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Technische Analyse Portal

Was ist das Technische-Analyse-Portal und wie Sie davon profitieren?

Das Portal für den technischen Analysten.

In einem umfangreichenreichen Nachschlagewerk werden sämtliche Grundlagen wie die Dow Theorie, Charttypen, Trendfolgeindikatoren und vieles mehr rund um die technische Analyse anschaulich dargestellt und auf den Punkt gebracht. Auch ein ausführliches Glossar lässt Begriffe wie Candlestick Chart, Euro Stoxx Indizies, Fibonacci Zahlen oder einfach nur Aktienanleihe nicht ungeklärt. Alles was an Begriffen unklar scheint, wird hier in einfachen Erklärungen zu finden sein. So kann jedermann erfolgreich an der Börse aktiv tätig werden oder lediglich nur sein Wissen vertiefen. Eine hervorragende und unabhängige Informationsquelle, auf die niemand verzichten sollte.

Erstklassige Redakteure mit erstklassigen Diensten.

Komptetente und erstklassige Redakteure aus den Bereichen technische Analyse stellen sich ausführlich vor und erzählen ihre Erfolgsgeschichte. Sie geben Ihnen Tipps wie Sie zu erstklassigen Anlagemöglichkeiten kommen und lassen Sie dort an ihren erfolgreichen Anlegestrategien teilhaben. Hier im TA-Portal haben Sie die Möglichkeit sich erste Informationen von verschiedenen Diensten zu Themen wie Devisen, Trendfolge oder auch Targetmethode zu verschaffen. Zu jedem dieser TOP 5 Dienste liegen Leseproben sowie Lesermeinungen für Sie bereit. Nur hier geben Redakteure wie Michael Proffe, Ph.D Hans Weigl, Andreas Wolf und einige mehr vorab einen Ausblick in ihre Arbeit.

 

Aktuelle Marktberichte der Experten

Henrik Voigt

Börsen im Zangengriff

von Henrik Voigt (17.01.2012)

 

Der vergangene Freitag hielt keine guten Nachrichten für die Börsen bereit. Die US-Ratingagentur Standard & Poors stufte die Kreditwürdigkeit von 9 Ländern der Eurozone herab. Frankreich, Österreich, Malta, Slowakei und Slowenien wurden um jeweils einen Schritt zurückgestuft. Die Kandidaten mit den größten Problemen - Italien, Spanien, Portugal und Zypern - gleich um zwei Stufen. Der Effekt: die betreffenden Länder werden sich ab sofort deutlich schwerer und teurer am Kapitalmarkt refinanzieren können. Gift für den eben erst begonnenen Entspannungsprozess bei den Zinsen italienischer und spanischer Staatsanleihen.


Abstufungsdruck wegen mangelhafter Lösungsansätze


Gestern legte S&P nach und stufte auch den Euro-Rettungsfonds EFSF um eine Stufe ab. Für diesen wird es nun noch schwerer, institutionelle Investoren zu finden. Schon im Herbst musste seine erste Auktion mangels Interesse abgesagt werden. Außerdem wurden auch die Ausblicke für 14 Euroländer auf „negativ“ gesetzt, was weitere Abstufungen innerhalb der nächsten Monate zur Folge haben dürfte. Die europäischen Staaten müssen im laufenden Jahr aber mehrere hundert Milliarden Euro an Verbindlichkeiten umschulden. Mit einem schlechteren Rating wird das schwierig und vor allem deutlich teurer. Die Lage in der Staatsschuldenkrise verschlechtert sich trotz aller Rettungsbemühungen schneller und drastischer.


Und das nicht ganz zufällig. Als ganz großer Wurf wurde zunächst auf dem letzten EU-Krisengipfel am 09.12.2011 die angestrebte Fiskalunion mit einer Schuldenbremse in Verfassungsrang verkauft. Wenige Wochen später ist von dem ganzen Vorhaben nicht mehr viel übrig geblieben. Die meisten EU-Länder wollen sich dann doch nicht von außen in die eigene Souveränität reinreden lassen. Die EU-Kommission hat nun nichts mehr zu bestellen, der EuGH fungiert nur noch als Schiedsgericht, die Schuldenbremse im Verfassungsrang ist freiwillig.


Krisenverschärfung in den nächsten Wochen zu erwarten


Ein letzter Ausweg für die Umschuldung der europäischen Länder: Die EZB druckt einfach Geld (wie es die Fed in den USA schon lange tut). Die EZB kann dies innerhalb ihres rechtlichen Rahmens nur dann, wenn sie auf den rechtlich einigermaßen zwingend festgelegten Sparwillen der EU-Staaten verweisen kann. Und daran hapert es. Ohne EZB aber keine Stabilisierung bei den Zinssätzen der Schrottanleihen möglich und damit keine Entspannung in der Schuldenkrise. Selbst dieser aufgeweichte Pakt wird nicht vor Ende März verabschiedet. Griechenland wirdaber schon einige Wochen früher – nämlich Mitte März - endgültig das Geld ausgehen, denn eine Einigung mit den Gläubigerbanken ist bisher stets gescheitert. Dieses Thema wird die Börsen dann spätestens Ende Februar beschäftigen, wenn die französischen und amerikanischen Banken ins Trudeln geraten (erstere wegen ihrer massiven Bestände an griechischen Anleihen, letztere wegen ihrer dann darauf fällig werdenden CDS-Ausfallversicherungen – Zahltag!).


US-Quartalszahlen mit Enttäuschungspotenzial


Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, droht unmittelbar weiteres Ungemach für die Börsen von der Quartalszahlenfront. Allein in dieser Woche berichten 40 größere US- und zahlreiche namhafte europäische Unternehmen. Vor allem die US-Unternehmensergebnisse werden den hoch gesteckten Erwartungen nicht gerecht. Statt des erhofften Gewinnwachstums von 15,3 % werden es wohl nur noch 10,7 % im Jahresvergleich werden. Absolut gesehen erreichen die Gewinne noch nicht einmal den Stand von 2010, obwohl die Aktienkurse bereits deutlich höher notieren. Von den 31 Unternehmen aus dem S&P 500, die bereits ihre Zahlen so früh vorgelegt haben, verfehlten bislang ein Drittel die Schätzungen. Nicht schlimm? Das haben wir immerhin nicht mehr seit dem letzten Bärenmarkt in 2008 gesehen!


Es sieht so aus, als hinterlässt der weltweite Wachstumsabschwung jetzt auch bei dem vermeintlich „abschwungresistenten“ USA deutliche Spuren in den Geschäftsergebnissen. Das wird sich gravierend auf die dortigen Börsen mit ihrer ambitionierten Bewertung und der extrem optimistischen Stimmung auswirken (ich berichtete letzte Woche). Mit schlechten US-Vorgaben und einer sich weiter verschärfenden Situation in Europa sind die Tage der DAX-Erholung hierzulande aber ebenfalls gezählt, auch wenn die momentane Jubelstimmung noch vieles überdeckt. Nicht zu vergessen der bald wieder verstärkte saisonale Gegenwind an den Börsen. Gut, dass wir seit Monaten eine defensive Strategie fahren und kaum Risikopositionen besitzen. So können Sie dem bevorstehenden Sturm nicht nur gelassen entgegensehen, sondern mit vielen Positionen (Alpha- und Hebel-Zertifikate) sogar noch davon profitieren.

Jürgen Nowacki

Statistiker behalten recht, die ersten fünf Handelstage handelt der S&P500 plus 1,83 Prozent

 

von Jürgen Nowacki (04.01.2012)


In den vergangenen Monaten habe ich Ihnen anhand verschiedener Datenquellen dargelegt, warum die US-Konjunktur besser läuft, als es in den Medien immer wieder kolportiert wurde. Jetzt haben Sie und ich den Beweis: Corporate Amerika produziert innerhalb von 4 Wochen (November bis Dezember) im privaten Sektor (Quelle: ADP) 325.000 neue Jobs. Meine positive Grundhaltung zum US-Aktienmarkt und die Aussage, dass sich Deutschland nicht von der erfreulichen Entwicklung abkoppeln wird, wurden bestätigt.

Die ersten fünf Handelstage haben im S&P500 mit einem Plus von 1,83 Prozent geschlossen. Was das aus statistischer Sicht mit dem Börsenjahr 2012 zu tun hat, schildere ich Ihnen in unserer Rubrik Dow und DAX Outlook. Nur so viel sei vorab verraten: 2012 wird ein Super-Börsenjahr!

Wie ich Ihnen im Dezember bereits angekündigt habe, werden wir den Target Trader weiter verbessern. Mit Ihren Leserbriefen - für die ich mich sehr bedanke - haben Sie mir und dem ganzen Team wichtige Hinweise gegeben, um Ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Bereits in der nächsten Target-Trader-Ausgabe werden wir die Verbesserungen umsetzen: Die Rubrik Konjunktur und Zinsen entfällt, um Ihnen noch mehr Informationen zum Musterdepot anbieten zu können. Sie erhalten also beispielsweise noch präzisere Aussagen dazu, ob sich ein Nachkauf bei vorhandenen Positionen lohnt oder wie Neueinsteiger mit dem Musterdepot und den bereits vorhandene Positionen umgehen sollten.

Henrik Voigt

Bären im Winterschlaf

von Henrik Voigt (03.01.2012)


Seit Wochen das gleiche Bild: der Markt schwankt zwischen häufig positiven Konjunkturmeldungen aus den USA und fast durchweg bedenklichen aus der Eurozone hin und her. Entsprechend hinkt Europa auch in der Aktienkurs- und Währungsentwicklung hinterher, während sich die US-Indizes weiter zäh aufwärts schrauben. Kursbestimmend werden auch die neuen Quartalszahlen der Unternehmen sein, vor allem dann, wenn sich die schlechten Konjunkturdaten auch verstärkt in den Bilanzen niederschlagen sollten. Die neue Berichtssaison begann gestern etwas durchwachsen.

Europa hinkt derzeit hinterher

Neben Konjunktur- und Unternehmensdaten schlägt die Schuldenkrise aber wieder verstärkt zu. Nicht umsonst zeigen sich die Bankaktien europaweit sehr schwach. Hier drückt die Angst vor Kapitalerhöhungen und steigenden Risiken, nachdem eine Kapitalerhöhung der UniCredit (umfasst u.a. auch die deutsche HypoVereinsbank) nur mit einem Kurseinbruch von 43 Prozent zu machen war. Zudem begannen die Zinsen der Krisenanleihen Europas nach kurzer Entspannungsphase wieder zu steigen. Die Renditen zehnjähriger italienischer Staatsanleihen liegen nun wieder über der kritischen Marke von 7 Prozent. Italien muss sich in den nächsten Wochen mit 150 Mrd. Euro refinanzieren. Ungarn musste für seine einjährigen Schatzwechsel sogar fast 10 Prozent Zinsen akzeptieren, nachdem die Ratingagentur Fitch das Land auf Ramsch-Niveau abstufte. Die Umschuldung Griechenlands ist nach wie vor ungeklärt. Das Land steht in Kürze ohne Geld da, weil die Troika-Kommission die eigentlich bereits im Dezember erwartete Hilfszahlung erst drei Monate später freigeben will. Grund sind abermals mangelnde Fortschritte bei der Sanierung des Staatshaushaltes.

Die Refinanzierung mehrerer Euroländer dürfte in den nächsten Monaten sehr schwierig werden. Wenn das aber nicht gelingt, dann wird der Rettungsschirm einspringen müssen. Doch dem fehlt es an der nötigen Kapitalausstattung. Nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bleibt das Interesse privater Anleger (oder treffender: der Banken) am Euro-Rettungsschirm EFSF hinter den Erwartungen zurück. Die Investoren erwarteten offensichtlich höhere Garantien für ihr Engagement, sagte er im Südwestrundfunk.

Die Schuldenkrise wird radikalere Ansätze erzwingen


Eine nachhaltige Lösung der Schuldenkrise ist nach wie vor nicht in Sicht. Im Jahresverlauf wird der Druck der Märkte (vermutlich nach einem angedrohten oder tatsächlichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone) so groß werden, dass die Politik neue Verzweiflungstaten wagen wird. Dazu gehören dann wohl auch Euro-Bonds und das ungehemmte Anwerfen der Notenpresse. Das im Vorfeld dieser möglichen Ereignisse ein Bundespräsident „abgesägt“ wird, der sich in letzter Zeit kritisch gegenüber den Banken und ablehnend gegenüber Eurobonds geäußert hat, passt da nur ins Bild. Wer unbequem wird, hat plötzlich eine „Affäre“ in den Medien.

Der saisonal günstige Rückenwind um die Jahreswende ließ die Schuldenkrise zeitweise etwas in den Hintergrund treten. Aber dieser Rückenwind lässt Mitte Januar nach und schlägt dann bis in den März hinein in Gegenwind um. Gut möglich, dass die Schwankungen an den Börsen nun also wieder zunehmen, während die Kurse wieder Federn lassen müssen. Der klassische Aktienanleger wird sich ein dickes Fell zulegen und um seinen Kapitalerhalt bangen müssen.

Börsen werden wieder unberechenbarer – na und…

Sie muss das allerdings nicht weiter stören. Mit unseren größtenteils marktunabhängigen Strukturen im Musterdepot lässt sich in nahezu jedem Marktumfeld ganz entspannt Geld verdienen. Und mit den jüngsten, teilweise noch offenen Empfehlungen aus der vergangenen Woche bauen wir diese Strukturen noch weiter aus. Dadurch sind Sie beispielsweise auch bei den wenigen Aktien mit dabei, die trotz des schwierigen Marktumfeldes bereits wieder neue Allzeithochs erreicht haben. Ohne sich jedoch Gedanken darüber machen zu müssen, ob diese Hochs auch nachhaltig sind.

Jürgen Nowacki

Der Jahresanfang 2012 ist ein Auftakt nach Plan

von Jürgen Nowacki (04.01.2012)



Damit liege ich mit meinem 5.000 Euro Santa-Claus Rallye Depot genau richtig, denn 66 Prozent der Positionen sind nach nur drei Wochen im Gewinn. Die Spitzenposition belegt HeidelbergCement mit einem satten Plus von mehr 27 Prozent! Was besonders erfreulich ist: Sie konnten in aller Ruhe ihr Depot aufbauen. Darüber hinaus habe ich unseren Neueinsteigern zwei Wochen lang Mut machen können noch einzusteigen. Aber wie ich Ihnen bereits mit Start dieses Sonderdepots am 11. Dezember mitteilte, wird es nicht bei dieser positiven Auftaktveranstaltung bleiben. Das Jahr 2012 wird genauso volatil weiter gehen, wie wir es in 2011 erlebt haben, aber- und das ist unsere Chance - auf einem höheren Kursniveau. In der Rubrik DAX und Dow erläutern wir Ihnen heute, warum wir bereits in den nächsten Tagen die Gewinne des Santa-Claus Depots realisieren und möglicherweise auf die Shortrichtung umschwenken werden.

Was ist mit dem Euro los?

Italiens Sparprogramm in der Größenordnung von 30 Mrd. Euro genießt großes Vertrauen und wird den Worten des EU-Währungskommissars Olli Rehn zufolge bereits in 2013 zu einem ausgeglichenen Haushalt führen. Aber für die EU-Zone kommt diese Entwarnung offensichtlich zu spät: Wie das Marktforschungsinstitut MARKIT jetzt veröffentlicht, stehen die Konjunkturzeichen auf Sturm. Auch Deutschland werde sich dieser EU-Rezession nicht entziehen können, so der Chef-Ökonom Chris Williamson. Wir werden in der Rubrik Devisen und Rohstoffe die Frage klären, ob sich der Euro jetzt erholen kann, oder ob es schon bald weiter nach Süden geht.

Zu guter Letzt: Kaffee mit einer 200-Prozent-Chance

Warum nicht einmal wieder den Rohstoffmarkt handeln? Sie werden staunen, welche Kurschancen sich jetzt im Kaffee ergeben. Ich zeige Ihnen, wie Sie von den Kursschwankungen profitieren können. Das wird unser heutiges Schwerpunkthema sein - ich hoffe, Sie sind wieder dabei.

Henrik Voigt

Wie wird denn nun das Jahr?

 

von Henrik Voigt (03.01.2012)

 

Für den US-Aktienmarkt endete das Jahr 2011 mit einem unveränderten Kursstand im Vergleich zum Jahresbeginn (gemessen am S&P 500, in Dollar). Für diese Nullperformance mussten Investoren allerdings sehr heftige Schwankungen einstecken. Vom Kaufkraftverlust des US-Dollars einmal ganz abgesehen. Und da hatten es die US-Anleger noch gut. Der DAX büßte auf Jahressicht 17 % ein, der chinesische Shanghai Composite Index sogar 20 % (zur besseren Vergleichbarkeit wiederum gemessen in US-Dollar).

Vergessen Sie alle Kursziele für das Jahresende

Aber Schwamm drüber. 2012 wird dafür ganz toll. Zumindest, wenn man den stets sehr optimistischen Analystenschätzungen glaubt, die zu Jahresbeginn wieder herumgereicht werden. Die „USA Today“ veröffentlichte kürzlich ihre alljährliche Umfrage zur erwarteten Performance der US-Börsen in 2012. Und siehe da, im Schnitt erwarten die Analysten einen Kurszuwachs auf Jahressicht von 10,5 Prozent. Das ist ziemlich der gleiche Zuwachs, den die Analystengilde schon für 2011 erwartet hatte. Was daraus wurde, sehen Sie aber an den Zahlen oben.

Was ich damit sagen möchte, sind zwei Dinge. Zum einen können Sie Analystenschätzungen für das Gesamtjahr getrost vergessen. Sie treten fast nie ein. Und zum zweiten: Wenn die Analystenschar sehr optimistisch eingestellt ist, dann kommt es meistens anders. Auch das dürfte das vergangene Jahr eindrucksvoll bewiesen haben. In der Nähe von größeren Böden oder in frühen Phasen eines neuen Bullenmarktes müsste die Stimmung deutlich pessimistischer sein als sie es jetzt ist.

Analysten optimistisch, Big Money short

Dazu passt, dass ein Großteil des „Big Money“ (im Börsenjargon „Commercials“ genannt) seit einigen Wochen allmählich immer mehr Spekulationen auf fallende Kurse des für die Weltbörsen richtungsweisenden S&P 500 Index aufbauen. So, wie sie es bereits im gesamten 1. Halbjahr 2011 taten. Was danach kam, wissen Sie alle.

Nun ist ein Shortüberhang von Positionen der Commercials auf den S&P 500 kein Zeichen dafür, dass es gleich morgen einen Crash geben wird. Nein, diese Marktteilnehmer, die sehr oft richtig liegen, agieren meist mittelfristig und sie wollen eine große Bewegung erwischen. In 2011 dauerte es immerhin ganze 7 Monate, bevor die Börsen die von dieser Anlegergruppe antizipierte Kursrichtung einschlugen. Es dürfte sich dennoch für sie ausgezahlt haben, da die Bewegung entsprechend groß ausfiel. Beim Euro sehen wir hingegen genau das umgekehrte Bild: einen Long-Überhang der Commercials. Solange die Anlegergruppe von einem mittelfristig steigenden Euro ausgeht, dürfte es keinen unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Euroraumes geben. Das hatte ich ja bereits in der letzten Ausgabe geschrieben.

Defensive Strategien weiterhin lohnend

Die aktuelle Short-Positionierung des „Big Money“ deckt sich übrigens mit unserer defensiven Depotausrichtung. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es in 2012 noch einmal kräftig an den Märkten rumpeln wird. Ob wir dann bereits einen nachhaltigen Boden ausfindig machen können, wird entscheidend davon abhängen, wie pessimistisch die Stimmung dann sein wird. Je schlechter, desto besser für die Bullen. Bis dahin lohnt es sich, weiterhin vorsichtig zu agieren, defensive Positionen zu bevorzugen und Gewinne bei Trend-Trades frühzeitig zu realisieren. Und genau das ist es, was wir auch in den nächsten Monaten weiterhin tun werden.

Jürgen Nowacki

Analysten blicken eher pessimistisch auf 2012 – und was sagt uns das?

von Jürgen Nowacki (28.12.2011)

 

Die Printmedien überschütten uns in diesen Tagen mit Prognosen für das Börsenjahr 2012. Aber welchen Nutzen haben wir Anleger, Investoren und Börsianer davon zu erfahren, wo Analyst XY in den nächsten zwölf Monaten den DAX und Dollar sieht? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht – aber mich interessiert nur, ob die Masse der Analysten negativ oder positiv für 2012 gestimmt ist. Mehr können die Medien nicht für mich tun. Und wenn Sie sich die Prognosen für 2012 anschauen, kommen Sie wahrscheinlich auch zu dem Schluss: Für 2012 sind viele Börsenbriefe und Analysten zwar pessimistisch gestimmt – was aber nach Auffassung der Vertreter der Behavioral Finance eine Contrary Opinion also Käufe auslösen würde. Demnach wiederum stehen wir vor einem guten Börsenjahr. Also, für mich klingt das alles sehr kompliziert und vage …Als Anleger muss ich doch täglich überprüfen, wie sich beispielsweise die aktuelle politische Lage im Nahen Osten auf den Rohölpreis auswirkt. Ich muss wissen, ob der Euro schwach oder der USDollar fundamental stark ist. Wie wirken sich charttechnische Faktoren auf die Preisbildung aus –oder üerwiegen die geldpolitischen Maßahmen der EZB? Das alles sind Fragen, die niemand fü zwöf Monate im Voraus beantworten kann. 

Unsere Entscheidungen sind bankenneutral und effizient

Deshalb hat der Target Trader die Aufgabe, Ihnen, liebe Leser, nicht nur langfristige, sondern vor allem auch kurzfristige Entscheidungshilfen an die Hand zu geben, die Sie auf Ihr Risikoprofil adaptieren können. Und wenn externe Einflüsse Ihren Investmentplan über den Haufen zu werfen drohen, dann haben Sie im Target Trader einen Ratgeber, der Ihnen aktuelle Markteinflüsse erklärt. So bekommen Sie eine bankenneutrale Hilfestellung.

Anders als sonst zeige ich Ihnen heute einige Langfristcharts vom Dollarindex und von Gold – aber nicht, um in den Chor der zahlreichen Börsendienste einzustimmen, sondern um Ihnen die übergeordneten langfristigen Trends zu zeigen. Sie erhalten in dieser letzten TT-Ausgabe des Jahres 2011 wertvolle Hinweise auf die möliche Entwicklung am Devisenund Goldmarkt der nähsten Wochen und Monate. Und ich begrüde auch –klar und unmissverstädlich, wie Sie es gewohnt sind –meine Entscheidung. So könen Sie effizient arbeiten. Eines vorweg: Der Euro bleibt schwach, und er wird sogar noch schwächer, was den Aktienmärkten wiederum zu schaffen machen dürfte aber dazu später mehr.

 

Henrik Voigt

 

Auf ein Neues  

von Henrik Voigt (27.12.2011)

Das Jahr 2011 geht zu Ende. Es dürfte als eines der schwierigsten überhaupt in die Börsengeschichte eingehen. Zwei Crashs und der Rest trendlose, volatile Seitwärtsbewegung hat es in meiner gesamten, über zehnjährigen Börsenkarriere noch nie gegeben. Das kommende Jahr dürfte nicht unbedingt einfacher werden, auch wenn die Daueroptimisten schon wieder von neuen Allzeithochs im DAX träumen. Es werden für eine ganze Weile Träume bleiben.

Serienproduktion „großer Würfe" angelaufen

Die Politik lässt sich reihenweise „große Würfe" einfallen, um einen echten Systemkollaps so lange wie möglich zu vermeiden. Die meisten davon sind das Papier nicht wert. Eine echte Lösung ist nicht in Sicht. Die wird es auch mit den „Standardmaßnahmen" wie Garantien, Rettungspaketen, Sparprogrammen, Absichtserklärungen, Zinssenkungen, Liquiditätszufuhr bis hin zum Geld drucken nicht geben. Man möchte um jeden Preis alles „retten", aber niemand will letztlich dafür zahlen. Und schließlich ist Kapitalismus ohne Bankrott auch wie das Christentum ohne Hölle.

Natürlich hält sich hartnäckig die Hoffnung, dass die Krise einfach so verschwindet. Die Leute suchen weiter nach einer Lösung, die es nicht geben kann: Dass der Geist wieder zurück in die Flasche geht. Da unterschätzt man aber die exponentielle Wirkung des Zinseszinses gewaltig. Die Schuldenproblematik hat sich in den letzten Jahren nicht verringert, sondern trotz (oder sogar wegen) aller Lösungsversuche dramatisch verstärkt. Im Jahr 2008 war das Problem noch privatwirtschaftlicher Natur (es betraf vor allem Banken und US-Hausbesitzer). Heute haben wir ein Problem, das die Staaten, die Finanzwirtschaft und einen Großteil der Realwirtschaft betrifft. Das Problem dabei ist, dass die Politiker uns nicht die Wahrheit sagen.

Die Schuldenkrise hat sich dennoch weiter verschärft 

Wie soll man auch 10 Billionen Dollar Staatsschulden allein in der OECD, auf die jährlich hohe zweistellige Milliardenbeträge an Zinsen anfallen, wieder wegsparen? Wenn die Verschuldung bereits Größenordnungen erreicht hat, die in vielen Ländern die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung übersteigen? Und diese Wirtschaftsleistung, wie im Falle Griechenlands, Italiens oder Hollands bereits deutlich sinkt und so immer weniger Steuereinnahmen bringt?

Optimismus ist sicher in vielen Situationen nützlich, aber er sollte den Blick für die Realität nicht verstellen. Spätestens seit dem Augustcrash dürfte klar sein, dass wir es nicht mit einem normalen Abschwung zu tun haben, sondern mit einer echten Schuldenkrise. Und zwar nicht nur in Europa, sondern in der gesamten westlichen Welt (die USA und Japan ganz besonders eingeschlossen). Und die oben genannten 10 Billionen Dollar sind geradezu niedlich, wenn man sich die 600 Billionen Dollar (kein Tippfehler!) an offenen Derivatepositionen des weltweiten Bankensystems (vor allem des amerikanischen) vor Augen führt. Sie merken bereits an den Größenordnungen: Hier müssen andere Lösungen her. Kein Wunder, dass der Ruf nach einem Reset des Finanzsystems lauter wird. Nur wie der aussehen soll, das weiß niemand. Eine solche Situation hat es schlichtweg nie gegeben. Es wird wohl eines Tages entweder auf eine Abschreibung der Schulden oder auf eine Monetarisierung durch höhere Inflation hinauslaufen. Wobei noch lange nicht klar ist, welcher Weg schließlich eingeschlagen wird (möglicherweise erst der eine und dann der andere). 

Eine echte Krisenlösung wird noch einige Jahre dauern

Was jahrzehntelang gutging – Schulden machen auf Teufel komm raus – geht jetzt plötzlich nicht mehr. Das Vertrauen in die ewige Solvenz des Staates ist dahin. Es wird so schnell auch nicht wiederkommen, da helfen auch die reichlich spät eingeleiteten Sparprogramme nicht mehr. Die Höhe der eingesparten Summen im Verhältnis zu den Schulden ist einfach zu lächerlich. Die Sparpakete werden also nur einen Aufschub bringen und nicht die Wende. Irgendwann wird er Druck größer und dann wird man das gesamte Finanzsystem vom Kopf auf die Füße stellen müssen, weil es gar nicht mehr anders geht. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass dann etwas Neues, Besseres, Gerechteres entsteht. Und ich gehe nicht davon aus, dass dieser Punkt bereits unmittelbar vor uns liegt. Dafür sind die Möglichkeiten zur kreativen Augenwischerei unserer Polit-und Zentralbankenelite noch viel zu groß.

Einen unmittelbaren Zusammenbruch sehe ich aber nicht

Nun möchte ich mit diesen Ausführungen nicht den Weltuntergang an die Wand malen. Diesen wird es jedenfalls nicht geben. Dem Korn auf dem Acker ist es egal, in welcher Währung der Bauer bezahlt wird, der es anbaut. Und auch die Sonne wird morgen noch aufgehen. Die Börsen hingegen sind wie immer auf kurzfristige Gewinne aus und übertreiben – mal nach oben, dann wieder nach unten. Die Unsicherheit an den Märkten, wie es in dieser scheinbar ausweglosen Situation weitergeht, wir auch im kommenden Jahr bestehen bleiben. Und damit auch die hohen Schwankungen.

Wir haben glücklicherweise rechtzeitig auf diese Entwicklung reagiert und einen Großteil des Depots in Strukturen investiert, die in Zeiten großer Unsicherheit Stabilität und Gewinne versprechen. Unsere größte Position, das Korridorzertifikat auf den DAX, hat bereits innerhalb weniger Wochen fast die Hälfte seines für ein ganzes Jahr erwarteten Profite eingefahren. Auch die Alpha-Scheine entwickeln sich gut und bringen jede Woche einen in der Summe nicht unerheblichen Gewinn ins Depot. Damit können wir gelassen in das Jahr 2012 schauen. Und dafür lohnt es sich auch, etwas mehr Risiko in Kauf zu nehmen. Egal wie es für den DAX ausgeht: Für Sie dürfte es ein gutes Jahr werden.

Wie es an den Märkten weitergeht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und natürlich ein erfolgreiches, gesundes und friedvolles neues Jahr.

Jürgen Nowacki

Das ifo-startet die St.-Claus-Rallye!

von Jürgen Nowacki (20.12.2011)



Am 11. Dezember haben wir Ihnen die 5.000-Euro-Adventsstrategie an die Hand gegeben sowie sechs Topunternehmen und deren sechs Kaufoptionen. All das haben wir danach ausgesucht, ob sie das Zeug dazu haben, bis zum Freitag, den 6. Januar, mindestens 100 Prozent zu verdienen. Das Timing haben wir aus ganz bestimmten Gründen auf den 11. Dezember gelegt, denn nach einer US-Langzeitstudie verlief die St.-Claus-Rallye von Mitte Dezember bis zum Ende ersten Januarwoche in mehr als 80 Prozent der zurückliegenden 61 Jahre sehr erfolgreich. Wir haben Ihnen in dieser Ausgabe noch einmal einige Kaufargumente aufgearbeitet und auf Aktualität hin überprüft. Sie werden feststellen: Es ist noch nicht zu spät, auf den fahrenden Schlitten von St. Claus aufzuspringen!

Unsere Argumente, jetzt noch einmal beherzt bei DAX-Unternehmen zuzugreifen, beziehen sich aber nicht nur auf die Argumente, dass der Markt überverkauft sei oder Fonds zum Jahresschluss noch einmal Performance zeigen müssten. Nein, auch auf die sinkende Volatilität kommt es an - und hier präsentieren wir Ihnen einen Chart, den Sie so schnell nicht vergessen werden, denn danach könnten wir im DAX ganz schnell auf 6.500 Punkte steigen.

Das ifo-Institut hat heute den zweiten Monat in Folge erfreuliche Zahlen mit seinen Geschäftsklimaindex präsentiert. Wir wissen, dass dieser Index bei vielen Fondsmanagern sehr beliebt ist, weil er als Frühindikator wichtige Erkenntnisse über die konjunkturelle Entwicklung liefert. Es gibt sogar Handelsstrategien, die auf dem ifo-Geschäftsklimaindex aufbauen und damit sehr erfolgreich sind.

Aber sehen Sie selbst: Wir haben Ihnen in einem DAX-Monatschart die ifo-Zahlen gegenübergestellt und es wird schnell klar, warum der Aktienmarkt Dienstagnachmittag so gestiegen ist.

Henrik Voigt

„Geldwäsche vom Feinsten“

von Henrik Voigt (20.12.2011)



Bei ihrem letzten Direktoriums-Meeting hatte die EZB beschlossen, den Banken unbegrenzt Liquidität zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich wurde auf dem letzten EU-Krisengipfel beschlossen, dass „private Gläubiger“ (faktisch mehrheitlich Banken) nicht an weiteren Kreditausfällen bei Staatsanleihen beteiligt werden.

Die Zielrichtung ist klar. Der EZB ist es gesetzlich verboten, mit der Druckerpresse eine direkte Staatsfinanzierung zu betreiben. Sie versucht jetzt aber durch die Hintertür, dieses Verbot zu umgehen. Die Geschäftsbanken sollen mit der von der EZB zur Verfügung gestellten Liquidität dies tun und werden im Gegenzug von weiteren Risiken verschont (die übernimmt wie immer der Steuerzahler). Außerdem halten die Banken die Papiere nicht lange. Die EZB kauft sie am Sekundärmarkt zurück. Dies darf sie tun. Ein Kommentator auf Business Insider nennt den Vorgang treffend „Geldwäsche vom Feinsten“.

Der Effekt etwa bei der Entwicklung der Zinsen für zweijährige spanische Staatsanleihen ist bemerkenswert. Während sich an den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Spanien nichts zum Guten geändert hat, sanken die Zinsen in den letzten 3 Wochen von über 6 auf zeitweise unter 4 Prozent. Damit sinkt die Zinslast für den Staat und die Refinanzierung wird gesichert.

Kurzfristig schafft die EZB eine Atempause

Kurzfristig mag die EZB also für eine Atempause gesorgt haben. Im faktischen Wirtschaftskrieg der USA samt Ratingagenturen gegen Europa sicher keine schlechte Nachricht. Ob die Geschäfts-Banken auf der einen Seite und die einzelnen Mitgliedsbanken der EZB (namentlich die Bundesbank) das Spiel allerdings lange mitspielen werden, steht auf einem anderen Blatt. Von den möglichen Inflationsgefahren einmal ganz zu schweigen.

Langfristig ist mit dem „EZB-Coup“ immer noch kein Problem gelöst. Denn immerhin ist die akute Staatsschuldenkrise damit nicht vom Tisch, indem man kurzfristig die Zinssätze der Schuldtitel durch Aufkäufe manipuliert. Die erdrückende Schuldenlast bleibt, eine schnelle Lösung des Problems ist nicht erkennbar. Zu befürchten ist, dass die Völker Europas eines Tages die Rechnung dafür bezahlen werden. Einerseits über Sparpakete und andererseits über Inflation.

Das wird auf längere Sicht sowohl den Euro als auch die Eurozone die letzten Reste von verbliebenem Vertrauen kosten. Dadurch führt der ungezügelte Wille zur “Rettung” eher zum Gegenteil, nämlich zum Untergang des Euro in seiner jetzigen Form. Aber auch das muss kein Nachteil sein, wenn damit die grundsätzlichen Konstruktionsfehler der Währungsunion (etwa die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Peripheriestaaten durch die fehlende Abwertungsmöglichkeit) behoben werden könnten.

Europa ist aber nicht das einzige Problem

Für viele institutionelle Anleger ist Europa jedoch ein kleiner Fisch. Sie schauen sorgenvoll auf die größte Volkswirtschaft der Welt, auf China. Etliche Hedge-Fonds-Manager sind alarmiert über die wirtschaftliche Situation des Landes. Man habe den „zunehmenden Verdacht, dass sich der nächste Akt der rollenden, weltweiten Schuldenkrise wahrscheinlich im Osten abspielen wird“, schrieb die Emerging Sovereign Group vor kurzem an seine Kunden. Ein solches Szenario würde eine Entspannung in Europa zweifellos erschweren.

Fakt ist: die Unsicherheit an den Märkten wird noch geraume Zeit bestehen bleiben und damit einhergehend auch die hohe Volatilität. Trotz aller Bemühungen der Notenbanken ist eine Umkehr des deflationären Schubes seit dem Sommer nicht gelungen. Wir haben glücklicherweise rechtzeitig auf diese Entwicklung reagiert und einen Großteil des Depots in Strukturen investiert, die in Zeiten großer Unsicherheit Stabilität und Profits versprechen. Damit können Sie dem verrückten Treiben an den Börsen gelassen zuschauen und dennoch Gewinne einfahren Wie es an den Märkten weitergeht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und natürlich ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Jürgen Nowacki

Draußen vor der Tür

von Jürgen Nowacki (15.12.2011)


Die ganze Börsenwelt legte ihre Hoffnung auf den letzten Börsengipfel und für wenige Stunden waren sie Helden. Merkel und Sarkozy, das Traumpaar der Politbühne von den Medien auch Merkozy genannt, können für sich in Anspruch nehmen den Geburtsfehler einer fehlenden Fiskalunion nach 10 Jahren repariert zu haben. Aber kaum waren die überwiegend positiven Marktkommentare verstummt kam auch gleich eine kalte Dusche hinterher und man erzählt sich auf dem Parkett folgende Geschichte. Stellen Sie sich vor, unser Bundesbankpräsident ist schlicht und einfach übergangen worden, als es darum ging mal eben 200 Mrd. Euro aus dem IWFFonds locker zu machen und für die Problemländer Italien und Spanien bereit zu stellen. Ja da möchte Herr Weidmann als Bundesbank Chef doch ein Wörtchen mitreden dürfen und bat, so erzählt man sich, unseren Finanzminister Schäuble einem Gespräch mit den Haushaltsausschuss des Bundestages zuzustimmen um die Risiken, die für deutsche Steuerzahler aus dieser Transaktion entstehen, absegnen zu lassen. Man ließ ihn vor der Tür stehen und hatte keinen Gesprächstermin für ihn, ließ aber ausrichten, dass er das nicht persönlich nehmen soll, es wäre keine Bewertung der Sachlage damit verbunden.

Also das Gespräch fand nicht statt, weil man auf Regierungsebene der Meinung ist das diese Abstimmung mit dem Haushaltsausschuss überflüssig sei, Weidmann soll halt tanzen wenn das Traumpaar Merkozy die Musik bestellt.

Vielleicht sollten Politiker wieder lernen, dass die Bundesbank erstens unabhängig ist und zur Kenntnis nehmen, dass wenn schon Vorschläge gemacht werden wie das Vertrauen in Bundes- und Notenbank wieder hergestellt werden könnte, solche Maßnahmen auch gefördert werden.

Vielleicht wäre dann auch der Euro nicht unter 1,30 abgetaucht, denn die Devisenmärkte haben ein feines Gespür dafür ob man seinen Job als Teamspieler ernst nimmt oder nur seinen persönlichen und schnellen Erfolg sucht.

Henrik Voigt

Es gibt keine zweite Chance

von Henrik Voigt (13.12.2011)


In der vergangenen Woche wurde der 15. Gipfel zur Rettung des Euro veranstaltet. Im Vorfeld dieses Ereignisses tönte Frankreichs Staatschef Sarkozy, eine zweite Chance zur Rettung des Euro werde es nicht geben. Ähnlich markige Worte waren allerdings auch schon im Vorfeld der vorangegangenen Gipfel zu hören. Dieser hier brachte nicht den erhofften großen Durchbruch. Wie schon die anderen davor nicht. Wie denn auch? Eine Überschuldungskrise ist nur durch eine offizielle Insolvenz lösbar. Und für die will niemand die politische Verantwortung übernehmen. Also wird weitergewurstelt, solange es eben geht.

Europa auf dem Weg in die Fiskalunion…

Die Eckpunkte der Gipfelbeschlüsse nun für Sie in Kurzfassung: Die 17 Eurostaaten plus 9 weitere EU-Mitglieder ohne Euro-Währung werden strengere Haushaltsregeln und nationale Schuldenbremsen einführen. Die nationalen Parlamente müssen dem allerdings noch zustimmen, was wegen verfassungsrechtlicher Bedenken keine leichte Aufgabe werden dürfte. Denn die Einhaltung dieser Schuldenbremsen soll von der EU überwacht werden, was einem teilweisen Verzicht auf die nationale (Haushalts-)Souveränität der Staaten gleichkommt, mit dem auch das deutsche Grundgesetz nicht konform geht.

In einen Nebensatz wurde übrigens die Vereinbarung gepackt, dass private Gläubiger bei der Rettung insolventer Staaten in Zukunft außen vor bleiben werden. Der Effekt: Ab sofort wird nur noch der Steuerzahler für Zahlungsausfälle haften. Damit sollen die Banken wieder dazu animiert werden, Staatsanleihen zu kaufen und damit die Ablösung fälliger Kredite und erträgliche Zinsen sicherstellen. Ob das funktionieren wird, ist noch unklar.

… aber die Schulden bleiben

All die kleinen „Wunderwaffen“, die sich viele Anleger vor allem zur Ankurbelung der Börsenkurse erhofft hatten, wie Eurobonds, Aufkäufe problematischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank, ein vielfach gehebelter Rettungsschirm für den Euro, eine Banklizenz für den EFSF usw. – all das wurde nicht beschlossen (als Wirtschaftswissenschaftler sage ich: Gott sei Dank!). Stattdessen spaltete sich Großbritannien stärker von der Eurozone ab. Die Briten wollen sich nicht so stark unter die EU-Knute begeben. Wer kann es ihnen verdenken.

Das bedeutet aber auch, dass die verbliebenen Euro-Staaten sehen müssen, woher sie das Geld für die Euro-Rettung nun allein bekommen. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM soll ja auf Mitte 2012 vorgezogen werden und maximal 500 Milliarden Euro enthalten. Woher die kommen sollen, ist aber völlig unklar. Klar dagegen ist, dass diese Mittel nicht ausreichen werden. Der IWF soll
zusätzliche 150 Milliarden Euro von den Euro-Staaten bekommen. Wer die bezahlen wird ist aber ebenso unklar.

Der Zinsanstieg ist so nicht aufzuhalten

Die Rating-Agenturen werden sich die Hände reiben. Sie haben bereits angekündigt, dass es in Kürze Herabstufungen in Serie hageln wird, da sie keine kurzfristig wirksamen Lösungen erkennen können (die es auch nur schwerlich geben kann). Dann steht die Eurozone voraussichtlich schlechter da als vor dem Gipfel. Und die Zinsen für Schrottanleihen steigen wieder auf neue Rekorde. Da hilft auch keine Zinssenkung der EZB. Die Zinsen für Staatsanleihen macht der Markt über Angebot und Nachfrage, nicht die EZB. Die könnte höchstens hemmungslos aufkaufen, was ihr derzeitiges Mandat im Hinblick auf die Geldwertstabilität verbietet.

Alleine Italien muss im Frühjahr 2012 ganze 150 Milliarden Euro neu leihen, um fällige Kredite zu bedienen. Auf die dann herrschenden Konditionen dürfen wir gespannt sein. Und auf den 16. Euro-Krisengipfel. Denn der ist schon so gut wie sicher, denn das Theater mit der „Euro-Rettung“ wird genauso weitergehen. Und damit wohl auch das Hick-Hack an den Märkten. Gut, dass wir mit unserem Depot davon weitgehend unabhängig geworden sind.

Inzwischen zeigen die Gewinnwarnungen von Chemie- und Chipunternehmen aus den USA und die schlechten Wirtschaftsdaten aus China aus den letzten Tagen dass die Eurokrise allmählich weitere Kreise zieht. Viele europäische Großunternehmen und selbst mehrere Notenbanken bereiten sich inzwischen auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone vor. Wie sich das auf die Märkte auswirken wird, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Jürgen Nowacki

Wie lange bleibt die EZB noch unabhängig?

von Jürgen Nowacki (08.12.2011)


Sie haben es gewusst. Für Sie ist die Nachricht, dass auch Deutschland seine höchste Benotung (Kreditrating AAA) verlieren wird, seit unserer jüngsten Target-Trader-Ausgabe keine Überraschung mehr. Ein Land, das trotz Rekordsteuereinnahmen immer noch neue Schulden aufsattelt, als wenn es kein Morgen gäbe, verdient eben nichts anderes. Das ist schade, denn gerade Deutschland hätte die Möglichkeit gehabt, als viel beachtetes EU-Land die Anleger weltweit vom Sparwillen Europas zu überzeugen. Dabei hätten auch unsere Nachbarn, zum Beispiel Griechenland und Italien, von Deutschlands Vorreiterrolle profitiert. Mit dem Haushaltsplan 2012 wurde in Deutschland eine Chance vertan, Zeichen für Europa zu setzen.

