wochen zu erwarten
Ein letzter Ausweg für die Umschuldung der europäischen Länder: Die EZB druckt einfach Geld (wie es die Fed in den USA schon lange tut). Die EZB kann dies innerhalb ihres rechtlichen Rahmens nur dann, wenn sie auf den rechtlich einigermaßen zwingend festgelegten Sparwillen der EU-Staaten verweisen kann. Und daran hapert es. Ohne EZB aber keine Stabilisierung bei den Zinssätzen der Schrottanleihen möglich und damit keine Entspannung in der Schuldenkrise. Selbst dieser aufgeweichte Pakt wird nicht vor Ende März verabschiedet. Griechenland wirdaber schon einige Wochen früher – nämlich Mitte März - endgültig das Geld ausgehen, denn eine Einigung mit den Gläubigerbanken ist bisher stets gescheitert. Dieses Thema wird die Börsen dann spätestens Ende Februar beschäftigen, wenn die französischen und amerikanischen Banken ins Trudeln geraten (erstere wegen ihrer massiven Bestände an griechischen Anleihen, letztere wegen ihrer dann darauf fällig werdenden CDS-Ausfallversicherungen – Zahltag!).
US-Quartalszahlen mit Enttäuschungspotenzial
Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, droht unmittelbar weiteres Ungemach für die Börsen von der Quartalszahlenfront. Allein in dieser Woche berichten 40 größere US- und zahlreiche namhafte europäische Unternehmen. Vor allem die US-Unternehmensergebnisse werden den hoch gesteckten Erwartungen nicht gerecht. Statt des erhofften Gewinnwachstums von 15,3 % werden es wohl nur noch 10,7 % im Jahresvergleich werden. Absolut gesehen erreichen die Gewinne noch nicht einmal den Stand von 2010, obwohl die Aktienkurse bereits deutlich höher notieren. Von den 31 Unternehmen aus dem S&P 500, die bereits ihre Zahlen so früh vorgelegt haben, verfehlten bislang ein Drittel die Schätzungen. Nicht schlimm? Das haben wir immerhin nicht mehr seit dem letzten Bärenmarkt in 2008 gesehen!
Es sieht so aus, als hinterlässt der weltweite Wachstumsabschwung jetzt auch bei dem vermeintlich „abschwungresistenten“ USA deutliche Spuren in den Geschäftsergebnissen. Das wird sich gravierend auf die dortigen Börsen mit ihrer ambitionierten Bewertung und der extrem optimistischen Stimmung auswirken (ich berichtete letzte Woche). Mit schlechten US-Vorgaben und einer sich weiter verschärfenden Situation in Europa sind die Tage der DAX-Erholung hierzulande aber ebenfalls gezählt, auch wenn die momentane Jubelstimmung noch vieles überdeckt. Nicht zu vergessen der bald wieder verstärkte saisonale Gegenwind an den Börsen. Gut, dass wir seit Monaten eine defensive Strategie fahren und kaum Risikopositionen besitzen. So können Sie dem bevorstehenden Sturm nicht nur gelassen entgegensehen, sondern mit vielen Positionen (Alpha- und Hebel-Zertifikate) sogar noch davon profitieren.

- Jürgen Nowacki
Statistiker behalten recht, die ersten fünf Handelstage handelt der S&P500 plus 1,83 Prozent
von Jürgen Nowacki (10.01.2012)
In den vergangenen Monaten habe ich Ihnen anhand verschiedener Datenquellen dargelegt, warum die US-Konjunktur besser läuft, als es in den Medien immer wieder kolportiert wurde. Jetzt haben Sie und ich den Beweis: Corporate Amerika produziert innerhalb von 4 Wochen (November bis Dezember) im privaten Sektor (Quelle: ADP) 325.000 neue Jobs. Meine positive Grundhaltung zum US-Aktienmarkt und die Aussage, dass sich Deutschland nicht von der erfreulichen Entwicklung abkoppeln wird, wurden bestätigt.