Börsianer auf der ganzen Welt, so sprechen die Medien, warten jetzt auf den Ausgang des EU-Gipfels. Wie naiv und hilflos Politiker mit dem Thema Überschuldung umgehen, sehen wir an Äußerungen wie: „... mit einer Bazooka oder Panzerfaust die Schulden beseitigen Zitat (David Cameron)“. Das sind nicht die Nachrichten, auf die Kreditgeber warten. Ob der Rettungsschirm nun verdoppelt oder verdreifacht wird, spielt kaum noch eine Rolle. Aber vielleicht probiert man auch wieder, nach der alten Formel Blei zu Gold zu machen?

Für Börsianer jedenfalls spielt das alles in diesem Jahr keine Rolle mehr. Und die Fondsmanager, die nicht bereits zum 30.11. ihre Bücher geschlossen haben, werden auch in den letzten zwei Wochen des Jahres keine Klimmzüge mehr machen.

Das heißt aber nicht, dass wir in der Target-Trader-Redaktion die Hände in den Schoß legen. Rechnen Sie bitte auch in den nächsten Tagen mit weiteren Eilmitteilungen zu den Devisenmärkten oder Aktien, die aus dem Bereich der erneuerbaren Energien kommen. Mit Zoltek haben wir Ihnen vor zwei Wochen einen möglichen Kursverdoppler geliefert. Seit unserer Eilmitteilung von gestern haben Sie Ihren 50-Prozent-Buchgewinn auch abgesichert!

Liebe Leser, wie bereits angekündigt, haben wir das Target-Trader-Outfit modifiziert und den Umfang leicht verkürzt, damit Sie alles noch schneller und auch mit Tablet-Computern noch besser erfassen können. Ich hoffe es, gefällt Ihnen auch, wenn wir zukünftig interessante Leserbriefe in die Ausgabe aufnehmen, um Ihnen die Märkte noch näherzubringen.

Henrik Voigt

In letzter Sekunde

von Henrik Voigt (06.12.2011)


In der vergangenen Woche gab es scheinbar einen Grund zum Feiern an den Börsen: In einer konzertierten Aktion verständigten sich die wichtigsten Notenbanken der Welt darauf, Dollarkredite für die Geschäftsbanken zu verbilligen, um eine drohende Kreditklemme zu verhindern. Die Indizes waren daraufhin nicht mehr zu halten und schossen regelrecht nach oben, denn viele Anleger wurden auf dem falschen Fuß erwischt, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hatten. Deren Eindeckungen trieben die Kurse maßgeblich so schnell nach oben. Gut, dass wir im Vorfeld alle hochgehebelten Puts versilbert hatten, solange noch Gewinne zu verbuchen waren.

Diese Aktion kam natürlich nicht zufällig. Einerseits wollten die Notenbanken damit eine weitere Verkaufswelle der Börsen verhindern (der Eingriff kam gezielt an wichtigen Unterstützungen maßgeblicher Börsenindizes). Andererseits geht hartnäckig das Gerücht um, dass eine große europäische Bank (als Favoriten gehandelt werden RBS oder Santander) kurz vor dem Zusammenbruch stand und nur so in letzter Sekunde noch gerettet werden konnte. Die Wahrheit werden wir vermutlich nie erfahren.

Notenbankeingriffe werden nur kurz Erleichterung bringen


Nun gut, durch die Verbilligung kurzfristiger Kredite durch die Notenbanken wurde ein unmittelbarer Zusammenbruch einiger besonders gefährdeter Großbanken durch eine Kreditklemme (Illiquidität) vorerst abgewendet. An der Bonität der Banken hat sich damit allerdings nicht das Geringste verändert, am Schuldenproblem insgesamt ebenfalls nicht. Faktisch wird es sogar schlimmer, wenn man in einer Überschuldungssituation Kredite billiger macht.

Eine ähnliche „konzertierte Aktion“ der großen Notenbanken gab es übrigens auch zu Beginn des vorangegangenen Bärenmarktes im Dezember 2007. Sie blieb erfolglos. Auch damals sahen wir eine kurzzeitige, fast senkrechte Rally an den Börsen, die allerdings bald wieder verkauft wurde. Die Finanzkrise ließ sich davon nicht aufhalten. Allein der Dow Jones Index verlor in den Monaten nach der ruhmreichen Liquiditätsmaßnahme 53 Prozent seines Wertes bis zum vorläufigen Tief im März 2009. Und das trotz weiterer, hunderte Milliarden schwerer Banken-Bailouts und Konjunkturprogramme. Nein, mit ein paar Zaubertricks lassen sich Bärenmärkte nicht aufhalten. Märkte sind größer als Zentralbanken und einmal eingeschlagene Trends werden nicht so schnell wieder umgekehrt. Da ist es leichter, einen Supertanker zu stoppen.

Als Nebenwirkung eines jeden derartigen Markteingriffes steigen allerdings Volatilität und Unsicherheit an den Börsen. Und die wird uns wohl auch in 2012 erhalten bleiben. Eine schnelle und überzeugende Lösung der Schuldenkrise ist nicht in Sicht. Bislang konzentriert man sich ausschließlich auf „Rettungspakete“, die im Anwendungsfall eine sofortige Erhöhung der Schuldenstände mit sich bringen anstelle einer Senkung. Inzwischen reagieren auch die Anleihenkurse bislang als solide geltender Staaten wie Deutschland sehr negativ auf diese Entwicklung mit steigenden Zinsen und sinkenden Kursen. Das ist jedoch Gift in dieser Situation, wo es hauptsächlich darum geht, höhere Zinskosten zu vermeiden, um die Schuldenstände nicht noch mehr zu erhöhen. Eine Verdoppelung der deutschen Anleihen-Zinsen von 2 auf im historischen Vergleich immer noch moderate 4 Prozent würde Deutschland 40 Mrd. Euro p.a. jährlich kosten und könnte auch die deutsche Volkswirtschaft an den Rand des Abgrundes drängen.

Die Lösung für unsichere Marktphasen: Alpha-Turbos

Mit dieser Gemengelage und weiteren Risiken wie ambitionierten Aktienbewertungen sowie Europa und China auf Rezessionskurs dürfte eine nachhaltige Rally an den Börsen kaum machbar sein. Andererseits wird seit Mitte August noch immer der erste steile Absturz an den Börsen in stabiler Seitenlage „verdaut“ und es ist völlig offen, wie lange dieser zähe Prozess noch dauert. Ich
habe mir deshalb über das Wochenende Gedanken gemacht, wie wir unser Musterdepot weiter von der extrem stimmungsanfälligen Marktentwicklung unabhängiger und damit profitabler machen. Und ich bin fündig geworden: In der wenig bekannten Anlageklasse der Alpha-Turbos. Damit setzen Sie gehebelt auf die Out- bzw. Underperformance einzelner Aktien im Vergleich zum DAX unabhängig davon, in welche Richtung sich der DAX und die betreffende Aktie tatsächlich bewegen. Wichtig ist lediglich, dass die Out- bzw. Underperformance weiter bestehen bleibt bzw. ausgebaut wird. Und da sich solche Tendenzen an den Börsen meist sehr lange fortsetzen, sind Sie mit diesen Scheinen auf der sicheren Seite und können den täglichen Schwankungen an den Märkten gelassen zuschauen.

Jürgen Nowacki

Chancen erkennen – Aktiv handeln – Langfristig profitieren

von Jürgen Nowacki (01.12.2011)


„Trader, jetzt aufgepasst“, lautete letzte Woche unsere Botschaft an Sie – und wir sollten recht behalten. Wir schrieben weiter: „Trader mit einem Trendfolgeansatz [für Devisen und Aktienmärkte] müssen jetzt auf der Hut sein ...“ und dann schilderten wir Ihnen, wie solch eine Gegenbewegung mit steigenden Aktienkursen aus heiterem Himmel über die Märkte hereinbrechen kann.

Aktienmärkte können sich kurzfristig immer wieder gegen den Abwärtstrend stemmen, insbesondere wenn Notenbanken zugunsten des Euro und damit für die Aktienmärkte intervenieren. Damit sollen nicht zuletzt Trader wie Sie vom Markt ferngehalten werden. Aber können Notenbankinterventionen auch Probleme lösen oder verschlimmern sie die Situation möglicherweise noch? Wir werden uns in dieser Ausgabe allerdings nicht mit Politik befassen, das haben wir in den letzten Monaten und Wochen zur Genüge getan und Sie dabei immer wieder auf Überraschungen vorbereitet. Heute wollen wir die Märkte abklopfen um festzustellen, wo sich ein Einstieg trotz Interventionen für Sie lohnen könnte. In unserer Rubrik Devisen und Rohstoffe wenden wir uns unter anderem dem Kanadischen Dollar zu, denn offensichtlich hat sich die kanadische Notenbank gestern nicht am Markt engagiert. Aber sehen Sie selbst, was wir herausgefunden haben.

Am Rohstoffmarkt werden wir uns dem Kupfer widmen, denn wenn China seine Geldschleusen öffnet, um in Europa und Amerika die Konjunktur zu beleben, dann müsste Kupfer ein gutes Geschäft sein. Dazu präsentieren wir Ihnen heute das Basismetall als Schwerpunktthema mit Chart und einer glasklaren Empfehlung.

US-Amerikaner feiern Thanksgiving mit großen Einzelhandelsumsätzen und der US Arbeitsmarkt läuft besser als erwartet
Das, liebe Leser, war für Sie keine großen Überraschung. Sie wissen spätestens seit Beginn der Berichtssaison Anfang Oktober und seit den exzellenten Zahlen der Kreditkartenunternehmen AMEX und VISA, dass es in den USA gar nicht so schlecht um das Konsumentenvertrauen bestellt ist. Der ADP National Employment Report (Arbeitsmarktreport der Privatwirtschaft) berichtete gestern von 206.000 neuen Jobs im November und von einer Revision für Oktober von 110.000 auf 130.000 neue Jobs – ja, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Einen schönen zweiten Advent wünscht Ihnen …

Henrik Voigt

Wo kann ich mein Geld noch anlegen?

von Henrik Voigt (29.11.2011)


Es ist seit Monaten immer das gleiche Spiel: Irgendeine Organisation oder Zentralbank stellt wieder einmal Kredite für einen hoffnungslos überschuldeten Staat in Aussicht und schon rennen die Börsen, als hätten sich alle Schulden dieser Welt über Nacht in Luft aufgelöst. Kurze Zeit später fällt den Anlegern wieder ein, dass auch der potenzielle Retter (IWF, EZB oder wer auch immer) eigentlich genauso pleite ist und das versprochene Geld ja gar nicht hat. Nein, es sind wieder nur Versprechungen und neue Schulden, die hin- und hergeschoben werden. Die einzigen, die genug Geld auf der hohen Kante haben, sind die Schwellenländer. Und die halten sich aus dem europäischen Schuldenproblem klugerweise heraus.

Eine Schuldenkrise wird nicht durch neue Schulden gelöst

Wie war das noch? Wir haben eine Vertrauenskrise. Das Vertrauen in die Rückzahlbarkeit vor allem der europäischen Schulden ist zu gering geworden. Die Anleihekäufer streiken und wollen deutlich höhere Zinsen. Bisher sind keine Maßnahmen in Sicht, die dieses Vertrauen wiederherstellen, wie die munter weiter steigenden Zinssätze und Risikoprämien zeigen (Italiens dreijährige heute zu 7,89 %!). Inzwischen werden sogar die bislang als ausfallsicher geltenden deutschen Staatsanleihen gemieden. Eines Tages wird wohl das letzte Mittel sein, dass die Europäische Zentralbank unbegrenzt europäische Staatsanleihen aufkaufen und damit letztlich Geld drucken wird.

Aber wäre damit das Vertrauensproblem gelöst? Wohl kaum, es würde höchstens noch ein wenig Zeit gewonnen. Jeder Investor wird wissen, dass solche kosmetischen Maßnahmen an der Sache an sich nicht das Geringste ändern. Wenn die Schuldtitel durch das Anwerfen der Notenpresse rapide an realem Wert verlieren, werden sich erst Recht keine Käufer mehr dafür finden. Ansonsten brauchten wir ja nur Geld drucken und nie mehr arbeiten. Nein, so etwas hat in der Geschichte bisher noch nie funktioniert.

Die Anleihenblase wird komplett platzen

In 2008 platzte die amerikanische Immobilienblase und zog die Realwirtschaft weltweit in eine Rezession. Faktisch alle Anlageklassen – Aktien, Rohstoffe, Immobilien, Edelmetalle – verloren damals drastisch an Wert. Nur die Anleihen konnten sich behaupten. Keine Notenbank oder Regierung konnte dies verhindern. Jetzt erwischt es auch die Anleihen. Die Junk Bonds (Schrottanleihen) machten mit drastischen Kursverlusten und Zinsanstiegen den Anfang, danach erwischt es die solideren Titel. Der Zinsanstieg bisher grundsolider deutscher Staatsanleihen ist ein Vorgeschmack darauf. Die Blase platzt, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hat. Und auch diesmal werden nach und nach wieder alle Anlageklassen betroffen sein. Die Notenbanken werden wie immer nicht viel dagegen ausrichten können – von einigen Zwischenerholungen abgesehen. Am Ende dieses Prozesses wird ein neues und vermutlich besseres und effizienteres Finanz- und Wirtschaftssystem geboren werden. Blasen, die wie in 2000, 2008 und 2011 auf exzessiven Schulden und falschen Versprechungen basieren, wird es dann nicht mehr geben. Und das ist ja auch nicht schlecht.

20 Prozent Seitwärts-Rendite mit überschaubarem Risiko – gibt`s hier

Bis dahin kann es allerdings noch eine Weile dauern. Die volatilen und auf längere Sicht noch richtungslosen Börsen werden uns deshalb kurzfristig weiterhin begleiten. Wir haben uns inzwischen darauf eingestellt, fassen Stoppkurse weiter, verkleinern Positionen und nehmen schneller Gewinne mit. Eine damit verbundene hohe Cashquote macht zwar in dieser Marktphase Sinn, allerdings liegt das Geld dann auch nur zu Minizinsen herum und wird langsam von der Inflation angeknabbert. Aber ich habe eine Lösung für dieses Problem gefunden: Meine neue, konservative Investment-Idee für Sie ist ein DAX-Korridor-Bonus-Zertifikat, welches Ihnen ohne viel „Zittern“ über 20 Prozent Rendite in einem Jahr einbringen wird und in das Sie gern auch einmal größere Summen investieren können..

Jürgen Nowacki

Die Hoffnungsträger der Energiewende verkommen zu Pennystocks; werden Großprojekte der Energiewende demnächst mit Eurobonds finanziert?

von Jürgen Nowacki (23.11.2011)



Wer hätte das gedacht, die Katastrophe um das AKW in Fukushima leitete nicht nur eine Energiewende ein, sondern fördert auch ein großes Umdenken in den Parteien und in ihrem Umgang miteinander. Offensichtlich gibt es mehr politische Gemeinsamkeiten zwischen schwarz und grün als zwischen schwarz und gelb. Wer aber glaubte, dass er jetzt mit grünen Investments auf der sicheren Seite sei, wird seinen Augen nicht mehr trauen. Solaraktien, einst die Hoffnungsträger für eine umweltfreundliche Energiebilanz, zerplatzen wie Seifenblasen und mancher Anleger fühlt sich unangenehm an das Scheitern der DOT-COM-Blase und den Niedergang des Neuen Marktes erinnert. Was aber vor 10 Jahren mit Web 2.0 technologische Umwälzungen und eine Revolution im Dienstleistungssektor – insbesondere bei Banken, Versicherungen und im Tourismus – auslöste, ist durch den Niedergang des Neuen Marktes nicht zum Stillstand gekommen. Die großen Player sind in den USA und Asien angesiedelt. Somit haben wir in Deutschland wieder einmal gute Grundlagenforschung geleistet, aber kaufen werden wir Produkte aus den USA und Asien, ein Vorgang, den wir bereits aus der Unterhaltungs und Kommunikationstechnik, aber auch aus der KFZ-Technik kennen.

Und trotzdem gibt es einige interessante Cleantech-Aktien, die von EU-Großprojekten zur profitieren sollten. Wenn Sie sich einmal Toray Industries* aus unserem Musterdepot ansehen, dann kann sich diese japanische Aktie gegen herbe Rückschläge der großen Aktienindizes gut behaupten. Ein guter Grund, einmal außerhalb Deutschlands in Asien und den USA nach vergleichbaren Papieren zu suchen, mit denen sich zukünftig Geld verdienen lässt.

Amerika läuft mit 15 Billionen US-Dollar Schulden in einen harten Wahlkampf. Hier wird nichts verschenkt und wer glaubt, dass Aktien jetzt erste Wahl wären, weil ein Präsidentenzyklus vor der Tür steht und Wahlgeschenke machen kann, den muss ich enttäuschen. Warum wir mit weiter fallenden Aktienkursen rechnen müssen, erklären wir in DAX und Dow – Outlook.

Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer, denn wie wir es Ihnen bereits vor Wochen prognostiziert haben, wird der Euro-Bond kommen. Die Politiker werden uns bereits in den nächsten Tagen und selbstverständlich nach gewissenhafter Prüfung erläutern, warum es sinnvoll ist, europäische Großprojekte wie Autobahnen, Solarkraftwerke in Griechenland und Spanien aber auch militärische Projekte mit Eurobonds zu finanzieren. In dieser Ausgabe sprechen wir über die Konsequenzen daraus und wie Sie als Anleger davon profitieren können. Seien Sie gespannt.

US-Amerikaner sind in Holiday-Season-Stimmung und begehen ihr wichtigstes Familienfest Thanksgiving. Vielleicht feiern Sie auch ein bisschen mit und lassen sich am 1. Advent vom Geist der Vorweihnacht einfangen.

Henrik Voigt

Vorbereitung ist alles

von Henrik Voigt (22.11.2011)


Im Handelsblatt lese ich: „Die EZB ist längst die größte Bad Bank Europas. Nun erschüttert eine Debatte die Notenbank in den Grundfesten: Soll sie unbegrenzt Geld drucken, um taumelnden Staaten zu helfen? Es wäre ein Tabubruch mit Folgen“. Zweifellos gerät diese Krise immer mehr außer Kontrolle. Gleichzeitig verlieren die vermeintlichen „Rettungsmaßnahmen“ drastisch an Seriosität.

Vorbereitung ist besser als Ignoranz oder Panik

Die Welt wird aber davon nicht untergehen. Es gibt keinen Grund, in Weltuntergangsszenarien zu verfallen. Aber ebenso wenig wird in dieser Situation Schönfärberei weiterhelfen. Ich bereite mich und Sie lieber auf die Dinge vor, die da kommen mögen. Im Gegensatz zu Ihrem Bankberater, der nur dann Geld verdient, wenn er Ihnen möglichst viele (und zumeist teure und gerade in der aktuellen Marktsituation unsinnige) Bankprodukte verkauft, sind wir bei DAX Profits unabhängig. Ich verdiene nichts an meinen Empfehlungen für Sie. Aber nur, wenn Sie damit langfristig gut fahren, bleiben Sie mir als Leser treu. Und genau aus diesem Grund gilt meine ganze Expertise in diesem Dienst einem einzigen Streben: Sie möglichst gut vorbereitet und profitabel durch diese Krise zu bringen.

Ende vergangener Woche sind die amerikanischen Börsen wieder eingebrochen. Kupfer und Öl ebenfalls. Zu Beginn dieser Woche folgen die deutschen Indizes nach. Ihr Bankberater würde Sie jetzt wohl zum Durchhalten auffordern. Oder sogar zum Nachkaufen von Fondanteilen seiner Bank. Bis von Ihrem Vermögen im schlimmsten Fall nur noch Bruchteile übrig sind. Wir hingegen wissen es besser und haben diese erneute Wende nach unten seit Wochen auf unserer Rechnung. Wir haben uns nicht blenden lassen und uns entsprechend positioniert, so dass wir von einer größeren Abwärtswelle ganz erheblich profitieren werden, während die große Masse der Anleger Verluste hinnehmen muss (vor allem unser TecDAX Short-Zertifikat dürfte sich im Wert vervielfachen). Wir können die Situation nicht ändern. Aber wir sind optimal vorbereitet. Warten Sie einfach gelassen ab. Sie stehen auf der richtigen Seite.

Henrik Voigt

Startet hier ein neuer Bullenmarkt?

 

von Henrik Voigt (17.11.2011)


Während der Woche meiner Abwesenheit scheint sich nicht wirklich etwas verändert zu haben. Es war auch nicht wirklich zu erwarten gewesen. Die Börsen stehen genau dort, wo sie vor einer Woche auch standen, ungeachtet eines weiteren erfolglosen Rallyversuchs.

Italien und Griechenland bekommen neue Regierungen, aber damit allein sind die altbekannten Probleme nicht gelöst. Mit Holland rutscht nun ein weiteres, einst starkes Mitglied der Eurozone in die Rezession ab. Weder in der Frage der Kapitalerhöhungen für die Banken noch bei der Mittelausstattung für den erweiterten Rettungsschirm ist man indes weitergekommen. Inzwischen scheinen die europäischen Bankenprobleme auch die USA zu erreichen. Erst gestern kündigte die Ratingagentur Fitch eine bevorstehende Abstufung amerikanischer Geldinstitute aus genau diesem Grund an.

Atmen die Börsen nur kurz durch?

Doch immerhin halten sich die Börsen (im Gegensatz zum wieder schwächelnden Euro etwa) angesichts der mauen Nachrichtenlage noch recht stabil in der Nähe ihrer Erholungshochs von Ende Oktober auf. Hartnäckig hält sich die Hoffnung, dass die Schulden- und Konjunkturprobleme schon „irgendwie“ gelöst werden. So mancher Analyst will deshalb mit den markanten Tiefs Anfang Oktober bereits einen neuen Bullenmarkt ausgemacht haben.

Nach dem außerordentlich starken Börsenmonat Oktober ist die Hoffnung auf weitere Kurszuwächse bis Jahresende in einer saisonal üblicherweise starken Zeit für Aktien nicht ganz unberechtigt. Der November brachte bisher ein Durchatmen mit einer Seitwärtsbewegung. Kommt also noch mehr nach oben?

Das wird wohl kaum ein neuer Bullenmarkt

Nach der jüngsten Studie des bekannten US-Analysten Mark Hulbert zeigen alle zehn Bullenmärkte der letzten Jahrzehnte ein gemeinsames Merkmal: Die Börsenumsätze an der NYSE (New York Stock Exchange) zogen während der ersten sechs Wochen eines neuen Bullenmarktes im Vergleich zu den sechs Wochen davor deutlich an, und zwar im Schnitt um den Faktor 2,15. Einfacher ausgedrückt: Ein neuer Bullenmarkt zeigt in seiner Anfangsphase mehr als das doppelte Börsenvolumen als die letzten Wochen des kurz zuvor zu Ende gegangenen Bärenmarktes.

Seit den markanten Tiefs Anfang Oktober sind nun wieder 6 Wochen vergangen. Wie haben sich
die Börsenumsätze im Vergleich zu den 6 Wochen davor entwickelt? Sie liegen nur um den Faktor
1,87 höher. Kein Bullenmarkt startete bisher mit so wenig Power. Speziell jetzt im November scheinen die Umsätze förmlich auszutrocknen. Gestern beispielsweise sahen wir in den USA das drittniedrigste Umsatzvolumen des gesamten Jahres! Es sieht so aus, als hätten sich zu viele Anleger bereits im Oktober für eine mögliche Jahresendrally positioniert, die jetzt einfach nicht kommen will. Nebeneffekt dieser dünnen Börsenumsätze sind leider auch zahlreiche Fehlausbrüche. Trendbewegungen werden in solchen Phasen nur angetäuscht und meist direkt wieder negiert. Ein Platz auf dem Beobachtungsposten ist für mittelfristig orientierte Anleger und Trendtrader eher zu empfehlen als jeder hektischen Minibewegung des Marktes hinterherzulaufen.

Bereithalten - die Chancen liegen bald deutlich auf der Shortseite

Zusammen mit der vor allem in den USA wieder verdächtig euphorischen Anlegerstimmung haben wir eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Rally seit Oktober nur eine vorübergehende Zwischenerholung im Abwärtstrend und nicht der Start eines neuen Bullenmarktes ist. Die nächste größere Trendphase wird demnach wohl wieder abwärts gerichtet sein, die Chancen werden mittelfristig eher auf der Shortseite des Marktes zu finden sein. Wann diese Trendphase starten dürfte, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Jürgen Nowacki

Monti mit Vorschusslorbeeren

 

von Jürgen Nowacki (15.11.2011)

 

Wer erwartete, dass bereits die Inthronisierung einer neuen Regierung – und sei es auch nur einer Übergangsregierung – in Italien Wunder vollbringen könne, hat die Märkte nicht verstanden. Der Kursanstieg in der letzten Woche war zum einen dem bevorstehenden Wochenende und zum anderen dem gestiegenen US-Verbrauchervertrauen geschuldet, aber nicht dem Ende der Ära Berlusconi.

Auch wenn die Medien das Ende Berlusconis bereits als gelungenen Neuanfang feiern, sollte jedem Börsianer klar sein, dass es sich bei Silvio B. nicht um einen dummen Jungen handelt, demdie Macht und sein Spielzeug zu Kopfe gestiegen waren. Berlusconi wusste genau, wie er seine Landsleute zu nehmen hatte, und er wusste genau, was das Volk von ihm erwartete. Das, was er dem italienischen Volk auf Pump gegeben hat, hielt ihn an der Macht. Und es sind dieselben Beweggründe, die deutsche Politiker veranlassen, lieber die Neuverschuldung zu steigern und Steuergeschenke zu machen – wie Erziehungsgeld (Herdprämie) für Topverdiener – als die Gunst der Stunde zu nutzen und die Verschuldung zu senken. Aber kommen wir auf Retter Mario Monti zu sprechen. Was will der Wirtschaftsexperte und frühere EU-Kommissar besser machen? Wie wird er die Gewerkschaften mit ins Boot holen? Was nützen die zahlreichen Vorschusslorbeerenaus einer makellosen Bankenkarriere, wenn das Volk auf die Straßen geht und Banken und Autos anzündet wie in Athen? Nur wenn es gelingt, mit den Kommunisten und den Gewerkschaften ein Gesamtpaket zu schnüren, kann von einem tragfähigen Konzept gesprochen werden.

In der heutigen TT-Ausgabe widmen wir uns im Schwerpunktthema dem Erdöl und der Korrelation zwischen Öl und S&P 500 – und so viel bereits vorweg: Es sieht gar nicht so schlecht aus für die Wall Street. Lesen Sie hierzu auch mehr unter Dow und DAX – Ausblick. In unserer Rubrik Euro und Rohstoffe kommen wir auf eine brisante Kaufgelegenheit für Euro-Puts zu sprechen.

Jürgen Nowacki

Was Parlamente nicht schaffen, die Märkte bereiten dem Politzirkus ein Ende

 

von Jürgen Nowacki (09.11.2011)



Was wurde in den letzten Wochen und Monaten über die Irrationalität der Märkte gestänkert und wie wurden Trader diffamiert.Jetzt zeigt sich, dass die Märkte und ihre Akteure innerhalb von kurzer Zeit die politische Szene in Griechenland und Rom bereinigt haben. Das, was in den letzten Jahren keiner legitimierten Regierungsopposition gelungen ist, nämlich Regierungsmissstände zu beenden und die amtierenden Götter in feinstem Brioni-Tuch vom Sockel zu stoßen, hat jetzt schlussendlich der Markt vollzogen. Was ökonomisch falsch war, aber über viele Jahre hinweg politisch legitimiert wurde, hat jetzt durch die Finanzmärkte ein Ende gefunden.

Aber ist das nicht auch eine Warnung vor Fehlentwicklungen, wie wir sie momentan in der EZB beobachten können? Das neue Management der europäischen Notenbank stützt den Anleihemarkt bei jeder sich bietenden Gelegenheit und damit stärker als Vorgänger Jean Claude Trichet. Mario Draghi senkt überraschend und ohne Not die Zinsen und opfert das, was von der Geldwertstabilität noch übrig geblieben ist. Die Neutralität der EZB ist schon lange geopfert und hat einige Bundesbanker bewogen ihren Platz zu räumen. Das war offensichtlich aber nicht Warnung genug und hinter den Kulissen fragen sich die Experten, wann die Märkte auch bei der EZB eine Bereinigung vornehmen werden. Der Risikoaufschlag für italienische Anleihen ist weiter gestiegen und Rom muss für Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit jetztmehr als 6,60 Prozent Zinsen zahlen. Was die neuen Politiker nach der Ära Berlusconi machen werden, bleibt weiterhin unklar, aber es gibt Hoffnung vom Goldmarkt. Lesen Sie in unserer Rubrik Devisen und Gold, wie sich die Problememittelfristig auflösen könnten.

Fassen wir die Fakten einmal zusammen: Die Märkte und ihre Akteure mussten mit Sorge beobachten, wie die EZB mittlerweile für mehr als 180 Milliarden Euro Staatsanleihen Spaniens, Italiens und Irlands ankaufte, um Kurskosmetik am Markt zu betreiben. Es ist allgemeiner Konsens, dass die EZB für diese Geschäfte keine politische Legitimation hat. Die Märkte sind stark beunruhigt, weil die Verluste der EZB die Verluste der G17-Staaten sind.

Liebe Leser, in den Medien wird so getan, als ob Angela Merkel noch entscheiden könnte, dass die Goldreserven im Safe der Bundesbank bleiben, aber offensichtlich ist die Realität eine andere. Stellen Sie sich darauf ein, dass auch diese Hemmschwelle fallen wird. Wenn meine Vermutung richtig ist, dann bleibt der EZB nichts anderes übrig, als dem Goldpreis freien Lauf zu lassen und die Gold-/Devisenreserven für eine Erweiterung des Rettungsschirms zu opfern, oder die Experten führen zumindest teilweise den Goldstandard in Europa ein.

Henrik Voigt

Anlegerstimmung: zu schnell wieder zu euphorisch

 

von Henrik Voigt (08.11.2011)



Zunächst heiße ich die zahlreichen neuen Leser herzlich willkommen. Wenden Sie sich bitte bei Fragen direkt an mich.

Damit zu einer Standortbestimmung an den Märkten. Der Oktober war mit einem Plus von 11,62% einer der besten Monate in der Geschichte des DAX`. Ein neuer Bullenmarkt? Mitnichten: Die zehn größten Monatsgewinne in der Börsengeschichte ereigneten sich alle während langfristiger Bärenmärkte, waren also lediglich Zwischenerholungen im Abwärtstrend, die von neuen Tiefs gefolgt wurden. Die Gefahr ist groß, dass mit den Kursaufschlägen dieses Oktobers das Gleiche passiert. Warum?

Die Oktoberrally brachte vor allem eines: zu viel Euphorie

Zum einen haben wir es nach dem starken Pessimismus im August/September nun wieder extrem zügig mit überschäumender Euphorie an den Börsen zu tun bekommen, wie diverse Indikatoren zeigen. Keine Skepsis gegenüber der Rally mehr, die für eine konstante „wall-of-worry“ sorgen könnte und damit zu einem Andauern der Aufwärtsbewegung. Solange die Masse mehr Angst davor hat, den nächsten Bullenmarkt zu verpassen als vor weiteren Kursverlusten, wird das nichts.

Ein Beispiel: Der Hulbert Nasdaq Newsletter Sentiment Index, ein Stimmungsindikator mit einem sehr guten „track record“ als Kontraindikator für den spekulativen US-amerikanischen Nasdaq-Index, steht jetzt höher als am Hoch des Bullenmarktes im Mai. Die Gefahr ist groß, dass das Boot bereits wieder zu voll ist und die Rally schnell wieder in sich zusammen fällt. Die Stimmung stützt die Börsen nicht länger, sie belastet sie jetzt. Mark Hulbert, der Herausgeber des Stimmungsindikators, geht deshalb in seinem letzten Kommentar vom Freitag davon aus, dass die Anfang Oktober markierten Jahrestiefs an den US-Börsen erneut unterschritten werden.

Konjunktur: ECRI sieht US-Rezession als sicher an

Aber kommt wenigstens Schützenhilfe von den Wirtschaftsdaten? Ich beobachte u.a. regelmäßig den Leading Index des Economic Cycle Research Institute (ECRI), einen sehr zuverlässigen Früh-Indikator für das Wachstum in den USA. Mit diesem Indikator gelang es dem Institut im Gegensatz zu allen offiziellen Stellen, sechs der letzten sieben Rezessionen seit den 1960er Jahren vorherzusagen. Ich kenne keinen besseren Konjunkturindikator. Am 30. September 2011 sagte das ECRI mit ungewöhnlich klaren Worten eine erneute Rezession in den USA in den kommenden Monaten vorher („Early last week, ECRI notified clients that the U.S. economy is indeed tipping into a new recession. And there's nothing that policy makers can do to head it off.”). Ich habe noch nie erlebt, dass sich das Institut derart weit aus dem Fenster lehnte wie in diesem Bericht (bei einer Fehlprognose setzen sie ihren guten Ruf aufs Spiel, da sie bisher fast immer richtig lagen). Der Aktienmarkt schlug die Warnungen dennoch umgehend in den Wind. Ähnlich wie nach der letzten Rezessionswarnung des ECRI im Sommer 2008, wo es kurz darauf zu einer etwa 20prozentigen Bärenmarktrally kam – die letzte vor dem großen Crash. An der Rezessionswahrscheinlichkeit hat sich auch diesmal nichts geändert - im Gegenteil. Die ECRIDaten sind seither noch tiefer in den negativen (Schrumpfungs-)Bereich abgerutscht. Das Institut bekräftigte seine Rezessionswarnung erneut am 07.November.

Euro-Rettung steht auf tönernen Füßen


Gerade in Bärenmärkten ist man immer wieder erstaunt, mit welcher Sturheit Börsen eine Zeitlang
in die falsche Richtung laufen können. Mag sein, dass die Hoffnung auf eine schnelle Lösung der
europäischen Schuldenkrise hier die Haupttriebfeder ist. Allerdings werden Probleme, die über viele Jahrzehnte angehäuft wurden, kaum in ein paar Wochen gelöst sein. Das zeigt sich bereits bei dem mit großen Worten angekündigten erweiterten Europäischen Rettungsschirm EFSF. Er soll über einen ominösen Hebelmechanismus zwar auf über 1 Billion Euro gehebelt werden und könnte damit zunächst bei den kleineren Krisenstaaten eine Menge Zahlungsausfälle kompensieren. Aber es scheint nicht einmal zu gelingen, ihn mit echtem Geld von Investoren aufzufüllen, damit er überhaupt funktionsfähig wird. Die abgeblasene erste Anleihenauktion in der vergangenen Woche hat es recht drastisch gezeigt: Europa ist für die meisten Investoren zu riskant geworden.

Trotz Rettungspaketen: Griechenland ist längst pleite

Pikantes Detail am Rande: Griechische Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit weisen inzwischen einen Zinssatz von 103 % auf. Der Markt rechnet trotz aller Rettungspakete und Zwischenkredite der EU also mit einem sicheren Zahlungsausfall und damit einer Staatspleite. Man möchte jedoch gerne eine offizielle Griechenland-Pleite so lange verhindern, bis der neue EFSF tatsächlich einsatzbereit (also mit ausreichend Investorenkapital unterlegt) ist, damit man damit die nächsten großen Wackelkandidaten Italien oder Spanien retten kann. Bislang scheint das nicht zu funktionieren. Aber selbst wenn: Das Wachstum der peripheren Länder ist zu schwach, um deren Handelsbilanzdefizite abzubauen. Die einzige Chance bestünde im vermehrten Gelddrucken durch die Europäische Zentralbank (EZB), was bislang glücklicherweise von Deutschland blockiert wird, wo aus historischen Gründen eine große Angst vor inflationären Entwicklungen herrscht.

Das ist die Realität, die die Aktienbörsen derzeit ausblenden. Wir bleiben weiter vorsichtig, lassen uns nicht in die Falle locken und halten viel Cash. Sobald die nächste große Verkaufswelle anrollt, klinken wir uns verstärkt in Abwärtsrichtung ein. Wann es losgehen dürfte, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Jürgen Nowacki

Die Eiszeit geht weiter

 

von Jürgen Nowacki (03.11.2011)


Alles dreht sich offensichtlich nur noch um Griechenland. Kaum dass man glaubt, eine weitere Entwicklungsstufe in der Krisenbewältigung erreicht zu haben, droht neues Ungemach. Warum, so fragt sich die ganze Welt, wurde das Referendum, also die Volksbefragung, nicht bereits vor Monaten vorgenommen? Jetzt werden Stimmen laut, die das hohe Verhandlungstempo der Unterhändler und Krisenstäbe kritisieren und argumentieren, dass es das gute Recht einer Nation sei, bei so wichtigen Fragen das Volkmit an Bord zu nehmen und seine Einschätzung zu berücksichtigen. Ja, das mag stimmen, zumindest wirkt es auf den ersten Blick plausibel. Aber was würden wir als Eltern davon halten, wenn der Schulbusfahrer während der Fahrt feststellt, dass er die Verantwortung für 50 Kinder nicht mehr tragen kann und während der Fahrt aussteigt?

Was haben die Verhandlungsführer übersehen? Hätten Sie ihre Finanzierungszusagen nicht nur vom Bericht der Troika, sondern auch vom vorherigen Votumder Bevölkerung abhängig machen müssen?

Muss sich das Gespann Sarkozy-Merkel tatsächlich den Vorwurf gefallen lassen, die Griechen überrannt zu haben? Mitnichten, denn Griechenland selbst war es, das Druck gemacht hat und keine Gelegenheit ausließ deutlich zu machen, wie wichtig die pünktliche Überweisung der sechsten Teilauszahlung Anfang November in Höhe von 8 Milliarden Euro aus dem ersten 110-Milliarden-Euro-Rettungspaket sei.

Jetzt, nachdem bereits 65 Milliarden Euro geflossen sind, soll das Volk befragt werden, ob es sparen oder gleich die Insolvenz in Kauf nehmen will? Diese Vorgehensweise ist naiv und absurd, denn nach Artikel 44 Absatz 2 der griechischen Verfassung*, so hat der Analyst Joachim Goldberg auf blognition.de recherchiert, kann es eine Volksbefragung zu allenmöglichen gesellschaftlichen Themen geben, aber nicht zum Finanzsektor. Papandreou hält sich demzufolge also selbst nicht an sein eigenes Grundgesetz und sieht sich offensichtlich selbst auch nicht mehr in der Lage, rechtswirksame Geschäfte oder besser Willenserklärungen für sein Volk abzugeben. Das ist die Kapitulation eines Politikers, mit dem ab sofort nicht weiter verhandelt werden dürfte. Die Verhandlungen müssten ruhen, bis eine neue Regierung die Amtsgeschäfte übernimmt.

Warum, so mag sich mancher Beobachter fragen, fallen aber die Aktienmärkte, wenn die Gefahr besteht, dass Griechenland aus der Eurozone austritt? Müssten die Aktienkurse dann nicht eher steigen? Europa könnte doch viel Geld sparen und die EZB brauchte keine Griechenbonds mehr anzukaufen.

Nun, es geht ja eben nicht nur um Griechenland, sondern vor allem um die Banken und Versicherungen, die in Griechenland investiert haben. Folglich haben wir mindestens bis zur Klärung aller Sachverhalte und bis zum Volksentscheid mit fallenden Aktien- und Rentenkursen zu rechnen. Wir haben das zur Kenntnis nehmen und in der Depotstrategie konsequenterweise Änderungen vornehmen müssen. Die Musterdepots sind bis auf wenige Aktien aus Sondersituationen und Edelmetalle geräumt und mit Euro- sowie DAX-Puts bestückt.

Die Eiszeit ist leider noch nicht vorbei! In unserer Rubrik Dow und DAX werden wir heute untersuchen, ob Versorgeraktien zukünftig bei Anlageentscheidungen als sicherer Hafen herangezogen werden können und damit eine Alternative zu den Staatsanleihen bilden.

Liebe Leserin, lieber Leser des Target Trader,
die Grundlage im Geschäftsleben sind übereinstimmende Willenserklärungen, aber auch die Geschäftsfähigkeit der Beteiligten. Eine Regierung, die ihre eigene Geschäftsfähigkeit und Legitimation zu einem Zeitpunkt in Frage stellt, an dem im höchsten Maße Gefahr im Verzuge ist, fügt seinen Partnern und damit seinem Land schweren Schaden zu. Die Folgewirkungen sind katastrophal und betreffen alle grenzüberschreitenden Geschäftsverbindungen. Hier werden gerade die letzten Sympathien, die dem griechischen Volk bislang entgegengebracht wurden, verspielt. Oder würden Sie ein Solarkraftwerk in einem Land vorfinanzieren oder Hotels bauen, wenn Vertragsbruch dort quasi gesellschaftsfähig ist und die Kultur bestimmt?

Henrik Voigt

Börsen am entscheidenden Punkt gescheitert?

 
von Henrik Voigt (01.11.2011)


Es passiert nicht alle Tage, dass die Börsen innerhalb von wenigen Monaten zwei vermeintliche große Trendwechsel (im Juli abwärts, im Oktober aufwärts) mit anschließenden, schlagartigen Indexbewegungen von mehr als 20 Prozent durchmachen. Soweit ich mich erinnere, gab es das noch nie. Diese enorme Volatilität und Schizophrenie der Märkte wird direkt durch die massivsten staatlichen Markteingriffe der Wirtschaftsgeschichte ausgelöst. Aber die Nebenwirkungen solcher „Verzweiflungstaten“ sind gravierend. In der Wirtschaftspresse finde ich heute ein Zitat von Felix Zulauf, einem bekannten Schweizer Vermögensverwalter: "Wir haben im Moment die größte Finanzmarktmanipulation der Geschichte durch die Notenbanken. Unsere Kinder werden in den Geschichtsbüchern lesen über den Unsinn, den wir veranstaltet haben. Aber es ist nicht das Ende der Welt, sondern nur der Welt, wie wir sie kannten". Hoffen wir, dass der Unsinn bald endet, damit etwas Besseres daraus entstehen kann.

Staaten müssen sich aus Märkten heraushalten

Mit dem neuen EU-Rettungsschirm werden die Anleihen insolventer Eurostaaten und damit gleichzeitig die involvierten Banken mit (vorwiegend deutschen) Steuermitteln subventioniert. Freilich um den Preis noch höherer Staatsschulden und mit dem Risiko, dass mittelfristig auch starke EU-Länder wie Deutschland unter die Räder kommen. Kaum wurde das neue Rettungspaket vor wenigen Tagen als „großer Wurf“ verkündet, scheren die Vertragspartner aber schon wieder aus. Griechenland will die Verträge mit einer Volksabstimmung über die Sparmaßnahmen kippen, die Banken wollen bessere Konditionen beim geplanten Schuldenschnitt, dem Rettungsschirm fehlen noch 560 Mrd. Euro an Finanzmitteln. Hier zeigt sich die ganze Unfähigkeit unserer Politelite, was inzwischen wohl auch die Finanzmärkte erkennen (besser spät als nie).

Große Richtungsentscheidung rückt näher

Die Volatilität an den Börsen ist derzeit wieder enorm hoch. Die Gefahr, dass die Märkte mittelfristig kaputtgespielt werden, wenn einseitig eine Minderheit von Marktteilnehmern mit viel zu hohen Risiken subventioniert wird, ist nicht gerade gering. In dieser Situation war es goldrichtig, dass wir in DAX Profits eine hohe Cashquote gehalten haben. In den nächsten Wochen dürfte der Markt eine mittelfristige Richtungsentscheidung treffen, die dann das längerfristige Halten von Positionen ermöglicht, was wiederum hohe Gewinne einbringen dürfte. Im Gegensatz zu vielen anderen Börsendiensten, die jetzt hohe zweistellige Depotverluste wieder aufholen müssen, weil sie im Crash mit prall gefüllten Depots und ohne sinnvolles Risikomanagement auf dem falschen Fuß erwischt wurden, können wir gelassen die Richtungsentscheidung der Märkte abwarten und uns dann mit größerer Sicherheit positionieren.

Crash oder Rally?

Die Märkte stehen jetzt an einem entscheidenden Punkt, an dem es auch um unsere weiterhin richtige Positionierung geht. Aktuell sehen wir eine deutliche Korrektur auf die ungesund steile Hoffnungsrally der letzten Wochen. Bringt diese keine neuen Jahrestiefs, dann hat sogar eine neue Bullenphase mit anschließenden Jahreshochs (bis etwa Mai 2012) eine Chance. Bricht die Rally aber schnell und komplett wieder zusammen und führt unter die alten Jahrestiefs, dann werden wir wohl Zeuge der stärksten Verkaufswelle des laufenden Jahres. Auf jeden Fall werden wir in Richtung Jahresende sehr große  Bewegungen sehen. Und wir werden auf der richtigen Seite des Marktes dabei sein. Wie es an den Börsen weitergeht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Jürgen Nowacki

Effektivere Nutzung des Euro-Rettungsschirms EFSF ein Blankoscheck?

 

von Jürgen Nowacki (26.10.2011)



Sorry, aber ich muss heute noch einmal auf das aktuelle EU-Gipfeltreffen eingehen. Für uns Marktakteure ist dieses Thema wichtig für die Positionierung. Während zum Thema Rettungsschirm in den Medien vor allem 2 Zahlen herumgereicht werden, nämlich eine Haftung des deutschen Steuerzahlers von 211 Mrd. Euro im Rahmen des EFSF-Rettungsschirms und eine Hebelung auf 1 Billion Euro, ist bereits heute vielen Volkswirten und Analysten klar, dass die in der letzten Woche genannte Planzahl von einer Hebelung auf 2 Billionen Euro vor allem aufgrund der Probleme mit Italien und Spanien sehr viel wahrscheinlicher ist. Außerdem dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass die EZB bis Ende letzter Woche bereits für 169 Milliarden Euro problematische Staatsanleihen zur Marktpflege angekauft hat. Wie soll das weitergehen, findet hier eine Haftungsausweitung über die EZB statt?

In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, was es mit der Legitimation der Bundesregierung auf sich hat, wenn es heißt: „Die Bundestagsfraktionen von Union und FDP haben am Dienstagnachmittag einem Antrag zur „effektiveren Nutzung des Euro-Rettungsschirms EFSF zugestimmt“. Effektive Nutzung lässt eben offen, wie weit der Hebel gehen darf, und schafft alles andere als Transparenz. Es ist ganz klar, dass die Bundesregierung mit einer Vollmacht in die Verhandlungen gehen muss, die sie nicht einengt, aber es sollte uns Marktakteuren auch klar sein, dass der Spuk noch lange nicht vorbei ist, sondern jetzt erst einmal in die nächste Runde geht.

Fassen wir zusammen: Die Haftungsdiskussion für deutsche Steuerzahler ist noch lange nicht vom Tisch, die Unsicherheiten bleiben wegen schwammiger Haftungsbegrenzungen in den Aktienmärkten, in den Devisenmärkten aber auch in den Köpfen der Konsumenten, was die Rezessionsängste verschärfen dürfte. Dazu, lieber Leser, finden Sie heute eine Statistik in der Rubrik Konjunktur und Zinsen, die Sie sich unbedingt ansehen sollten. In unserer Rubrik DAX und Dow – Outlook erläutern wir Ihnen, warum wir trotz politischer Unsicherheiten weiterhin vorsichtig optimistisch für die Aktienmärkte sind und die Investitionsquote behutsam ausweiten werden.

Henrik Voigt

EU-Gipfel bisher ergebnislos


von Henrik Voigt (25.10.2011)


An den Börsen wird seit einigen Wochen wieder die Hoffnungskarte gespielt. Man hofft auf eine schnelle Lösung der Europäischen Schuldenkrise. Aber eine Krise, die sich über viele Jahrzehnte aufgebaut hat, lässt sich nicht innerhalb weniger Wochen lösen. Das zeigt auch die Tatsache, dass der medienwirksam inszenierte „große Wurf“ eigentlich auf dem EU-Gipfel am Sonntag hätte verkündet werden sollen. Stattdessen war die Uneinigkeit innerhalb der EU so groß, dass ein möglicher Kompromiss jetzt auf Mittwoch verschoben werden musste. Und auch da ist eine echte Lösung weiter fraglich.

Hoffnung allein macht keinen neuen Bullenmarkt

Tatsächlich braucht Europa in den kommenden drei Jahren die unvorstellbare Summe von 1,7 Billionen(!) Euro zur Bedienung seiner in diesem Zeitraum fälligen Staatsanleihen. Dann müssen die Staaten entweder zahlen, oder umschulden. Beide Möglichkeiten scheiden aber aus. Zum Zurückzahlen fehlt das Geld, zum Umschulden die Investoren. Kein Investor geht in den mittlerweile als hochriskant eingestuften europäischen Markt. Daran dürfte sich auch nichts ändern, wenn die Papiere über den erweiterten Rettungsschirm ESFS ausgegeben werden, denn der ist auch nur mit „Garantien und Versicherungen“, aber nicht mit genügend echtem Geld hinterlegt.

Es könnte also auch nach diesem „Rettungs-Mittwoch“ nichts weiter als eine neue Runde des Wartens auf eine wie auch immer geartete, schnelle Wende zum Besseren geben. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Dass diese Hoffnung bisher auf Sand gebaut ist, zeigen viele charttechnische Vorläuferindikatoren, die der allgemeinen Börsenerholung hinterherhinken, was wiederum Zeichen eines übergeordnet weiter anhaltenden Bärenmarktes ist.

Bleiben Sie gelassen

Obwohl sich die Märkte in den letzten Wochen stabilisieren konnten, schlagen die Stimmungen immer wieder sehr schnell um. Gefangen zwischen der Angst vor dem Verpassen der nächsten Rally und der Furcht vor dem nächsten Einbruch bleibt der Markt nervös. Die Volatilität ist nach wie vor sehr hoch. Alle hoffen, dass der Crash ein Fehlsignal war und verweigern sich der Erkenntnis, dass der Bullenmarkt zunächst vorbei ist. Und das, obwohl es eindeutige Parallelen zum letzten Bärenmarkt und ähnlichen Börsenphasen in den Jahren davor gibt. Erst wenn diese Parallelen aufgesprengt werden, können die Bullen wieder wirklich hoffen.

Diese Börsenphase kann sich problemlos noch einige Wochenhinziehen, bis die nächste größere Trendbewegung (voraussichtlich abwärts) einsetzt. Die Kursausschläge dürften dabei allmählich kleiner werden, der Aufwärtsdrang allerdings ebenso. Lassen Sie sich also von dem täglichen Geplänkel nicht verunsichern. Mit einer vergleichsweise niedrigen Investitionsquote, wie wir sie aktuell in DAX Profits haben, liegen Sie aktuell auf der sicheren Seite. Die Angst, die Kurse könnten davonlaufen, ist kontraproduktiv und führt zu Overtrading. Große Trends halten für gewöhnlich 1-3 Jahre. Es besteht also kein Anlass für überstürzte Entscheidungen.

Jürgen Nowacki

Himmelfahrtskommando gehebelter Rettungsschirm, ist das jetzt das Ende vom Euro?

 

von Jürgen Nowacki (20.10.2011)

 

Dienstagabend, die Wall Street reagiert freundlich auf die Veröffentlichung eines Guardian- Berichts, demzufolge der Rettungsschirm von 780 Mrd. Euro auf 2 Billionen Euro hochgehebelt werden soll. Lassen sich Politiker von der anfänglich positiven Reaktion der Wall Street tatsächlich zu solch einer Finanzakrobatik verleiten, dürfte der Euro schneller am Ende sein, als es den Optimisten in diesem Lande recht sein könnte.

Kommen wir noch einmal auf den Kern der Finanzkrise zurück. Die Industrienationen stecken im Schlamassel, weil Banken und vor allem Landesbanken ein vermeintlich sicheres Geschäft entdeckten und ihre Risiken hebelten. Die Rede ist von Kreditderivaten, die von den größten Ratingagenturen – also denselben Experten, die sich heute als Totengräber ganzer Volkswirtschaften entpuppen – mit den höchsten Bonitätsnoten ausgestattet wurden. Der Handel auf Kredit fand damit mit ihrem Segen statt. Diese Geschäftsidee entpuppte sich als fataler Irrtum und all die Banker, die dieses Spiel seinerzeit nicht mittragen wollten, und die darum als Bedenkenträger abgestempelt wurden oder deren Geschäftseinstellung als antiquiert bezeichnet wurde, sollten mit ihren Befürchtungen recht behalten. Ich kenne einige erfahrene und langgediente Banker, die als letzte Konsequenz ihren Hut genommen haben, weil sie dieses Geschäftsmodell mit der Gründung von Zweckgesellschaften im Ausland nicht mehr verantworten wollten. Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt wollen diejenigen, die stets auf Spekulanten geschimpft haben, selbst tricksen und wissen dabei ebensowenig wie die Elite-Banker vor 5 Jahren, wie das Spiel ausgehen wird. Darauf ein Halleluja.

Hebeln als Kardinalfehler

Politiker wie Wolfgang Bosbach, die bislang gegen eine Ausweitung des Rettungsschirms waren und damit argumentierten, dass die Gefahr einer ständigen Ausweitung von Haftung und Eventualverbindlichkeiten dem Euro schaden würde, finden sich bereits nach weniger als 3 Wochen bestätigt. Um es auf den Punkt zu bringen: Hebeln ist der KARDINALFEHLER vieler Spekulanten, die auf einer falschen Position sitzen.

Das Ende ist bekannt, der Totalverlust!

Dass der US-Aktienmarkt positive Signale aussendete, ist nicht mehr als ein Zufall. Denn wir haben Sie am Dienstagvormittag in einer Sondermitteilung und per SMS informiert, warum in der Wall Street am Abend mit einer technischen Reaktion zu rechnen war. In der heutigen Rubrik DOW und DAX – Outlook werden wir näher darauf eingehen, weshalb wir davon ausgehen, dass sich die Wall Street nach schwachen Handelstagen schnell wieder erholt, für Trader in Dow und DAX eine ideale Handelssituation.

Im Schwerpunktthema gehen wir heute mit einigen Aktien unseres Depots ins Gericht und beantworten die Frage, ob sich ein Einstieg beispielsweise bei Cisco mit 21 Prozent Buchgewinn im Musterdepot noch lohnt.

 

Henrik Voigt

 

Bärenmarktrally dauert an

 

von Henrik Voigt (18.10.2011)

 

Angesichts der starken Erholung an den Aktienbörsen in den zurückliegenden beiden Wochen gibt es keinen Zweifel mehr: Wir befinden uns in der ersten echten Bärenmarktrally seit dem Augustcrash. Die Anleger erhoffen sich vermutlich eine schnelle Lösung der Europäischen Schuldenkrise auf dem am Wochenende bevorstehenden EU-Gipfel. Probleme, die über Jahrzehnte entstanden sind, lassen sich aber nicht über Nacht aus der Welt schaffen. Mittlerweile sind viele technische Indikatoren durch die schnellen starken Kursanstiege so deutlich überhitzt, dass ein kräftiger Rückschlag überfällig war und inzwischen auch bereits läuft. Daraus dürfte jedoch noch nicht zwangsläufig die nächste große Verkaufswelle entstehen, denn der Markt ist noch immer recht pessimistisch.

Erstaunliches Börsen-Drehbuch aus dem Jahr 2008

Halten sich die Aktienbörsen in diesem Jahr weiter an das „Drehbuch", das uns der letzte Bärenmarkt 2008 hinterlassen hat, dann dürfte die laufende Korrektur ein bis zwei Drittel der jüngsten Kurserholung wieder ausradieren, bevor es bis etwa Ende November zu weiteren, allerdings weniger kräftigen Erholungen kommt. Bisher verlaufen die Kursmuster des aktuellen Bärenmarktes 2011 erstaunlicherweise fast komplett identisch mit den damaligen Verläufen, sowohl was die zeitlichen als auch was die preislichen Dimensionen angeht. Rechnen Sie allerdings nicht damit, dass sich 2008 ganz exakt wiederholen wird. An einem bestimmten Punkt weichen Analogien immer voneinander ab. Die Volatilität scheint in 2011 schon mal höher zu sein, was den Zeitrahmen auch verkürzen kann.

Diese enorme Volatilität dürfte auf das Konto der gigantischen staatlichen Eingriffe in die Märkte gehen. In den USA haben wir Eingriffe in den Aktienterminmarkt gesehen, Europa kauft aktuell Staatsanleihen auf und stützt Banken, in China sollen direkte Stützungskäufe bei Bankaktien eine Implosion des dortigen Finanzsektors verhindern, der durch die fallenden Immobilienpreise zunehmend in Schieflage gerät. Ich bezweifle zwar, dass solche Manipulationen irgendetwas an den einmal eingeschlagenen Trends ändern. Kurzfristig wird die Prognosesicherheit aber herabgesetzt, wenn der Staat sich in normalerweise freie Märkte einmischt. Wir müssen deshalb weiter auf der Hut bleiben und flexibel beide Kursrichtungen spielen. 

Kurserholung senkt Ausfallrisiken

Ein Gutes hat die Kurserholung natürlich auch: Die Kreditausfallsrisiken (CDS) der Banken sind so deutlich zurückgekommen, dass wir uns aktuell keine Sorgen um Ausfälle bei den Emittenten machen müssen. Mit der Bereitschaft der Euroländer, notfalls Geldinstitute in Schieflage auch „zwangskapitalisieren" (also faktisch verstaatlichen) zu lassen, dürften diese Sorgen so schnell auch nicht wiederkommen. Den Banken selbst gefallen solche Maßnahmen natürlich überhaupt nicht. Aber es sieht nicht so aus, als hätten sie in dieser Sache einen großen Verhandlungsspielraum.

Jürgen Nowacki

Fahrplan für die Krise und Stresstest ohne Wert

 

von Jürgen Nowacki (12.10.2011)

 

Erinnern Sie sich noch an den zweiten Bankenstresstest vom Juli dieses Jahres? 90 Institute aus 21 Ländern wurden getestet. Mit dieser Aktion sollte fürmehr Transparenz geworben und Vertrauen in die Bankenindustrie zurückgewonnen werden. Acht Banken sind damals durch den Test der EBA, der European Banking Authority gefallen. Fünf aus Spanien, zwei aus Griechenland und eine aus Österreich. Die belgisch-französische Dexia-Finanzgruppe war nicht dabei, sie absolvierte den Stresstest mit Bravour. Ja was soll das Ganze, werden Sie sich fragen und Sie haben recht, lieber Leser. Ein Armutszeugnis für die EBA, die nicht zum ersten Mal versagte. Beim ersten Stresstest wurde bei Irland ebenfalls übersehen, dass es mit der Risikobewertung nicht weit her war. Die Folge ist klar, das Vertrauen ist nun restlos dahin und Banken leihen sich untereinander kein Geld mehr.

Bravo – und die Konsequenzen daraus? Auch drei Jahre nach Lehmann scheint es immer noch keine durchgreifenden Gesetzesänderungen zu geben, die uns Anleger und Sparer zukünftig vor systematischen Risiken multinationaler Konzerne schützen. Ja es wird offensichtlich nicht einmal der Versuch unternommen, eine wirksame Gesetzesvorlage auf den Tisch zu legen. Stattdessen flüchten sich Politiker in eine Transaktionssteuer, wie peinlich. Als wenn das all die Probleme an der Wurzel packen könnte. „Too big to fail“, zu große Unternehmen, um sie fallen zu lassen, da muss man ansetzen. Amerika hat es nach dem Zusammenbruch 1929 mit dem Glass-Steagal Act vorgemacht. Ein Gesetz, das Banken 68 Jahre lang wirksam in die Wachstumsschranken gewiesen hat. Nur heute traut sich niemand mehr, dieses heiße Eisen anzupacken. Offensichtlich wurde noch nicht genug Schaden angerichtet. Vielleicht wird sich ja etwas ändern, wenn die Gruppe der Demonstranten groß genug geworden ist und die bevorstehenden US-Wahlen etwas bewirken, was in Europa niemand anpacken will.

Anpacken ist mein Stichwort für die nächsten Wochen. Der Fahrplan ist klar. Als nächstes bekommt Griechenland noch einmal 9 Mrd. Euro, damit die Banken, die noch Anleihen im Depot haben, noch nicht abschreiben müssen. Dann wird Slowakei als letztes EU-Mitglied den Weg für den Bankenrettungsschirm freimachen. Anschließend wird es einen Kapitalschnitt für griechische Anleihen in der Größenordnung von 50 bis 60 Prozent geben. Banken, die nach Stresstest 2 für gut befunden wurden, aber trotzdem gerettet werden müssen, werden enteignet. Das alles dürfte sich innerhalb der nächsten 3 Monate abspielen, richten Sie sich bitte auf weitere Turbulenzen an den Aktienmärkten ein.

Volltreffer beim Bund-Future

Wir haben Ihnen das Verkaufssignal für Deutsche Rentenfutures rechtzeitig an die Hand gegeben. Heute gehen wir in der Rubrik Konjunktur und Zinsen noch einmal darauf ein und beziehen Stellung zur weiteren Entwicklung. Dabei begründen wir, warum wir den DAX Put verkaufen.

Henrik Voigt

 

Euro-Tragödie letzter Akt?

 

von Henrik Voigt (11.10.2011)

 

Während die Börsen in der vergangenen Woche wieder einmal ein bisschen Erholung feierten, hat Europa seine erste Bankenpleite der aktuellen Euro-Schuldenkrise zu vermelden. Die wegen ihrer hohen Bestände an faktisch wertlosen Griechenland-Anleihen ins Schlingern geratene belgisch-französische Finanzgruppe Dexia muss zerschlagen werden und wird verstaatlicht, wie gestern gemeldet wurde. Um die Finanzierung für die nächsten zehn Jahre abzusichern, sagten Belgien, Luxemburg und Frankreich Staatsgarantien in Höhe von 90 Milliarden Euro zu. Die Lage ist ernst. Sogar so ernst, dass der eigentlich für kommende Woche EU-Herbstgipfel verschoben wird. Es soll ein dauerhaftes Gesamtkonzept erarbeitet werden - und das braucht Zeit. Voraussichtlich bis zum G20-Gipfel am 03./04.11. in Cannes.

Dexia - erstes Opfer der Euro-Krise

Dexia stekt bereits seit Jahren in Schwierigkeiten. Im Herbst 2008 musste das Institut von Belgien, Frankreich und Luxemburg zuletzt mit 6 Milliarden Euro gestützt werden. Das Engagement in Griechenland und anderen hoch verschuldeten Euro-Staaten brachte jetzt das Aus. Die 90 Milliarden Euro an Staatsgarantien zeigen, dass wir es in der aktuellen Euro-Krise mit ungleich höheren Größenordnungen zu tun haben als mit den vergleichsweise „niedlichen" einstelligen Milliardensummen in 2008.

Die Auswirkungen sind entsprechend. Der französische Finanzminister Francois Baroin versicherte zwar gestern eilig, dass Frankreichs Garantien für Dexia keine Auswirkungen auf den Schuldenstand oder die Kreditwürdigkeit seines Landes haben würden. Die Ratingagenturen scheinen das aber zu Recht anders zu sehen. Moody's erwägt wegen der Staatsgarantien bereits eine Abstufung der Bonität von Belgien.

Der Irrweg wird hoffentlich erkannt

Und das zeigt ganz klar, in welche Richtung die Reise geht. Wenn die Euro-Staaten versuchen, noch ein letztes Mal mit wahnwitzig teuren Rettungspaketen den Karren aus dem Dreck zu ziehen, wird ihre eigene Bonität zerstört und ihre Kreditkosten werden derartig hoch, dass am Ende eine Kettenreaktion zum Zusammenbruch des derzeitigen Finanzsystems führen würde.

So langsam scheint es aber zumindest der deutschen Regierung zu dämmern, dass es so nicht gehen kann. Immer mehr deutet darauf hin, dass Griechenland nicht mehr „gerettet" werden wird, sondern dass es in den nächsten Wochen eine offizielle Pleite- Erklärung verbunden mit einem Schuldenschnitt, also einem teilweisen Forderungsverzicht der Banken, geben wird. Im Gespräch sind aktuell mindestens 50 Prozent der ausstehenden Forderungen an Griechenland, Eurogruppenchef Juncker nannte gestern gar eine Größenordnung über 60 Prozent. Bisher waren maximal 21 Prozent vereinbart worden. Staatshilfen für die Banken soll es nur geben, sofern diese durch den „Haircut" akut in ihrer Existenz bedroht sind.

Alles hängt von den richtigen politischen Entscheidungen ab

Sollten aus den aktuellen Meinungen und Gerüchten echte Tatsachen werden, dann wäre dies der kurzfristig wohl billigere Ausweg für die noch starken Euro-Staaten. Auf viele Banken käme allerdings weiterer, ganz erheblicher Abschreibungsbedarf zu – und damit genau das Gegenteil von dem, was die Börsen in den letzten beiden Wochen erwartet haben. Eine Abwälzung der Ausfallrisiken zurück auf die Gläubiger wäre jedoch der einzig gangbare Weg, um ein Übergreifen der Krise auf die noch solventen Euro-Staaten zu verhindern. Abgesehen von der früher logischen Tatsache, dass Märkte normalerweise so funktionieren, dass die Gläubiger ihre Risiken allein tragen müssen, weil sie auch allein die Renditen dafür eingestrichen haben. Zinsen sind eben nicht nur eine Renditegröße, sondern auch ein Risikomaßstab.

Die Lage ist also keineswegs hoffnungslos, aber es hängt in den nächsten Wochen enorm viel davon ab, ob die Politik die richtigen/mutigen Entscheidungen treffen wird. Und da bin ich nach den rgahrungen der letzten Jahre etwas skeptisch. Die Börsen verteilen seit einer Woche trotzdem Vorschusslorbeeren. Ob das weiter anhält oder nur ein kurzer Hoffnungsschimmer war, das untersuche ich für Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Jürgen Nowacki

Vor der Sommerpause: „Im Auge des Hurrikans“ traf den Nagel auf den Kopf…

 

von Jürgen Nowacki (05.10.2011)

 

Wir haben recht behalten. Zwischenzeitlich haben wir imDAX noch die Zwischenerholung erfolgreich mit DAX Wave Calls gehandelt und Ihnen genau zum richtigen Zeitpunkt empfohlen, die Gewinne bei den Calls zu realisieren und in der laufenden Abwärtswelle auf die Short-Seite zu wechseln.

Viel lieber, das können Sie uns glauben, würden wir den Markt mit Optimismus und Zuversicht von der Long-Seite her handeln, aber Politiker und Notenbanken lassen uns leider keine andere Wahl, als mit Short-Positionen und hoher Cashquote das Vermögen zu sichern. Aber wir sind trotzdem wieder auf der Kaufseite. Nachdem wir rechtzeitig unsere Goldminenaktien und Buchgewinne mit Stopps abgesichert haben, konnten Gewinne realisiert und Kapital freigesetzt werden, um jetzt wieder long zu gehen. Mehr dazu in unserer Rubrik DAX und Dow – Outlook.

Neue Kalman-Filtereinstellung zeigt Wirkung – USD/ZAR ein voller Erfolg. Heute folgen weitere Handelsideen

Monatelang haben wir an der Filtereinstellung unserer Kalmanfilter gearbeitet. Dann haben wir Sie informiert, dass die Testphase erfolgreich abgeschlossen wurde und das Live Trading beginnen sollte. Das Währungspaar USD/ZAR war wirklich ein gelungenerAuftakt! Lesen Sie mehr
dazu in unserer Rubrik Devisen und Rohstoffe.

Unsere Umfrage – für die rege Teilnahme, liebe Leser, bedanke ich mich bei Ihnen recht herzlich – hat ergeben: Sie wollen die wichtigsten Informationen, aber auch weniger Seiten Umfang. Im Laufe der letzten drei Jahre ist der Target Trader von der Seitenanzahl immer umfangreicher geworden. Einerseits gut, weil viele Hintergrundinformationen viel Platz benötigen, aber andererseits auch nachteilig, weil das Durcharbeiten Ihre Zeit inAnspruch nimmt.Wirmöchten Sie heute darüber informieren, dass wir die wöchentliche Ausgabe straffen und kürzen werden. Damit Sie es noch einfacher haben und die harten Fakten schneller finden sowie Handelsideen schneller umsetzen können, haben wir Sebastian Storfners Handelssystem auf das Musterdepot reduziert. Es handelt sich um das gegenwärtig erfolgreichste Musterdepot mit lediglich 5,68 Prozent Verlust (Marktverlust 18,92%). Die Signale bleiben Ihnen erhalten, aber die Gesamtausgabe wird schlanker.

Henrik Voigt

Bär sein lohnt sich

 

von Henrik Voigt (04.10.2011)


Die einst als Hort des grenzenlos freien Warenund Reiseverkehrs konzipierte EU wird mit der „Rettungswut“ ihrer Polit-Elite inzwischen immer mehr zu einem zentralistisch regierten und planwirtschaftlich ausgerichteten Bürokratiemonster. Mit der Diskussion um einen sogenannten „Hebel“ im künftigen erweiterten EFSF-Rettungsschirm gerät jetzt auch das letzte Heiligtum, die Geldwertstabilität, ins Visier der Eurokraten. Wenn die Garantien und Bürgschaften nicht mehr ausreichen werden, um immer neue Pleitekandidaten zu stützen, dann soll letztendlich einfach Geld gedruckt werden, um die Zahlungsausfälle noch irgendwie zu schultern. Wenn eine Schuldenproblematik aber so einfach lösbar wäre, warum arbeiten wir dann noch?

Die Börsen leiden jetzt zusätzlich unter der Dollaraufwertung

Die Verzweiflung muss sehr groß sein, wenn solche extremen Schritte überhaupt erwähnt werden. Ein Gewinner solcher (hoffentlich nicht ernst gemeinten) Diskussionen steht heute bereits fest: Es ist der bereits totgesagte US-Dollar, der seit einigen Wochen ein fulminantes Comeback feiert. Mit entsprechenden, negativen Auswirkungen auf die Rohstoff- und Aktienpreise, den diese leiden traditionell in Aufwertungsphasen des Dollars. Nun hat der Aktienmarkt neben der Rezessionsgefahr und dem Schuldenproblem also noch einen dritten Feind bekommen, der ihm zu schaffen macht. Da sich an allen drei Faktoren in naher Zukunft nicht viel ändern dürfte, kann der Bärenmarkt noch eine ganze Weile anhalten.

Finaler Sell-Off steht noch aus

Kurzfristige Stimmungsindikatoren zeigen allerdings, dass der Pessimismus der Anleger mittlerweile wieder sehr groß ist, was für die Möglichkeit einer temporären Bärenmarktrally spricht. Bis jetzt fehlt mir aber immer noch ein finaler Ausverkauf dafür. Wann und wo eine Rally einsetzen kann, das untersuche ich in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Jürgen Nowacki

Zeitbombe ESFS!

 

von Jürgen Nowacki (29.09.2011)


Die Börsen spielen weiter verrückt, ein klarer neuer Trend will sich in diesem September einfach nicht einstellen. Allenfalls hartgesottene Day Trader finden an solchen Märkten Gefallen. Bei allen Positionen, die auf mehrere Tage oder Wochen angelegt werden, tappen die Anleger immer wieder in böse Fallen, egal ob sie als Bullen oder Bären daherkommen.

In diesen Monaten haben politische Börsen sehr lange Beine, ja die Märkte werden von der Politik geradezu getrieben.

Das große Thema, auch in allen deutschen TV-Diskussionen, ob Jauch, Plasberg oder Will, war die Abstimmung im deutschen Bundestag über den Euro-Rettungsschirm EFSF – was für ein Ungetüm!Wissen Sie auf der Stelle, was diese Abkürzung bedeutet? Es handelt sich um die „Europäische Finanzstabilisierungsfazilität“ – und wird dadurch nicht besser!

Die Wahrheit ist: Die große Mehrheit der deutschen Parlamentarier weiß gar nicht, über was sie da eigentlich abstimmt!

Deutschland ist das zehnte Land, das dem ESFS zustimmt. Österreich und Estland sollen in Kürze folgen, die Niederlande und Zypern stimmen erst im Oktober ab. Fehlt noch die von einer Regierungskrise gebeutelte Slowakei, die bereits das erste Griechenland-Hilfspaket ablehnte und dieses Mal wohl frühestens Mitte Oktober abstimmen wird.

Es kommt noch schlimmer: Das ESFS-Volumen soll mit einem finanztechnischen Trick vervielfacht werden, ohne dass der Deutsche Bundestag davon wirklich etwas merkt.


Inzwischen sickert durch, dass Barroso, Merkel und Sarkozy Details verabredet haben, die als geheime Kommandosache gelten: Der Fonds soll die eingesammelten Gelder mittels Derivaten und Verbriefungen hebeln und damit vervielfachen können. Letztlich stehen dann nicht die bisher im Raum stehenden 780 Milliarden Euro (Aufstockung von 440 Milliarden Euro), sondern mehrere Billionen Euro zur Verfügung, falls auch Italien oder gar Frankreich in akute Not geraten. Wir sitzen damit buchstäblich auf einer Zeitbombe!

Henrik Voigt

Wo Ihr Geld sicher ist


von Henrik Voigt (27.09.2011)


Die Deflation hat inzwischen auch den Industrie- und Edelmetallsektor erreicht, die Preise brechen teilweise crashartig ein. An den Emerging Markets spielen sich ähnliche Szenen ab. Damit befinden sich nun – abgesehen von den Anleihen - auch die letzten starken Bastionen der Bullen im Abwärtsstrudel. Ich hatte ja immer wieder betont, dass die Deflation schließlich alle Assetklassen (auch die Edelmetalle) erreichen wird und dabei bleibe ich auch. Auch viele Aktienindizes sind bereits in der vergangenen Woche wie prognostiziert nach unten ausgebrochen. Beim Dow Jones Index ergab sich mit 6,4% sogar der höchste Wochenverlust seit Oktober 2008. Daran ändert auch das derzeitige „Window Dressing“ nichts.

Wir haben den Ausbruch bereits erwartet

DAX Profits Leser dürften ganz entspannt sein. Wir hatten diesen Ausbruch nach unten seit Wochen erwartet und uns deshalb auf der Shortseite des Marktes positioniert. Nach der rechtzeitigen Auflösung unserer Longpositionen vor dem großen August-Crash gelang uns damit der zweite „Coup“. Während die Masse der Anleger wie seit Monaten noch immer in unflexiblen Hoffnungen auf eine wundersame Besserung und einem fortgesetzten, depotzerstörenden Griff ins fallende Messer gefangen ist, verdienen wir inzwischen an den Kurseinbrüchen. So traurig die Verschärfung der wirtschaftlichen Situation insbesondere der Eurozone auch ist: Wir können sie nicht ändern. Aber wir können davon profitieren.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Abwärtsbewegung bereits vorbei ist. Es fehlen zumindest noch ein größerer, bereinigender Sell-Off und sehr viel deutlichere, neue Jahrestiefs in allen Indizes, bevor sich die Märkte in einer mehrmonatigen Bärenmarktrally zunächst wieder erholen dürften (voraussichtlich erst nach Ende der negativen Saisonalität im Oktober). Bis dahin werfen noch einige Ereignisse ihre Schatten voraus. Bisher sieht es nicht so aus, als würde die nächste Kredittranche für Griechenland freigegeben werden. Aus der EU-Kommission sind diesbezüglich zuletzt erstaunlich skeptische Stimmen zu hören. Ohne diese Freigabe stehen aber eine Pleite des Mittelmeerlandes und ein Crash im Bankensektor weiter im Raum. Allein die Unsicherheit darüber dürfte die Börsen immer wieder belasten.

Finaler Sell-Off steht noch aus

Auch die Rezessionsgefahr ist selbst beim „Konjunktur-Musterknaben“ Deutschland zuletzt deutlich gestiegen. Gestern wurde ein ifo-Index bei 107,5 Punkten gemeldet – an sich nicht dramatisch. Aber damit ergab sich der 3. Rückgang in Folge. Und das hieß in der Vergangenheit stets Rezession. Und ich glaube nicht, dass dieser Umstand bereits völlig in den Kursen enthalten ist. Denn sonst würden die Börsen Gewinn- und Umsatzwarnungen von Unternehmensseite wie gestern etwa bei Klöckner einfach ignorieren, was sie aber nicht tun. Auch die meisten Analysten streiten die Rezessionsgefahr noch immer vehement ab.

Vielleicht machen Sie sich derzeit Sorgen um die Stabilität unseres Finanzsystems. Die Kreditausfallprämein vieler Großbanken deutlich oberhalb der Höchststände von 2008 lassen diese Sorgen auch nicht grundlos erscheinen. Dennoch erwarte ich in den nächsten beiden Jahren keinen völligen Systemzusammenbruch. Für den Fall größerer Schieflagen im Bankenbereich gibt es offenbar bereits Notfallpläne von Bundesregierung und EU, die dann erneut mit Milliardenspritzen Banken retten (und vermutlich dann auch verstaatlichen) dürften. Nicht umsonst häufen sich die Warnungen wichtiger Amtsträger vor einer neuen Bankenkrise in den letzten Wochen (zuletzt gestern von EU-Währungskommissar Olli Rehn). Damit scheint man die Märkte auf ein baldiges „Kreditereignis“, also auf einen größeren Zahlungsausfall, vorbereiten zu wollen. Letztlich lösen wird man das Problem auch mit neuen Rettungspaketen nicht, aber man gewinnt wieder einmal etwas Zeit.

Vorsichtsmaßnahmen ja, Panik nein

Damit Sie immer im Bilde über die aktuelle Situation im Bankenbereich sind, veröffentliche ich ab sofort in jeder Ausgabe von DAX Profits die Kreditausfallprämien (CDS) der Banken. Sie können sich dann immer selbst ein Bild machen, wo Ihr Geld noch sicher ist und im Bedarfsfall auch
schnell umschichten (wie etwa Siemens in der vergangenen Woche, als das Unternehmen eine halbe Milliarde an Guthaben von französischen Banken abzog). Wenn sich die Lage also tatsächlich weiter verschärfen sollte, dann erfahren Sie es als Leser von DAX Profits lange vor der
großen Masse und können rechtzeitig reagieren. Wie Sie mich kennen, scheue ich mich nicht,Ihnen auch unangenehme Wahrheiten weiterzuleiten.

Einstweilen erhalte ich meine Empfehlung aufrecht, größere Mengen an Bargeld vorzuhalten (etwa für die laufenden Ausgaben von vier Wochen). Nicht, weil ich von einem totalen Systemzusammenbruch ausgehe, sondern weil wir nicht wissen können, ob und in welcher Weise
sich ein möglicher Kreditausfall in Griechenland in den nächsten Wochen auf das Bankensystem auswirken wird und wie schnell dann eventuelle Notfallmaßnahmen/ Liquiditätsspritzen von staatlicher Seite zur Verfügung stehen. Das ist allerdings eine reine Vorsichtsmaßnahme und keine Panikaktion. Im Übrigen bringt Ihnen das Bargeld auf dem Girokonto/Sparbuch ohnehin kaum Zinsen. Sie verlieren also nichts durch eine solche Vorsichtsmaßnahme.

Jürgen Nowacki

Verstörender Fed-Twist(er)

 

von Jürgen Nowacki (22.09.2011)


Ja, es ist Hurricane-Season in den USA – aber im die US-Notenbank (Fed) greift erneut in die Trickkiste und enttäuscht damit dieMärkte. Und sie setzt noch nach! Es gebe „erhebliche Abwärtsrisiken im Konjunkturausblick, einschließlich der Anspannungen in den weltweiten Finanzmärkten“.

Die Bärenmarkt-Rally geht damit jäh zu Ende, die Jahrestiefs rücken wieder in den Fokus!
Ich habe Sie mehrfach auf diese Gefahren hingewiesen


Die hohe Volatilität dürfte uns also noch einigeWochen erhalten bleiben. Für den DAX-Trader mag das paradiesisch klingen. Jede Position aber, die auf mehrere Wochen oder sogar Monate ausgerichtet ist, wird in solch einem Umfeld zwangsläufig zum Vabanquespiel. Und genau für solche mittelfristigen Investments steht der Target Trader. Die Zeiten sind also höchst anspruchsvoll! Ich werde natürlich mit aller zur Verfügung stehenden Expertise darauf hinarbeiten, Sie heil durch diesen Börsensturm zu bringen.

Passend dazu verkündete die Fed gestern die „Operation Twist“

Dabei handelt es sich um eineAktion, die schon während der Präsidentschaft von John F. Kennedy in den 1960er-Jahren ausprobiert wurde (übrigens mit eher bescheidenem Erfolg): Durch den Aufkauf langlaufender US-Staatsanleihen und den gleichzeitigen Verkauf kurzlaufender US-Staatsanleihen sollten insbesondere die Zinsen am langen Ende gesenkt werden. Sie sind für die Investitionstätigkeit von Unternehmen und den darbenden Häusermarkt besonders wichtig. Der Name Twist wiederum geht auf den Modetanz zurück, der bei der Jugend damals besonders populär war.

Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Mich erinnert das Ganze eher an einen Katastrophenfilm aus
den 1990er-Jahren – Twister


Darin geht es umeinen verheerendenWirbelsturm. Und genau solch einer sucht derzeit die Finanzmärkte heim. DieMärkte sind verständlicherweise enttäuscht, hatten sie doch darauf spekuliert, dass Quantitative Easing III verkündet wird. Das hätte den großen Knall zwar auch nur weiter in die Zukunft verschoben – uns hätten aber einige mehr als passable Börsenmonate bevorgestanden.

Noch einmal möchte ich Sie auf einen neuen Dienst hinweisen!
Nach monatelangem Test haben wir vor kurzem zwei weitere Devisenhandelssysteme freigegeben. Sie erhalten diese kurzfristigen Signale montags und dienstags per Eilmitteilung und SMS zugeschickt. Sie richten sich nicht nur an CFD- und FOREX-affine Trader, sondern können
auch auf Hebelprodukte angewendet werden.

Zum Schluss noch eine Bitte an Sie, lieber Leser
Wir sind ständig bemüht, den Target Trader für Sie zu verbessern. Sie können uns dabei unterstützen, indem Sie sich ein paar Minuten ihrer kostbaren Zeit nehmen und unter folgendem Link ihre Meinung äußern.
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Henrik Voigt

`Versagen auf offener Bühne`

 

von Henrik Voigt (20.09.2011)


Heute beginnt eine wichtige, zweitägige US-Notenbanksitzung, von der sich die Märkte wahre Wunder zu erhoffen scheinen. Die Hoffnung ist groß, dass es eine erneute Lockerung der Geldpolitik geben wird – ähnlich wie im Herbst 2010. Immerhin sind die Kurse im Vorfeld dieser Sitzung in den letzten Wochen an den US-Börsen um gut 10 Prozent gestiegen. Auch der DAX zeigte zumindest in den letzten Tagen wieder ein Lebenszeichen.

Die Kursmuster dieses Anstiegs sind jedoch bärisch. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu einer großen Enttäuschung für die Märkte kommen wird. US-Notenbankchef Bernanke sagte kürzlich selbst, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik aktuell kein Diskussionspunkt sei. Es würden aber noch eine Reihe von Mitteln zur Verfügung stehen, um die Wirtschaft zu stimulieren. Diese würden bei Bedarf auch eingesetzt werden, wobei er offen ließ, um welche Schritte es sich wohl handeln könnte.

Notenbanken haben ihr Pulver verschossen

Meine starke Vermutung ist, dass die Notenbanken ihr gesamtes Pulver bereits verschossen haben und ihnen nichts weiter als Verbalakrobatik bleibt. Ich frage mich lediglich noch, wann auch der Letzte kapiert hat, dass wir es mit einer echten Systemkrise zu tun haben, in der die klassischen „Heilungsmethoden“ wie billige Kredite, niedrige Zinsen und Konjunkturprogramme rein gar nichts mehr helfen. Ich befürchte, dass sich diese Erkenntnis erst dann durchsetzen wird, wenn kein Stein mehr auf dem anderen geblieben ist.

Apropos Banken: Deren Kursverläufe zeigen ansatzweise, wie ernst die Lage sein muss. Eine Commerzbank etwa notiert ja nicht „aus Versehen“ unterhalb ihrer Tiefstkurse vom Frühjahr 2009, dem bisherigen Höhepunkt der Finanzkrise. Auch die Kreditausfallprämien der Banken – ebenfalls höher als je zuvor - sind in der letzten Woche trotz zwischenzeitlicher Kurserholung kein Stück zurückgekommen.

Die Situation der Geschäftsbanken ist dramatisch

Die Lage hat sich also keineswegs entspannt. Im Gegenteil: Gegen 17 Banken, darunter auch die Deutsche Bank, ist eine milliardenschwere Klage der USA bezüglich Schadenersatzforderungen aus der Immobilienkrise anhängig - hier könnten weitere Bankenpleiten die Folge sein. Daneben droht weiterhin ein Ausfall von Anleihen europäischer Schuldnerstaaten, wobei hier Griechenland nur einer von vielen Schauplätzen ist. Frankreichs Großbanken sehen sich nach der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit in der vergangenen Woche gar mit dem Abzug von  Geldern großer Marktteilnehmer konfrontiert. Siemens hat einem Bericht der "Financial Times" zufolge Guthaben über mehr als eine halbe Mrd. Euro aus einer französischen Bank abgezogen und sie bei der Europäischen Zentralbank angelegt. Und eine große chinesische Staatsbank soll nach Informationen von Reuters bestimmte Devisengeschäfte mit diesen Instituten gestoppt haben. Hintergrund sind offenbar Sorgen um die künftige finanzielle Gesundheit der französischen Banken. Großanleger treffen solche Entscheidungen sicher nicht leichtfertig.