Die ersten fünf Handelstage haben im S&P500 mit einem Plus von 1,83 Prozent geschlossen. Was das aus statistischer Sicht mit dem Börsenjahr 2012 zu tun hat, schildere ich Ihnen in unserer Rubrik Dow und DAX Outlook. Nur so viel sei vorab verraten: 2012 wird ein Super-Börsenjahr!
Wie ich Ihnen im Dezember bereits angekündigt habe, werden wir den Target Trader weiter verbessern. Mit Ihren Leserbriefen - für die ich mich sehr bedanke - haben Sie mir und dem ganzen Team wichtige Hinweise gegeben, um Ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Bereits in der nächsten Target-Trader-Ausgabe werden wir die Verbesserungen umsetzen: Die Rubrik Konjunktur und Zinsen entfällt, um Ihnen noch mehr Informationen zum Musterdepot anbieten zu können. Sie erhalten also beispielsweise noch präzisere Aussagen dazu, ob sich ein Nachkauf bei vorhandenen Positionen lohnt oder wie Neueinsteiger mit dem Musterdepot und den bereits vorhandene Positionen umgehen sollten.

- Henrik Voigt
Bären im Winterschlaf
von Henrik Voigt (03.01.2012)
Seit Wochen das gleiche Bild: der Markt schwankt zwischen häufig positiven Konjunkturmeldungen aus den USA und fast durchweg bedenklichen aus der Eurozone hin und her. Entsprechend hinkt Europa auch in der Aktienkurs- und Währungsentwicklung hinterher, während sich die US-Indizes weiter zäh aufwärts schrauben. Kursbestimmend werden auch die neuen Quartalszahlen der Unternehmen sein, vor allem dann, wenn sich die schlechten Konjunkturdaten auch verstärkt in den Bilanzen niederschlagen sollten. Die neue Berichtssaison begann gestern etwas durchwachsen.
Europa hinkt derzeit hinterher
Neben Konjunktur- und Unternehmensdaten schlägt die Schuldenkrise aber wieder verstärkt zu. Nicht umsonst zeigen sich die Bankaktien europaweit sehr schwach. Hier drückt die Angst vor Kapitalerhöhungen und steigenden Risiken, nachdem eine Kapitalerhöhung der UniCredit (umfasst u.a. auch die deutsche HypoVereinsbank) nur mit einem Kurseinbruch von 43 Prozent zu machen war. Zudem begannen die Zinsen der Krisenanleihen Europas nach kurzer Entspannungsphase wieder zu steigen. Die Renditen zehnjähriger italienischer Staatsanleihen liegen nun wieder über der kritischen Marke von 7 Prozent. Italien muss sich in den nächsten Wochen mit 150 Mrd. Euro refinanzieren. Ungarn musste für seine einjährigen Schatzwechsel sogar fast 10 Prozent Zinsen akzeptieren, nachdem die Ratingagentur Fitch das Land auf Ramsch-Niveau abstufte. Die Umschuldung Griechenlands ist nach wie vor ungeklärt. Das Land steht in Kürze ohne Geld da, weil die Troika-Kommission die eigentlich bereits im Dezember erwartete Hilfszahlung erst drei Monate später freigeben will. Grund sind abermals mangelnde Fortschritte bei der Sanierung des Staatshaushaltes.
Die Refinanzierung mehrerer Euroländer dürfte in den nächsten Monaten sehr schwierig werden. Wenn das aber nicht gelingt, dann wird der Rettungsschirm einspringen müssen. Doch dem fehlt es an der nötigen Kapitalausstattung. Nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bleibt das Interesse privater Anleger (oder treffender: der Banken) am Euro-Rettungsschirm EFSF hinter den Erwartungen zurück. Die Investoren erwarteten offensichtlich höhere Garantien für ihr Engagement, sagte er im Südwestrundfunk.