Womit diese Banken etwa im Insolvenzfall Griechenlands gerettet werden sollen, ist mir ein Rätsel. Derzeit ist nicht einmal Geld für neue Konjunkturprogramme da. Und neue Schulden können sich die noch stabilen Staaten nicht erlauben, wenn sie griechischen Verhältnissen entgehen wollen. Auf die nächsten kreativen Rettungsansätze unserer Politelite bin ich schon gespannt. Peter Sloterdijk hat den aktuellen Zustand in der Politik kürzlich sehr treffend „Überforderung auf offener Bühne“ genannt. Sie sitzen in der Zwickmühle zwischen zu hohen Schulden und zu geringem Wachstum.

Da dürfte der Griff zu Steuererhöhungen, wie etwa die geplante Transaktionssteuer für Börsengeschäfte, sehr verlocken. Angesichts der puren Höhe der Schulden werden solche Maßnahmen aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Auch die Sparpakete kommen einige
Jahrzehnte zu spät. Wobei mir ohnehin Zweifel an deren Ernsthaftigkeit kommen. Wie sagte der berühmte österreichische Nationalökonom Joseph Alois Schumpeter so treffend: " Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an als eine demokratische Regierung eine Budgetreserve."

Jürgen Nowacki

Im Auge des Hurrikans

 

von Jürgen Nowacki (15.09.2011)

Ja, es ist Hurricane-Season in den USA– aber imübertragenen Sinne auch in Europa. Was wie ein Tropensturm am 15. September 2008, dem Datum der Insolvenz von Lehmann Brothers begonnen hatte, ist nun ein richtiger Hurrikan geworden und alle Akteure (Spekulanten eingeschlossen) hoffen, dass es nicht so weitergeht.

Wenn ich Spekulanten hier mit einbeziehe, dann deshalb, weil es auch in der Welt der Trader, die ja bekanntlich auf steigende und fallende Kurse spekulieren, ein leichteres und angenehmeres Arbeitsklima gibt, wenn es den Märkten gut geht und zwischen Boomphase und Rezession alles seinen normalen Gang geht, wenn die Notenbanken ihre Funktion als unabhängige Wächter über Geldwertstabilität und in manchen Ländern auch über die Konjunktur wahrnehmen. Ja, das ist dieWelt, in der sich Trader wohl fühlen.

Warum der Dollar steigt? Der EZB gehen die Experten aus, Notenbanker ergreifen die Flucht
Das hätte sich Frau Dr.Merkel nicht träumen lassen.Wenn es so richtig stürmt, steht die Frau Ihren Mann und die Experten entdecken auf einmal ihr Gewissen und schleichen sich. Feministinnen, soweit sie noch nicht ausgestorben sind,müssten doch eigentlich dieser tapferen  KrisenmanagerinApplaus skandieren, aber auch von dort ist nichts zu hören, es herrscht intelligente Sprachlosigkeit. Also zurück an Bord und den Experten, die ihr Gewissen entdecken, als Parteifreunde der CDU die Gefolgschaft verweigern – um in der Termonologie zu bleiben: meutern und Ihrem Kapitän die Gefolgschaft, aber in einer elementaren Frage und Notsituation auch die Kanzlermehrheit verweigern. Oder, um es noch einmal anders auszudrücken, wenn es darum geht, in LibyenmitWaffengewalt einenAufstand zu unterstützen, steht GuidoWesterwelle
als Bündnisverräter da, aber wenn es darum geht, den Euro zu retten, wird eine Meuterei angezettelt. Und wer ist schuld? Genau, die Spekulanten. Ein Händler und Kollege vomDevisenhandel sagtemirmal: „Spekulanten sind wie Geier, wenn es irgendwo nach Aas riecht, sind sie zur Stelle“. Wenn es wirklich darum geht, den Spekulanten die Schuld für das Eurodesaster anzuhängen, dann drängt sich als Fazit auf: Es stinkt in Europa.

Euroretter China? Ist ja zum Lachen ... etwa so wie bei SAAB???
Zur Zeit wird wirklich nach jeden Strohhalm gegriffen, um politische Aktivität zu zeigen. Mal sind es Nachrichten darüber, dass Finanzminister in Telefonkonferenzen die Eurowelt retten, und dann mal wieder über die Chinesen, dieHafenanlagen in Piräus oder malade Automotive-Konzerne wie SAAB übernehmen. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung aus dem M&A Geschäft sagen, das ist in der Realität ein knochenhartes Geschäft und chinesische Investoren haben überhaupt keine Skrupel, mit ihrem Mammon zu winken. Sie warten aber gleichzeitig auch ab, bis der
Patient tot ist, um die Reste einzusammeln. Von diesen Volksfreunden können deutsche Kapitalisten noch etwas lernen. Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, glauben Sie bitte nicht, dass sich durch solche Nachrichten etwas am Trendverhalten von Euro und DAX ändert. Wir haben Ihnen heute den MDAX als Schwerpunkthema ausgearbeitet, damit Sie einen Eindruck bekommen, was wirklich um uns herum am Markt passiert und was noch mit hoher Wahrscheinlichkeit vor uns liegt.
Um das Ergebnis vorwegzunehmen, auch wir wollen billig in den Aktienmarkt einsteigen, aber die Baisse, und das haben wir Ihnen bereits vor vier und fünf Wochen prognostiziert, ist noch nicht vorbei. Wir befinden uns im Auge des Hurrikans.

Um Sie in solch schweren Zeiten noch besser betreuen zu können, haben wir nach monatelangem Test zwei
weitere Devisenhandelssysteme freigegeben. Sie erhalten diese kurzfristigen Signale montags und dienstags per Eilmitteilung
und SMS zugeschickt. Sie richten sich nicht nur an CFD- und FOREX-affine Trader, sondern können auch
auf Hebelprodukte angewendet werden. In dieser Ausgabe finden Sie ein Beispiel für das Währungspaar
USD/ZAR
(Dollar gegen Südafrikanischen Rand). Außerdem werden wir Ihre Anregung aufnehmen und gleich im Anschluss an das Editorial eine To-do-Liste mit der Zusammenfassung aller Trades für Morgen liefern.

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Henrik Voigt

Notfallpläne in der Schublade


von Henrik Voigt (13.09.2011)


Erneut überschlagen sich die Ereignisse in diesen Tagen. Die griechische Wirtschaft bricht nach den jüngsten Berechnungen stärker ein als zunächst von den Experten erwartet worden war. Damit steigt die Gefahr, dass das Land die vereinbarten Sparziele nicht einhalten kann, womit die Voraussetzungen für eine Auszahlung der nächsten Hilfstranche aus dem ersten Rettungspaket und die Vereinbarungen für ein zweites Hilfspaket nicht erreicht werden können. Prompt brechen die Kurse der europäischen Großbanken ein, während ihre Kreditausfallprämien weiter steigen. Diese Institute halten große Bestände an faktisch wertlosen Anleihen europäischer Krisenstaaten.

Im Bundesfinanzministerium laufen offenbar bereits Vorbereitungen für eine Griechenland-Pleite, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Offenbar sollen die Banken indirekt aus dem Rettungsschirm mit Milliarden versorgt werden, wenn sie ihre Bestände an Griechenland-Anleihen abschreiben müssten. FDP-Chef Rösler hatte gestern bereits ungewöhnlich offen über eine geordnete Insolvenz Athens diskutiert. Es dürfe bei Griechenland keine Denkverbote mehr geben, weshalb im Falle Griechenlands auch an eine Staatspleite gedacht werden müsse, schrieb der Bundeswirtschaftsminister in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt“.

Bundeskanzlerin Merkel pfiff ihn heute deshalb scharf zurück. Die geordnete Insolvenz eines Euro-Landes sei erst 2013 möglich, wenn der dauerhafte Euro-Rettungsmechanismus ESM funktionieren würde. Erst dann würden Anleihen ausgegeben, die eine geordnete Insolvenz erlaubten, sagte Merkel weiter. Bis dahin gebe es kein geordnetes Verfahren für einen Staatsbankrott. Eine unkontrollierte Zahlungsunfähigkeit Griechenlands müsse um jeden Preis verhindert werden, sagte Merkel in einem Interview im RBB-Inforadio.

Ich gehe nicht davon aus, dass Rösler und andere sich unkoordiniert zu solch delikaten Fragen wie einer Staatspleite Griechenlands äußern. Der ehemalige US-Präsident Franklin D.Roosevelt sagte einmal: „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ Womöglich soll die Bevölkerung allmählich an eine früher als erwartet eintretende Staatspleite Griechenlands gewöhnt werden.

In diesem Fall dürfte das Land die Drachme wieder einführen und die griechischen Banken zumindest vorübergehend verstaatlicht werden. Das Gleiche dürfte dann für die meisten anderen europäischen Großbanken gelten, die wieder mit gigantischen Summen vor dem Bankrott gerettet werden müssten. Da man aus der Lehman-Pleite gelernt haben dürfte, rechne ich nicht damit, dass auch nur eines der größeren Geldhäuser in die Pleite entlassen wird (zumindest jetzt noch nicht).

Wie so häufig wird es an einem Wochenende dann einen Fernsehauftritt der Kanzlerin geben, in dem die außergewöhnlichen „Rettungs-Maßnahmen“ dargelegt werden und gleichzeitig zur Ruhe und Besonnenheit aufgefordert werden wird. Die Spareinlagen seien sicher usw. Es wäre gut möglich, dass viele Banken in dieser Situation erst einmal geschlossen bleiben, damit die Leute nicht zu viel Geld abheben. Mein Rat an Sie deshalb: Halten Sie vorsichtshalber größere Bargeldbestände als üblich vor, für den Fall, dass die Schuldenkrise weiter eskaliert. Nur als reine
Vorsichtsmaßnahme, um einige Wochen lang über die Runden zu kommen. Ihre Einlagen dürften unter der dann geltenden Staatsgarantie sicher sein, zumindest solange sich die Bundesrepublik Deutschland refinanzieren kann (zur Stunde ist das mit einer Kreditausfallprämie von nur 79
Basispunkten unproblematisch).

Ein Gutes hätte dieses Ereignis freilich: Die Katze wäre endlich aus dem Sack, die Unsicherheit für Aktienmarkt und Wirtschaft endlich vorbei. Und nachdem die Scherben zusammengekehrt worden sind, könnte man sich daran machen, eine starke Kern-Eurozone zu schaffen – ohne die
Krisenstaaten, die endlich wieder zurück zu ihren Schwachwährungen könnten, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Politisch war dieser Weg nie gewollt, ökonomisch das einzig Sinnvolle. In den kommenden Monaten dürften ihn die Märkte erzwingen. Wohin sich die Börsen bis dahin charttechnisch bewegen, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Jürgen Nowacki

Das war eine Woche mit Überraschungen

 von Jürgen Nowacki (08.09.2011)

 

was uns, den Börsianern, Spekulanten und Investoren derzeitig geboten wird, ist historisch und verlangt dem Trader wirklich viel ab. Stellenweise höre ich Händler fragen, ob man wohl Jagd auf sie mache, denn anders sei das Dementi der Schweizer Notenbank zum PEG von EUR/CHF und ihre darauf folgende überraschende Kehrtwende, mit der Entscheidung den Franken doch bei 1,20 EUR/CHF an den Euro zu koppeln, nicht zu erklären. In unserer Rubrik Devisen und Rohstoffe werden wir das Thema PEG näher ausleuchten.


Wir haben Ihnen in den letzten Wochen angekündigt, dass wir die Diversifizierung in Rohstoffe verstärkt fortsetzen werden. Im Kaffee haben wir jetzt vorerst 40 Prozent Gewinn mitgenommen, werden aber an schwachen Tagen wieder einsteigen. Im Cotton haben wir gestern unsere Handelsposition verstärkt, weil sich charttechnisch das Bild für Nachkäufe ergeben hat. Außerdem wollten wir Ihnen für den Fall, dass Sie noch nicht investiert sind, ganz aktuell eine Kaufgelegenheit präsentieren und Zeichen setzen. Sie haben gestern dazu eine SMS und Eilmitteilung erhalten.

Und weil wir gerade beim Sektor Rohstoffe sind, so ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass einige Tradermagazine von einer Handelschance im Weizen berichten.Wir habenWeizen auch auf dem Radar, aber es fehlten bislang die nötigen Handelssignale. Wir wollen den Rohstoff heute
für Sie im Schwerpunktthema analysieren und ihn emotionslos auf Herz und Nieren überprüfen.

Konjunkturprogramm USA, welche Branchen und Aktien werden profitieren?
Die Wall Street hat ein neues Thema auf der Agenda, die Frage nämlich, welche Branchen vom neuen Konjunkturprogramm Barack Obamas profitieren werden. Obama wird sich heute zu seinem Programm äußern und die Wall Street wird seine Vorschläge auf Nachhaltigkeit prüfen.
Wir aber werden Ihnen heute bereits die Branchen nennen, denn unser USA-Korrespondent Sebastian Storfner arbeitet in San Francisco und spricht täglich mit den interessantesten Unternehmen in Silicon Valley.

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Henrik Voigt

 

Die Lage spitzt sich zu

von Henrik Voigt (06.09.2011)

 

Die Nachrichten überschlagen sich in diesen Tagen. Viele europäische und amerikanische Konjunkturdaten stürzen auf den Stand von Anfang 2009 ab, als die Finanzkrise ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Parallel dazu steigen die Kreditausfallprämien vieler, vor allem südeuropäischer Banken auf neue Rekordstände oberhalb ihrer 2008er Hochs. Bundesbank-Präsident Jens Weimann fordert in der EU anstelle einer bloßen Transferunion eine echte Fiskalunion und damit die Entmachtung der nationalen Finanzpolitik, vor allem um zu verhindern, dass die Krisenländer nur halbherzige Konsolidierungsmaßnahmen einleiten.

US-Branchenprimus Goldman Sachs rät seinen Hedgefonds-Kunden in einer nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Analyse, sich aus dem Markt zu verabschieden, da die Banker eine neue schwere globale Rezession erwarten. Der Internationale Währungsfonds sieht in den Bilanzen vieler europäischer Banken riesige Löcher aufgrund ihres Engagements in Schuldtiteln diverserer Krisensaaten. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann verglich am Montag die aktuelle Situation gar direkt mit dem Herbst 2008, als die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach und eine schwere Rezession startete.

In China bahnt sich eine inverse Zinsstruktur an, die ein sicheres Indiz für eine bevorstehende Rezession ist - nur 0,20%Rendite trennen die 2jährigen Anleihen noch von den 10jährigen. In den USA drohen den Banken eine Schadenersatzklage über 30 Milliarden Dollar wegen Betrügereien im Zusammenhang mit Hypothekengeschäften, die im Erfolgsfall bei den betroffenen Instituten aufgrund ihrer dünnen Eigenkapitaldecke zum Zusammenbruch führen und neue Rettungspakete nötig machen könnte.

Das war nur ein kleiner Auszug aus den Nachrichten der letzten Tage. Er zeigt, wie fragil unser Finanzsystem ist und dass die Lage sehr ernst ist. Es geht nicht nur um die Frage einer möglicherweise schweren Rezession (die geht vorbei), sondern um das schlichte Überleben des gegenwärtigen Finanzsystems als Ganzes.

Ich möchte nicht unnötig Panik schüren, aber wenn sich die Lage weiter zuspitzen sollte, was wir alle nicht hoffen wollen, dann sollten sie darüber nachdenken, etwas mehr Bargeld vorzuhalten als üblich und sich einen Konservenvorrat anlegen. Gerade die Charttechnik als sensibler Seismograph verheißt für die nahe Zukunft zunächst keine Besserung der Lage. Die bisherigen Krisenlösungsansätze haben auf ganzer Linie versagt, neue kurzfristige Lösungen (geschweige denn nachhaltige) sind bisher nirgends in Sicht. Die Charts zeigen nichts als einen kaum gebremsten Absturz. Der DAX hätte sich längst viel weiter erholen müssen. Stattdessen fällt er auf immer neue Jahrestiefs und vergrößert damit die Gefahr eines zweiten Crashs. Allein dieser fortgesetzte Verkaufsdruck ist ein schlechtes Zeichen, dass möglicherweise bald noch viel mehr bekannt wird, als bisher an die Öffentlichkeit gelangte. Und wir sollten diese Warnsignale ernst nehmen.

Sicher, die Welt wird deshalb nicht untergehen und ich möchte mir auch einen Rest Optimismus für die Zukunft bewahren. Aber die nächsten Wochen können noch einmal heftig werden und da gilt es, vorbereitet zu sein statt irgendwelche Parolen von Einstiegskursen gebetsmühlenartig zu wiederholen. Wenn die Lage ernst ist, dann ist es eben so.

Jürgen Nowacki

Die Märkte rechnen mit QE3

von Jürgen Nowacki (31.08.2011)

 

Wie erwartet verlief das Notenbanktreffen in Jackson Hole ohne große Überraschungen. Ben Bernanke hat seine Zusage, den Leitzins bis Mitte 2013 nahe null Prozent zu belassen, bekräftigt und er hat für die nächste FED-Sitzung am 20. September angekündigt eventuell die Notenbankpresse anzuwerfen. Man merkt der Wahlkampf wirft seine Schatten voraus. Die Strategie die Konjunktur in den USA notfalls mit einer Neuauflage von Quantitative Easing 3 (QE3) zu stützen und einer Rezession entgegenzuwirken schwächt merklich den Dollar und stärkt den Euro im Vorfeld.

Blasenbildung im Gold?

Einer Umfrage zufolge welche der Goldhändler pro-aurum in Auftrag gegeben hat, haben lediglich 8 Prozent der deutschen Anleger Gold im Depot. Kann man da wirklich von einer Blasenbildung sprechen? In unserer Rubrik Devisen und Rohstoffe werden wir Ihnen Rede und Antwort stehen, was Sie vom Devisenmarkt in den nächsten Tagen erwarten können.

Welche Goldminenaktien sich jetzt anbieten

Wir haben vor zwei Wochen begonnen das konservative Depot mit Minenaktien zu bestücken, die einen Anstieg ihrer Dividendenzahlungen vorzuweisen haben. Diese Strategie werden wir weiter verfolgen und haben Ihnen ein Zertifikat mit Platin- und Palladium-Minen heraus gesucht mit denen Sie vom weiteren Edelmetallboom profitieren können. Ist Ihnen, lieber Leser, in den letzten Tagen auch aufgefallen, dass einige Solarwerte gegen den Abwärtstrend des DAX verhältnismäßig stabil geblieben oder sogar gestiegen sind? Das ist der Grund weshalb wir Ihnen heute den TecDAX als Schwerpunkthema präsentieren. Und so viel kann ich bereits verraten, Sie haben das richtig beobachtet. Jetzt folgen die schwierigen Börsenmonate September und Oktober und das bereitet manchen Börsianer Kopfschmerzen. Wir sagen Ihnen in der Rubrik Zins- und Konjunkturbarometer warum Sie bei aller Vorsicht keine Bedenken haben brauchen.

Henrik Voigt

Der Bär wird nicht lange ruhen

von Henrik Voigt (30.08.2011)

 

Die von den Märkten mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke am vergangenen Freitag war eigentlich nur Eines: durchweg eine Enttäuschung. Der Fed- Chef ließ außer dem üblichen „Gesundbeten" der Konjunktur keinerlei konkrete Maßnahmen durchblicken und schob den schwarzen Peter stattdessen der chronisch klammen US-Regierung zu, die jetzt handeln müsse. Der Markt hatte dagegen ein neues Anleihenaufkaufprogramm a lá QE 3 erwartet und knickte bereits im Vorfeld der Rede deutlich ein.

Aber nichts da: Sofort erholten sich die Kurse wieder. Es scheint aktuell so, als würde sich die kürzlich gestartete Kurserholung zeitlich weiter hinziehen als zunächst gedacht. Das Prinzip Hoffnung kann nun im Extremfall bis Mitte September regieren, wenn die nächste Notenbanksitzung stattfindet. Aber machen wir uns nichts vor. Angesichts der aktuellen Situation – die westlichen Staaten am Rande einer neuen Rezession, die Regierungen so pleite, dass neue Konjunkturprograme undenkbar sind, die Notenbanken fast gänzlich ohne Munition – dürfte eine weitere kräftige Kurserholung schwierig werden.

Je länger sie jedoch dauern wird, umso drastischer wird der nächste Kursrutsch werden. Wir haben es weiterhin mit bärischen Konsolidierungsmustern zu tun, also lediglich mit Verschnaufpausen im Abwärtstrend. Auch das Umsatzverhalten – runter mit hohen, rauf mit niedrigen Umsätzen – spricht gegen eine echte Trendwende. Und nicht zuletzt ist der bald startende September der schwächste Monat des gesamten Börsenjahres. Aber das wollen Anleger, die sich gerade im vermeintlichen Schnäppchenrausch befinden, sicher nicht hören. Ich bleibe weiterhin bei meiner Aussage: Solange sich keine stabilen Bodenbildungsmuster ausbilden – und davon ist bisher nichts in Sicht - ist jede Kurserholung weiter mit äußerster Skepsis zu betrachten.

Jürgen Nowacki

Gruppenfoto in Jackson Hole, und das war es

 von Jürgen Nowacki (25.08.2011)


Wer mehr erwartet, liebe Leser, dürfte wohl enttäuscht werden. Ben Bernanke hat sein Pulver verschossen, die Renditen bewegen sich am untersten Ende der Fahnenstange und signalisieren damit eine ungebremste Nachfrage nach US-Staatsanleihen.


Was der Notenbankchef leisten konnte, hat er geleistet. Er hat seine Zusage, den Leitzins bis Mitte 2013 nahe null Prozent zu belassen, eingehalten. Das ist mehr, als man von einem Notenbankpräsidenten verlangen kann. Ziel der Strategie ist es, die Konjunktur in den USA zu stützen und einer Rezession entgegenzuwirken. In unserer Rubrik DAX und Dow werden wir untersuchen, inwieweit das gelingen kann.


Eine Überraschung waren die schlechten Konjunkturerwartungen des ifo-Instituts nicht, denn tags zuvor veröffentlichte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bereits grottenschlechte Zahlen. Die endlosen Diskussionen um die Einführung von Eurobonds in Verbindung mit neuen Ängsten vor den EU-Verschuldungsproblemen wirken kontraproduktiv und trüben die Stimmung der Investoren. Damit haben wir jetzt eine Situation, die unbedingt hätte vermieden werden müssen, denn nichts ist schwieriger als verspieltes Vertrauen in die Konjunktur zurückzugewinnen. So wie die Umfrageergebnisse des ifo-Instituts aussehen, ist hier wirklich viel Porzellan zerschlagen worden.


Die Eurobonds werden kommen, denn die Europäische Zentralbank (EZB) selbst hat bereits die Weichen gestellt und den ersten Schritt
gemacht, indem sie mit 110 Milliarden Euro am Rentenmarkt interveniert hat. Sie hat Staatsanleihen angekauft, um den notleidenden Nachbarn zu helfen. Das ist sehr nobel, aber wer hat ihr eigentlich dazu das Mandat erteilt? Interventionen im Währungssektor sind üblich und sie sind auch Aufgabe der Notenbank, aber Wechsel über 110 Milliarden Euro auszustellen dürfte auch die Legitimation einer unabhängigen Notenbank übersteigen. Da die Staatengemeinschaft für die Aktivitäten der EZB haftet, haben die EU-Mitglieder über Umwege die Einführung des Eurobonds bereits abgesegnet. Also warum führen wir dann seit Wochen in den Medien diese (Schein- )Dis-kussion? Um den Zeitungslesern das Gefühl zu vermitteln, dass sie über den politisch gewollten, aberblutleeren Euro noch mitbestimmen können? So sehe ich das und ich bin gespannt, wie sich die Elitebanker und Elitepolitiker aus der Verantwortung schleichen.

 

Wer wie ich die Entwicklung von Frühindikatoren in den letzten 25 Jahren verfolgt hat, wird mir zustimmen, dass es sich hier um wirklich ernst zu nehmende Konjunktursignale handelt. Wenn Politiker nicht endlich anfangen mit einer Stimme zu sprechen und Beschlüssen auch Taten folgen zu lassen, können wir uns das Geld für weitere Konjunkturpakete sparen. Sie werden ähnlich wie die Milliarden, die Hubschrauber Ben seit 2008 vom Himmel regnen ließ, nichts ausrichten. Eine weltweite Währungsreform wird sich dann wohl nicht mehr vermeiden lassen.

Henrik Voigt

Jetzt „Schnäppchenkurse“?

von Henrik Voigt (23.08.2011)


Der Aktienmarkt klammert sich in diesen Tagen an jeden Strohhalm, scheiterte aber mit jedem Erholungsversuch. Auch viele Volkswirte, Fundamentalanalysten und nicht zuletzt unser Finanzminister werden in diesen Tagen nicht müde zu verkünden, dass die Börsen übertreiben würden und
dass es keine Rezession geben werde. Sie dürften schlichtweg falsch liegen – wie an nahezu jedem größeren oberen Wendepunkt. Ein 2000-Punkte-Crash beim DAX ist kein Irrtum mehr. Alles andere ist leider frommes Wunschdenken.

Die nächsten Monate und vielleicht auch Jahre dürften durch Sparzwänge in Europa und den USA gekennzeichnet sein. Griechenland macht es bereits vor: (auch) durch die Sparpakete
beträgt das „Wachstum“ hier minus 5 Prozent, ist also stark rezessiv. Die meisten anderen westlichen Staaten werden folgen. Erst Recht, wenn die Nachfrage aus Asien zurückgeht, wo sich insbesondere in China inzwischen eine ziemlich harte Landung abzeichnet.

Ähnlich wie in Japan seit 1990 erwarte ich eine längere deflationäre Entwicklung, die immer mal wieder durch mehrmonatige Zwischenerholungen unterbrochen wird, sobald man vorübergehend wieder etwas an der Notenbankpolitik verändert. An der deflationären Grundtendenz dürfte das jedoch nichts ändern.

Nun ist es sicherlich kein Kinderspiel, nach der crashartigen Entwicklung der letzten Wochen weitere Kursrückgänge im DAX bis zunächst 4500 Punkte vorherzusagen, wie am Freitag in meinem Marktbericht geschehen. Immerhin sind die Märkte stark überverkauft und anfällig für eine Bärenmarktrally. Allerdings wollte ich auch nicht gleich an das Kursziel 5400 Punkte glauben, als ich es vor ca. zwei Wochen aus einer Chartformation berechnete. Am Freitag wurde es erreicht. Charttechnische Entwicklungen sind
eben verlässlicher als Wunschdenken. Solange sich keine stabilen Bodenbildungsmuster ausbilden – und davon ist bisher nichts in Sicht - ist jede Kurserholung weiter mit äußerster Skepsis zu betrachten.

Jürgen Nowacki

Jetzt könnte Ben Bernanke mit QE3 weitermachen, aber wem nützt es jetzt noch?

von Jürgen Nowacki (18.08.2011)

In den Medien wird immer wieder darüber spekuliert, wann Bernanke wohl sein drittes Ankaufsprogramm für US-Staatsanleihen (Quantitative Easing 3, QE3) starten wird, um die US-Wirtschaft wieder flottzumachen. Ich verstehe diese Diskussion offengestanden nicht, denn die USA haben doch seit Anfang August extrem fallende Renditen und steigende Kurse, also offensichtlich keine Probleme ihre Staatsanleihen an
den Mann zu bringen. Nur, wer kauft US T-Notes und Bonds eigentlich in einem solchen Ausmaß, dass die Renditen sogar crashartig fallen. Beim Bund-Future für deutsche Staatsanleihen mag das noch einleuchten, aber bei US-Papieren mit fallendem Rating? Wir werden das Phänomen in unserer Sparte Konjunktur und Zinsen für Sie heute ausleuchten.

Einen Run auf britische Staatsanleihen beobachtet unser USA-Korrespondent Sebastian Storfner bereits seit längerer Zeit, aber jetzt scheint sich auch hier der Trend noch einmal zu beschleunigen, sodass das Britische Pfund aktuell Kaufsignale setzt. In unserer Rubrik Devisen und Rohstoffe erfahren Sie mehr über den geplanten Positionsaufbau GBP/USD. Apropos Rohstoffe: Jetzt wird noch einmal bei Kaffee und Baumwolle zum  Einstieg geläutet.Wir haben bei Baumwolle das Rating von Halten auf Einsteigen heraufgesetzt.

Gold beschleunigt seinen Aufwärtstrend und offensichtlich erwarten die Profis hinter der Handelskulisse weiteres Ungemach in den Aktienmärkten, denn solch eine Kapitalflucht in Staatsanleihen und Gold habe ich in 25 Jahren als Broker noch nicht erlebt, das ist wirklich unheimlich. Was braut sich da wohl zusammen und sind Goldminenaktien jetzt eine Investmentchance?

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Deflation greift um sich

 

von Henrik Voigt (16.08.2011)


Durch das Thema Staatsverschuldung haben die Märkte inzwischen Feuer gefangen. Die USA müssen in den kommenden Jahren 2,4 Billionen US-Dollar einsparen, um drastisch höheren Zinskosten zu entgehen. Die Staatsverschuldungskrise greift nun auch auf Italien und Frankreich über. Auch dort mussten massive Einsparungen beschlossen werden, um der baldigen Staatspleite zu entgehen. Die Risikoprämien für italienische und französische Staatsanleihen explodieren dennoch. China hingegen kann seine augenscheinlich hohen Wachstumsraten nur noch mit dem Bau staatlich verordneter Geisterstädte aufrechterhalten, was das BIPWachstum künstlich aufbläht. Das Land dürfte jedoch tatsächlich
kurz vor dem Platzen der größten Immobilienblase aller Zeiten stehen.

 

Es hat lange gedauert, bis die Aktienmärkte von den massiven Verschuldungsproblemen Notiz genommen haben. Dann ging es dafür umso schneller. Und nun fordert der Markt echte Lösungen
ein. Die derzeit aber nirgends in Sicht sind. Die Konjunktur schwächt sich seit Jahresbeginn immer weiter ab, neue Anschubmaßnahmen sind in der derzeitigen Lage schlichtweg unfinanzierbar, die dringend nötigen Sparmaßnahmen würgen den letzten Rest Wachstum zusätzlich ab.

 

Momentan sieht es tatsächlich so aus, als würden wir direkt in den nächsten deflationären Schub hineinlaufen. Der DAX-Crash der letzten beiden Wochen war nur der Auftakt dazu und nicht bereits
das Ende. Auch wenn heftige Gegenbewegungen vor allem viele Privatanleger dazu verleiten mögen, dies zu hoffen. Ich bin gespannt, auf welche Ideen die Politik in den nächsten Monaten kommt, um diese Deflation noch abzuwenden. Die untauglichen Standardrezepte wie „Geld drucken“ und „Zinsen niedrig halten“ helfen ja nicht mehr. Sollte keine echte Reform des heutigen, schuldenbasierten Finanzsystems dabei sein (und ein solcher Idealist bin ich nun auch wieder nicht), dann dürften die Märkte Nägel mit Köpfen machen. Und das würde bedeuten, dass nach den Aktien die Rohstoffe und später auch die Edelmetalle unter die deflationären Räder geraten. Aber schauen wir uns die charttechnischen Möglichkeiten zunächst einmal in Ruhe an – in dieser Ausgabe von DAX Profits.



Jürgen Nowacki

Der Crash ist vorbei aber die Baisse hat gerade erst begonnen

von Jürgen Nowacki (10.08.2011)

London steht in Flammen und 6.000 Polizisten sind überfordert und überrascht, mit welcher Härte sich perspektivlose Jugendliche gegen Polizisten in die Schlacht werfen. Aber diese Bilder sind uns leider nicht fremd, denn auch Paris, Athen und Berlin kennen diese negative Entwicklung nur zu gut. Auf der anderen Seite sehen Politiker aller Couleur, wohin es führen kann, wenn Stimmen gekauft werden und das Ruder einer defizitären Haushaltsführung nicht von allen Politikern gleichermaßen herumgerissen wird. Denn wenn die Autos erst einmal brennen, ist es den Steinewerfern egal, welche Partei Freund und welche Feind ist. Zu leiden haben dann alle diejenigen, die brav ihre Steuern zahlen und dem Staat nicht zur Last fallen, oder auch diejenigen, die sich mit ihren Spargroschen ein gebrauchtes Auto leisten, das dann in einer sogenannten 1.-Mai-Demonstration abgefackelt wird.

Lebensversicherungen besser als ihr Ruf

Warum ich das auf die erste Seite meines Börsenbriefes bringe, werden Sie vielleicht fragen. Nun, wir befassen uns mit Wirtschaft und wer nicht wirtschaften kann oder will, muss sich nicht wundern, wenn er abgestraft wird. Der Mob geht auf die Straße und bestraft den Staat heute für seine Perspektivlosigkeit. Morgen gehen vielleicht auch Rentner auf die Straße, weil ihre Altersversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Heute sind Lebensversicherungen noch eine gute Kapitalanlage, aber wer weiß, wie das in 8 bis 10 Jahren aussieht. Lebensversicherungen haben seit den großen Kurseinbrüchen nach der Lehman-Pleite nur noch wenige Aktien, aber dafür umso mehr Staatsanleihen im Portfolio. Im Moment ist das gut, aber ob das für die Zukunft richtig ist, hängt davon ab, wie schnell Deutschland und Europa zu einer ordentlichen Haushaltsführung zurückfinden werden.

Unternehmer wissen nur zu genau, wie ein Kreditrating funktioniert

Jetzt regen sich vielerorts Politiker darüber auf, wenn eine Regierung im Kreditrating heruntergestuft wird, und die Kapitalmärkte setzen die Zinsen rauf, wenn das Ausfallrisiko von Staatsanleihen ansteigt. Aber das ist doch nichts Neues, liebe Leser. Die ökonomischen Gesetze gelten im Großen wie im Kleinen. Und wenn die USA jetzt herabgestuft worden sind, dann ist das nicht mehr als gerecht. Ich weiß, auf den ersten Blick ist das schwer zu verstehen und viele Marktteilnehmer haben sich darüber aufgeregt, aber ein Rating ist ein Vorgang, den jeder Kreditsuchende über sich ergehen lassen muss. Fragen Sie doch einmal Unternehmer in Deutschland, die einen Risikoaufschlag dafür zahlen müssen, dass sie keinen Nachfolger für ihr Unternehmen präsentieren können, oder dafür, dass sie in einer Branche arbeiten, in der das allgemeine Insolvenzrisiko ansteigt. Viele Unternehmen bekommen nur dann einen Kredit, wenn sie mit ihrem persönlichen Vermögen haften. Und wenn sich das Geschäftsklima verschlechtert, müssen sie mit einer Kündigung des Kredites rechnen. Ja, das ist die harte Realität der Wirtschaft. Das ist die alltägliche Praxis, mit der sich Unternehmer in Deutschland auseinandersetzen müssen und in der sie um ihr Überleben kämpfen müssen.

Der Kauf von Wählerstimmen ist vorbei

Wenn wir Glück haben, begreift Italien, dass es jetzt unliebsame Entscheidungen treffen muss. Und wenn deutsche Politiker aller Couleur genau hinsehen würden, wüssten Sie, dass jetzt nicht die richtige Zeit ist, um Wählerstimmen zu kaufen. Sie müssen vielmehr verhindern, dass Deutschland morgen und übermorgen ähnliche Probleme bekommt wie die USA, Spanien oder Italien. Die letzten Börsentage haben gezeigt, wie schnell es gehen kann, dass politischer Wankelmut, schlechte Kommunikation und Fehlentscheidungen von den Kapitalmärkten abgestraft werden. Wahlen sind nur alle 4 Jahre, aber der wirtschaftspolitische Weitblick und die wirtschaftspolitischen Versprechungen der Politiker werden an den Kapitalmärkten täglich auf die Probe gestellt und auf Glaubwürdigkeit geprüft.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Bärenmarkt steht fest

 

von Henrik Voigt (04.08.2011)


der DAX hat in den vergangenen beiden Handelswochen 1800 Punkte verloren – das ist ein echter Crash. Und dieser Crash markiert den Beginn eines neuen Bärenmarktes, also einer längerfristigen Abwärtsbewegung. Nachdem es zu Beginn der vergangenen Woche diesbezüglich noch Unsicherheiten gab, sind diese nun ausgeräumt.

DAX Profits im Gewinn

Ich bin heute heilfroh, dass ich nicht wie viele andere Börsendienste krampfhaft an geliebten Aktienpositionen festgehalten habe, sondern Ihnen rechtzeitig vor dem großen Sell-Off den Verkauf aller Aktienpositionen empfohlen habe. Unsere Flexibilität hat uns gerettet und Sie müssen jetzt nicht wie viele andere Anleger zittern. Außerdem haben wir bereits Anfang Juli mit dem Reverse- sowie dem Korridor-Schein auf den DAX frühzeitig auf fallende bzw. bestenfalls seitwärts laufende Kurse gesetzt. Was zunächst lediglich als Depotabsicherung für die nächsten Monate gedacht war, brachte in dieser Ausnahmesituation außerordentlich schnell Gewinne. Und deshalb stehen wir in diesem Jahr auch mit über 700,- Euro Gewinn da, während der DAX fast 20 Prozent Minus verkraften muss. Viele Depots sehen regelrecht zerbombt aus, wir lehnen uns dagegen entspannt zurück. In den nächsten Monaten wird unser Vorsprung zum DAX noch wesentlich drastischer ausfallen.

Dabei war der Beginn dieses Bärenmarktes extrem schwer vorherzusehen. Es gab diesmal nicht die üblichen Warnsignale. Die ansonsten bewährten Vorläuferindizes wie Transportindex, Nasdaq-Index oder Emerging Markets erreichten noch vor kurzem neue Allzeithochs, die Marktbreite war ebenfalls noch intakt, die Börsenumsätze wiesen eher auf eine Korrektur als auf eine Toppbildung hin. Ich denke, es ist genau dieser „Überraschungseffekt“, der die Bewegung in diesen Tagen so heftig ausfallen lässt. Und noch immer existieren viele Schieflagen, noch immer ist der Markt noch nicht komplett bereinigt. Noch denken sehr viele Anleger, es handle sich um einen Albtraum, der bald vorübergeht. Eine Übertreibung. Wenn sie sich da nicht täuschen.

Wir haben uns schnell in der neuen Realität zurechtgefunden. Die Börsen werden in dem Tempo vorerst nicht ewig weiterfallen. Es wird in Kürze zu einer mehrwöchigen Kurserholung kommen, möglicherweise angefacht durch außergewöhnliche Notenbankmaßnahmen, die immer dann einsetzen, wenn die Hütte bereits brennt. So findet heute Abend eine US-Notenbanksitzung statt, auf der beispielsweise QE 3 verkündet werden könnte, was dann eine massive Shorteindeckungsrally auslösen dürfte. Diese Erholung wird sprunghaft und schwer zu handeln sein. Unsere Korridorscheine sind die adäquate Antwort auf diese mögliche Bewegung, weil wir damit nicht das exakte Tief erwischen müssen und
in beiden Richtungen große Spielräume besitzen. Diese Erholung wird bis an einen bestimmten
markanten Punkt laufen. An diesem Punkt bestehen die besten Chancen, erneut auf weiter
fallende Kurse zu setzen, was wir dann natürlich auch tun werden.

Bärenmärkte halten lange an
Denn eines ist sicher: Wenn der Bär erst einmal erwacht ist, legt er sich nicht gleich wieder
schlafen. Bärenmärkte dauern in der Regel länger als ein Jahr. Aber gerade sie bieten für aktive
Anleger unwahrscheinlich große Chancen auf schnelle Kursgewinne, denn die hohe Volatilität
lässt Bewegungen viel schneller ablaufen als in Bullenmärkten.

Jürgen Nowacki

Die Finanzwelt zittert vor dem (Kaputt)Sparen

 

von Jürgen Nowacki (04.08.2011)


Tja, wir haben es in der letzten Target-Trader-Ausgabe verkündet: Nachdem der Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten gefunden wurde, wird es darauf ankommen, was die Ratingagenturen daraus machen werden. Aber, sollten wir jetzt wirklich die ganze Wut über das Chaos an den Finanzmärkten an den Ratingagenturen auslassen?

Die Ratingagenturen sprechen eine klare Sprache, vielleicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt, das mag sein, aber sie dürfen etwas tun, was Politikern nur in der Opposition erlaubt ist, nämlich Missstände klar und deutlich artikulieren.

Über viele Jahre hinweg wurde Wachstum auf Pump finanziert. Und wenn es eine Regierung wagte, diese Missstände zu beheben, wurde sie selten dafür gelobt. Selbst der Musterschüler Deutschland zahlt heute noch Zinsen für Konjunkturpakete, die er auf Pump finanzierte.Selbst dieser Musterknabe hat es bis heute nicht geschafft, die Kredite, die dafür aufgenommen wurden, zurückzuzahlen. Und jeder weiß, trotz unerwartet hoher Steuereinnahmen muss sich Deutschland immer noch neu verschulden. Die Zinslast, die aus einer laxen Haushaltsführung entstanden ist, beläuft sich mittlerweilen auf mehr als 40 Milliarden Euro
pro Jahr und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Ratingagenturen Deutschland unter die Lupe nehmen werden. Übrigens, um sich 40 Milliarden Euro Zinsbelastung (keine Tilgung) besser vorstellen zu können, geben wir Ihnen hier ein kleines Beispiel. Das neue Autobahnstück auf der A8 zwischen Augsburg und Günzburg soll etwa 400 Millionen Euro kosten und ist 41 km lang. Müssten wir keine Zinsen zahlen, könnten wir eine 6-spurige Autobahn bauen, die 4.100 km lang wäre. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem mit steigender Verschuldung auch die Arbeitslosigkeit steigt, und das sehen wir in den USA, aber auch in Europa. Warum ich so pessimistisch bin, werden Sie vielleicht fragen, nun, wir haben eine Achillesferse, und das ist der Export.

Asien erhöht seine Zinsen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. BMW-Chef Norbert Reithofer sagtein seiner Bilanzpressekonferenz am 2. August, dass die Nachfrage nach Luxusautos ungebrochen sei, er aber damit rechne, dass sich die Nachfrage in China abschwächen werde. Weitere Produktionskapazitäten aufzubauen sei mit hohen Risiken verbunden, so der Vorstand. Tja und genau dieses Szenario spielt die Börse jetzt durch. Wir werden es nicht schaffen, von unseren Schulden herunterzukommen, wenn jetzt am falschen Ende gespart wird, darüber sind sich ausnahmsweise alle Experten einig. Die Börse nimmt deshalb die guten Zahlen der Industrieunternehmen als gegeben hin und verbucht sie sogleich unter Vergangenheit.
Die Märkte versuchen derzeitig abzuschätzen, ob China und Indien auch zukünftig als Konjunkturlokomotive dienen und die Wachstumsschwäche Amerikas sowie Europas ausgleichen können. Und um auf die Ratingagenturen zurückzukommen: Sie wollen Konzepte sehen, die Hand und Fuß haben, ganz einfach. Das ist auch das Interesse von Investoren und das Einzige, was uns Börsianern mittel und langfristig nützt.

Der Tisch, an dem wir sitzen, ist reich gedeckt, heißt es in dem zitierten indianischen Sprichwort. Einer Umfrage zufolge, die in 11.000 deutschen Haushalten vorgenommen wurde, sind immer mehr Deutsche unzufrieden mit ihrem Beruf. Zuviel Stress und zu wenig Geld lautet eine Begründung der Wissenschaftler von der Universität Duisburg-Essen, die die Befragung vorgenommen haben. Aber vielleicht liegt es nicht so sehr daran, dass der Stress zugenommen hat, als vielmehr daran, dass die Perspektiven verloren gegangen sind. Geht es in einem kurzen Menschenleben nicht viel öfter um die Frage: Was kommt danach? Was passiert, wenn ich meinen Job verliere und meine Hypothekenraten nicht mehr bezahlen kann?

 

Banken und Sparkassen berechnen heute ihren Kunden, die einen Dispokredit in Anspruch nehmen, mehr als 14 Prozent Zinsen, refinanzieren sich selbst aber mit lediglich 2 Prozent. Inwieweit haben denn die Banken ihre günstigen Notenbankkonditionen wirklich an Ihre Kunden weitergegeben? Als es darum ging,wie man Griechenland helfen könne, haben wir von Politikern zu hören bekommen, man müsse den Griechen die Zinsen senken, damit sie wieder auf die Beine kämen. Was sagen diese Politiker den Menschen in Deutschland, die seit Jahren einen Dispokredit in Anspruch nehmen müssen, drei Jobs machen und nicht wissen, wie sie aus der Schuldenfalle wieder herauskommen?

Fazit und um es auf dem Punkt zu bringen, die Zinsen für private Konsumenten sind viel zu hoch, das bremst die Binnennachfrage und hilft keineswegs unsere Exportabhängigkeit abzubauen. Anstatt sich kaputt zu sparen, muss die Neuverschuldung und der Zinsdienst im öffentlichen, aber auch im privaten Sektor reduziert werden. Investitionen müssen in den Bereichen Infrastruktur, Lehre und Forschung sowie in Technologien für erneuerbare Energien forciert werden, und zwar europaweit. Wer den Ratingagenturen solche Konzepte auf den Tisch legt, muss sich keine Sorgen um sein Rating machen.

 

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Jürgen Nowacki

High Noon in Washington, wer zieht zuerst? Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man direkt darüber lachen

von Jürgen Nowacki (27.07.2011)

 

Erinnern Sie sich noch, wie sich die deutsche Elite 1981 aufgeregt hat, als der Republikaner und einstige Schauspieler Ronald Reagan zum 40.US-Präsidenten gewählt wurde? Die Nation war schockiert und Reagan avancierte in zwei Amtsphasen zum erfolgreichsten Politiker der USA. Nicht zu vergessen seine Worte an der Berliner Mauer am 12. Juni 1987:

Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!"

Heute stehen sich Demokraten und Republikaner gegenüber und tragen ihrenWahlkampf auf offener Straße wie in einem alten US-Western aus, in dem Ronald Reagan mitgespielt haben könnte. Die Lässigkeit lässt etwas zu wünschen übrig, aber Reagan schaut vielleicht von oben zu und wundert sich über seine Parteifreunde und ihr Verständnis von Bürgernähe. Nein, ich will mich nicht lustig machen, und meine ehemaligen Kollegen, die an der New York Stock Exchange arbeiten würden mir das auch nicht verzeihen. Denn die finden das, was in Washington passiert, abscheulich und um es aufgut Deutsch zu sagen: sie sind richtig sauer über diese Art der Wahlkampfstrategie.

Ich wage heute folgende Prognose: Republikaner und Demokraten werden sich am kommenden Wochenende einigen, allerdings dürften die Wahlkampf-Schecks für die Republikaner kleiner ausfallen als erwartet, denn immer mehr Amerikaner unterstützen die Politik von Obama und lassen die Republikaner in Umfragen schlecht aussehen.

Aber wie sagte Ronald Reagan 1988 auf einer Vortragsveranstaltung vor US-Farmern: "Die furchterregendsten
Worte der englischen Sprache sind: 'Hi, ich bin von der Regierung und komme, um Ihnen zu helfen!'"

Aber kommen wir zum Geschäft. Vor dem geschilderten Hintergrund ist die Dollarstärke momentan nicht nachvollziehbar und viele von Ihnen liebe Leser werden sich fragen: wird der US-Dollar gestützt? Dieser Frage gehen wir in der Rubrik Devisen und Rohstoffe für Sie auf dem Grund. Zu den Aktienmärkten äußern wir uns in der Rubrik DAX und Dow Jones, und so viel sei bereits verraten, die Stimmung wird brisant. Zu unserer Aktienposition Nabi im Musterdepot erhalten Sie bald weitere Informationen. Möglicherweise werden wir nachkaufen, aber genaueres erfahren Sie in einer speziellen Sondermitteilung außerhalb der heutigen Target-Trader Ausgabe.

 

 

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

 

Henrik Voigt

Sommerträgheit bald vorbei?

von Henrik Voigt (26.07.2011)

ich komme soeben aus Malaysia zurück. Das Land ist Teil der Emerging Markets und hat das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahr 2020 von
einem Schwellenland zu einer hoch entwickelten Volkswirtschaft aufzuschließen – mit entsprechend hohem Einkommensniveau der Bevölkerung.Momentan sieht es tatsächlich so aus, als wäre dieses Ziel erreichbar. Mit zuletzt 6 % Wirtschaftswachstum, 5 % Arbeitslosenrate und 0,5 % Inflation bieten sich traumhafte Wirtschaftsdaten in dieser Volkswirtschaft. Und in vielen anderen vergleichbaren Schwellenländern sieht es nicht weniger gut aus.

Warum erzähle ich Ihnen das? Ganz einfach: Die westlichen Volkswirtschaften sind mit ihrer exorbitanten Verschuldung, ihrer Überalterung und ihren Überkapazitäten nicht mehr in der Lage, aus eigener Kraft genügend Wirtschaftswachstum zu generieren. Wir sind inzwischen sehr stark auf das Wachstum und die Nachfrage aus den Schwellenländern angewiesen. Das gilt ganz
besonders auch für unsere exportorientierte deutsche Wirtschaft. Für Malaysia etwa ist Deutschland bereits der wichtigste westliche Importpartner. Geht es den Schwellenländern gut, brauchen wir uns trotz Schuldenkrise keine Sorgen um unser eigenes Wachstum zu machen. Zumindest nicht, solange die westliche Schuldenkrise noch einigermaßen beherrschbar bleibt.

Insofern erleben wir derzeit sogar einen historischen Paradigmenwechsel: Nicht mehr der Westen ist die Weltkonjunktur-Lokomotive, sondern inzwischen sind es die Schwellenländer, die uns in einigen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen bald den Rang ablaufen werden, wenn wir nicht aufpassen.

Und genau aus diesem Grund gibt es inzwischen auch eine immer stärker werdende Abhängigkeit der westlichen Börsen von den Marktentwicklungen an den Emerging Markets. Bei DAX Profits
tragen wir diesem Umstand schon lange Rechnung, indem ich Ihnen jede entscheidende Veränderung dort in meinem Analyseteil präsentiere und Ihnen die Auswirkungen auf unsere Börsen
erläutere.

Jürgen Nowacki

Was kommt nach Steve Jobs und warum ist es manchmal besser, Kaffee statt Tee zu trinken ?

von Jürgen Nowacki (21.07.2011)

Nach den guten Zahlen des Aluminiumherstellers Alcoa überraschen IT-Unternehmen wie Google und Apple mit sehr guten Quartalszahlen.

Aber wie stabil ist der IT-Sektor auch ohne Apple? Kein anderes Unternehmen ist schließlich so auf seinen Unternehmensgründer fixiert wie die IT-Firma mit dem frechen Apfel-Logo. Der steile Anstieg des Apple-Kurses von 12,50 US-Dollar im Jahr 2004 auf zuletzt über 390 US-Dollar liegt vor allem an der Strategie von Steve Jobs. Aber Unternehmen mit einer Ein-Personen-Show bergen Risiken.Wir werden in der heutigen Ausgabe daher der Frage nachgehen, was mit dem NASDAQ ohne Apple passiert.

American Express überrascht die Börsianer gleich auf mehrfache Weise. Erstens wurde für das zweite Quartal ein höherer Gewinn ausgewiesen als erwartet und dann hat sich auch die Zahlungsmoral der Kartenkunden verbessert und zwar im erheblichen Ausmaß. Wir untersuchen in der Rubrik Konjunktur und Zinsen wie die Daten für den Zinsmarkt zu interpretieren sind.

Abwarten und Tee trinken, nur so kann man derzeit der politischen Börse die Stirn bieten. Aber den Kaffeemarkt sollten auch Teetrinker unter Ihnen nicht aus den Augen lassen, denn hier könnte sich eine erstklassige Tradingchance ergeben.

Kaffee ist heute unser Schwerpunkthema. Wussten Sie, dass Kaffeepflanzen nach einem guten Erntejahr eine Ruhepause brauchen? Im letzten Jahr, meldet die International Coffee Organization ICO, war ein solches: mit einem Produktionsüberschuss von annähernd 17 Prozent. Und das Beste daran ist, dass sich die Kaffeepreise trotzdem auf über 3,10 US-Dollar/Pound verdoppelt haben. Heute Morgen haben Sie bereits eine Eilmitteilung mit fundamentaler Analyse und eine Kaufempfehlung per EMail und SMS erhalten. In der heutigen TT-Ausgabe erläutern wir Ihnen zusätzlich noch die technischen Kaufgründe im Chart.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Thomas Kallwaß

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Erwartungen der Experten und der Realität!

von Thomas Kallwaß (19.07.2011)

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist jeden Monat das Gleiche: kaum hat irgendein Forschungsinstitut seinen monatlichen Stimmungsindikator veröffentlicht, überschlagen sich die Zeitungen und Onlinemagazine. Entweder die Indikatoren signalisieren extreme Euphorie, schlimme Stagnation oder extremen Pessimismus – alle drei Möglichkeiten sind natürlich dankbare Schlagzeilenlieferanten.

Zeitungen verbreiten ungerechtfertigte Panik

Und so titeln die Zeitungen auch heute wieder über den ZEW Konjunkturerwartungsindex: „Sinkender ZEW-Index: Schuldenkrise verschreckt Anleger“ oder „ZEW-Konjunkturerwartungen sinken den fünften Monat in Folge“ oder „Aufschwung bedroht: Schuldenkrise belastet die Realwirtschaft“ oder „Wegen Schuldendebakel ZEW-Indikator auf Krisenniveau“. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das alles als Unsinn herausstellen wird, ist immens.

Es fehlt an Einordnung der Zahlenflut

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich von der journalistischen Leistung der Medien schon seit langem enttäuscht bin. Allen Beteuerungen zum Trotz liefern die Journalisten schon seit langer Zeit keine sinnvolle Einordnung der täglichen Zahlenlieferungen mehr. Anhand der Meldungen ist es nicht mehr möglich, den Charakter der Zahlen zu bestimmen. Ist ein ZEWKonjunkturerwartungsindex von -15,1 schlecht? Natürlich, glaubt man den Medienberichten. Doch die Realität sieht anders aus.

Ich überprüfe alle Zahlen selbst auf ihren Sinngehalt

Dass die Erwartungen wirklich schlimmes andeuten, glaube ich nicht – und das aus gutem Grund, wie ich Ihnen gleich zeigen werde. Statt blind zu glauben, überprüfe ich für Sie jede Zahl selbst und setze sie in einen sinnvollen Zusammenhang. Es ist wirklich verblüffend, wie schnell sich dann die meisten Horrormeldungen in Luft auflösen.

Finanzmarktexperten sagen, es geht bergab. Stimmt das?

Glaubt man den Meldungen, so sind sich die befragten sogenannten Finanzmarktexperten einig: mit der Konjunktur geht es bergab. Und die Aktienkurse werden daher natürlich auch sinken. Stellt man aber einmal die Expertenvoraussagen der vergangenen 20 Jahre und das reale, also preisbereinigte, Wirtschaftswachstum gegenüber, so offenbart sich das ganze Desaster der Voraussagen.

Die Experten lagen nur einmal richtig – aber viel zu früh

In nur einem einzigen Fall lagen die Experten richtig – und das auch nur teilweise: bei der Finanzkrise. In 20 Jahren pendelt der Index der Erwartungen nur so zwischen Euphorie und Pessimismus hin und her, während das Bruttoinlandsprodukt fast die ganze Zeit über wie mit dem Lineal gezogen steigt. Und auch bei der Finanzkrise lagen die Experten nur teilweise richtig. Denn die Befragten zeigten sich schon lange vor Beginn des realen BIP-Rückgangs ausgesprochen pessimistisch.

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Erwartungen der „Experten“ und der Realität

Also habe ich noch die Korrelation des ZEW-Konjunkturerwartungsindex und des Bruttoinlandsprodukts berechnet. Es ist eine negative Korrelation von -0,14. Werte nahe 0 bedeuten: es gibt fast keinen Zusammenhang zwischen den Konjunkturerwartungen und den realen Konjunkturentwicklungen. Und es geht weiter. Vergleicht man die Konjunkturerwartungen der vom ZEW ausgewählten „Finanzmarktexperten“ mit der Entwicklung des DAX, wird es wirklich gruselig. Die Korrelation beträgt nämlich -0,04, Das ist eine fast perfekte Nicht-Korrelation. Es ist ein nicht ansatzweise vorhandener Zusammenhang zwischen den Erwartungen von angeblichen Finanzmarktexperten und Reaktionen am Finanzmarkt.

Würden Sie sich nach den befragten „Experten“ richten, wären Sie bald pleite

Fakt ist: wenn Sie sich in den vergangenen 20 Jahren bei Ihren Anlageentscheidungen nach den Erwartungen der Experten gerichtet hätten, so wären Sie heute völlig pleite. Denn die Realität hatte statistisch gesehen in diesen 20 Jahren nichts mit den Erwartungen gemeinsam.

Lassen Sie sich nicht von den Medienberichten beirren

Also lassen Sie sich bitte nicht von dem Medientrommelfeuer aus der Ruhe bringen. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erreicht monatlich neue Tiefstände, die Wirtschaft wächst so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr und nach wie vor gibt es sehr viele Regionen in der Welt, die jährlich fast oder sogar zweistellig wachsen. Weshalb also in Panik geraten – so wie die Medien in Deutschland? Einen Grund dafür gibt es nicht.

Herzlichst, Ihr

Thomas Kallwaß
Chefredakteur CFD Profits

Thomas Kallwaß

Geduld zahlt sich auch beim Diamant FX Portfolio aus!

von Thomas Kallwaß (18.07.2011)

Liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder zeigt sich, Geduld zahlt sich aus. Unsere Strategie basiert darauf, uberbewertete Wahrungen zu verkaufen und unterbewertete Wahrungen zu kaufen. Alles weitere lauft dann wie von selbst. Alles, was wir brauchen, ist Geduld. Wir kennen die Fehlbewertungen, aber wir können nicht wissen, wann sie korrigiert werden Geduld ist wichtig. Denn wir kennen zwar die fairen Bewertungen der Wahrungen und wir wissen auch, dass die Marktbewertungen nicht ewig von der fairen Bewertung abweichen konnen. Wir wissen aber nicht, wie lange es dauert, bis die Fehlbewertung korrigiert wird.

Teilweise waren Kontoverdoppelungen in wenigen Wochen möglich Beim unterbewerteten Yen dauerte es bis zum Jahr 2008 nur zweieinhalb Jahre – inzwischen ist der Yen sogar  berbewertet. Damals konnten binnen weniger Wochen mit einer nur 10.000 Einheiten grosen Position fast 5.000 Euro verdient werden.

Bei der isländischen Krone dauerte es 2008 sieben Jahre, bis die Kaufkraftparitat wieder erreicht wurde. Als die Korrektur der Uberbewertung begann, dauerte es nur wenige Wochen. Dabei konnten mit 10.000 Einheiten nicht weniger als 10.000 Euro verdient werden. Wir werden langfristig mit ALLEN Positionen Geld verdienen Langfristig werden wir mit all unseren Positionen Geld verdienen. Selbst bei Positionen, bei denen Sie sich das jetzt kaum vorstellen konnen, werden wir fruher oder spater in der Gewinnzone landen. So war es beim EURUSD, der 2010 hohe Verluste erzeugte und inzwischen in der Gewinnzone liegt. So war es 2011 beim Silber, das noch hohere Verluste anhaufte und dann binnen weniger Wochen wieder in die Gewinnzone zurück fand.

Alles Gute und viel Erfolg bei Ihren Aktivitäten,

Thomas Kallwaß
Chefredakteur Diamant FX Portfolio

Jürgen Nowacki

Glauben Sie an Zufälle?

von Jürgen Nowacki (14.07.2011)

Sehr geehrter Target Trader, was ist denn nur mit den Ratingagenturen los? Die Einschläge in Europa kommen immer näher und liest man zwischen den Zeilen, dann gehen die Politiker mittlerweile von einem regelrechten Feldzug gegen Europa aus. Und das genau zu einem Zeitpunkt, an dem es den US-Amerikanern selbst immer schwerer fällt, an ein Happy End ihrer eigenen Schuldenkrise zu glauben. Ich habe an dieser Stelle schon einmal angemerkt, dass ein Land, das 10 Jahre nach dem Terroranschlag vom 11. September immer noch nicht in der Lage ist, derWelt und vor allem den fundamentalistischen Islamisten ein neues World Trade Center zu präsentieren, sehr sehr große Probleme haben muss.

Wir Europäer, die Amerika immer noch lieben, sind umso enttäuschter, je mehr wir mit ansehen müssen, wie ein Land, das stets durch seine positive Lebenseinstellung aufgefallen ist, die Kraft verliert sich aufzuraffen und seine Probleme mit offenem Visier abzuarbeiten. Stattdessen wird der Versuch unternommen, das nahe Ende der neuenWelt noch als Show zu verkaufen:  das Gute gegen das Böse; die schlechten Demokraten, die das Volksvermögen an arme und kranke Bürger verschleudern, gegen die guten Republikaner, die bis zum letzten Blutstropfen für eine Leistungsgesellschaft kämpfen, die es gar nicht mehr gibt. Diese Leistungsgesellschaft, in der Menschen ihren Fähigkeiten und ihrer Leistungsbereitschaft entsprechend bezahlt werden und für die Amerika stets gekämpft hat, ist der Korruption und Gier zum Opfer gefallen und existiert nicht mehr.

Millionen von Immobilien an Menschen zu verkaufen, die sich eine Verschuldung nicht leisten können, und Finanzprodukte zu basteln, die von Investoren mit Verstand als Massenvernichtungswaffen bezeichnet (Warren Buffett) und von Ratingagenturen begleitet wurden, haben diese Leistungsgesellschaft demaskiert, ausgelöscht, ja dem schnellen Profit einer kleinen elitären Clique geopfert.

Eine schlechte Show, die uns da geboten wird, und wenn Sie mich fragen, lieber Leser, eine Show, in der es nur Verlierer geben kann

Rechnen Sie, lieber Leser, jetzt nicht damit, dass es eine schnelle politische Einigung zwischen Republikanern und Demokraten zum Wohle des großen Ganzen, zum Wohle Amerikas geben wird. Republikaner und Demokraten führen Wahlkampf auf Kosten ihrer eigenen Bevölkerung. Wir, die wir das Ganze beobachten, weil wir vielleicht überlegen in US-Unternehmen zu investieren und deren Aktien zu kaufen, müssen uns damit abfinden.

Ich möchte jetzt nicht darüber spekulieren, wer an dieser Entwicklung des Niedergangs die Hauptschuld trägt, aber ich möchte zwei Dinge zu bedenken geben.

Bei den großen Ratingagenturen handelt es sich um US-Unternehmen. Sie kämpfen auf Seiten der USA das letzte Gefecht um einen stabilen US-Dollar und damit gegen den Euro. Und was noch viel wichtiger ist, sie kämpfen um einen stabilen Rentenmarkt. Bernanke hat gestern verlauten lassen, dass er die Notenpresse wieder anwerfen werde, falls die USA in eine Wachstumsdelle fallen. Das ist gut und kann den Märkten kurzfristig helfen, aber die dringend benötigte Ruhe, die an den Finanzmärkten einkehren muss, wird uns vorenthalten.

Die Ratingagenturen spielen jetzt alle Horrorszenarien immer wieder durch, auch die, die bereits abgearbeitet wurden. Wir wissen seit Langem, dass Italien und Spanien in puncto Verschuldung keine Musterschüler sind, aber jetzt werden alte Geschichten immer und immer wieder über die Medien hochgekocht, um den Dollar zu stützen und damit die größten Gläubiger der USA, die Chinesen bei der Stange zu halten.

Sind US-Unternehmen die besseren Schuldner?

Aber eine Hoffnung bleibt uns. Die Aktienkurse dürften unter starken Schwankungen weiter steigen, denn die günstige Refinanzierung begünstigt die Gewinnsituation der Unternehmen. Außerdem besteht eine berechtigte Hoffnung, dass Unternehmen besser gemanagt werden als so mancher Staat, dessen Regierung alle 4 Jahre Wahlgeschenke machen muss. Aber noch ein wichtiger Aspekt: Ein amtierender Präsident kann in den USA immer noch auf die Wählergunst hoffen, wenn die Aktienkurse steigen. Denn daran hängt die private Altersversorgung der US-Bevölkerung. Obama wird also alles tun, damit ihm diese Wähler nicht abhanden kommen.

Wollen wir ihm also die Daumen drücken und frohes Gelingen wünschen. Denn die New Yorker Wall Street wird wohl noch lange der Taktgeber für den deutschen Aktienmarkt und damit für den DAX bleiben.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Thomas Kallwaß

Weitere Zinserhöhung bei der EZB

von Thomas Kallwass (11.07.2011)

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist gerade einmal zwei Wochen her, als die Mitgliedsnationen
der Internationalen Energieagentur ankündigten, 60 Millionen Barrel Erdöl zusätzlich auf den Markt zu bringen. Damals sanken die Ölpreise sehr schnell und sehr stark. 

Inflationssteuerung über Ölreservenfreigabe ist gescheitert...

Der sinkende Ölpreis war beabsichtigt, er sollte unter anderem
die Inflation eindämmen – und damit Zinserhöhungen in den westlichen Wahrungsraumen unnötig machen. Das wäre für das Diamant FX Portfolio eher negativ gewesen. Denn beim aktuellen Niedrigzinsniveau werfen zwei unserer drei Renditesaulen kaum Rendite ab. Auserdem gabe es bei niedrigen Zinsen keinen Anreiz, Geld aus den „sicheren Hafen“ wie Schweizer Franken oder Schwedische Krone zurück in den Euroraum zu holen –darauf spekulieren wir aber langfristig.

...damit hatten wir bereits gerechnet

Wir meldeten bereits vor zwei Wochen Zweifel an diesem Plan an. 60 Millionen Barrel klingen nach viel, decken aber nicht einmal den Tagesbedarf. Entsprechend kurzfristig sind dann auch die Marktreaktionen. Jetzt, keine zwei Wochen später, steht der Ölpreis wieder auf seinem alten Niveau. Und die EZB hob nicht zuletzt wegen der ungebrochen hohen Inflation in dieser Woche die Zinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr an.

Nun wird die Inflation mit steigenden Zinsen gesteuert

Das ist positiv für uns. Denn bei steigenden Zinsen verdienen
wir in den Renditesaulen „Interest“ und „Carry-Trades“ mehr Geld.

Aber nicht nur die EZB hat die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte
erhöht, sondern auch die Schwedische Zentralbank.

Wir schauen lieber zweimal hin, um auch hinter die Fassade blicken zu können

Doch am Kapitalmarkt genügt oftmals nicht nur ein Blick, um unter die Fassade schauen zu können. Denn bei näherer Betrachtung sinkt der prozentuale Zinsabstand zwischen dem Euroraum und Schweden immer weiter ab – selbst wenn beide Zentralbanken ihre Zinsen im Gleichschritt erhöhen.

Steigende Zinsen sind prinzipiell gut für das Diamant FX Portfolio

Im März 2011 bekam man in Schweden noch 1,5% Zinsen, im Euroraum nur 1%. Guthaben in Schweden wurden also 50% besser verzinst als Guthaben im Euroraum. Heute bekommen Sie im Euroraum 1,5% auf Tagesgeldguthaben bei der EZB und 2% auf Guthaben bei der Schwedischen Zentralbank. Der nominelle Abstand ist mit 0,5 Prozentpunkten gleichgeblieben. Der prozentuale Abstand sank jedoch von 50% auf nur noch 33%. Und mit jedem Zinsschritt wird dieser Abstand kleiner. Bei 2,5% Zinsen im Euroraum und 3% Zinsen in Schweden betragt der Abstand nur noch 20%. Es wird relativ gesehen immer unattraktiver fur Großanleger, Geld in Schweden anzulegen. Denn fur das erhebliche Kursrisiko – die Schwedische Krone ist massiv uberbewertet – bekommen die Anleger einen immer kleineren Risikoausgleich in Form hoherer Zinsen.

Wir erwarten einen Kapitalrücktransfer in den Euroraum

Auf den zweiten Blick sind die Zinserhohungen also positiv für uns. Bei sinkendem Zinsabstand steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wieder Kapital aus Schweden zurück in den Euroraum transferiert und damit die Überbewertung der Krone abgebaut wird. Daran verdienen wir Geld. Noch besser sieht es beim EURCHF aus. Dort beträgt der Zinsabstand bereits 1,25 Prozentpunkte. Hier steht dem Kursrisiko überhaupt kein Renditeausgleich gegenüber. Anleger, die ihr Geld im überbewerteten Schweizer Franken anlegen, tragen nicht nur das Kursrisiko, sie bekommen auch noch wesentlich weniger Zinsen als für Euroguthaben.

Auch hier dürfte mittelfristig wieder Kapital in den Euroraum zurückfließen und den EURCHF-Kurs erhöhen. Davon profitiert dann unsere Longposition. Bis es soweit ist, verdienen wir täglich am Zinsunterschied zwischen beiden Währungen.

Alles Gute und viel Erfolg bei Ihren Aktivitäten,

Thomas Kallwaß
Chefredakteur Diamant FX Portfolio

Henrik Voigt

 

Der nächste Boom kommt aus den Emerging Markets

von Henrik Voigt (11.07.2011)

Liebe Leser,

vor wenigen Tagen lief das letzte Programm der US-Notenbank zur Liquiditätsflutung der Märkte (QE 2) aus. Der von vielen Anlegern befürchtete Börsencrash blieb komplett aus. Es zeigt sich lediglich eine deutliche Aufwärtstrendabschwächung. Seit Jahresbeginn läuft der S&P 500 in einer 10-Prozent-Spanne seitwärts.

Beim DAX sieht es ähnlich aus, wobei die Volatilität hier höher ist, dafür aber eine leichte Aufwärtstendenz besteht. Alle langfristigen Aufwärtstrends sind intakt. Bemerkenswert ist vor allem die extrem pessimistische Anlegerstimmung, die die Kurse trotz ausbleibender neuer Liquiditätsspritzen gut nach unten absichert. Solange uns dieser hohe Pessimismus erhalten bleibt, ist eine schnelle Trendwende nach unten extrem unwahrscheinlich.

QE 3 momentan unwahrscheinlich…

Aus den USA fehlen bisher jegliche Anzeichen einer neuen geldpolitischen Lockerung (QE 3), die eine neue Flucht in Sachwerte (auch Aktien) auslösen und für eine sehr kräftige Börsenrally sorgen könnte. Nach Ansicht des früheren Notenbankchefs Alan Greenspan hatten die bisherigen Stimuli QE 1 und 2 wenig Auswirkungen auf die US-Wirtschaft, abgesehen von der Schwächung des US-Dollars und der damit verbundenen Ankurbelung der US-Exporte. „Es gibt keinerlei Beweis dafür, dass der gewaltige Zufluss von Geld in das System grundsätzlich etwas erreicht hat.", so Greenspan. Er fügte in einem kürzlich veröffentlichten Interview außerdem hinzu, dass er über eine neue Lockerung der Geldpolitik (QE3) überrascht wäre, da dies zur weiteren Schwächung des Dollars führen werde.

… aber die großen Trends werden längst woanders gemacht

Aus den USA, der immer noch größten Volkswirtschaft der Welt, ist also kurzfristig kaum mit neuen Impulsen für die Börsen zu rechnen. Woher dann? Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Emerging Markets inzwischen die Rolle der Weltkonjunkturlokomotive übernommen haben. Das zeigt sich auch in der Reaktion der westlichen Börsen auf die dortigen Kursentwicklungen. Die kurzfristigen Entwicklungen mögen noch von den USA vorgegeben werden, aber die langfristigen Trends kommen bereits aus den Emerging Markets. Hier kann man bereits von einem Paradigmenwechsel sprechen.

Solange Wirtschaft und Börsen dort weiter boomen, profitieren vor allem exportgetriebene Westmärkte wie der deutsche Aktienmarkt von dieser Entwicklung. Und genau aus diesem Grund schaue ich mir die Emerging Markets und dort insbesondere die chinesischen Börsen genau an, wenn ich längerfristige Prognosen für den DAX treffen will. Eine nachhaltige DAX-Rally ist ohne grünes Licht aus China kaum vorstellbar. Diese Börsen haben mittlerweile eine „Schlüsselloch-Funktion" für den deutschen Aktienmarkt. Solche ausgefeilten und regelmäßigen Intermarket-Analysen finden Sie übrigens nur hier in DAX Profits.

Was die jüngsten charttechnischen Entwicklungen für Sie bedeuten, habe ich für Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits analysiert.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

Jürgen Nowacki

Für Wolfgang Schäuble und Kollegen fällt der Urlaub ins Wasser, es sei denn, er verbringt ihn in Athen oder Lissabon

von Jürgen Nowacki (07.07.2011)


Sehr geehrter Target Trader,

Die Hausse ist noch nicht zu Ende“, schrieben wir in der letzten TT-Ausgabe vom 27. Juni und haben Ihnen begründet, warum wir zu dieser Einschätzung kamen. Nun, Sie wissen, wie es dann gelaufen ist: Der DAX stieg um 4 Prozent und der Dow Jones sogar um 5 Prozent. Nun scheinen die Kursgewinne bereits wieder auf den Prüfstand zu kommen, die Ratingagenturen machen sich unbeliebt, weil sie griechischen Staatsanleihen ein „D“ wie Default (Ausfall) verpassen wollen und die monatelangen Anstrengungen der Finanzminister werde mit einem Federstrich unter „Sie haben sich bemüht, aber…“ gebucht. Was die US-amerikanischen Ratingagenturen machen, sei vor allem Willkür, sagen europäische Politiker, die am liebsten eine europäische Ratingagentur errichten würden. Gegen diese Politik desWohlwollens ziehen die Kritiker zu Felde und meinen, eine Ratingagentur müsse vor allem unabhängig und ihrem eigenen Regelwerk verpflichtet sein, um ihr Geschäftsmodell zu schützen. Jetzt wird es kompliziert, denn die Unabhängigkeit wird angezweifelt und mit Verschwörungstheorien garniert. Portugal sei zuletzt systematisch herabgestuft worden. Zudem habe Moody's unter seinen Aktionären Finanzmarktakteure wie die Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway der US-Börsenlegende Warren Buffett. Eine unabhängige Bewertung von Finanzmarktrisiken dürfe so kaum möglich sein, schreibt der Stern auf seiner Webseite und zitiert Vermögensverwalter in Frankfurt. Das zielt in die richtige Richtung, aber ein Motiv, warum eine Ratingagentur ihre Unabhängigkeit und damit auch das Geschäftsmodell gefährden sollte, ist damit noch nicht hinreichend erklärt. Vielleicht sollte die Stern- Redaktion einmal folgender Idee nachgehen, und das ist nicht zynisch gemeint.

Spielcasino mit volkswirtschaftlichem Sprengstoff

Wenn Kreditagenturen wie Standard & Poor»s jetzt den Daumen für Griechenland auf D (=Ausfall) senken, dann verdienen sich all diejenigen eine goldene Nase, die auf einen Ausfall spekuliert haben, selbst aber keine griechischen Staatsanleihen besitzen.

Der CDS-Handel hat laut Monatsbericht der deutschen Bundesbank vom Dezember 2004 eine Vorlauffunktion für den Zinsmarkt. Die Bundesbank schreibt: „Obgleich die Entwicklung der CDS-Märkte sich noch in einem frühen Stadium befindet, deuten eigene (Hervorhebung durch den TT) Untersuchungen darauf hin, dass die CDSMärkte durch die schnelle Verarbeitung neuer Marktinformationen gegenüber den Anleihemärkten eine Preisführerschaft aufweisen und einen deutlichen Vorlaufcharakter vor Kreditwürdigkeits-Herabstufungen durch Ratingagenturen haben.“ Sie schreibt außerdem: „Auf der  nderen Seite kann die Entwicklung der CDS-Märkte auch mit Risiken verbunden sein, etwa dann, wenn die Gefahr systemischer Krisen auf Grund neu entstandener Ansteckungskanäle zunimmt.“ Und über dieses Wissen verfügen die Experten bereits seit 7 Jahren. CDS sind keine Versicherungen, wie es landläufig gerne erklärt wird, sie sind nicht einmal regulär an einer Börse zum Handel zugelassen. Sie führen im Freiverkehr ein gefährliches Eigenleben, denn wie die Bundesbank bereits vor 7 Jahren festgestellt hat, wirken sie verschärfend auf systemische Krisen.

Fazit: Einerseits pumpen wir Milliardenkredite in die EU-Länder Griechenland, Irland und Portugal und lassen

es zu, dass die EZB zu einer riesigen Bad Bank verkommt, um – wie es uns Finanzminister Schäuble erst kürzlich wieder darlegte – eine systemische Krise zu verhindern. Anderseits schlummern die Forschungsergebnisse  der Bundesbank zum Thema Credit Default Swaps (CDS) und ihre systemischen Gefahren seit 7 Jahren in der Schublade. Politiker und vor allem die EU-Finanzminister dürften auch in den nächsten Tagen und Wochen nicht in den Schlaf finden, denn täglich werden neue Schreckensmeldungen kommen und die Renditen der Staatsanleihen weiter steigen lassen, wie die Bundesbank es vor 7 Jahren im Falle einer systemischen Krise prognostiziert hat.

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal auf das wesentliche Unterscheidungsmerkmal eingehen, warum es sich bei den CDS nicht um Versicherungen gegen Kreditausfälle handelt. Wenn sich ein Versicherungsnehmer nicht bemüht, einen möglichen Schaden bei Eintritt des Versicherungsfalls zu reduzieren, kann er seinen Versicherungsschutz verlieren. Jeder kann sich vorstellen, warum diese Regelung wichtig und notwendig ist. Bei CDS-Produkten wird der Versicherungsfall nicht durch neutrale Gutachter, sondern durch Ratingagenturen festgestellt, die wirtschaftlich mit Kapitalgebern, Finanzakteuren und Spekulanten verflochten sind. Unsere Politiker werden wohl solange auf ihren wohlverdienten Urlaub verzichten müssen, bis sie aus diesen Interessenkonflikten ihre hoffentlich richtigen Schlüsse gezogen haben.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Thomas Kallwaß

CFD Profits auf Allzeithoch!

von Thomas Kallwaß (05.07.2011)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in der vergangenen Ausgabe zeigte ich Ihnen, dass der Markt vor einer griechischen Pleite wesentlich weniger Angst hat als die Medien es haben. Denn eine Pleite war bereits vollständig eingepreist und wäre keine Überraschung mehr gewesen. Wenn der Markt schon auf das schlimmste Szenario vorbereitet ist, dann könnten nur noch bessere Nachrichten kommen.

Die guten Nachrichten kamen schneller als gedacht

Und so war es auch. Griechenland beschloss ein drastisches Sparprogramm, das zur Voraussetzung für eine weitere Kredittranche gemacht worden war. Mit den neuen Krediten kann Griechenland Altschulden tilgen und seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Die echte Pleite ist damit wieder einmal ein Stück weit hinausgeschoben worden – was der Markt entsprechend feierte.

CFD Profits auf Allzeithoch

Denn ohne Zweifel handelte es sich um eine gute Nachricht, die die Pleite einpreisenden Kursabschläge wurden wieder zurückgenommen. Der DAX notiert auf dem höchsten Stand seit sechs Wochen – und damit CFD Profits auf einem Allzeithoch. Wir konnten also die Korrektur nutzen, um unsere Gewinne zu steigern. Sollte der Aktienmarkt wieder auf sein Jahreshoch steigen, werden wir unsere alten Gewinnhochs um fast ein Drittel übertroffen haben. Und das mit unseren schon bestehenden Positionen. Sie müssen keine weiteren Transaktionen durchführen, um diese Gewinne erzielen zu können.

Klassische Medien versagen bei Griechenland-Berichterstattung

Übrigens: Wieder einmal zeigen die klassischen Medien ihr Versagen. Sicherlich haben Sie auch vielfach gelesen, die europäischen Banken würden sich an der Rettung Griechenlands beteiligen. Die Banken würden das Geld, das sie von Griechenland für ihre Altanleihen bekommen, in neue Anleihen investieren. Das ist zwar richtig, ökonomisch betrachtet jedoch nur die halbe Wahrheit. Eine echte Hilfe wäre das nur, wenn die Konditionen der neuen Anleihen für Griechenland besser wären als die der alten.

Konditionen sind identisch mit Altanleihen…

Das ist jedoch nicht der Fall, die Konditionen sind nur anders. Abgezinst, also unter Berücksichtigung der kommenden Zinszahlungen, sind die neuen Anleihen exakt genauso viel wert wie die alten Anleihen, die Griechenland schon nicht allein schultern konnte.

…und Griechenland ist damit in der gleichen Situation wie zuvor

Mit anderen Worten: Die europäischen Banken kommen zum Nulltarif aus der Sache heraus und belasten Griechenland mit den gleichen Schulden wie zuvor. Die Großbank Société Générale kam zu dem Schluss, dass der Plan Griechenland überhaupt nicht helfen wird.

Herzlichst, Ihr

Thomas Kallwaß

Thomas Kallwaß

New Deal für Europa?

von Thomas Kallwaß (05.07.2011)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

jungst wurde in Griechenland ein neues Sparpaket beschlossen. Das war Voraussetzung fur die Auszahlung einer weiteren Kredittranche, mit der Griechenland vor allem Altanleihen tilgen wird. Gerettet sind damit jedoch vor allem die Besitzer dieser Anleihen, zum Beispiel deutsche Banken und Versicherungen. Griechenland selbst kann nicht gerade behaupten, die unter dem Diktat des neuen Sparpakets erhaltenen Kredite wurden helfen.

Die griechische Wirtschaft wird stranguliert...

Denn die immer neuen Sparmasnahmen und Steuererhohungen wurgen die griechische Wirtschaft regelrecht ab. Die im Eiltempo schrumpfende Wirtschaft nimmt den Menschen jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Bereits jetzt ist der Anteil der Lohne und Gehalter am griechischen BIP substanziell niedriger als in Deutschland. Die neuen Sparmasnahmen treffen jedoch wieder hauptsachlich die Burger. Wozu solch prozyklische extreme Sparmasnahmen fuhren, sollten vor allem die Deutschen sehr genau wissen.

...und nimmt den Menschen alle Hoffnung

Denn vor rund 80 Jahren waren es deutsche Politiker, die angesichts der enormen Auslandsverschuldung extreme Sparmasnahmen durchsetzten und damit den Weg fur die NSDAP bereiteten.

Dabei besteht Wirtschaft hauptsächlich aus Hoffnung

Es wundert daher nicht, dass inzwischen die Stimmen lauter werden, die fur Europa nicht noch mehr Sparmasnahmen fordern, sondern neue Perspektiven fur die Menschen. Wirtschaft ist hauptsachlich Psychologie. Die Menschen investieren dann in die Zukunft, wenn sie an die Zukunft glauben. In den Krisenstaaten Griechenland, Irland, Portugal und Spanien ist der Glaube an eine positive Zukunft verloren gegangen.

Es ist daher an der Zeit, in die Hoffnung zu investieren

Ein europaischer New Deal, ein großes Sonderkonjunkturprogramm, mit dem zum Beispiel in die Infrastruktur investiert und damit neue Nachfrage geschaffen wird, wäre in der Lage, den Glauben an die Zukunft wiederherzustellen. Er ware der sichtbare Beweis, dass es eine positive Zukunft gibt, in die es sich lohnt, zu investieren. Das staatlich Konjunkturprogramm ware daher nur die Initialzundung fur private Investitionen. Neue Staatsschulden sind nicht zwingend ein Problem Dieses kreditfinanzierte Konjunkturprogramm muss die Staatsverschuldung nicht langfristig erhohen. Die USA zeigten, dass die durch den New Deal und den zweiten Weltkrieg entstandenen Schulden kein Problem darstellen mussen. Dank der schneller wachsenden Wirtschaft sank der Schuldenberg in Relation zur Wirtschaftskraft schnell.

Es fehlt der Funke, der private Investitionen auslöst

Eine Initialzundung fur private Investitionen ist dringend notig. Denn trotz Wirtschaftskrise hat der private Sektor ausreichend Kapital fur Investitionen – es wird aus Angst vor der Zukunft nur nicht investiert.

Auch das Diamant FX Portfolio würde von einem New Deal profitieren...

Von einem solchen New Deal wurde auch das Diamant FX Portfolio sehr gut profitieren. Denn wo liegt denn das private Kapital, das investiert werden konnte? Es fluchtete in sichere Hafen wie den Schweizer Franken oder die Schwedische Krone, die in den vergangenen zwei Jahren extrem aufwerteten.

...denn es würde Kapital aus den sicheren Häfen in den Euro zurückfließen

Wird wieder Kapital aus diesen sicheren Hafen in die Eurozone umgeschichtet, dann bauen sich die enormen Uberbewertungen ab. Auf diese Korrektur spekulieren wir mit grosen Positionen innerhalb des Diamant FX Portfolios. Denn die Abweichungen von der Kaufkraftparitat sind so enorm, teils mehr als 50%, dass diese Fehlbewertungen nicht ewig aufrecht erhalten werden konnen ist mehr als wahrscheinlich. Ohne New Deal würde das trotzdem geschehen, nur länger dauern Die Fehlbewertungen werden auch ohne New Deal abgebaut, daran hegen wir gar keinen Zweifel. Es gibt in der Historie keinen Fall, in dem Fehlbewertungen nicht irgendwann korrigiert wurden. Mit einem New Deal wurde diese Korrektur nur schneller kommen.

Alles Gute und viel Erfolg bei Ihren Aktivitaten,

Thomas Kallwaß

 

Henrik Voigt

 

Börsen im Sommerloch

von Henrik Voigt (28.06.2011)

 

Liebe Leser,

wir befinden uns seit fast zwei Monaten in einem typischen Sommerloch mit dünnen Börsenumsätzen und umherdümpelnden Kursen. Die schiere Dauer der Korrektur seit Anfang Mai zermürbt die meisten Anleger, dabei halten sich die Kursverluste zumindest bei den Indizes in überschaubaren Grenzen. Die meisten Weltbörsen verzeichnen für das erste Halbjahr ein Kursplus, was keineswegs selbstverständlich ist. Ausgerechnet der US-Aktienmarkt, wo derzeit über eine erneute Rezession spekuliert wird, steht mit am Besten in diesem Jahr da. Mit über 4 Prozent Kursplus im 1. Halbjahr bewegt er sich nahezu im Rahmen seiner historischen Durchschnittsperformance (freilich in wenig werthaltigen Dollars gerechnet).