Die Schuldenkrise wird radikalere Ansätze erzwingen
Eine nachhaltige Lösung der Schuldenkrise ist nach wie vor nicht in Sicht. Im Jahresverlauf wird der Druck der Märkte (vermutlich nach einem angedrohten oder tatsächlichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone) so groß werden, dass die Politik neue Verzweiflungstaten wagen wird. Dazu gehören dann wohl auch Euro-Bonds und das ungehemmte Anwerfen der Notenpresse. Das im Vorfeld dieser möglichen Ereignisse ein Bundespräsident „abgesägt“ wird, der sich in letzter Zeit kritisch gegenüber den Banken und ablehnend gegenüber Eurobonds geäußert hat, passt da nur ins Bild. Wer unbequem wird, hat plötzlich eine „Affäre“ in den Medien.
Der saisonal günstige Rückenwind um die Jahreswende ließ die Schuldenkrise zeitweise etwas in den Hintergrund treten. Aber dieser Rückenwind lässt Mitte Januar nach und schlägt dann bis in den März hinein in Gegenwind um. Gut möglich, dass die Schwankungen an den Börsen nun also wieder zunehmen, während die Kurse wieder Federn lassen müssen. Der klassische Aktienanleger wird sich ein dickes Fell zulegen und um seinen Kapitalerhalt bangen müssen.
Börsen werden wieder unberechenbarer – na und…
Sie muss das allerdings nicht weiter stören. Mit unseren größtenteils marktunabhängigen Strukturen im Musterdepot lässt sich in nahezu jedem Marktumfeld ganz entspannt Geld verdienen. Und mit den jüngsten, teilweise noch offenen Empfehlungen aus der vergangenen Woche bauen wir diese Strukturen noch weiter aus. Dadurch sind Sie beispielsweise auch bei den wenigen Aktien mit dabei, die trotz des schwierigen Marktumfeldes bereits wieder neue Allzeithochs erreicht haben. Ohne sich jedoch Gedanken darüber machen zu müssen, ob diese Hochs auch nachhaltig sind.

- Jürgen Nowacki
Der Jahresanfang 2012 ist ein Auftakt nach Plan
von Jürgen Nowacki (04.01.2012)
Damit liege ich mit meinem 5.000 Euro Santa-Claus Rallye Depot genau richtig, denn 66 Prozent der Positionen sind nach nur drei Wochen im Gewinn. Die Spitzenposition belegt HeidelbergCement mit einem satten Plus von mehr 27 Prozent! Was besonders erfreulich ist: Sie konnten in aller Ruhe ihr Depot aufbauen. Darüber hinaus habe ich unseren Neueinsteigern zwei Wochen lang Mut machen können noch einzusteigen. Aber wie ich Ihnen bereits mit Start dieses Sonderdepots am 11. Dezember mitteilte, wird es nicht bei dieser positiven Auftaktveranstaltung bleiben. Das Jahr 2012 wird genauso volatil weiter gehen, wie wir es in 2011 erlebt haben, aber- und das ist unsere Chance - auf einem höheren Kursniveau. In der Rubrik DAX und Dow erläutern wir Ihnen heute, warum wir bereits in den nächsten Tagen die Gewinne des Santa-Claus Depots realisieren und möglicherweise auf die Shortrichtung umschwenken werden.
Was ist mit dem Euro los?
Italiens Sparprogramm in der Größenordnung von 30 Mrd. Euro genießt großes Vertrauen und wird den Worten des EU-Währungskommissars Olli Rehn zufolge bereits in 2013 zu einem ausgeglichenen Haushalt führen. Aber für die EU-Zone kommt diese Entwarnung offensichtlich zu spät: Wie das Marktforschungsinstitut MARKIT jetzt veröffentlicht, stehen die Konjunkturzeichen auf Sturm. Auch Deutschland werde sich dieser EU-Rezession nicht entziehen können, so der Chef-Ökonom Chris Williamson. Wir werden in der Rubrik Devisen und Rohstoffe die Frage klären, ob sich der Euro jetzt erholen kann, oder ob es schon bald weiter nach Süden geht.