Das erste Halbjahr verlief völlig normal…

Beim DAX sieht es etwas magerer aus. Hier stört trotz guter Konjunkturlage wohl die Nähe zu einigen europäischen Schuldenstaaten, die für sich genommen eher unbedeutend sind, in ihrer Summe aber eine Kettenreaktion an den Finanzmärkten auslösen könnten. Die morgige Abstimmung im griechischen Parlament über das dortige Sparpaket steht ganz im Zeichen dessen und könnte für unangenehme Überraschungen sorgen. Zum befürchteten Finanzgau wird es jetzt jedoch noch nicht kommen. Wir haben ja noch die Transferunion, die für einige Jahre noch einen Aufschub bis zur Endabrechnung bringen dürfte. Das Thema eignet sich jetzt allerdings wunderbar als „Aufhänger" für die Börsen im Sommerloch.

…mit sehr guten Chancen im zweiten Halbjahr

Etwas Gutes hat die Situation natürlich. Die im Frühjahr drastisch überhitzten Stimmungsindikatoren sind in den letzten beiden Monaten ebenso drastisch abgekühlt. Das ist eine notwendige Voraussetzung für die Fortsetzung des Bullenmarktes. Mehrere dieser Indikatoren erreichten bereits die rekordverdächtig tiefen Pessimismus-Niveaus des letzten Sommers. Ein paar schwache Tage an den Börsen würden ausreichen, um relativ sichere Kaufzonen für antizyklisch agierende Anleger zu erreichen. Diese Kaufzonen haben bereits in den vergangenen Jahren immer wieder markante Tiefs produziert, von denen aus zumindest mehrwöchige Rallys starteten.

Die langfristigen Aufwärtstrends sind völlig intakt. Die Kurse haben nur noch wenig Abwärtspotenzial bis zu den entscheidenden Unterstützungen. Auch die Marktzyklik spricht ab Juli/August wieder für bessere Zeiten an den Börsen. Im besten Fall sehen wir womöglich bereits in den nächsten Wochen das erste Standbein

 

einer Rally, die womöglich länger andauern wird, als sich das die Masse der Anleger derzeit vorstellen kann.

Bis dahin ist jedoch weiterhin Geduld und Vorsicht angebracht. Niemand kann wissen, wann genau die Tiefs für diesen Sommer ausgelotet sein werden. Unberechenbare Seitwärtsbewegungen, wie sie für die Jahreszeit typisch sind, sind leider prädestiniert dafür, die meisten Anleger immer wieder auf dem falschen Fuß zu erwischen. Das kostet Geld und Nerven. Was die jüngsten charttechnischen Entwicklungen für Sie bedeuten, habe ich für Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits analysiert.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

Thomas Kallwaß

Die Krise macht dem Markt weniger Angst als den Medien

von Thomas Kallwaß (28.06.2011)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in der heutigen Eilmeldung habe ich Ihnen gezeigt, dass die deutschen Aktien günstiger bewertet werden als die US-Aktien – gleichzeitig wird aber das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr das der USA um mehr als das Doppelte übertreffen. Hier liegt also noch ein enormes Potenzial in unseren Positionen.

Die Medien machen mehr Panik als nötig, …

Doch wird es überhaupt zu einer Rallye kommen? Sind 4% Wachstum – das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung – überhaupt realistisch? Die Medien sind schließlich voll mit immer neuen Horrormeldungen.

… denn der Kapitalmarkt hat sich bereits auf eine Staatspleite eingerichtet

Natürlich beschreiben die Medien Horrorszenarien, denn schlechte Nachrichten sind schließlich das Geschäftsmodell. Fakt ist aber, dass der Kapitalmarkt bereits eine Staatspleite Griechenlands eingepreist hat. Griechische Anleihen zu versichern, kostet inzwischen mehr, als diese Anleihen wert sind. Die Versicherung ist sogar teurer als der ursprüngliche Ausgabepreis der Anleihe. Ein solch hoher Preis kann nur bedeuten, dass inzwischen jeder fest mit einer Pleite rechnet, dass die angenommene Wahrscheinlichkeit bei 100% liegt.

Jetzt kann es nur noch bessere Nachrichten geben

Ich frage Sie: Kann es noch schlimmer kommen? Nein, natürlich nicht. Wenn der Markt schon davon ausgeht, dass Griechenland in die Pleite rutscht, dann kann es nur noch bessere, nicht aber schlechtere Nachrichten geben. Mehr als eine Pleite geht nicht – und die wird ohnehin erwartet. Darüber hinaus ist das die Medienberichte prägende Griechenland ein kleines Licht. Die Wirtschaftskraft entspricht der Hessens. Sogar die USA, die momentan eine Wachstumsschwäche durchmachen, sind kein Problem. Denn die USA wachsen noch, nur eben langsamer als in der Vergangenheit. Aber auch das ist normal, schließlich kann es nicht ewig vierprozentige Wachstumsphasen geben.

Weltweit wird die Wirtschaft um 4,4% wachsen – ideale Bedingungen für eine Exportnation

Und in den aufstrebenden Märkten sieht es ganz anders aus. In China sorgen sich die Politiker trotz aller Gegenmaßnahmen noch immer mehr um das zu hohe als um ein zu niedriges Wachstumstempo. Japan steht vor einer teilweise total zerstörten Infrastruktur und dürfte in den kommenden Monaten und Jahren massiv auch aus Deutschland importieren. Der Internationale Währungsfonds geht von einem Weltwirtschaftswachstum von 4,4% aus – das sind ideale Bedingungen für eine Exportnation wie Deutschland.

Aufgeschobene Investitionen werden nachgeholt

Auch in den westlichen Nationen werden die Unternehmen die krisenbedingt aufgeschobenen Investitionen nachholen müssen. Die Unternehmen können zwar eine Zeit lang mit den abgeschriebenen Maschinen weiter arbeiten – irgendwann sinkt aber deren Produktivität bei gleichzeitig steigenden Wartungskosten. In diesem Bereich warten also weitere Aufträge auf die deutschen Unternehmen.

Erneuter Konjunktureinbruch ist unwahrscheinlicher denn je

Bei nüchterner Betrachtung ist also eine Double Dip Rezession, also ein erneuter Konjunktureinbruch, unwahrscheinlicher denn je – trotz Griechenland und hoher Rohstoffpreise. Die sind schließlich auch nur Gradmesser für die hohe Nachfrage.

Nach der traditionell schwachen Sommerphase geht es weiter bergauf

Ich hege also keinen Zweifel, dass die Aktienmärkte nach der traditionell schwachen Sommerphase zumindest in Deutschland neue Hochs anpeilen werden.

Herzlichst, Ihr

Thomas Kallwaß

Jürgen Nowacki

Das gigantische grüne Konjunkturprogramm muss jetzt organisiert werden

von Jürgen Nowacki (27.06.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

das politische Wendemanöver von Schwarz-Gelb bringt die Grünen in Bedrängnis, sie werden jetzt gegen ihren Willen in die politische Verantwortung genommen. Was der Kanzlerin Angela Merkel mit ihrer Umkehr in der Energiepolitik gelang, wird in seiner gesamten Bandbreite wahrscheinlich erst in einigen Jahren als echte Reform gewürdigt werden. Denn war es nicht so, dass sich in derAtompolitik über Jahrzehnte hinweg ein fauler Kompromiss an den nächsten reihte? Die Folgekosten, wie sie beispielsweise die schlampige Entsorgung vonAtommüll in dermaroden Schachtanlage „Asse“ verursachten – umnur einen Fall herauszugreifen –, wurden für 2010 mit 3,7Milliarden Euro und mit mindestens noch einmal 2,2 Milliarden Euro für 2011 veranschlagt. Was die Jahre zuvor unter den Teppich gekehrt wurde, um die Illusion einer billigen Energieversorgung aufrechtzuerhalten, erhält jetzt eine reelle Chance ein gigantisches nationales sowie globales grünes Konjunkturprogramm auszulösen.

Welche Investitionen durch einenWechsel in die erneuerbaren Energien initiiert werden, kann im Moment nur geschätzt werden und dürfte einer Analyse der deutschen Bank zufolge allein imSmart-Grid-Sektor, wo es umdieModernisierung von Stromleitungen und die Förderung von Technologien zur Energieeinsparung geht, in den nächsten 3 Jahren einen Investitionsschub von 100 Milliarden Euro auslösen. Und Deutschland gilt technologisch als Marktführer!

Energie einsparen will auch die Airline-Industrie und beschert damit der EADSTochterAirbus auf dem Pariser Luftfahrtsalon in Le Bourget bis gestern einen Auftragsrekord von 50,1 Milliarden Euro für Kerosin sparende Mittelstreckenflugzeuge. Ob es um neue Technologien zur Speicherung von grünem Strom geht oder um die Verdrängung des Benzinmotors durch Elektromotoren, wir erleben derzeitig eine wahre Revolution undAufbruchstimmung in der gesamten Industrielandschaft. Aber, und das ist für viele Börsianer nicht nachvollziehbar, die Aktienmärkte generieren Verkaufssignale und partizipieren nicht an den guten Konjunkturnachrichten und den „Tugenden der Erde, die neue Werte schaffen“. Aber warum nicht?

QE3 wird nicht kommen, Märkte erwarten paradoxerweise eine Baisse

Die FED wird dem Markt Liquidität entziehen, denn sie will raus aus der Falle einer Nullprozent-Zinspolitik. Bernanke stand jetzt lange genug wie ein Boxer in der defensiven Ecke und muss sich jetzt befreien. Dazu gehört es, so schnell wie möglich den Ankauf von Staatsanleihen über die Notenpresse (Quantitative Easing 2, QE2) zu verringern und die Leitzinsen sobald als möglich zu erhöhen. Denn nur wenn die Notenbank die Zinsen erhöht, entsteht wieder Handlungsspielraum, um auf zukünftige Krisen reagieren zu können. Außerdem ist die Botschaft an die Märkte, dass es mit der Konjunktur langsam bergauf geht, mittlerweile dringend geboten und viel nachhaltiger als weitere Programme zur Aufrechterhaltung der hohen Liquidität. Aber warum erwarten Vermögensverwalter und Analysten jetzt eine Baisse, ja manche sogar einen Crash?

FED-Maßnahmen, die die überschüssige Liquidität einfangen sollen, haben die Aktienmärkte in der Vergangenheit immer wieder belastet, und das, so vermuten Fondsmanager, wird auch dieses Mal passieren. Wenn dann auch noch der Ölpreis fällt und damit einen Rückfall in die Rezession signalisiert, kommen die Märkte ins Grübeln und die Anleger reduzieren vorsichtshalber ihre Aktienbestände.

Die Hausse ist noch nicht zu Ende, wir sagen Ihnen warum

Für uns ist die Hausse noch nicht zu Ende, und das aus folgendem Grund: Der fallende Ölpreis ist nicht das Ergebnis einer fallenden Konjunktur, sondern hat politische Ursachen. Am Montag, dem 4. Juli, wenn die USA ein langes Wochenende vor sich haben und Millionen Amerikaner ihren Unabhängigkeitstag mit einem Kurzurlaub verbinden, soll kein überteuertes Benzin den Spaß am Nationalfeiertag verderben. Denn vergessen wir nicht, der US-Wahlkampf hat bereits begonnen. Und damit Ölpreisinterventionen auch schnell Wirkung zeigen, haben sich die wichtigsten Industrienationen gemeinsam entschlossen, den durch Libyeneffekte teuren Ölpreis herunterzuhandeln, indem sie Ihre strategischen Ölreserven auf den Markt werfen. Das hilft nicht nur den Autofahrern, sondern auch der Konjunktur und der Industrie, die sich an den Terminbörsen jetzt günstig gegen steigende Preise absichern kann.

Steigende Zinsen wären jetzt gut für die Konjunktur

Ein weiteres Paket QE3 wäre zum jetzigen Zeitpunkt das Eingeständnis, dass man die Wirtschaft in die Rezession zurückfallen sieht, was die Aktienmärkte erst recht belasten würde. Von Rezession kann aber zur Zeit nicht die Rede sein, wir werden Ihnen in der Rubrik Konjunktur und Zinsen aufzeigen, warum wir diese Meinung vertreten. Die jetzige Börsenphase, in der sich der Wechsel von der liquiditätsgetriebenen Börse hin zum fundamental fair bewerteten Markt vollzieht, ist durch eine Besonderheit gekennzeichnet. Im Verlauf des Wechsels funktionieren weder Handelssysteme noch Charttechnik zuverlässig. Stattdessen sind am Markt eine gehörige Portion Geduld und gesunder Menschverstand gefragt. Lassen Sie sich deshalb nicht durch Hiobsbotschaften beeinflussen und zu Shortspekulationen hinreißen, die sie nicht live vor dem Handelsschirm kontrollieren können, denn Fehlsignale sind jetzt an der Tagesordnung.

Die nächste Woche wird spannend

Die Handelswoche ist bedingt durch den US-Börsenfeiertag wieder sehr kurz. Machen Sie es wie die Amerikaner, nehmen Sie sich eine Auszeit und genießen Sie die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, bevor es dann in der folgenden Woche wieder spannend wird, denn die Berichtssaison für das 2. Quartal steht bereits ante portas

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Thomas Kalwaß

Konjunkturstimulation 2.0

von Thomas Kallwaß (26.06.2011)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie auch die Zeitungsmeldungen in der vergangenen Woche gelesen, laut denen nun 28 Industrienationen in einer konzertierten Aktion den Olpreis drucken mochten? Die Mitgliedsstaaten der Internationalen Energie Agentur wollen in den kommenden Wochen 60 Millionen Barrel Erdol aus ihren nationalen Reserven am Markt verkaufen. Das steigende Angebot soll fur fallende Preise sorgen. Die Ankundigung zog gleich einen ganzen Rattenschwanz an Folgen nach sich. Zuerst fiel naturlich der Olpreis. Es wurden aber noch eine ganze Latte weiterer Folgen hineininterpretiert.

Das steigende Ölangebot könnte ein wahres Konjunkturfeuerwerk entzünden...

Die Konjunktur wurde anziehen, der Inflationsdruck sinken und die Zinsen konnten niedrig bleiben. Am Devisenmarkt sorgten diese vermuteten Folgen fur Kapitalumschichtungen weg aus den hoch verzinsten Wahrungen hin zu den vermeintlichen krisensicheren Niedrigzinswahrungen. Logisch: wenn die Inflation sinkt, dann brauchen die Grosanleger keinen Inflationsausgleich in Form hoherer Zinsen. Dann konnen diese Anleger das Geld auch in den sehr niedrig verzinsten „sicheren“ Wahrungen wie dem Schweizer Franken bunkern. Aber die ganze auf niedrigen Olpreisen aufgebauten Theorien haben ein Problem:

...dabei ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein...

60 Millionen Barren sind so gut wie nichts. Vielleicht fiel es Ihnen auch auf, dass in den meisten Artikeln eine Einordnung dieser Zahl fehlte. Ohne einen Vergleichsmasstab kann kein Marktteilnehmer die Zahl von 60 Millionen Barrel einordnen. Da die Medien ihrer Pflicht in diesem Punkt nicht nachkamen, gebe ich Ihnen gern den Vergleichsmasstab.

... der nicht einmal einen Tagesbedarf deckt

Im vergangenen Jahr wurden pro Tag fast 90 Millionen Barrel verbraucht. Das war bereits ein neues Allzeithoch bei der Nachfrage - der Olpreis lag dennoch im Jahresschnitt 19% unter seinem Allzeithoch. Der Internationale Wahrungsfonds geht davon aus, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 4,4% wachsen wird. In den vergangenen acht Jahren stieg die Erdolnachfrage im Schnitt 0,6x so stark wie die Weltwirtschaft. Demnach durfte in diesem Jahr 2,64% mehr Ol nachgefragt werden als im vergangenen Jahr, oder 4,25% mehr als 2008, als der Olpreis in der Spitze auf uber 150 US-Dollar kletterte.

Zusätzliches Angebot entspricht nur 0,19% der Weltjahresnachfrage

Es ist illusorisch anzunehmen, dass eine einmalige Angebotserhohung um 0,19% den Olpreis nachhaltig beeinflussen konnte. Diese einmalige Angebotserhohung reicht nicht einmal aus, um die erwartbare Nachfragesteigerung in diesem Jahr zu kompensieren. Folgerichtig geht dann selbst die Internationale Energie Agentur davon aus, dass der Preis fur Erdol nachhaltig uber 100 US-Dollar steigen wird.

Die langfristigen Preisauswirkungen werden genauso minimal sein

Daher besteht fur uns auch gar kein Grund, jetzt in Verkaufspanik zu fallen und zum Beispiel unsere Position beim Erdolkonzern Total zu schliesen. Die 60 Millionen Barrel sind sprichwortlich nur ein Tropfen auf den heisen Stein. Dieser Tropfen wird schneller verdampfen, als die Initiatoren der Aktion hoffen.

Lagerbestände müssen später auch wieder aufgestockt werden

Ohnehin handelt es sich bei der Lagerbestandsauflosung lediglich um eine zeitliche Verschiebung des ohnehin bestehenden Angebots-Nachfrage-Verhaltnisses. Denn die Lagerbestande werden irgendwann auch wieder aufgebaut werden – und die Nachfrage wird dann wieder preissteigernd wirken.

Wir rechnen für Sie nach – da die Medien es nicht mehr tun

Sie sehen: Borse hat oft weniger mit rationalen Uberlegungen als vielmehr Angsten und Hoffnungen zu tun. Selbst Profis reagieren ofter rein emotional, als sie selbst zugeben wurden. Es lohnt sich also, ofter auch einmal nachzurechnen und die fundamentalen Grundlagen von Marktbewegungen zu beurteilen. Da die klassischen Medien diese Aufgaben leider nicht mehr erfullen, werden wir fur Sie umso genauer nachrechnen.

Niedrigzinsenwährungen bleiben unsere Chance

Und wenn wir nachrechnen, kommen wir nach wie vor zu dem Schluss, dass unsere Hauptpositionen entweder extrem uber- oder extrem unterbewertet sind. Die sogenannten sicheren Hafen wie der Schweizer Franken oder die Schwedische Krone werden sich fruher oder spater als Bumerang erweisen. Eine so extreme Uberbewertung wie bei diesen Wahrungen oder auch dem Yen kann nicht ewig Bestand haben. Kommt es zur Abwertung, sind es nicht vierstellige potentielle Gewinne, sondern sogar funfstellige, die auf uns warten.

Alles Gute und viel Erfolg bei Ihren Aktivitaten,

Thomas Kalwaß

Henrik Voigt

 

Nichts als Probleme?

von Henrik Voigt (20.06.2011)

 

Liebe Leser,

die Börsen „baden" in einem Meer von Problemen. Wie so häufig im Sommer. In den USA gibt es das Problem des schwachen Arbeitsmarktes, des am Boden liegenden Häusermarktes, des Streits um die Schuldenobergrenze und der schwächelnden Konjunktur. Europa sieht sich ebenfalls einer schwächeren Konjunkturdynamik ausgesetzt, außerdem birgt die Europäische Schuldenkrise das wohl größte Risiko für die Finanzmärkte. Die ganze Welt ächzt unter den vergleichsweise hohen Ölpreisen. Deutschland schlittert wegen EHEC geradewegs in die nächste Rezession – zumindest, wenn es nach manchen Medien geht. Nach der Finanzkrise jetzt die Gurkenkrise?

Pessimismus ist wieder in Mode

Alles richtig, alles ernstzunehmende Risiken für die Konjunktur (von EHEC abgesehen). Aber solange die Medien voll von Untergangsszenarien sind, wird es keinen Untergang geben. Große Krisen werden in Euphorie, Überheblichkeit und Gier geboren, nicht in Angst und Sorge. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich denke, dass die globale Schuldenkrise noch sehr ernste Auswirkungen bis hin zu einer Währungsreform haben wird. Aber noch nicht jetzt, wo um ihre Ämter besorgte Politiker noch immer alle Möglichkeiten nutzen, die volle Bandbreite kreativer Maßnahmen weiter auszuschöpfen. Noch sieht es tatsächlich so aus, als könnten sie noch etwas bewirken. Am Ende werden die Maßnahmen immer absurder werden.

Vergessen Sie bitte auch nicht, dass im nächsten Jahr in den USA Präsidentschaftswahlen stattfinden. Der amtierende Präsident möchte sicher wiedergewählt werden und dies wird kaum gelingen, wenn die Wirtschaft am Boden liegt. Bei der Wahl zwischen Pest oder Cholera (Inflation oder Rezession) dürfte sich die US-Regierung für dasjenige Übel entscheiden, was zumindest noch nominales Wachstum verspricht (also Inflation). So gut wie alle Wirtschaftsdaten und Unternehmensbilanzen werden ja auf nominaler Basis geführt (ohne Herausrechnung der Geldentwertung), was in Inflationszeiten Wachstum vorgaukelt, das es eigentlich nicht gibt.

Bald dürften wieder „unkonventionelle Maßnahmen" ziehen

Selbst einer der prominentesten Untergangspropheten, der amerikanische Ökonom Nouriel Roubini, sieht es beispielsweise als sehr wahrscheinlich an, dass die US-Notenbank Fed gegen Ende dieses Jahres eine neue Runde der lockeren Geldpolitik (QE3) einläuten wird. „Die Wahrscheinlichkeit von „QE3" werde deutlich steigen, wenn die Schwäche der US-Wirtschaft anhält und

 

der Aktienmarkt zehn Prozent oder mehr korrigiert. Besonders weil wir uns keine fiskalischen Anreizprogramme mehr leisten können, erhöht sich der Druck auf die einzig verbleibende Möglichkeit, nämlich einem weiteren Aufkaufprogramm von Wertpapieren", so der Wirtschaftsexperte. Erst wenn die Börsen das kommende QE 5, 7 oder 9 nicht mehr bejubeln, weil sie wissen dass es auf Dauer nichts bringt, wäre ich vom Ende dieses künstlichen Booms überzeugt. Aktuell ist das aber noch nicht abzusehen.

Weiterhin gehen die führenden Ökonomen der größten US-Banken davon aus, dass die Fed nicht vor Mitte des Jahres 2012 den Leitzins anheben werde. Da bleibt noch viel Spielraum für Glaube und Hoffnung, auch am Aktienmarkt. Und für die Aktie als nahezu einzig verbliebenes Analageinstrument, das eine Rendite oberhalb der Inflationsrate einbringt. Gefährlich wird es erst, wenn die Masse glaubt, mit den bisher ergriffenen Maßnahmen der lockeren Geldpolitik wurde das Problem „Finanzkrise" endgültig und dauerhaft gelöst. Diese Euphorie würden Sie dann aber sowohl in den Medien spüren als auch in den Stimmungsindikatoren ablesen können. Aktuell ist das Gegenteil der Fall. Auch in den Charts sind bisher keine Trendwendeformationen auszumachen, wie man sie an markanten Topps fast immer zu sehen bekommt. Da ist noch viel Luft für die Kurse nach oben, meine ich. Sobald der „Sommer-Blues" sich gelegt hat und die „wall of worry" wieder groß genug ist, an der die Kurse entlangsteigen.

Wie das Ganze aus charttechnischer Sicht derzeit aussieht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

Thomas Kallwaß

 

1.500 Euro Depotwert im August?

 

von Thomas Kallwaß (21.06.2011)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zeit für eine kurzfristige Trendwende könnte gekommen sein. Ich mache das an der Berichterstattung der Medien fest. Zum Thema Griechenland gibt es jetzt nur noch eine Steigerungsstufe: die echte, harte Staatspleite, nach der alle Banken Anleihen zum aktuellen Wert bilanzieren müssten, wodurch hohe Verluste drohen würden.

Dennoch: Eine Pleite Griechenlands wird es nicht geben – die Angst davor ist unbegründet

Alle denkbaren Steigerungsstufen davor wurden bereits erklommen. Die Panikmache, es käme zum Flächenbrand, wenn Griechenland nicht genau jetzt bestimmte Sparmaßnahmen beschließt, können Sie getrost ignorieren. Es wird keine Pleite Griechenlands geben! Zuviel Geld wurde bereits nach Griechenland überwiesen und zu viele Anleihen liegen noch bei Banken und Versicherungen, als dass die Euronationen jetzt noch einen Rückzieher machen könnten. Wie wollen die Politiker auch den Wählern erklären, dass sie das Land letztendlich doch Pleite gehen lassen, nachdem sie schon mehr als 150 Milliarden der griechischen Staatsschuld in die öffentlichen Haushalte der anderen Nationen umbuchten?

Solange Banken und Versicherungen griechische Anleihen besitzen, gibt es keine Umschuldung

Nein, die Euronationen werden Griechenland weiter mit frischem Geld versorgen. In zwei oder drei Jahren, wenn Griechenland praktisch alle Altschulden mit den neuen Mitteln tilgte, dann wird es eine Umschuldung geben. Denn dann hat so gut wie kein privater Anleger ein Problem damit – die Schulden liegen schließlich alle bei der EZB und den anderen Eurostaaten.

Folglich besteht auch weder jetzt noch später eine reale Gefahr für Banken, Versicherungen oder den Aktienmarkt allgemein.

Herzlichst, Ihr

Thomas Kallwaß

 

Jürgen Nowacki

Der Euro: politisch gewollt, politisch gescheitert? Jetzt bestimmen Ratingagenturen über Griechenlands Schicksal

von Jürgen Nowacki (16.06.2011)^

 

Sehr geehrter Target Trader,

das Chaos könnte nicht größer sein. Der frühere Notenbankchef Axel Weber hat es richtig gemacht und einem elitären Club von ratlosen Bankern oder besser Notenbankbeamten den Rücken gekehrt – einer elitären Veranstaltung, in der zur Zeit jeder abgewatscht wird, der sich zur Laufzeitverlängerung von griechischen Staatsanleihen äußert.

Die Liste der Punkte, über die alle nicht verhandelt werden darf, um das griechische Problem zu lösen, wird immer länger. Und der Schuldige für alle Fälle steht auch schon fest: Es sind wieder einmal die Ratingagenturen. Werten sie eine Laufzeitverlängerung als Kreditausfall, so die Befürchtungen von EZB-Chef Jean- Claude Trichet, katapultieren sie Griechenland erneut an die Schwelle des Zusammenbruchs. Und obwohl jeder weiß, wie knapp die Zeit für Griechenland geworden ist, wird erst einmal gegrübelt und gerätselt, was die Ratingagenturen wohl am Ende des Tages machen werden; Daumen rauf oder Daumen runter?

Der Umgang mit der „griechischen Krise“, wie er heute in den europäischen Medien dargestellt wird, ist nicht nur ärgerlich, sondern vermittelt ein Bild von einer in höchstem Maße unprofessionellen EZB-Führung. Die Situation der griechischen Finanzprobleme ist bereits seit Monaten klar und der Sparwille der griechischen Administration wurde erst vor 2 Wochen von der Troika aus IWF, EZB und EU-Finanzministern gutgeheißen. Aber jetzt fällt es dem obersten Notenbankbeamten ein, dass es als Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands aufgefasst werden könnte, wenn die Laufzeit der ausstehenden Anleihen verlängert wird. Der Euro war einmal politisch gewollt. Die EZB hat Griechenland durch den Ankauf von Staatsanleihen beigestanden und wenn die Situation jetzt aus dem Ruder läuft, trägt sie eine Mitverantwortung.

Aber substanzhaltige, entscheidungsreife Vorschläge im Sinne von Jean-Claude Trichet kamen bislang nicht auf den Tisch. Jetzt auszusteigen und zu verkünden, keine Anleihen mehr ankaufen zu wollen, wenn die Qualität der Staatspapiere durch einen Haircut reduziert wird, vertuscht die Tatsache, dass es die EZB war, die diesen Weg gegangen ist. Oder gibt es eine Regierung oder charismatische Führung innerhalb der EU, die die EZB dazu gezwungen hätte, notleidende Staatsanleihen anzukaufen? Wir wissen jetzt, warum Axel Weber auf die Kandidatur als Trichet-Nachfolger verzichtet und seinen Rücktritt bekannt gegeben hat.

Solch eine Orientierungslosigkeit auf der Ebene der obersten Notenbank hat es bislang nicht gegeben. Sie ist einmalig. Und kein EU-Politiker traut sich mit der Faust auf den berühmten Tisch zu hauen und dieser Burleske ein Ende zu bereiten? Offensichtlich ist der Karren so tief in den Schmutz gefahren, dass niemand mehr die Verantwortung übernehmen will. Das nennt man Führungslosigkeit. Weder die Finanzminister der EU noch die Notenbanker sagen, was möglich ist. Stattdessen hört man nur, was nicht geht. Gott sei Dank gibt es noch ein paar Demonstranten, die vor dem Parlament in Athen ihrer Wut Ausdruck verleihen, sonst könnte man vielleicht vergessen, warum der Euro einmal politisch gewollt war. Es muss wohl um die Menschen und um den Willen zur guten Nachbarschaft gegangen sein, aber was ist davon noch übrig geblieben?

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

 

Korrektur-Ende rückt näher

von Henrik Voigt (14.06.2011)

 

Liebe Leser,

hinter dem DAX liegen mittlerweile 6 Verlustwochen in Folge – die längste Verlustphase seit dem Start des laufenden Bullenmarktes im März 2009. Nach den in etwa vergleichbaren, fünfwöchigen Korrekturphasen im Juli 2009 und im Mai 2010 starteten Rally- Schübe von 1500 bis 2000 DAX-Punkten, die mehrere Monate anhielten. Wenn auch nach teilweise holprigem Start. Dieses Szenario könnte sich in den vor uns liegenden Monaten erneut wiederholen. Warum?

Der Verkaufsdruck beim DAX hielt sich mit Wochenverlusten von durchschnittlich 100 Punkten stark in Grenzen – so sehen eben ganz normale Korrekturen aus. Die größten Korrekturen dieses Bullenmarktes erreichten bislang ein Ausmaß von etwa 700 DAX-Punkten. Auch dieses hätten wir diesmal also wieder nahezu erreicht (bei 6900 im DAX sogar punktgenau). Wichtige Unterstützungen (z.B. die 200-Tage-Linie) blieben bisher unverletzt und der DAX baut bereits wieder relative Stärke gegenüber dem US-Markt auf. Auch die Umsätze waren sehr gering – typisch für den Frühsommer. Auch das spricht eher für die Stärke der Bullen.

Extremer Anlegerpessimismus am US-Aktienmarkt

Ein gewichtiges Argument für eine baldige Bodenbildung kommt aber direkt vom US-Markt. Dort sehen wir inzwischen einen ungewöhnlich starken Pessimismus. Die Spekulationen auf fallende Kurse blühen. Vor allem unter den US-Privatanlegern, die nicht gerade für ihr gutes Timing bekannt sind. Einige der von mir regelmäßig beobachteten US-Stimmungsindikatoren notieren gar neuen Allzeit- oder zumindest auf Mehrjahresextrema, zeigen also einen ausgeprägten Pessimismus. Ungewöhnlich für eine Korrektur im Bullenmarkt, aber ein hervorragender Kontraindikator.

Es würde mich also überhaupt nicht wundern, wenn sich der amerikanische Aktienmarkt „ganz plötzlich" stabilisiert und eine von Shorteindeckungen getriebene Rally startet. Dies würde natürlich auch unseren heimischen Aktienmarkt sofort wieder beflügeln, der nur noch auf das Startsignal zu warten scheint. Aber schauen wir uns die charttechnische Situation einmal im Detail an.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

Jürgen Nowacki

Zum Thema Griechenland ist bereits alles gesagt, aber noch nicht von jedem

von Jürgen Nowacki (09.06.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

Griechenland, und das wird vom deutschen Finanzminister unmissverständlich klar gemacht, geht in eine ungeordnete Insolvenz. Was das genau heißt, weiß außer ihm niemand, denn das Insolvenzrecht kennt nur geordnete Insolvenzen. Wir interpretieren das einmal so: Während in der privaten Wirtschaft das Insolvenzverfahren entweder die Zahlungsfähigkeit wiederherstellt oder die Verwertung von Vermögen mangels Masse ablehnt, bedeutet ungeordnete öffentliche Insolvenz Chaos und Entwertung von Staatsanleihen bis hin zumAusschluss eines Landes – in diesem Falle also Griechenlands – aus der EU.

Finanzminister Schäuble wird die Daumenschrauben bei den privaten Gläubigern weiter anziehen müssen, denn ohne die Banken und Versicherer, die in größeremAusmaß als Gläubiger involviert sind, ist  keine Lösung außerhalb eines Kapitalschnitts (Haircut) in Sicht. Wir sind uns sicher, dass entsprechende Einschnitte kommen werden.

Eine Win-Win-Situation schaffen mit dem Brady-Bond-Konzept

Bevor es aber zum letzten Gefecht kommt, müssen sich jetzt erst noch einmal all die Berufskritiker und Bedenkenträger zu Wort melden. Am 20. Juni werden die EU-Finanzminister einen Vorschlag absegnen, der nach unserer Meinung eine Neuauflage des von US-Finanzminister Brady im Jahr 1989 entworfenen Konzepts sein wird, das bereits erfolgreich mit insolventen südamerikanischen Staatsanleihen durchexerziert wurde. Dieses Konzept ging als Brady-Bond in die Finanzgeschichte ein und könnte nun als Schäuble- Bond reanimiert werden. Würde man das Brady-Konzept auf europäische Verhältnisse anwenden, könnten griechische Anleihen in Euro-Schäuble (Zero)-Bonds mit 30 Jahren Laufzeit umgewandelt werden. Diese Anleihen zahlen die Zinsen in Form eines Abschlages auf den Ausgabebetrag und könnten sofort von Banken gekauft und in Produkte mit Triple AAA Rating umgewandelt werden. Also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Aber vielleicht würde es den Investoren bereits reichen, Rückzahlungs- und Steuerprivilegien zu erhalten. Hierbei wären neben der vertraglichen Zusicherung, dass Altschuldner bevorrechtigt werden, Steuerprivilegien der Anreiz für diese hochriskanten Investments.

Der Euro ist mehr als aufwertungsverdächtig

Keine Angst, Griechenlands Rettung naht, die Pläne liegen nicht nur in der Schublade, sondern werden hinter den Kulissen bereits ausformuliert, davon können Sie ausgehen. Profis kaufen bereits jetzt ihre Value Stocks und sammeln antizyklisch Blue Chips ein. Warum wir davon überzeugt sind? Nun im heutigen Schwerpunkthema haben wir bewusst die Safe-Haven-Währungen Can-Dollar und Aussi-Dollar gewählt. So viel sei bereits verraten, der Euro wird massiv aufwerten.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

 

Begrenztes Abwärtspotenzial

von Henrik Voigt (07.06.2011)

 

 

Liebe Leser,

aus dem Korrektur-Ende wurde vergangene Woche trotz Ausbruchsversuch erst einmal nichts. EU-Staatsschuldenkrise und schwache US-Konjunkturdaten drückten weiter auf die Stimmung und bescherten den Börsen neue Mehrwochentiefs. Die Märkte waren noch nicht so weit, negative Daten zu ignorieren, wie das sonst stets am Ende von Korrekturen geschieht.

Die europäische Schuldenkrise könnte vorerst mit der Zahlung der Junitranche der Griechenlandhilfen aus den Medien verschwinden. Und was die schwachen Konjunkturdaten angeht, so hat jede Sache immer zwei Seiten. Inzwischen werden die Stimmen lauter, die ein neues Konjunkturpaket durch die US-Notenbank fordern. Eine baldige Straffung der Geldpolitik der westlichen Notenbanken dürfte damit jedenfalls vom Tisch sein. Solange aber immer neue Liquidität in die Aktienmärkte fließt, ist ein Ende der Aktienhausse extrem unwahrscheinlich. Das gilt jetzt erst Recht, da die Stimmung unter den Anlegern aktuell von Pessimismus und Angst geprägt ist. An einem nachhaltigen Börsenhoch hingegen sehen wir überschwänglichen Optimismus.

Viele bedeutende Börsenindizes nähern sich derzeit ihren trendbestimmenden 200-Tage-Linien an. Ich gehe davon aus, dass diese massiven Unterstützungszonen die Maximalziele der laufenden Korrektur darstellen und anschließend mit deutlichen Kurserholungen zu rechnen ist. Die Emerging Markets sind für mich dabei ein wichtiger Taktgeber – immerhin sind sie das neue Zugpferd der Weltkonjunktur. Sie neigen bereits zur Stärke und sind in der vergangenen Woche nicht wie die westlichen Indizes auf neue Korrekturtiefs zurückgefallen. Bleibt diese positive Entwicklung bestehen (und davon gehe ich aus), dann dürfte in den nächsten Wochen der Startschuss zu einer mehrwöchigen Sommerrally fallen. Die aktuelle Korrektur bietet somit für aktive Anleger gute Einstiegsmöglichkeiten. Wann und wo, das kläre ich für Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

Jürgen Nowacki

Tabula rasa mit der Atompolitik oder was würde Platon uns raten?

von Jürgen Nowacki (01.06.2011)

Sehr geehrter Target Trader,

über 50 Jahre lang hat die Atomenergie der Bundesrepublik Deutschland geholfen, den Standortnachteil wenig vorhandener Bodenschätze auszugleichen, indem mit vermeintlich billiger Atomenergie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden konnte. Fossile Energieträger, das weiß man heute, sind für die globale Klimaerwärmung und in deren Folge für tausende von menschlichen Opfern durch Naturkatastrophen maßgeblich verantwortlich.

Deutsche flüchten aus der Atomenergie Immer mehr Bundesbürger verabschieden sich aktuell lieber heute als morgen vom CO2-neutral erzeugten Atomstrom. Dabei ignorieren sie allerdings – die genannten Nachteile fossiler  Energieträger. Zudem muss berücksichtigt werden, dass dieser Wandel, wenn er zu schnell und ohne Augenmaß vorangetrieben wird, in Deutschland sehr viel Arbeitsplätze vernichten wird.

Was würde Platon jetzt wohl in seine Wachstafel schreiben? Würde er uns vielleicht prophezeien dass wir die Solarparks besser in Griechenland und Portugal und die Offshore-Windparks (sofern nicht eine seltene Vogelgattung am Brüten gehindert wird) verstärkt in der Nordsee bauen lassen? Würde er uns vielleicht empfehlen, dass wir unseren EU-Nachbarn den dringend benötigten AKW-Strom für Elektroautos abkaufen, damit jeder Bürger, wann immer er möchte, Strom tanken kann und nicht nur, wenn die Sonne scheint?

Absatz zur Rettung notleidender EU-Staaten? Einen Vorteil hätte das Vorhaben dann doch: Denn anstatt den Ölförderländern Arabiens das Geld in den Rachen zu werfen, würden wir die heute notleidenden EU-Partner dabei unterstützen, ihre Schulden abzubauen. Sie bräuchten sich keine Gedanken zu machen was sie produzieren und exportieren müssten, sofern sie uns nur ihre Energie verkaufen könnten.

Ok, der Energiewandel kommt – so oder so, der Rest ist spekulativ bis utopisch. Bleiben wir also bei den Tatsachen: Die Aktienmärkte korrigieren auf einem nach wie vor hohen Niveau. Es stellt sich nun die Frage: Aktien nachkaufen oder noch abwarten? Dazu haben wir bereits am Montag den 30. Mai eine klare Position bezogen. In der heutigen Ausgabe äußern wir uns dazu ob, wir dabei bleiben oder die Zukäufe noch ausweiten werden.

Euro-Optimismus bestätigt Im Devisenhandel mögen wir Sie vielleicht mit unserem Euro-Optimismus überrascht haben, aber jetzt bekommen wir die Bestätigung für unsere Strategie, den Dollar gegen Euro zu verkaufen. Und was das Beste daran ist: Sie können auf den fahrenden Zug noch aufspringen! Lesen Sie also in der Rubrik Devisen und Rohstoffe Outlook, wo wir das Kursziel sehen.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

 

Maikorrektur beendet?

von Henrik Voigt (31.05.2011)

 

Liebe Leser,

der Aktienmarkt korrigiert bereits den ganzen Mai hindurch – typisch für diesen Börsenmonat. Diese Korrektur kam für uns nicht unerwartet. Wer meiner gut getimten Empfehlung für den DAX-Short gefolgt ist, kann sich jetzt über mehrere 200 und 100 Prozent Gewinn freuen. Und der nächste DAX-Zock läuft bereits wieder, diesmal als Long. Seit heute sieht es tatsächlich so aus, als wäre die Maikorrektur beendet und der Markt auf dem Weg zu neuen Jahreshochs. Vieleleicht wird sogar eine echte Sommerrally daraus.

Nur für einen Sektor gebe ich seit letzter Woche keinen Pfifferling mehr: die Solarbranche. Was wir dort in den letzten Tagen gesehen haben, kann man durchaus als „Verrat durch die Politik" bezeichnen. Kurz nach der Fukushima-Katastrophe wurde noch groß von „Energiewende" gesprochen. Am liebsten zur besten Sendezeit im Fernsehen, damit das der besorgte deutsche Wähler auch honoriert. Auch die Börsen Markt schien damals davon auszugehen, dass nun goldene Zeiten für die Solarbranche anbrechen.

Die Realität sieht leider sehr enttäuschend aus. Der Atomausstieg zieht sich bis 2022 hin – von einer Beschleunigung ist keine Rede mehr. Aber es gibt noch ein größeres Problem: die Solarförderung soll nun doch wieder erheblich mehr gekürzt werden als bisher angenommen. Für viele europäische Solarunternehmen, die mit Überkapazitäten zu kämpfen haben und sich der Billigkonkurrenz aus Fernost stellen müssen, dürfte dies das Aus bedeuten. Und genau dies beginnt der Markt jetzt einzupreisen. Die bullischen Kursmuster sind größtenteils zerstört. Das Feld bleibt nun den Zockern überlassen. Unser Ausstieg aus dem Sektor war deshalb das einzig Richtige.

Dafür tun sich in anderen Sektoren wieder neue Chancen auf. Welche das sind, das erfahren Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

 

Jürgen Nowacki

Ratingagenturen machen Jagd auf mögliche neue Euro-Krisenfällen – Anleger müssen jetzt Nerven behalten

von Jürgen Nowacki (24.05.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

damit die USA sich aus ihrem Schuldensumpf befreien können, brauchen sie ein stärkeres Wirtschaftswachstum und zur Exportförderung einen billigeren US-Dollar. Zurzeit aber wird der US-Dollar gegen Euro tendenziell stärker, denn ausgerechnet US-Ratingagenturen sind emsig und unermüdlich dabei, weitere Euroländer an den Rating-Pranger zu stellen. Der Euro begann sich gerade von seinen Problemen mit den PIIGS zu erholen, als schon wieder neue Attacken gegen Belgien und Italien geritten wurden. So kommt der Euro nicht zur Ruhe.

Das aber belastet nicht nur den US-Export, sondern auch die Aktienmärkte imAllgemeinen. Insbesondere der deutsche Aktienmarkt profitierte bislang von Käufern aus Amerika und Asien. Wird die Zielwährung aber schwach, bleiben ausländische Aktienkäufer fern, um Devisenkursverluste zu vermeiden. Wann also ist mit einer Erholung im Euro zu rechnen? Wovon der Euro in den nächsten Wochen profitieren könnte, dazu äußern wir uns in den Rubriken Konjunktur und Zinsen sowie Devisen und Rohstoffe. So viel sei bereits verraten: Die negative Einstellung vieler anderer Analysten teilen wir ganz und gar nicht.

Für das heutige Schwerpunktthema haben wir Kupfer gewählt. Dieser Basisrohstoff kannte in den letzten Jahren nur eine Handelsrichtung, und zwar nach oben. Jetzt, nachdem der Kurs von seinem Hoch bei 10.148 US-Dollar bis auf 8.500 US-Dollar und damit um 16 Prozent korrigiert hat, haben wir untersucht, ob sich ein Einstieg finanziell auszahlen könnte. Vorab: Ja, der Zeitpunkt ist wirklich günstig. Lesen Sie in unserer charttechnischen Schwerpunktanalyse, wann und warum sich eine Investition lohnen könnte.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Henrik Voigt

Pessimismus ermöglicht die nächste Rally

von Henrik Voigt (24.05.2011)

 

Liebe Leser,

das Thema „europäische Schuldenkrise" wird derzeit – auch mit tatkräftiger Unterstützung der doch recht zweifelhaften angelsächsischen Ratingagenturen – in den Medien heiß diskutiert. Es beherrscht die Schlagzeilen und die Talkshows. An der Börse ist es aber häufig so, dass Themen, die die breite Masse diskutiert, in den Kursen längst eingepreist sind. Dies gilt erst Recht, wenn es sich um „alte Hüte" ohne neuen Erkenntniswert handelt.

Pessimismus derzeit ähnlich hoch wie am März-Tief

Eine Börsenrally stirbt nicht an Sorgen und Pessimismus, sondern an Euphorie und Gier. Und von diesen letztgenannten Dingen scheinen wir momentan Lichtjahre entfernt zu sein. Wir sehen an den Aktienmärkten seit über zwei Wochen eine Konsolidierung im Aufwärtstrend. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ein wichtiger Stimmungsindikator – der AAII-Index, der die Stimmung der amerikanischen Privatanleger misst, inzwischen sogar seine Pessimismus-Werte von Mitte März unterschritten hat. Damals setzten die Börsen nach der Japankatastrophe zu einer steilen Rally an, die im Prinzip noch immer läuft. Nur noch 27 % Bullen stehen hier seit letzter Woche wieder einer Übermacht von 41 % Bären gegenüber. Dieser Stimmungsindex ist ein bewährter Kontraindikator. Ähnliche Werte sorgten in der Vergangenheit fast immer für eine zumindest mehrwöchige Börsenrally.

Es dürfte also sehr klug sein, sich für eine solche zu positionieren, während sich die Masse in sinnlosen Debatten verheddert. Wir haben deshalb unsere Shortposition reduziert und neue, aussichtsreiche Positionen ins Depot aufgenommen. Weitere werden folgen, sobald der Startschuss gefallen ist. Wie es diesbezüglich charttechnisch aussieht, das erfahren Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen. Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt

Jürgen Nowacki
Amerikas Schuldenproblem – Fluch oder Segen für die Aktienmärkte?

von Jürgen Nowaki (18.05.2011)

Sehr geehrter Target Trader,

es mag ja verrückt klingen, aber während der griechische Aktienmarkt wegen seiner drohenden Insolvenz am Boden liegt, zeigt sich der US-Aktienmarkt völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten ihre staatliche Schuldengrenzen von 14,3 Billionen US-Dollar erreicht haben. Aber ist das wirklich logisch und nachvollziehbar?

Einige Zeitgenossen mögen sich vor diesem Hintergrund auf die Short-Seite des Aktienmarktes stellen, aber davon möchte ich abraten. Die Börse hat ihre eigene Logik und die könnte so aussehen: Amerika kann etwas tun, was Griechenland wegen seiner Eurobindung nicht tun kann – abwerten. Eine weitere US-Dollar- Abwertung wäre jetzt das richtige Signal, um über ein steigendes Wirtschaftswachstum die Steuereinnahmen zu steigern und die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. Die Inflation ist niedrig genug, um eine weitere Runde in der Politik des leichten Geldes bei niedrigsten Zinsen einzuläuten. Carry Trades, also eine Verschuldung in US-Dollar bei niedrigsten Zinsen und eine Anlage in stabilenWährungen mit steigenden Zinsen wie Schweizer Franken, CAN-und Austral Dollar versprechen leicht verdientes Geld. Die Aktienmärkte in den USA profitieren von steigenden Exporten und in Europa profitieren die Aktienmärkte von ausländischen Investoren. Vor dem Hintergrund, dass die Zinserträge in Staatsanleihen weiterhin unattraktiv bleiben, würde das einen Anlagenotstand auslösen und den DAX in diesem Jahr vermutlich noch auf 9.000 Punkte treiben.

Ein Sommermärchen? Mitnichten, denn eine schwerwiegende Tatsache sollte nicht unterbewertet werden. In der Rubrik Konjunktur und Zinsen zeigen wir Ihnen einen Chart, der es in sich hat. Den Unternehmen fließen zur Zeit über Unternehmensanleihen Kredite so billig zu, wie selten in der 60-jährigen Geschichte Deutschlands. Woran das liegen mag, werden Sie vielleicht fragen. Wir zeigen es Ihnen.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Risikofaktor Rohstoffblase

Henrik Voigt (17.05.2011)


Liebe Leser,

der Ölpreis ist in den letzten zwei Wochen in der Spitze um fast 20 Prozent eingebrochen, nachdem die (US-)Terminbörsen von den Spekulanten höhere Sicherheitsleistungen verlangten. Da viele Marktteilnehmer diese höheren „Margins“ nicht aufbringen konnten, wurden bei Öl (wie vorher bereits bei Silber) große Positionen zwangsliquidiert, was die Preise unter Druck brachte. Auf den ersten Blick erscheinen diese Maßnahmen der USTerminbörsen als eine sehr elegante Möglichkeit, den Inflationsdruck unter Kontrolle zu bekommen. Der weitaus größte Teil der Öl-Nachfrage wie auch nach anderen Rohstoffen kommt derzeit ja von der Spekulation, was aufgrund der lockeren Geldpolitik der Notenbanken überhaupt nicht verwundern kann. Mit echter Knappheit hat der Boom bei vielen Rohstoffen und insbesondere bei Öl nichts zu tun. Die physischen Öllager sind voll, es gab nie Engpässe. Aber die Spekulation über die Terminmärkte blüht. Das Anstechen der Ölblase freut natürlich uns Verbraucher beim Gang zur Tankstelle, auch wenn wir von vernünftigen Preisen leider noch sehr weit entfernt sind.

Platzende Rohstoffblase ist ein Risiko für die Aktienrally

Die Gefahr, dass sich aus den Eingriffen in den Terminmarkt auch ein Übergreifen auf den Aktienmarkt mit dann drastischen, negativen Folgen für die Realwirtschaft entwickelt – ähnlich wie im Crashjahr 2008 übrigens – ist aber durchaus vorhanden. In einer solchen Situation wird wahllos alles verkauft – egal zu welchem Preis. Deshalb müssen wir jetzt immer wieder ein Auge auf den Rohstoffmarkt werfen. Stabilisierungstendenzen beim Öl wären bereits ein gutes Zeichen. So seltsam es klingt: Aber die Aktienbörsen brauchen eine (moderate) Inflation. Und sie werden sie bald wieder bekommen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

150 Euro am Tag mit Trading zu verdienen ist nicht schwer, aber wer kann schon aufhören, wenn es gut läuft?

Jürgen Nowacki (11.05.2011)

Sehr geehrter Target Trader,

wenn Trader scheitern, dann liegt es häufig an dem falschen Ehrgeiz, Glückssträhnen ausnutzen oder Verluste unbedingt zurückgewinnen zu wollen. Das Letztere wird gerne mit einem höheren Hebel versucht, was meistens zu noch größeren Verlusten führt. Besonders tragisch ist das in den Fällen, in denen es zuvor schon einmal funktioniert hat, der Totalverlust ist dann vorprogrammiert. Aber warum ist es vor allem für Anfänger so schwer, sich mit 150 Euro Profit am Tag zufriedenzugeben? Weil es so einfach aussieht, ein Vielfaches von 150 Euro zu verdienen? Meine Beobachtungen aus mittlerweilen 25 Jahren Berufserfahrung als Broker zeigen folgendes Bild: Es wird unterschätzt, wie anstrengend es sein kann, 8 Stunden vor dem Bildschirm zu sitzen und Kurse zu
beobachten.

Die Fehleinschätzung der anderen Marktteilnehmer ist Ihr persönlicher Profit

Am besten können Sie das vielleicht nachvollziehen, wenn Sie sich vorstellen, täglich 8 Stunden mit einem superschnellen Sportwagen in der Stadt unterwegs zu sein, aber nicht um gemütlich zu cruisen, sondern um im Rallyestil gegen die Uhr zu fahren. Autofahren ist keine körperliche Anstrengung an sich, aber die Vielzahl an Informationen zu verarbeiten ist purer Stress. Wenn Sie jetzt noch falschen Ehrgeiz als Belastung hinzurechnen, können Sie beobachten, wie die Fehlerhäufigkeit steigt. ImAuto und Straßenverkehr wird so mancher Fahrfehler verziehen, aber an der Börse gibt es kein Pardon. Denn hier leben Sie von der Fehleinschätzung der anderen Marktteilnehmer und die anderen Markteilnehmer wiederum freuen sich über ihre Bereitschaft, das Risiko zu steigern.

Die Negativspirale und wie Sie sie durchbrechen können

Falscher Ehrgeiz lässt Ihr Vermögen nach 3 bis 4 Wochen schmelzen wie Eis in der Sonne. Die anfänglichen Gewinne sind schnell aufgezehrt und der Stress wird immer größer. Erklärungsversuche lassen nicht lange auf sich warten: Die Märkte werden manipuliert, die Banken und Broker arbeiten gegen die Interessen des Traders und die Gebühren sind zu hoch. Aber lieber Leser, und das haben 25 Jahre an den Börsen gezeigt, nichts davon trifft den wahren Grund und sehr viel mehr Menschen sind dazu berufen, durch Trading ein Vermögen aufzubauen, als allgemeinhin angenommen wird. Die Lösung des Problems ist das Gesetz des abnehmenden Ertragszuwachses.Wenn ein Landwirt feststellt, dass er zu viel Dünger benutzt hat und der Ertrag zurückgeht, wird er dann zukünftig noch mehr Dünger verwenden? Richtig, er wird sich in Demut üben und versuchen mit weniger Dünger seinen Ertrag zu steigern. So wird die Negativspirale durchbrochen. Fazit: 2 Stunden Bildschirmarbeit und 150 Euro Profit am Tag müssen reichen.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

 

Henrik Voigt

Gesunder Rücksetzer am Aktienmarkt

Henrik Voigt (10.05.2011)


Liebe Leser,

der Rücksetzer an den Börsen in der vergangenen Woche war nach der steilen Oster-Rally überfällig. Er verläuft bisher sehr geordnet und ist für eine Rallyfortsetzung absolut gesund. Wesentlich heftiger ging es dagegen am Rohstoffmarkt, insbesondere bei Öl und den Edelmetallen zu. Ein etwas erholter Dollar und neue Beschränkungen an den Terminmärkten führten hier zu einem regelrechten Sell-Off, der schließlich in abgeschwächter Form auch auf den Aktienmarkt übergriff.

Die Ironie dabei ist, das die Edelmetalle (vor allem Silber) als „Krisenwährung“ diesmal selbst am heftigsten unter Druck gerieten, was zeigt, wie überspekuliert Teile des Rohstoffmarktes derzeit sind und wie empfindlich sie auf Markteingriffe von außen reagieren. Silber verlor in nur einer Handelswoche ein Drittel seines Wertes, Öl könnte nach dem zehnprozentigen Einbruch vor einem weiteren Sell-off stehen, während der DAX gerade einmal um drei Prozent korrigierte. Solange die Konjunktur weiter so gut läuft und die Zinsen nicht zu weit steigen, bleiben Investments am Aktienmarkt weiter aussichtsreich, auch wenn die Gefahr eines Übergreifens der Korrektur vom Rohstoffmarkt besteht.

Rohstoffpreise, die wieder etwas auf den Teppich zurück gekommen sind, haben aber auch durchaus positive Effekte für den Aktienmarkt. Der Preiseinbruch bei den Rohstoffen hatte seine Ursache ja nicht in Befürchtungen um einen Konjunktureinbruch. So können die Aktienmärkte von dem zwischenzeitlich wieder geringeren

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Sollte Portugal seine Goldreserven verkaufen?

Jürgen Nowacki (05.05.2011)


Sehr geehrter Target Trader,

dasWorld Gold Council hat in seinem jüngsten Investment Digest im 1. Quartal 2011 die neuesten IFS-Statistiken zu den weltweiten Goldreserven des International Monetary Funds veröffentlicht. Demnach beträgt der Goldanteil an den Devisenreserven Portugals 82,0 Prozent (382,5 Tonnen), in den USA sind es 74,8 Prozent (8.133,5 Tonnen) und Deutschland folgt an 3. Stelle mit 70,80 Prozent (3.401 Tonnen). Erstaunlicherweise tragen auch in Griechenland die Goldbestände mit 79 Prozent zu den Devisenreserven bei und das sind 111,5 Tonnen Gold als Sicherheit.

78 Milliarden Euro ist der Notkredit groß, den die EU-Kommission gerade für das arme Portugal bewilligt hat, aber ist das nicht paradox? Der Goldschatz des Landes hat einen Wert von umgerechnet 20 Milliarden Euro und könnte völlig geräuschlos an Staaten wie China oder die Arabischen Emirate verkauft werden, ohne den Kurs zu belasten. Nun kommt, was kommen muss, die politischen Musterschüler in Deutschland stoßen eine Diskussion an, wonach die Portugiesen gezwungen werden sollen ihr Gold zu verkaufen. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber wenn ich mir vorstelle, dass mir in einem Kreditgespräch ein Bankmitarbeiter sagen würde, ich solle doch erst einmal meine Immobilien oder den Familienschmuck verkaufen und dann noch einmal wiederkommen, würde ich mich nicht gut behandelt fühlen – oder würden Sie gerne mit solchen Typen Geschäfte machen?

Portugal befindet sich in einer Notsituation, die als Spätfolge der Finanzkrise zu werten ist. Die portugiesische Regierung hat grünes Licht für das mit der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgehandelte Programm zur Sanierung der Staatsfinanzen gegeben, und zwar auch mit Billigung der Opposition. Den Kreditnehmer jetzt bereits zu zwingen seine Reserven zu versilbern, grenzt an Arroganz, oder was meinen Sie?

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Bernanke lässt die Zügel locker - Börsen explodieren

Henrik Voigt (03.05.2011)

Liebe Leser,

die US-Notenbanksitzung in der vergangenen Woche brachte vor allem Eines: grünes Licht für die Börsenrally. Zwar wollen die Währungshüter um Chairman Ben Bernanke ihre Staatsanleihenkäufe zur Inflationsanheizung wie geplant am Ende des zweiten Quartals einstellen. Erträge aus fälligen Papieren sollen jedoch reinvestiert werden, was faktisch eine gedrosselte Fortsetzung des QE2-Programms durch die Hintertür darstellt. Auch die US-Zinsen sollen weiterhin auf dem gegenwärtig rekordtiefen Niveau verharren.

Grünes Licht für weitere Inflation…

Damit haben sich jüngste Befürchtungen am Markt über eine mögliche Straffung der US-Geldpolitik nicht bestätigt. Der Markt schießt seit Ostern regelrecht nach oben, auch gestützt von einem immer schwächer werdenden US-Dollar. In meinen letzten Meldungen vor einer Woche hatte ich neue Jahreshochs auf breiter Front ja bereits prognostiziert, die übrigens ungeachtet negativer Konjunkturdaten oder teilweise überhitzter Stimmungs-indikatoren zustande kommen. Allein die (derzeit sehr positive) Charttechnik zählt. Und wir orientieren uns wie immer zuerst daran. Aktien scheinen als Inflationsschutz immer mehr in Mode zu kommen. Gemessen an den Bondrenditen sind sie trotz der zweijährigen Rally noch immer vergleichsweise billig. Die aktuellen Renditen würden durchaus auch DAX-Stände um 14000 Punkte zulassen, was nach Überwindung der 8000er Schallmauer auch charttechnisch ein „logisches“ Kursziel wäre. Dass wir die seit über einem Jahrzehnt bestehende „Betondecke“ um 8000 Punkte nicht gleich im ersten Anlauf nehmen, dürfte einleuchten. Aber mit der gegenwärtigen inflationären Notenbankpolitik ist eine Überwindung auf mittelfristige Sicht zumindest sehr wahrscheinlich geworden.

…und steigende Börsen 

Gut für unseren DAX-Schein, der seit Empfehlung vor knapp zwei Wochen fast 200 Prozent im Gewinn liegt. Allein mit den bisherigen Gewinnen aus diesem Trade können Sie Ihre Frau zum Beispiel einmal spontan auf ein Wochenende nach Paris einladen. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, noch etwas Taschengeld für`s Shoppen vor Ort herauszuschlagen, bevor wir die Gewinne einstreichen und uns nach neuen Investments umschauen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Henrik Voigt

QE 2-Ende = Rally-Ende?

Henrik Voigt (25.04.2011)


Liebe Leser,

am Ende dieses zweiten Quartals (Ende Juni) läuft das Anleihen-Aufkaufprogramm QE 2 der US-Notenbank aus, welches die Märkte in den vergangenen Monaten mit Liquidität geflutet hat. Es dürfte maßgeblich verantwortlich für die gewaltige Rally seit dem vergangenen Herbst gewesen sein – und für die deutlichen inflationären Tendenzen, die wir seither sehen. Stellt sich die Frage: Gibt es eine Neuauflage, um Aktienkurse und Wirtschaft weiter zu stützen oder wird es eingestellt, weil die inflationären Nebenwirkungen zu groß werden? Und wie werden die Märkte in den nächsten Wochen reagieren, die Ereignisse bekanntlich vorwegnehmen?

Zumindest das Inflationsziel wurde erreicht

Ziel der gewaltigen Staatsanleihenkäufe im Umfang nahezu des kompletten amerikanischen Haushaltsdefizits war es bekanntlich, die Zinsen am langen Ende zu drücken, nachdem die Fed am kurzen Ende mit Zinsen nahe Null keinen Spielraum mehr nach unten hatte. Damit sollte die Wirtschaft angekurbelt und die Inflation auf ein der Fed genehmes Niveau gehoben werden. Zumindest das zweite Ziel wurde ja sehr deutlich erreicht, bei den Effekten für die Wirtschaft scheiden sich die Geister. Die Mittel scheinen vielmehr in die Spekulation an den Rohstoff- und Aktienmärkten zu fließen (bei Aktien vor allem in die boomenden Emerging Markets) und dort fleißig blasenähnliche Entwicklungen auszulösen, als in der amerikanischen Wirtschaft investiert zu werden.

Das Programm ist nicht mehr zu stoppen

Also einfach einstellen das Programm? Geht nicht. Sie können den todkranken Patienten nicht einfach vom Tropf nehmen. Durch die riesigen Anleihenaufkäufe haben wir es mit einer echten Blasenbildung bei US-Staatsanleihen zu tun. Die US-Anleihezinsen sind für ein Land, das faktisch längst pleite ist, lächerlich niedrig, die Anleihenkurse zu hoch.

Würde das Programm allerdings eingestellt werden, würden die Zinsen in die Höhe schießen, die Anleihenkurse einbrechen, die Blase sofort platzen und der amerikanische Staat wäre schlagartig offensichtlich Pleite, da er die dann plötzlich riesige Zinslast nicht mehr bedienen kann. In einem solchen Anleihencrash der Großteil des gesamten Weltfinanzsystems in kurzer Zeit verglühen. Bei diesen Summen wären auch keine Rettungspakete mehr möglich. Bereits die bloße Vermutung, das QE1 im Sommer 2010 das Ende der „quantitativen Lockerungsmaßnahmen“ sein könnte, ließ die amerikanische Wirtschaft einbrechen und den S&P 500 um 16 Prozent einbrechen, bis die „Rettung“ in Gestalt von QE2 nahte.

Nein, ein Ausstieg ist unmöglich, ohne den weltweiten Finanzkollaps zu riskieren. Die Fed wird das
wissen und bis zum jüngsten Gericht mit QE3 bis QEx… weitermachen (müssen). Wir werden eine
saftige Inflation erleben, vor der Sie sich nur mit Sachwerten (Aktien, Edelmetalle, m.E. auch
Immobilien u.a.) schützen können. Irgendwann ist auch mit dem wundersamen Gelddrucken
inklusive Manipulation ganzer Assetmärkte Schluss, aber das ist (hoffentlich) noch lange hin. Das
dürfte recht ungemütlich werden. Zumindest aber sollte sich „das Ende“ in irgendeiner Form vorab
in Charts erkennen lassen und davon ist bis jetzt nichts zu sehen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Das Plunge Protection Team lässt grüßen 

Jürgen Nowacki (20.04.2011)


Sehr geehrter Target Trader,

was war das am Montag für eine Vorstellung! Als hätten wir es geahnt, haben wir am Freitag noch DAX-PUTs gekauft und, wie wir es im Target Trader tags zuvor angekündigt hatten, auch die Stopps einiger Werte angepasst. Dann kam am Montag die Ratingagentur Standard & Poor¼s und zeigte der US-Administration
die gelbe Karte – mit entsprechenden Aktien-Kursturbulenzen in den USA, Asien und Europa. Der US-Dollar fiel aber nicht, sondern stieg wider Erwarten gegenüber den wichtigsten Währungen. Aber woher kam diese Dollarstärke? Und am Mittwoch dann wieder das alte Bild, der Dollar fällt und die Aktienmärkte steigen und
tun so, als ob nichts gewesen wäre.

Lieber Leser, das weckt Assoziationen, und zwar an die Zeit als die Washington Post am 23. Februar 1997, ich war seinerzeit als US-Broker für deutsche Kunden bei Hornblower Fischer tätig, einen Artikel über eine regierungsnahe Stelle, das PPT, das Plunge Protection Team veröffentlichte. Diese Arbeitsgruppe sollte, so die renommierte Zeitung, bereits 1988 unter Präsident Ronald Reagan beauftragt worden sein, falls nötig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Vertrauen in die US-Finanzmärkte zu sichern.

Niemand wird wohl bezweifeln, dass eine Warnung von Standard & Poor¼s, wie sie der Markt jetzt erlebt hat, eine solche Notfallsituation ist. So überrascht es nicht, dass die Aktienmärkte gleich anfingen zu steigen, denn wenn der Staat einspringt, um die Märkte zu schützen, ja dann kann ja nichts mehr schief gehen, oder?

Stellt sich die Frage, welche Märkte denn als nächstes per Intervention auf Kurs gebracht werden. Der Goldpreis beispielsweise ist ein direkter Konkurrent für US-Staatsanleihen. Wenn die Kurse für Rentenpapiere zu schnell fallen bzw. das Gold zu schnell steigen sollte, rechnen Sie, lieber Leser, mit dem Protection Team, aber bauen Sie nicht darauf. Und was den US-Dollar betrifft, so wäre es eigentlich an der Zeit, den Dollar zur Abwechslung einmal steigen zu lassen, denn mit einer Nullzinspolitik lassen sich Staatsanleihen nur verkaufen, wenn sich wenigstens etwas an der Währung verdienen lässt. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen eine interessante Chartformation in der Rubrik Devisen und Edelmetalle präsentieren. Eine Dollartrendwende wäre demnach gar nicht einmal so abwegig.

Ein frohes Osterfest wünscht Ihnen …
Ihr TT Team

Henrik Voigt

Stimmung bremst Rally

Henrik Voigt (19.04.2011)

Liebe Leser,

nach der schnellen anfänglichen Erholung von den Märztiefs ist es seit Wochen etwas „zäh“ an den Börsen. Meine vor kurzem geäußerte Befürchtung, dass es mit einem nur unzureichend bereinigten Markt mit einer größeren Rally schwierig werden könnte, scheint sich nun zu bestätigen.

Rekordverdächtig viele Bullen, viel zu wenige Bären

Da sind wohl zu viele Anleger zu schnell wieder investiert und nun braucht der Markt größere Verschnaufpausen, wenn er weiter steigen will. Diese These bestätigt auch eine Studie aus den USA, nach der die dortigen Fondsmanager ihre Aktienquoten Anfang April deutlich hochgefahren haben. Der zu hohe Optimismus hängt derzeit wie ein Klotz am Bein der Börsen. Stützend wirken hingegen überwiegend positive Quartalsberichte und Wirtschaftsdaten sowie das immer noch niedrige Zinsniveau.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

US-Sparprogramm von 4 Billionen US-Dollar auf 12 Jahre ist Wahlkampf, aber kein ernst zu nehmender Sparplan

von Jürgen Nowacki (14.04.2011)

12 Jahre, so meint US-Präsident Obama, innerhalb von 12 Jahren werde er 4 Billionen einsparen und damit das Ungleichgewicht im Haushalt und die Neuverschuldung wieder in Ordnung bringen

Sehr geehrter Target Trader,

also, anscheinend hat der gute Mann Berater im Weißen Haus, die noch niemals etwas von Zinseszinsrechnung gehört haben. Oder wird hier der Versuch unternommen, nicht nur das amerikanische Volk, sondern auch weltweit Ökonomen und Marktbeobachter zu verladen, die ein hohes Interesse daran haben und haben müssen, einzuschätzen, wie die USA mit ihren Schulden umgehen? Tatsache ist, dass die USA heute schon nicht in der Lage sind ihre Zinsen zu bezahlen. Wenn die US-Wirtschaft wächst und die Zinsen steigen, wird zwangsweise eine Pyramide von Zins- und Zinseszinsen entstehen, die in 12 Jahren nur noch durch hohe Inflationsraten auszugleichen ist. Die korrekte Botschaft lautet also, 4 Billionen einsparen und zusätzlich mit einer Inflation von 5 bis 6 Prozent, was einer Halbierung des Geldvermögens innerhalb von 12 Jahren entspricht, den Karren aus dem Dreck ziehen. Das sind die Fakten, liebe Leser.

Der US-Dollar verliert zunehmend seine Funktion als Leitwährung

Eigentlich könnte man sich auf den Standpunkt stellen: Was geht uns der US-Wahlkampf an? Wenn selbst deutsche Politiker ihre Fähnchen nach der nach oben offenen Befindlichkeitsskala des potenziellen Wählers richten und ihre Aussagen im Monatstakt ändern, warum dann soweit in die Ferne schweifen, das Theaterspielt doch auch vor der Haustür? Nun, wenn es nicht um die Leitwährung US-Dollar und um Pensionsfonds ginge, die auch unsere Altersversorgung in US-Treasuries anlegen, wäre es wirklich Wurst, aber unter den gerade genannten Umständen sitzen all diejenigen auf einem Pulverfass, die sich neben der staatlichen Fürsorge noch eine private Altersversorgung aufgebaut haben oder noch dabei sind. Das Währungspaar USD/CHF spricht Bände und wir gehen in der Rubrik Devisen und Rohstoffe näher darauf ein. Was macht der US-Dollar und wie werden sich Pensionskassen, Lebensversicherungen und Kapitalsammelstellen zukünftig verhalten, wenn es um die Frage geht: Wo legen wir denn all die Millionen zukünftig an, die fleißige Sparer Monat für Monat an Ihre Versicherung überweisen?

Der Target Trader gibt die Orientierung im Börsendschungel

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, es hilft nur eines: die Vermögensverwaltung in Eigenregie übernehmen oder sie Menschen überlassen, denen Sie volles Vertrauen schenken. Und was kann Ihr Target Trader dazu beitragen? Nun, wir sehen uns zunehmend in die Pflicht genommen, den Target Trader so auszurichten, dass noch mehr Leser noch einfacher (aber keinesfalls oberflächlich) mit den Signalen, die uns die Märkte liefern, zurechtkommen. Deshalb werden Sie, lieber Leser, zukünftig noch mehr Hinweise finden, die es Ihnen erleichtern, Ihre Handelsstrategie nach Ihren persönlichen Bedürfnissen und Ihrem Risikoprofil auszurichten.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Beflügeln die neuen Zahlen?

Henrik Voigt (12.04.2011)


Liebe Leser,

die erwartete Zinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank ist verdaut, die USA sind übers Wochenende nicht in die befürchtete Zahlungsunfähigkeit durch eine Haushaltssperre gerutscht und das Thema Japan ist allmählich komplett aus den Schlagzeilen verschwunden. Zwei Dinge werden die Börsen nun in den nächsten Wochen sehr beschäftigen. Zum einen startete gestern die neue Berichtssaison.Wie immer mit den Zahlen des US-Aluminiumriesen Alcoa, die gemischt ausfielen. Und zum anderen sehen wir anhaltend hohe und weiter steigende Ölpreise. Die Öl-Rally wird durch immer neue Unruhen im arabischen Raum stetig genährt und macht der Weltkonjunktur allmählich zu schaffen.

Quartalszahlen und Ölpreis beschäftigen jetzt die Börsen

Beide Faktoren –Quartalberichte und Ölpreis – hängen mittelfristig zusammen. Gerade schaffen es selbst die US-Unternehmen, ihre Gewinnsteigerungen nicht nur durch den Aufbau von Lagerbeständen und durch Kostensenkungen, sondern durch echtes Umsatzwachstum zu erzielen, da bremst der hohe Ölpreis diese positive Entwicklung bereits wieder. Erste Gewinnwarnungen aus dem Transportsektor gab es deswegen bereits. Aber nur, wenn der hohe Ölpreis bereits jetzt auf die Quartalszahlen in ihrer gesamten Breite durchschlägt, hat die Aktienrally ein großes Problem. In einem Umfeld allmählich wieder steigender Zinsen undnachlassender Gewinndynamik dürften schnelle Kurssteigerungen schwieriger werden. Sollten die laufenden Quartalsberichte hingegen erneut vom Markt positiv aufgenommen werden, steht einer wochenlangen Rally an den Börsen nicht mehr viel im Wege. Da ein Großteil des westlichen Wachstums (erst Recht des deutschen) über die Emerging Markets generiert wird, kommt der dortigen Entwicklung eine ganz besondere Schlüsselrolle zu. Wie die Lage dort derzeit charttechnisch aussieht, das habe ich für Sie in meinem heutigen Intermarket-Schwerpunkt analysiert. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Heißt es bald rien ne va plus Mr. Präsident?

von Jürgen Nowacki (07.04.2011)


Sehr geehrter Target Trader,

wie wird der Kompromiss in den US-Budgetverhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten aussehen? Das dürfte die wichtigste Frage sein, die sich Akteure an den Renten-, Devisen und Aktienmärkten in den nächsten Tagen stellen. Denn in wenigen Tagen bereits, sofern es keine Einigung gibt, laufen die US Amerikaner in eine Situation, wie sie Griechenland, Portugal und Irland bereits vorexerziert haben – die offensichtliche Zahlungsunfähigkeit oder auch Insolvenz genannt. Selbst die Notenpresse der FED wird dann angehalten und es heißt rien ne va plus. Die Aktienmärkte sind felsenfest davon überzeugt, dass es eine Einigung geben wird, aber vergessen Sie bitte nicht: Wir befinden uns bereits im Vorwahlkampf und da will jeder eine Bella Figura machen. Die Demokraten werden einem Sparprogramm nur zustimmen, wenn auch die Vermögenssteuer und die Einkommenssteuer für Besserverdienende ab 250.000 US-Dollar angehoben wird. Das aber ist die Wählerklientel der Republikaner und deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn in Kürze bereits wieder ein schwarzer Schwan auf dem Börsenparkett auftaucht. Outperformance im aggressiven Depot wurde weiter ausgebaut,trotz Sicherheitspolster von 23,8 Prozent Um im Thema der letzten Woche zu bleiben, ohne das Risiko auszuweiten sind wir besser als der DAX. In den beiden anderen Musterdepots liegen wir noch etwas hinter den Benchmarks DAX und STOXX600, aber auch diese Zahlen werden sich verbessern.

Outperformance im aggressiven Depot wurde weiter ausgebaut, trotz Sicherheitspolster von 23,8 Prozent

Um im Thema der letzten Woche zu bleiben, ohne das Risiko auszuweiten sind wir besser als der DAX. In den beiden anderen Musterdepots liegen wir noch etwas hinter den Benchmarks DAX und STOXX600, aber auch diese Zahlen werden sich verbessern. Warum wir uns so sicher sind, werden
sie vielleicht fragen. Nun, wir sind in den erneuerbaren Energiewerten, wie auch bei Edelmetallen und Währungen gut aufgestellt. Die Anzahl der Verlustpositionen haben wir radikal reduziert und wir haben trotzdem reichlich Cash in den Musterdepots, aber das sehen Sie in unserer Tabelle in der Rubrik zu guter Letzt.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Der April lockt mit Chancen

Henrik Voigt (05.04.2011)


am vergangenen Donnerstag endete das erste Quartal in diesem Jahr. Es war für den USAktienmarkt das beste Erstquartal seit 1999, der Dow Jones Index notiert bereits wieder auf
Jahreshoch – man glaubt es kaum nach all den Horrornachrichten. Hier wirken sich eine Bärenfalle und die damit verbundenen Shorteindeckungen äußerst positiv auf die Kurse aus. Für den DAX kommt dagegen nur ein minimales Plus von zwei Prozent zustande. Da nehmen sich unsere sieben
Prozent im Musterdepot ganz gut dagegen aus. Was erwartet uns nun in der nächsten Zeit?

Das „window dressing“ der Fonds dürfte zum Monatswechsel nun abgehakt sein. Die Mittelzuflüsse zu Quartalsbeginn ebenfalls. Nach der starken Erholung der letzten beiden Wochen dürften wir
zunächst eine Konsolidierung sehen. In dieser Woche findet eine EZB-Sitzung statt. Die letzten Inflationsdaten waren hoch, die Wirtschaftsdaten gut. Mich würde es überhaupt nicht wundern,
wenn nun kurzfristig das Thema „Zinsängste“ gespielt wird. Dabei gilt es am Markt nahezu als sicher, dass am kommenden Donnerstag die Zinsen in Euroland angehoben werden. Das Ereignis ist also längst eingepreist. Eine Erleichterungsrally gegen Ende der Woche dürfte die Folge sein.

Der April ist ein saisonal ausgesprochen starker Monat, nachdem wir einen tückischen März (der oft Trendwenden in die eine oder andere Richtung gebracht hat) hinter uns gelassen haben. Ab Mai setzt dann traditionell die typische Sommerflaute ein, wenn man sich an die saisonalen Muster hält. Zusätzlich dürfte dann die Unsicherheit über das im Juni auslaufende Liquiditätsprogramm QE2 der US-Notenbank kursdämpfend wirken. Dieses Programm dürfte ganz maßgeblich für die starke Aktienrally seit dem vergangenen Herbst verantwortlich sein. Sollte eine Neuauflage ausbleiben, könnte es zu einer scharfen Korrektur am Aktienmarkt kommen, was aber auch die Notenbanken (zu verhindern) wissen. Höchste Zeit also, noch etwas aus dem Markt rauszuholen. Und da könnte der jetzige Zeitpunkt unter charttechnischen Gesichtspunkten kaum günstiger sein.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Vergleich ETF- und Depotperformance

von Jürgen Nowacki (31.03.2011)

in den letzten Wochen bin ich des Öfteren gefragt worden, ob es nicht besser wäre, einen ETF auf den DAX zu kaufen, denn unsere Performance im aggressiven Depot des letzten Jahres läge ja mit 17,83 Prozent nur geringfügig über der des DAX (16,06 Prozent). Nun, auf den ersten Blick mag das einleuchten, aber eben nur auf den ersten und flüchtigen Blick. Mal von den Chancen besser abzuschneiden abgesehen (siehe +74,17 % im Jahr 2009), gibt es doch ein Element, auf das ich hier noch einmal vertiefendeingehen möchte. Es wird nämlich häufig vergessen, dass der Investor stets zu 100 Prozent investiert sein müsste, um den DAX abzubilden.

100 Prozent Investmentquote birgt Risiken

Fassen wir noch einmal zusammen: Ein ETF bildet zu annähernd 100 Prozent den Vergleichsindex, in unserem Fall den DAX oder STOXX 600, ab. Um diesen Index zu schlagen, müsste der Anleger Kredit aufnehmen und seine Investitionssumme über die 100 Prozent hebeln oder er müsste sich auf Aktien konzentrieren, die einen höheren Betafaktor als 1,00 haben. Eine Siemens mit Betafaktor von 1,10 steigt und fällt demnach 10 Prozent stärker als der DAX. Aktive Fondsmanager versuchen jetzt frühzeitig die Aktien mit höherem Betafaktor zu identifizieren und ins Fondsdepot zu legen und dagegen die Aktien mit kleinerem Betafaktor unterzugewichten. Vereinfachtes Beispiel: Einmal angenommen es gäbe nur eine Aktie im DAX mit Betafaktor >1,00 und das wäre Siemens, so wäre im Extremfall der DAX nur zu schlagen, wenn  das ganze Depot aus Siemensaktien bestehen würde. Aggressiv anlegende Privatanleger könnten so etwas tun, dem Fondsmanager ist das wegen des hohen Risikos und gesetzlicher Auflagen nicht erlaubt.

Sicherheitspolster machen das Depot stressstabil gegen externe Schocks

Wenn wir dann zusätzlich noch mit einem Sicherheitspolster arbeiten, selten zu 100 Prozent investiert sind und dennoch den DAX schlagen (siehe Seite 18 Tabelle beim Schlusswort), sind wir doch erheblich besser, selbst wenn unsere Performance der des DAX entspricht, oder nicht?

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Jürgen Nowacki

Die Magie der Kritik

von Jürgen Nowacki (24.03.2011)

jeder von uns hat diese Situation schon einmal erlebt, man bemüht sich um einen geistreichen Gesprächsbeitrag oder nimmt die Position des vermeintlich Schwächeren ein, um ihn zu verteidigen, dann Funkstille. Und wenn einer anfängt zu kritisieren, dann wird eine Kerbe geschlagen, in die alle anderen im kollektiven Einvernehmen einstimmen.

Es ist in Deutschland allem Anschein nach einfacher, sein Ego in der Öffentlichkeit durch Kritik aufzupolieren - auch oder vor allem, wenn es auf Kosten der eigenen Parteifreunde passiert - als über sachkundigen Beistand. So musste es Guido Westerwelle erfahren, als er es wagte, in der UNO-Resolution 1973 mit Enthaltung abzustimmen, als es um die Teilnahme am Libyen-Feldzug ging. Ja, wie konnte er es nur wagen, Deutschland damit in die Nähe der Resolutions-Gegner China, Indien, Brasilien und Russland zu rücken. Deutschland habe sich politisch isoliert und historische Fehler begangen, skandalös, wie überall zu hören war.

Dabei stellt sich doch die Frage „Was ist denn wirklich passiert?" Deutschland hat es gewagt, etwas zu tun, was in anderen Ländern selbstverständlich ist, nämlich seine eigenen Interessen gegen die USA und Frankreich zu vertreten. Und dafür sieht das Wahlprocedere die Stimmenthaltung eindeutig vor. Und dann kommen so gut gemeinte Ratschläge der politischen 5. Kolonne: Man hätte mit Ja stimmen und sich trotzdem aus allem raushalten können. Ja was ist das denn für eine Moral? Wer politischen Selbstmord begehen will, mag ja so verfahren, aber mit Aufrichtigkeit den Nato-Partnern gegenüber hat das nun wirklich nichts zu tun. Dafür gebührt dem jungen Außenminister Lob und Anerkennung, in solch einer wichtigen Frage gegen den Strom zu schwimmen. Wie heißt es doch so schön, am siebten Tag schuf der Herrgott die Kollegen, und die profilierten sich in den Medien und gegenüber den etablierten westlichen Nato-Partnern gleich zu Hunderten in vorauseilendem Gehorsam und Ergebenheit.

Sie brauchen sich von niemandem kritisieren zu lassen, wenn Sie Ihre Investmententscheidungen fällen. Besser ist es allerdings, auch auf diesem Gebiet nicht über seine Entscheidungen zu sprechen, denn die Experten sind natürlich auch hier schnell mit einem messerscharfen Urteil zur Stelle, wie zum Beispiel „Lahme Ente" (Telekom +8,8 Prozent) oder „Krisenwährungen meiden" (Euro XXL Call plus 14,03 Prozent).

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Technische Gegenbewegung

von Henrik Voigt (22. März 2011)


Die Reaktion vieler Börsen auf die Japankatastrophe war ungewöhnlich heftig, was befürchten lässt, dass wir es mit einer
ganz anderen Dimension zu tun haben als bei früheren vergleichbaren Ereignissen. Sollten tatsächlich weite Teile der Gegend um die havarierten Atomkraftwerke verstrahlt sein, drohen nach Aussage von Experten womöglich eine großflächige Evakuierung und ein Ausfall von 40 Prozent der japanischen Wirtschaftsleistung. Mit der Folge, dass das Land sich keinen Wiederaufbau mehr leisten kann. Und das hätte dann schon deutliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft einschließlich des fragilen Finanzsystems.

Leichte Entspannung, aber noch keine Entwarnung.

Die Nachrichtenlage hat sich über das Wochenende leicht entspannt, ohne dass die aufgerissenen Probleme (drohender Supergau in Japan, Libyenkrieg, Unruhen in weiteren arabischen Staaten, hoher Ölpreis) auch nur ansatzweise gelöst wären. Die Börsen versuchen sich momentan trotzdem in Optimismus. Wir sehen eine technische Aufwärtsreaktion. Aber es dauert in der Regel eine geraume Zeit, bis derart deutliche Aufwärtstrendbrüche, wie wir sie in der vergangenen Woche in vielen Indizes gesehen haben, verdaut sind. Der Markt war durch die Panikverkäufe erst einmal leergefegt. Jetzt haben die Schnäppchenjäger ihren Auftritt. Danach werden wir sehen, wer das Zepter in die Hand nimmt. Sollten sich keine echten Problemlösungen abzeichnen, werden Anschlusskäufe ausbleiben und die Korrektur geht in die nächste Runde. Nicht unterschätzen sollten Sie auch die Saisonalität. Nur noch etwa einen Monat haben Aktien saisonal bedingten Rückenwind. Danach folgt ein ausgedehntes Sommerloch mit normalerweise eher schwächeren Kursen bis zum Herbst. Zusätzlich ist der März ein Monat, indem sich hin und wieder sehr markante Trendwenden ereignen. Das Platzen der Internetblase im März 2000 oder das Finanzkrisentief im März 2009 sind bekannte Beispiele dafür. Ob wir uns tatsächlich bereits in einem Trendwendeprozess befinden könnten, dass untersuche ich für Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Der schwarze Schwan lauert überall

von Jürgen Nowacki (17.03.2011)

 

Arbeitsteilung ist die Voraussetzung für das Funktionieren einer Industrienation. In einer effizienten Welt heißt das, es muss Menschen geben, die das Unmögliche denken und Vorkehrungen treffen. Die Jobs, die in einer Demokratie hoheitlichen Charakter haben, werden von gewählten Vertretern, also Berufspolitikern übernommen. In der Industrie rekrutieren bzw. wählen dieAnteilseigner den Vorstand oder die Geschäftsführung . Die Personengruppe der Vorstände und Politiker, häufig auch Elite genannt, tritt gemeinsam in die Verantwortung, und zwar zuerst dem Bürger und dann dem Anteilseigner gegenüber.