Zu guter Letzt: Kaffee mit einer 200-Prozent-Chance
Warum nicht einmal wieder den Rohstoffmarkt handeln? Sie werden staunen, welche Kurschancen sich jetzt im Kaffee ergeben. Ich zeige Ihnen, wie Sie von den Kursschwankungen profitieren können. Das wird unser heutiges Schwerpunkthema sein - ich hoffe, Sie sind wieder dabei.

- Henrik Voigt
Wie wird denn nun das Jahr?
von Henrik Voigt (03.01.2012)
Für den US-Aktienmarkt endete das Jahr 2011 mit einem unveränderten Kursstand im Vergleich zum Jahresbeginn (gemessen am S&P 500, in Dollar). Für diese Nullperformance mussten Investoren allerdings sehr heftige Schwankungen einstecken. Vom Kaufkraftverlust des US-Dollars einmal ganz abgesehen. Und da hatten es die US-Anleger noch gut. Der DAX büßte auf Jahressicht 17 % ein, der chinesische Shanghai Composite Index sogar 20 % (zur besseren Vergleichbarkeit wiederum gemessen in US-Dollar).
Vergessen Sie alle Kursziele für das Jahresende
Aber Schwamm drüber. 2012 wird dafür ganz toll. Zumindest, wenn man den stets sehr optimistischen Analystenschätzungen glaubt, die zu Jahresbeginn wieder herumgereicht werden. Die „USA Today“ veröffentlichte kürzlich ihre alljährliche Umfrage zur erwarteten Performance der US-Börsen in 2012. Und siehe da, im Schnitt erwarten die Analysten einen Kurszuwachs auf Jahressicht von 10,5 Prozent. Das ist ziemlich der gleiche Zuwachs, den die Analystengilde schon für 2011 erwartet hatte. Was daraus wurde, sehen Sie aber an den Zahlen oben.
Was ich damit sagen möchte, sind zwei Dinge. Zum einen können Sie Analystenschätzungen für das Gesamtjahr getrost vergessen. Sie treten fast nie ein. Und zum zweiten: Wenn die Analystenschar sehr optimistisch eingestellt ist, dann kommt es meistens anders. Auch das dürfte das vergangene Jahr eindrucksvoll bewiesen haben. In der Nähe von größeren Böden oder in frühen Phasen eines neuen Bullenmarktes müsste die Stimmung deutlich pessimistischer sein als sie es jetzt ist.
Analysten optimistisch, Big Money short
Dazu passt, dass ein Großteil des „Big Money“ (im Börsenjargon „Commercials“ genannt) seit einigen Wochen allmählich immer mehr Spekulationen auf fallende Kurse des für die Weltbörsen richtungsweisenden S&P 500 Index aufbauen. So, wie sie es bereits im gesamten 1. Halbjahr 2011 taten. Was danach kam, wissen Sie alle.
Nun ist ein Shortüberhang von Positionen der Commercials auf den S&P 500 kein Zeichen dafür, dass es gleich morgen einen Crash geben wird. Nein, diese Marktteilnehmer, die sehr oft richtig liegen, agieren meist mittelfristig und sie wollen eine große Bewegung erwischen. In 2011 dauerte es immerhin ganze 7 Monate, bevor die Börsen die von dieser Anlegergruppe antizipierte Kursrichtung einschlugen. Es dürfte sich dennoch für sie ausgezahlt haben, da die Bewegung entsprechend groß ausfiel. Beim Euro sehen wir hingegen genau das umgekehrte Bild: einen Long-Überhang der Commercials. Solange die Anlegergruppe von einem mittelfristig steigenden Euro ausgeht, dürfte es keinen unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Euroraumes geben. Das hatte ich ja bereits in der letzten Ausgabe geschrieben.
Defensive Strategien weiterhin lohnend
Die aktuelle Short-Positionierung des „Big Money“ deckt sich übrigens mit unserer defensiven Depotausrichtung. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es in 2012 noch einmal kräftig an den Märkten rumpeln wird. Ob wir dann bereits einen nachhaltigen Boden ausfindig machen können, wird entscheidend davon abhängen, wie pessimistisch die Stimmung dann sein wird. Je schlechter, desto besser für die Bullen. Bis dahin lohnt es sich, weiterhin vorsichtig zu agieren, defensive Positionen zu bevorzugen und Gewinne bei Trend-Trades frühzeitig zu realisieren. Und genau das ist es, was wir auch in den nächsten Monaten weiterhin tun werden.

- Jürgen Nowacki
Analysten blicken eher pessimistisch auf 2012 – und was sagt uns das?
von Jürgen Nowacki (28.12.2011)
Die Printmedien überschütten uns in diesen Tagen mit Prognosen für das Börsenjahr 2012. Aber welchen Nutzen haben wir Anleger, Investoren und Börsianer davon zu erfahren, wo Analyst XY in den nächsten zwölf Monaten den DAX und Dollar sieht? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht – aber mich interessiert nur, ob die Masse der Analysten negativ oder positiv für 2012 gestimmt ist. Mehr können die Medien nicht für mich tun. Und wenn Sie sich die Prognosen für 2012 anschauen, kommen Sie wahrscheinlich auch zu dem Schluss: Für 2012 sind viele Börsenbriefe und Analysten zwar pessimistisch gestimmt – was aber nach Auffassung der Vertreter der Behavioral Finance eine Contrary Opinion also Käufe auslösen würde. Demnach wiederum stehen wir vor einem guten Börsenjahr. Also, für mich klingt das alles sehr kompliziert und vage …Als Anleger muss ich doch täglich überprüfen, wie sich beispielsweise die aktuelle politische Lage im Nahen Osten auf den Rohölpreis auswirkt. Ich muss wissen, ob der Euro schwach oder der USDollar fundamental stark ist. Wie wirken sich charttechnische Faktoren auf die Preisbildung aus –oder üerwiegen die geldpolitischen Maßahmen der EZB? Das alles sind Fragen, die niemand fü zwöf Monate im Voraus beantworten kann.
Unsere Entscheidungen sind bankenneutral und effizient
Deshalb hat der Target Trader die Aufgabe, Ihnen, liebe Leser, nicht nur langfristige, sondern vor allem auch kurzfristige Entscheidungshilfen an die Hand zu geben, die Sie auf Ihr Risikoprofil adaptieren können. Und wenn externe Einflüsse Ihren Investmentplan über den Haufen zu werfen drohen, dann haben Sie im Target Trader einen Ratgeber, der Ihnen aktuelle Markteinflüsse erklärt. So bekommen Sie eine bankenneutrale Hilfestellung.
Anders als sonst zeige ich Ihnen heute einige Langfristcharts vom Dollarindex und von Gold – aber nicht, um in den Chor der zahlreichen Börsendienste einzustimmen, sondern um Ihnen die übergeordneten langfristigen Trends zu zeigen. Sie erhalten in dieser letzten TT-Ausgabe des Jahres 2011 wertvolle Hinweise auf die möliche Entwicklung am Devisenund Goldmarkt der nähsten Wochen und Monate. Und ich begrüde auch –klar und unmissverstädlich, wie Sie es gewohnt sind –meine Entscheidung. So könen Sie effizient arbeiten. Eines vorweg: Der Euro bleibt schwach, und er wird sogar noch schwächer, was den Aktienmärkten wiederum zu schaffen machen dürfte aber dazu später mehr.

- Henrik Voigt