Wenn es diese Arbeitsteilung zwischen Bürgern und Elite aber nicht mehr gibt oder die Bürger die Erkenntnis erlangen, dass sie von Politikern undWirtschaftsbossen heimlich aufgekündigt wurde, stirbt erst das Vertrauen, dann die Arbeitsteilung und damit jede Art von wirtschaftlichem und gesellschaftlichemFortschritt. Denn dannmuss der Bürger ja wieder selber die Initiative übernehmen undAufgaben erledigen, wie zum Beispiel nach dem schwarzen Schwan suchen, für die er eigentlich mal Experten in Amt und Würden gewählt und mit seinen Steuern bezahlt hat.

Vertrauen ist nicht nur ein Luxus, denman sich leistet, weil das Leben dadurch angenehmer wird, sondern eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Leistungsgesellschaft. Eine Elite, die ihren Verpflichtungen derGesellschaft gegenüber nichtmehr nachkommt, wird abgewählt und ihre Leistungen/Produkte werden ersetzt, wollen wir wetten?

Und nun zur Tagesordnung

Haben wir uns letzteWoche noch besorgt gezeigt, ob uns ein Streik der Lokführer wirtschaftlich schaden könnte, werden wir über Nachtmit demLeid derMenschen in Japan konfrontiert und einer verbreiteten Hilflosigkeit, die den Eliten aller Nationen ein elendes Armutszeugnis ausstellt.

Edelmetalle und Rohstoffe, aber auch Weizen brachen mit dem Japandesaster ein, die Aktienmärkte – allen voran der Nikkei – verloren zumTeilmehr als 20 Prozent. Der DAX büßte zwischen 10 und 12,6 Prozent anWert ein und auch wir mussten Federn lassen.Wir haben Sie, lieber Leser, zeitnah über unseren Positionsabbau in den Musterdepots informiert. Darüber hinaus haben wir Positionen um den ÖkoDAX herum aufgebaut, weil wir uns hier sehr sicher sind, dass dieses Segment nicht nur Zukunft hat, sondern auch vomTiming her jetzt der richtige Zeitpunkt zumInvestieren ist.Wir haben deshalb heute noch einmal das Thema ÖkoDAX und TecDAX zum Schwerpunktthema gemacht, damit Sie rechtzeitig Ihre Weichen für den Erfolg stellen können.

AmSamstag findet anlässlich der Invest in Stuttgart unser Lesertreffen statt.Aus gegebenemAnlass wurde das Thema auf den ökologischenWandlungsprozess, der uns jetzt bevorsteht, angepasst. Ich werde Ihnen rund umden ÖkoDAX und TecDAXmeineMarschrichtung für die nächstenMonate erläutern, Ihre Fragen beantworten und die Unternehmen vorstellen, die wir in die Musterdepots aufnehmen werden.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Japan und die Folgen für uns

von Henrik Voigt (15.03.2011)

 

Liebe Leser,

erst die Spannungen in Arabien, dann neue Probleme um europäische Schuldnerländer, jetzt die Katastrophe in Japan. Die Flut von Hiobsbotschaften scheint kein Ende zu nehmen. Doch insbesondere was Japan betrifft, kann ich Sie etwas beruhigen: Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft werden vergleichsweise gering bleiben, so erschütternd die Fernsehbilder auch sein mögen.

Erst ein Dämpfer, später neuer Aufschwung zu erwarten

Japan hatte Glück im Unglück. Die Verwüstungen fanden im Norden des Landes statt, der größte Teil der Industrie befindet sich jedoch im Süden. Die Japaner selbst nehmen die Ereignisse offenbar mit größerer Gelassenheit zur Kenntnis als die Medien hierzulande (Beispiel FTD: "Warum die Weltwirtschaft mit Japan bangt"). In nächster Zeit wird es in Japan zwar  Produktionsausfälle geben und der Konsum dürfte leiden. Aber die Schäden müssen beseitigt und ein Wiederaufbau gestartet werden, was wie ein riesiges (Zwangs-)Konjunkturprogramm für die bereits wieder schwächelnde japanische Wirtschaft wirken dürfte. Ähnlich war es übrigens auch 1995, als ein Beben die japanische Großstadt Kobe verwüstete. Die japanischen Produktionsausfälle werden indessen von anderen Nationen kompensiert werden müssen, was aus Konjunktursicht eigentlich positiv ist.

Auswirkungen auf Deutschland vernachlässigbar

Was die wirtschaftlichen Verflechtungen Deutschlands mit Japan angeht, so sind diese so unbedeutend, dass negative Auswirkungen auf unsere Konjunktur nicht zu erwarten sind. Japan handelt vor allem mit China und anderen asiatischen Nationen, in geringerem Maße auch mit den USA. Höchstens über diesen Umweg sind eventuell leichte konjunkturelle Beeinträchtigungen zu erwarten, aber solche negativen Erwartungen wirken bereits sehr konstruiert. Bleibt als Fakt: Die Börsen hierzulande fallen ohne greifbare Gründe. Zeit sich wieder Aktien zum Kauf auszusuchen oder lieber noch abwarten? Dieser Frage gehe ich in dieser Ausgabe von DAX Profits für Sie nach. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Jürgen Nowacki

In medias res…

von Jürgen Nowacki (09.03.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

als Ikarus der griechischen Sage nach der Sonne zu nah kam und abstürzte, wurde er im letzten Augenblick von Pallas, der Tochter des Meeresgottes Triton gerettet. Solch ein Wunder könnte sich tatsächlich wiederholen, aber der Reihe nach ...

Das PIIGS-Gespenst treibt wieder sein Unwesen, Griechenlands  Staatsanleihen fallen auf Ramschniveau und hindern den Euro am nachhaltigen Anstieg über die Marke von 1,4000 US-Dollar. Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou versteht die Welt nicht mehr, denn er hat in enger Kooperation mit EU und IWF ein hartes Sanierungsprogramm gestartet und erntet nun auch noch schlechte Noten für den Ausblick.

Dabei ist eine Rettung nicht völlig unwahrscheinlich, denn zum einen meisterte Belgien in der Vergangenheit eine ähnlich Situation und senkte seine Verschuldung von 133 Prozent des BIP im Jahr 1993 auf 84 Prozent im Jahr 2009. Und zum anderen könnte die konjunkturelle Erholung, die wir in Europa feststellen, dazu beitragen, dass es Athen schafft, ein Wachstum nach Inflation von 2,5 bis 3 Prozent zu generieren. Das wäre die Voraussetzung dafür, dass Steuermehreinnahmen in Verbindung mit dem Sparhaushalt die Wende bringen könnten. Lesen Sie in der Rubrik Devisenhandel und Rohstoffe, wie wir uns im Handel mit Euro und Dollar auf die Situation einstellen und wie wir uns zum Ölpreis positionieren.

Kupfer und der größte Kupferproduzent Europas, die Aurubis AG, machten uns in den letzten Wochen etwas Sorgen, aber wussten Sie, dass das rote Basismetall eine Vorlauffunktion für den DAX hat? Lesen Sie dazu in unserer heutigen Schwerpunktanalyse Kupfer, wie wir uns im Musterdepot positionieren und welche Kursziele wir aktuell sehen.

Wie gefährlich wird der GDL-Streik für die deutsche Konjunktur und kann der Streik dem DAX ernsthaft schaden? Dieser Frage gehen wir in unserer Rubrik DAX und Dow – Outlook nach, seien Sie gespannt.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Erst das Öl, jetzt die Zinsen?

von Henrik Voigt (08.03.2011)

 

Liebe Leser,

die Spannungen im arabischen Raum halten an. Der Ölpreis eilt von einem Jahreshoch zum nächsten und hängt wie ein Bremsklotz am DAX. Am vergangenen Mittwoch sorgte zudem die Europäische Zentralbank (EZB) mit Ihrer "Drohung" für Wirbel, womöglich schon im April die Zinsen in Euroland anzuheben.

Was die EZB angeht, gehe ich davon aus, dass die Zinserhöhungsankündigung lediglich als verbales Mittel gedacht war, um die Märkte wieder zur Vernunft zu bringen. Angesichts der angespannten Haushaltslage in vielen südlichen Ländern Europas kann sich die Notenbank einen echten Zinsschritt eigentlich nicht erlauben. Sicher nicht ganz zufällig wurde ein solcher Schritt von der "Datenlage" abhängig gemacht.

Ölpreis bremst, EZB eher "zahnlos"

Beim Ölpreis sieht es dagegen rein charttechnisch nach weiteren Preissteigerungen aus. Damit bleibt die Konjunkturbremse bestehen. Nur wenn die NATO in Libyen militärisch eingreifen würde (aktuell werden verdächtig viele Truppen in der Region zusammengezogen) oder wenn Gaddafi endgültig gestürzt wäre, ist kurzfristig mit einer Entspannung zu rechnen. Ich rechne damit, dass der Druck auf die Aktienmärkte von dieser Seite her noch eine Weile anhält.

Interessanterweise beginnen sich die chronisch überhitzten Stimmungsindikatoren in dieser Situation merklich zu entspannen. Weitere Kursverluste an den Börsen dürften also sehr positiv wirken und die Basis für die nächste größere Rally liefern. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass der Startpunkt dafür schon erreicht ist. Dafür ist der Pessimismus noch nicht groß genug. Die hohe Volatilität/ Nervosität an den Märkten dürfte zunächst noch anhalten. Davon sollten Sie sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die charttechnischen Entwicklungen sind bisher nur auf kurzfristige Sicht beunruhigend.

Wie sich die Lage genau darstellt, das analysiere ich in dieser Ausgabe von DAX Profits für Sie. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Henrik Voigt

März - Rally oder Einbruch?

von Henrik Voigt (03.03.2011)

 

Liebe Leser,

der DAX hat im Zuge der fortgesetzten Unruhen im arabischen Raum eine erste deutliche Korrektur - 5 Prozent vom Jahreshoch - hinnehmen müssen. Damit ist zwischenzeitlich fast der gesamte bisherige Jahresgewinn in einer einzigen Handelswoche ausradiert worden. Hauptrisiko bleibt weiterhin die Ölpreisentwicklung. Auch wenn die Lager voll sind und es bisher keinerlei Versorgungsengpässe gibt, so ist ein spekulationsgetriebener Preisanstieg für die Weltkonjunktur gefährlich, wenn er ein bestimmtes Ausmaß überschreitet.

Ölpreis erreicht kritisches Niveau Die Internationale Energieagentur (IEA) hat einen Indikator berechnet, der die Belastung der Weltwirtschaft durch den steigenden Ölpreis misst. Im Jahr 2010 sei die Belastung auf 4,1% gestiegen. Sie könnte 2011 auf 4,7% steigen. Ein Wert von 5,1% ist ein empirischer Schwellwert, bei dem es in der Vergangenheit zu scharfen Rezessionen in den Industrieländern kam. Ähnlich, wie das etwa im Jahr 2008 der Fall war. Aktuell stehen wir also kurz vor diesem Niveau.

OPEC und Notenbanken werden aber nicht tatenlos zusehen, wie sich das Desaster von 2008 wiederholt. Die OPEC hat derzeit freie Förderkapazitäten von 6 Mio. Barrel täglich, die bei weiteren Preissteigerungen oder Engpässen ausgeschöpft werden dürften. Bei den Notenbanken stehen demnächst wichtige Sitzungen an:

Am 2. März tagt die brasilianische Notenbank, eine Woche später die südkoreanische. Beide werden wohl Zinsanhebungen vornehmen, um die Inflation zu bremsen. Sie können sich das mit ihren Wachstumsraten aber auch leisten. Auf der EZB-Sitzung am 3. März dürfte hingegen keine Zinsanhebung beschlossen werden, weil insbesondere das Wachstum in den krisengeschüttelten Peripheriestaaten dafür noch zu schwach ausfällt.

Liquidität vs. Euphorie - was wiegt schwerer?

In den USA läuft im Mai die aktuelle Runde geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen (QE 2) aus. Mit den zuletzt nicht ganz so rosigen Konjunkturdaten dürfte es im Vorfeld dieses Datums zu Spekulationen auf eine Neuauflage (QE 3) geben, was die Kurse stützen wird. Zumindest an den westlichen Aktienmärkten ist die Liquiditätszufuhr und damit das Hauptargument für steigende Kurse also weiterhin gesichert. Das große Fragezeichen ist die Psychologie. Wenn die Anlegerstimmung immer neue Rekordwerte erreicht, ist normalerweise mit einer ausgedehnten Korrektur zu rechnen. Wichtiger als solche "Hintergrundgedanken" sind aber charttechnische Entwicklungen. Diese untersuche ich in dieser Ausgabe von DAX Profits für Sie. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg, Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Jürgen Nowacki

Lebensmittelpreise explodieren, neue EU-Treibstoffverordnung und E10 machen den Landwirten das Leben schwer

von Henrik Voigt (01.03.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

ausgerechnet die EU, die sich seit der EWG-Gründung 1957 (Römische Verträge) mit der Subventionierung von Wirtschaftssektoren befasst und die schädliche Auswirkungen von Subventionen seit über 50 Jahren studiert, fördert die Produktion von Bio-Benzin der Sorte E10 zu Lasten der heimischen Lebensmittelproduktion. Wenn es für Landwirte darum geht, zu den eigenen Ackerflächen weitere Flächen anzupachten, treten zunehmend finanzstarke Investoren als direkte Konkurrenten zu unseren Landwirten auf.

Die Herstellung des Öko-Bezinzusatzes E10 ist so lukrativ, dass große Anlagen installiert werden, um den (staatlich verordneten) Bedarf an „grüner Energie“ zu decken. Und ausgerechnet die Akteure aus dem politischen Lager, „die sonst gegen alles sind“, unterstützen die Verdrängung der heimischen Getreideproduktion zugunsten des Anbaus von Mais, der speziell für Bioethanol genutzt wird.

Die Tortilla-Krise war erst der Anfang

Unverständlich und grotesk mutet es an, wenn bereits seit 4 Jahren in Südamerika zu beobachten ist, das die großflächige Produktion von Bioethanol zur Verarmung der Massen beiträgt. Hier sei nur an die Tortilla-Krise im Januar 2007 erinnert, die aufgrund des Ökowahnsinns zum Preisanstieg bei Mais führte, sodass sich die Menschen aus den unteren Einkommensschichten das Mehl für ihre Tortilla nicht mehr leisten konnten.

Und dann kommt, was kommen muss. Die Folge sind steigende

Preise für alle Ackerfrüchte, die nur noch auf teuren Boden angebaut werden können. Und dann müssen sich Anleger in Diskussionen immer wieder vorhalten lassen, dass sie die Schuld an der Misere tragen. Ich weiß ja nicht, wie Sie, lieber Leser, darüber denken, aber wir müssen uns wirklich nicht die fatalen Folgen einer verfehlten Agrar- und Energiepolitik von sogenannter Experten anlasten lassen.

Tatsache ist, dass die EU in Kürze ihre Subventionen für den Weizenanbau in Europa gänzlich aufgeben wird. Zur Preisabsicherung für die Industrie werden dann dringend Marktteilnehmer gebraucht, die an den Getreidebörsen auf eigenes Risiko als Gegenpartei für Absicherungsgeschäfte der Industrie agieren.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Jürgen Nowacki

Die Angst um Elephant Field in Libyen lässt die Aktienkurse purzeln

von Jürgen Nowacki (23.02.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

mitten in der Phase des europäischen Wirtschaftsaufschwungs lässt Staatschef Gaddafi demonstrationswillige Untertanen erschießen. Die Angst geht jetzt um, dass uns eine neue Ölkrise bevorsteht, und das ist gar nicht einmal so abwegig. Viel war bislang vom Peak Oil die Rede, also davon, dass wir mehr Öl verbrauchen als fördern und die Reserven an Bodenschätzen schneller zur Neige gehen als allgemeinhin angenommen.

Extrem pessimistische Zukunftsforscher und Rohstoffanalysten vertreten die sogenannteOlduvai-These, derzufolge aufgrund des Ölfördermaximums die derzeitige industrielle Zivilisation bis 2030 zusammenbrechen müsse. Zu abwegig meinen Sie? Nun, einen Vorgeschmack erhalten wir bereits heute, wenn statt Lebensmittel anzubauen, Getreide für die Methanolproduktion verfeuert wird und die Lebensmittelpreise für arme Regionen so stark steigen, bis den Menschen nichts mehr übrig bleibt als auf die Straße zu gehen oder nach Europa zu flüchten. Wir sehen heute aus der Sicht des deutschen Konsumenten eher die Gefahr, dass die Benzinpreise steigen und unseren Konsum gefährden könnten, aber Lieferengpässe könnten uns schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen und unseren konjunkturellen Aufschwung in seiner ganzen Breite gefährden.Wenn das größte Ölfeld Libyens „Elephant Field“ sabotiert wird oder wenn weiter auf Demonstranten geschossen wird, müssten sich die westlichen Industrienationen zu einem Embargo Libyens entschließen, und das würde Deutschland, das 10 Prozent seines Energiebedarfs aus dieser Region deckt, hart treffen.

Dass eine Revolution wie in Tunesien einen politischen Flächenbrand auslösen könnte, hatte wohl kaum jemand auf dem Radar. Nun fragen wir uns als Investoren, ob sich die Situation über Nacht normalisieren und entspannen lässt, sodass jetzt vielleicht schon wieder in Aktien investiert werden könnte.Aber wie bereits eingangs angesprochen, liegen die Probleme der Menschen, die ihre wirtschaftliche Situation verbessern wollen, sehr viel tiefer. Und diese Krise, davon sollten wir ausgehen, ist noch lange nicht beendet.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Furioser Jahresstart

von Henrik Voigt (22.02.2011)

 

Liebe Leser,

von den Aktienmärkten gibt es derzeit nicht viele Neuigkeiten zu berichten. Sie steigen vor sich hin. DAX oder S&P 500 haben seit Jahresbeginn nun schon 7 Prozent zugelegt. So gut waren die Börsen zuletzt im Jahr 2000 ins Jahr gestartet. Was danach kam, dürfte vielen von Ihnen noch in Erinnerung sein. Allerdings befanden sich die Märkte damals - ganz im Gegensatz zu heute - am Ende eines längeren Zinserhöhungszyklus, der den Internetboom zur Abkühlung bringen sollte (was letztlich auch gelang, und wie). Von einer auch nur ansatzweisen Straffung der geldpolitischen Zügel sind die westlichen Notenbanken heute aber noch weit entfernt.

Aktuell stört wieder einmal das Thema "Unruhen in Nordafrika" den sonst so gemütlichen Aufwärtstrend. Ein prima Vorwand für Gewinnmitnahmen, die hierzulande meist heftig ausfallen, aber an den maßgebenden amerikanischen Börsen bisher kaum Spuren hinterlassen. Und das ist auch der Grund, warum ich das Thema (noch) nicht ernst nehme. Solange der amerikanische Aufwärtstrend stark und intakt bleibt - und das dürfte mir der bis zum Frühsommer anhaltenden Liquiditätszufuhr noch einige Monate gesichert sein - werden vergleichsweise heftige Korrekturen wie gestern beim DAX und anderen europäischen Indizes eher Eintagsfliegen bleiben. Solche kurzen Störfeuer dienen dann eher dazu, die "wall of worry" aufrechtzuerhalten, an der sich die Hausse schon seit dem vergangenen Sommer so unglaublich lange und zäh hochhangelt.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Jürgen Nowacki

Die USA schaffen es nicht, Ground Zero spricht Bände

von Jürgen Nowacki (17.02.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

hätten Sie es für möglich gehalten, dass es das stolze Volk der Amerikaner nicht schaffen würde, ihr Wahrzeichen der Finanzmetropole, WTC1+2 (Word Trade Center Tower 1+2), innerhalb von mehr als 10 Jahren nach der Zerstörung neu aufzubauen?Was ist aus dieser Nation geworden, die uns Deutschen einst in den 50er Jahren mit ihrem Optimismus und ihrer Lebensfreude dermaßen imponiert hat, dass es auch für spätere Generationen immer noch sehr wichtig war, in den USA zu studieren oder zumindest einmal im Leben die USA von Ost nach West auf der Route 66 zu durchqueren. Ground Zero spricht Bände, denn dass es dort heute immer noch so aussieht wir vor 10 Jahren, spiegelt die Führungsschwäche und das mangelnde Verantwortungsbewusstsein derjenigen wider, die sich selbst einmal als Elite Amerikas bezeichnet haben.

Die Spätfolgen eines Krieges, der nicht hätte stattfinden dürfen, haben einen so großen finanziellen Schaden angerichtet, dass ein stolzer Präsident Barak Obama nach nur 2 Jahren Amtszeit erklären muss, seinen Kampf für soziale Errungenschaften wie die Krankenversicherung verloren zu haben. Ja, Sie lesen richtig, denn er wird nicht umhin können, diese Errungenschaften wieder rückgängig zu machen. O. k., die USA haben Schulden und leben über Ihre Verhältnisse, das wissen wir schon lange, aber wie pleite diese Nation ist, das werden die US-Bürger und damit der Rest der Welt erst in den nächsten Wochen realisieren, wenn Amerika an seine gesetzliche Schuldengrenze von 14,3 Billionen US-Dollar stoßen wird. Deshalb haben wir in dieser Ausgabe noch einmal schonungslos den Fokus auf die US-Rentenmärkte und auf die Edelmetalle gelegt, weil es für Sie und Ihre Altersversorgung sehr wichtig werden kann, jetzt sehr aufmerksam und hellwach zu sein und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

 

Frühjahrsrally läuft

von Henrik Voigt (15.02.2011)

 

Liebe Leser,

die prognostizierte Rallybeschleunigung ist inzwischen Realität geworden. Die amerikanischen und deutschen Aktienindizes eilen von einem Jahreshoch zum nächsten. Sie werden sich sicher fragen, wie lange das noch so weitergeht. Inzwischen werden ja immer abenteuerlicher klingende Kursziele über die Jahresendstände von DAX & Co. herumgereicht.

Parallel zu den steigenden Aktienkursen klettern allerdings auch die Rohstoffpreise und in deren Folge auch die Großhandels- und die Endverbraucherpreise. Die durch die (zu) lockere Geldpolitik ausgelöste Inflation kommt inzwischen bei den Verbrauchern an. Das hat zur Folge, dass sich die Notenbanken sehr bald entscheiden müssen, ob sie die Inflation und damit zwangsläufig auch das Wachstum mit Zinserhöhungen eindämmen wollen oder ob sie die Entwicklung einfach so weiterlaufen lassen - mit dem Risiko eines Preisauftriebs, der eines Tages unbeherrschbar werden kann.

So oder so: Die Märkte befinden sich momentan noch in Partylaune. Antizyklische Spekulationen auf fallende Kurse wären bisher ein teures Vergnügen gewesen (wir hielten uns klugerweise davon fern). Aber noch im Laufe dieses Jahres, vermutlich noch vor dem Sommer, wird das Thema "Zinserhöhungen" an den Börsen hochgekocht werden.

Wie sich das Ganze auf die Kursentwicklung auswirken dürfte, das sehen wir an den chinesischen Börsen, die schon seit einigen Monaten solche Notenbankmaßnahmen verkraften müssen. Die dortigen Indizes geben ein gutes Vorbild für die mögliche Entwicklung an unseren Börsen im weiteren Jahresverlauf ab, falls sich weitere Zentralbanken tatsächlich für eine verantwortungs-vollere Zinspolitik entscheiden sollten. Aber auch unabhängig davon läuft China den westlichen Börsen häufig um einige Monate voraus. Aus diesem Grund habe ich mir für Sie den wichtigsten chinesischen Index in dieser Ausgabe einmal näher angesehen.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Jürgen Nowacki

Prof. Dr. Axel Weber, ein Mann ein Wort

von Jürgen Nowacki (10.02.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

hätten Sie gedacht das es so etwas noch gibt, Männer die auf höchster politischer in diesem Fall geldpolitischer Ebene Rückgrat beweisen? Sie erinnern sich: Die EZB hatte Ende Mai letzen Jahres den Entschluss gefasst Staatsanleihen bedrängter EU-Länder wieGriechenland, Portugal, Spaniens und Irland anzukaufen. Das aber war nicht Webers Position und er tat dann etwas was sich für einen Karrieristen nicht schickt, denn er kritisierte in der Öffentlichkeit die EZB-Entscheidung und erklärte seinen persönlichen Standpunkt, wie er sich die Politik zugunsten eines starken Euros vorstellt.

Damit aber verstieß er gegen ein ungeschriebenes Gesetz, nämlich EZB Beschlüsse, wenn sie denn mal gefasst worden sind nicht kontrovers in der Öffentlichkeit zu kommentieren. Damit hat er bereits im Juni letzten Jahres den Entschluss gefasst die Notenbankpolitik (abkehr von der Geldwertstabilität) nicht länger vertreten zu können und wurde de facto damit als Nachfolger des jetzigen EZB Präsidenten Trichet untragbar. Nach dem Motto wer nicht für uns ist, ist gegen uns hatte Weber seine Kollegen dermaßen brüskiert, das seine Chancen EZB-Chef zu werden aussichtlos wurden.

Das aber hatte der unbeugsame Weber einkalkuliert und vollzog jetzt den nächsten Schritt und damit das einzig Richtige, er machte den Weg frei und verzichtet auf seine Kandidatur. Italiens Zentralbankgouverneur Mario Draghi , so hieß es, war in der Beschlussfassung faule Staatsanleihen anzukaufen sein Gegenspieler und nun lieber Leser dürfen Sie Wetten abschließen wer am 31.Oktober die EZB-Präsidentenschaft übernehmen wird.

Viel Erfolg

Ihr TT Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

 

Frühjahrsrally voraus

von Henrik Voigt (08.02.2011)

 

Liebe Leser,

die amerikanischen und deutschen Aktienindizes konnten in den vergangenen Tagen mittelfristig wichtige Widerstands-marken aus dem Weg räumen. Dies geschah ungeachtet politischer Turbulenzen im arabischen Raum und ungeachtet durchwachsener Konjunkturdaten - ein Zeichen von technischer Stärke.

Offenbar spielt der Markt weiterhin die Inflationskarte, solange die lockere Geldpolitik der Notenbanken erhalten bleibt und die Wirtschaftsdaten oder Quartalsberichte nicht drastisch einbrechen. Beides ist nach wie vor gewährleistet. Vor allem die Amerikaner scheinen QE2 über eine Stützung des Aktienmarktes als eine Art billiges Konjunkturprogramm zu verstehen - ungeachtet der Nebenwirkungen durch steigende Preise. US-Notenbankchef Ben Bernanke feierte das Programm erst kürzlich in einem Interview als Erfolg, da der Aktienmarkt so deutlich angestiegen sei. Damit wurde die Zielrichtung der FED erneut klar: Steigende Aktienkurse sind und bleiben ausdrücklich erwünscht und werden von der Fed gewährleistet. Für die Marktakteure war dies Anlass genug, die Indizes auf neue Mehrjahreshochs zu treiben.

Die Trendermüdung der letzten Wochen dürfte sich damit als flach aufwärts verlaufende Konsolidierung entpuppen - ebenfalls ein Stärkezeichen. Die Konsequenz daraus dürfte eine Rallybeschleunigung in den nächsten Wochen sein, die solange anhält, bis der Markt die nächste größere Widerstandszone erreicht. Wo diese Marken liegen und was dann passiert, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Jürgen Nowacki

Ägypten wieder online, totalitäres Regime wird mit Internet und Smartphones in die Wüste geschickt

von Jürgegn Nowacki (03.02.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

das Festnetz und mobile Dienste sind in dem arabischen Land nun wieder verfügbar, heißt es seit gestern. Aber nichts ändert sich, in Kairo werden mit Hilfe von Smartphones und Internet wieder Demonstrationszüge organisiert. Wer aber glaubt, dass Revolution 2.0 nur in Schwellenländern eine gefragte Anwendung ist, der wird mit der Meldung, dass Wikileaks für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird, eines Besseren belehrt. Denn auch die neue Welt hat so ihre Bedürfnisse Machtstrukturen zu erhalten und Wikileaks, das haben die kontroversen Diskussionen der letztenWochen gezeigt, wird einerseits als notwendiges Übel eines durch IT-geprägten Demokratieverständnisses gesehen und andererseits bis hin zum Staatsfeind betrachtet, denn Afrika ist überall.

Mittendrin im Krieg der Handys und Sie profitieren davon

Die Frage, mit welchen Smartphone-Betreibersystemen – ob Android von Google oder MeeGo von Nokia/Intel – zukünftig Geschäftswelt und Spaßgesellschaft revolutioniert werden, wird 2011 entschieden, ja womöglich bereits am 14. Februar anlässlich des „Mobile World Congress in Barcelona“. Damit Sie sich, lieber Leser, mit den richtigen Aktien zum richtigen Zeitpunkt positionieren können, haben wir Ihnen von unserem IT-Experten eine 9-seitige Sonderstudie „Nokia vor seinem Comeback“ ausarbeiten lassen und sie Ihnen gestern Mittag zugeschickt. In unseren Musterdepots haben wir die Strategie auch gleich umgesetzt und wir hoffen, dass Sie mit dabei sind, wenn es heißt: Nokia gewinnt den „StarWars der Smartphones“ mit MeeGo. Der Nokia Call, den wir Ihnen gestern empfohlen haben, konnte bereits mehr als 16,89 Prozent zulegen.

Droht dem US-Dollar innerhalb von nur 6 Wochen ein weiterer Absturz?

Betrachtet man die Großwetterlage der Konjunkturdaten, dann sollte Amerika wirtschaftlich schnell wieder auf die Beine kommen. Der Arbeitsmarkt entspannt sich rasant und die Pkw- Absatzzahlen signalisieren, dass der Konsument wieder Spaß am Geldausgeben hat. Auf der anderen Seite hat sich in Europa die Verschuldungskrise entspannt und sollte zu einem EUR/USD führen, der gefühlsmäßig und in einer engen Range um die 1,35 bis 1,38 im Gleichgewicht handeln sollte. Aber die Charts sagen etwas anderes, und das sollten Sie sich in unserer Rubrik Devisen und Edelmetalle gleich einmal ansehen.

Immobilien stehen hoch im Kurs, Makler melden „ausverkauft“

Wie können Anleger sich gegen Inflation zur Wehr setzen, wenn sie bereits in der eigenen Immobilie wohnen und sich kein Mieterrisiko aufhalsen wollen? Nun, Betongold lässt sich über Immobilienaktien handeln und schnell und einfach veräußern, wenn Sie Ihr Kursziel erreicht haben. Wir zeigen Ihnen heute im Schwerpunktthema, warum der Zeitpunkt jetzt günstig ist und wie es am besten geht. Und nun zumWichtigsten, denn unsere Performance läuft der Indexentwicklung von DAX und STOXX 600 etwas hinterher. Aber zum einen sind wir nicht voll investiert, wodurch wir bei einem eventuellen externen Schock weniger anfällig sind als ohne Cashreserven – und niemand kann vorhersagen, was aus Nordafrika noch droht. Zum anderen haben wir sehr frühzeitig verstärkt in Energie und Basisrohstoffe investiert, was uns in den ersten Januarwochen etwas Performance gekostet hat. Aber die Entwicklung von Öl und Platin/Palladium der letzten Tage gibt uns Recht und wir aktualisieren unsere Bestandsliste mit konkreten Einstiegshinweisen für Neueinsteiger. Wir fühlen uns in allen Positionen jetzt gut aufgestellt und informieren Sie, sobald wir Handlungsbedarf entdecken, per SMS und E-Mail.

Viel Erfolg Ihr TT Team

Ihr TT-Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Markt wirkt müde

von Henrik Voigt (01.02.2011)

 

Liebe Leser,

der Dow Jones auf 12000 Punkten, der S&P auf 1300, der DAX kurz vor der 7200er Marke – die vergangene Woche hielt positive Überraschungen bereit. Allerdings auch eine negative am Freitag, nämlich den ungewöhnlich starken Abverkauf an den Aktienmärkten ausgehend von diesen Marken. Da von diesen Verkäufen der Rohstoffsektor gänzlich verschont blieb, Öl und die meisten Metalle (auch der Konjunkturindikator Kupfer) sogar deutlich anstiegen, gehe ich nicht von einer generellen Infragestellung der Konjunkturlage durch die Kapitalmärkte aus. Politische Börsen wie diese mit dem urplötzlich aufkommenden Thema Ägypten haben in der Regel kurze Beine.

Gewinnmitnahmen ausgehend von wichtigen Widerständen

Was wir aktuell sehen sind Gewinnmitnahmen, die den Aktienmarkt auch in den nächsten Wochen noch weiter belasten können. Seit Wochen stehen die oben genannten Widerstandsmarken als Startpunkte für eine mögliche Rallypause an den Börsen in jeder Ausgabe von DAX Profits. Gut möglich, dass am vergangenen Freitag eine größere Korrektur gestartet ist. Das muss sich allerdings erst noch in den nächsten Tagen bestätigen.

Eine solche Korrektur wäre angesichts der seit Monaten absolut überhitzten Stimmungsindikatoren überhaupt keine Überraschung. Nach dieser Marktbereinigung dürfte es an den Börsen aber weiter aufwärts gehen. Bestimmte Indikatoren haben einfach noch nicht die für ein finales Topp üblichen Extremzustände bzw. Divergenzen erreicht.

In dieser Ausgabe von DAX Profits untersuche ich für Sie, wie eine solche Korrektur aussehen kann, welche Kursziele dabei erreicht werden können und wie Sie das Ganze ohne Blessuren überstehen, aber dennoch weiter bei der übergeordneten Rally mit dabei sind.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt
Chefanalyst Dax Profits

Jürgen Nowacki

Die moderne Wirtschaft ist eine Fortsetzung der Alchemie mit anderen Mitteln

von Jürgen Nowacki (27.01.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

als Goethe seinen Faust schrieb, dachte er wohl an John Law, der 1715 vom Prinz von Orleans die Genehmigung bekam eine Notenbank in Frankreich zu gründen. Diese Genehmigung bekam der Schotte Law aufgrund einer genialen und damals noch einmaligen Idee, die Schulden Frankreichs mit Hilfe eben dieser Notenbank zu bewältigen.

Die Notenbank gab die nötigen Kredite für die Gründung einer privilegierten Handelsgesellschaft zum Erwerb französischen Kolonialbesitzes in Nordamerika. Die Notenbank konnte dann im nächsten Schritt Papiergeld genau mit diesen auf Kredit finanzierten Sicherheiten unterlegen, was das Vertrauen in die Währung untermauerte, weil sie mit Aktien der Gesellschaft besichert wurden. So wurde nicht nur die Stadt New Orleans gegründet, sondern es wurden auch die französischen Schulden umgewidmet. Hans C. Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen fügt an dieser Stelle hinzu: Eine Reihe von Alchemisten, die am französischen Hofe bis dahin künstlich Gold herstellen sollten, wurde in dem Moment entlassen, als der schottische Neoalchimist Law Erfolg hatte.

Untersuchungsausschuss und ihr Schauprozess

Die New York Times zitiert heute aus einem Bericht zu den Ursachen der jüngsten Krise. Mehr als 700 Zeugen wurden befragt und im Fazit bekommen untätige Politiker und  berforderte Finanzaufseher Ihr Fett weg. Wenn in diesen Tagen das Ergebnis der Studie medienwirksam, kontrovers und heiß diskutiert wird, können Sie davon ausgehen, dass sich nichts ändern wird.

Die USA hatten nach dem großen Börsenkrach von 1929 bis 1933 Ursachenforschung betrieben und mit dem dann folgenden Glass-Steagall Banking Act ein Gesetz geschaffen, das den amerikanischen Finanzmarkt zu einem funktionierenden und sicheren Bankenplatz machte, der die größte Volkwirtschaft der Welt begründete. Bill Clinton schaffte dieses Gesetz im Jahre 1999 nach einer überzeugenden Lobbyarbeit der damaligen Citigroup Inc. ab und legte damit den Grundstein für die Probleme, die heute bewältigt werden müssen.

Lieber Leser, Sie werden gerade wieder einmal Zeitzeuge, wie die EU an ihrem Konzept des Eurobonds werkelt, und Sie werden sich dann an Goethes Faust erinnern, wenn die Alchemie der Notenbanker das Werk vollendet und die Probleme der PIIGS wie seinerzeit die französischen Probleme in Vergessenheit geraten lässt. Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik Konjunktur undWirtschaft, Sie werden staunen, wie einfach das auch diesmal vonstatten geht.

Das ganze Target-Trader-Team wünscht Ihnen viel Erfolg

Ihr TT-Team

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Korrekturgefahr

von Henrik Voigt (25.01.2011)

 

die Nachrichtenlage ist momentan sehr gut, vielleicht zu gut. Ein Beispiel gefällig? Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist auf ein neues Rekordhoch geklettert. Mit 110,3 Punkten erreichte der ifo-Index den höchsten Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erfassung im Jahr 1991. Das ist zunächst eine sehr gute Nachricht, aber es lässt mich auch etwas skeptisch werden. Der ifo-Index ist ein Stimmungsindikator, welcher als Vorläufer für die Börsen in der Vergangenheit von einem sehr optimistischen Niveau ausgehend stets größere Korrekturen einleitete. Aus antizyklischer Sicht ist also etwas Vorsicht angebracht. Allerdings besteht solange keine Gefahr, wie der Indikator nicht drastisch nach unten abkippt. Auch weitere Rekordhochs sind also noch möglich. Ähnliches gilt für die Kursverläufe der Aktienindizes: Noch sind alle Trends intakt und es besteht kein Grund zur Sorge. Aber nun gibt es erstmals seit vielen Wochen charttechnische Entwicklungen, die genauer beobachtet werden müssen. Möglicherweise stehen die Märkte vor einer größeren Korrektur. Wobei ich aber nicht von einer grundlegenden Trendwende ausgehe. Welche Entwicklungen das sind und was sie bedeuten, dass zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Die moderne Wirtschaft ist eine Fortsetzung der Alchemie mit anderen Mitteln

(Hans C. Binswanger)

von Jürgen Nowacki (28.01.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

als Goethe seinen Faust schrieb, dachte er wohl an John Law, der 1715 vom Prinz von Orleans die Genehmigung bekam eine Notenbank in Frankreich zu gründen. Diese Genehmigung bekam der Schotte Law aufgrund einer genialen und damals noch einmaligen Idee, die Schulden Frankreichs mit Hilfe eben dieser Notenbank zu bewältigen. Die Notenbank gab die nötigen Kredite für die Gründung einer privilegierten  andelsgesellschaft zum Erwerb französischen Kolonialbesitzes in Nordamerika. Die Notenbank konnte dann im nächsten Schritt Papiergeld genau mit diesen auf Kredit finanzierten Sicherheiten unterlegen, was das Vertrauen in die Währung untermauerte, weil sie mit Aktien der Gesellschaft besichert wurden. So wurde nicht nur die Stadt New Orleans gegründet, sondern es wurden auch die französischen Schulden umgewidmet. Hans C. Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre in der Universität St. Gallen fügt an dieser Stelle hinzu: Eine Reihe von Alchemisten, die am französischen Hofe bis dahin künstlich Gold herstellen sollten, wurde in dem Moment entlassen, als der schottische Neoalchimist Law Erfolg hatte.

Untersuchungsausschuss und ihr Schauprozess

Die New York Times zitiert heute aus einem Bericht zu den Ursachen der jüngsten Krise. Mehr als 700 Zeugen wurden befragt und im Fazit bekommen untätige Politiker und überforderte Finanzaufseher Ihr Fett weg. Wenn in diesen Tagen das Ergebnis der Studie medienwirksam, kontrovers und heiß diskutiert wird, können Sie davon ausgehen, dass sich nichts ändern wird. Die USA hatten nach dem großen Börsenkrach von 1929 bis 1933 Ursachenforschung betrieben und mit dem dann folgenden Glass-Steagall Banking Act ein Gesetz geschaffen, das den amerikanischen Finanzmarkt zu einem funktionierenden und sicheren Bankenplatz machte, der die größte Volkwirtschaft der Welt begründete. Bill Clinton schaffte dieses Gesetz im Jahre 1999 nach einer überzeugenden Lobbyarbeit der damaligen Citigroup Inc. ab und legte damit den Grundstein für die Probleme, die heute bewältigt werden  müssen.

Lieber Leser, Sie werden gerade wieder einmal Zeitzeuge, wie die EU an ihrem Konzept des Eurobonds werkelt, und Sie werden sich dann an Goethes Faust erinnern, wenn die Alchemie der Notenbanker das Werk vollendet und die Probleme der PIIGS wie seinerzeit die französischen Probleme in Vergessenheit geraten lässt. Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik Konjunktur und Wirtschaft, Sie werden staunen, wie einfach das auch diesmal vonstatten geht.

Das ganze Target-Trader-Team wünscht Ihnen viel Erfolg

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Inflation springt an

von Henrik Voigt (18.01.2011)

 

die Großhandelspreise stiegen im vergangenen Jahr um 5,9 %, dem höchsten Zuwachs seit 30 Jahren. Der Ölpreis kratzt heute an der 100-Dollar-Marke. Die Spritpreise an der Tankstelle sind auf teilweise über 1,50 € geklettert und damit so hoch wie seit über 2 Jahren nicht mehr. Allmählich wird für uns alle sichtbar, was die Reflationierungspolitik der Notenbanken bedeutet – und das ist erst der Anfang.

Brandstifter ruft „Feuer!“

Dass in dieser Situation ausgerechnet EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor Inflation warnt, grenzt an blanken Hohn. Sollte er nicht wissen, dass er die Inflation (steigende Geldmenge) durch die Bankenrettungspakete und den Ankauf von Anleihen maroder Staaten selbst verursacht hat? Sein amerikanischer Kollege Ben Bernanke hat sie (die Inflation) sogar ausdrücklich zum Ziel seiner Notenbankpolitik gemacht. Allmählich scheinen diese Bemühungen Früchte zu tragen. Bald werden die Preise auf breiter Front ansteigen. Irgendwann werden sie, wie stets in der Geschichte, aus dem Ruder laufen. Denn bisher ist es noch keiner Notenbank der Welt gelungen, dauerhaft Konjunktur und Inflation mittels Zinspolitik angemessen zu steuern. Oder könnten Sie ein Auto sicher fahren, wenn Sie nur in den Rückspiegel schauen dürften?

Inflation treibt Aktienkurse

Ein Gutes hat die aktuelle Entwicklung allerdings: Die Flucht in Sachwerte, allen voran Aktien und Rohstoffe, setzt sich weiter fort. Normalerweise wäre bei den seit Monaten überhitzten Stimmungsindikatoren längst eine kräftige Korrektur fällig gewesen. Doch diese blieb bislang aus. Die Kurse stiegen einfach immer weiter. Und seit vergangener Woche sehen wir sogar überall neue Kaufsignale. Ob das noch lange so weitergeht? Diese Frage beantwort ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur Dax Profits

Jürgen Nowacki

Kognitive Verdrängung –beim Menschen wie auch an der Börse ein überlebenswichtiger Vorgang

von Jürgen Nowacki (20.01.2011)

 

der Mensch gewöhnt sich an schlechte Nachrichten, das ist ein lebensnotwendiger Mechanismus der uns das tägliche Überleben in der Arbeitswelt und im privaten Bereich ermöglicht. Die kognitive Verdrängung, wie sie auch genannt wird, lässt sich sehr gut an der Börse beobachten. Die Psychologie der Marktteilnehmer beeinflusst die Kurse und rückt uns täglich ins Bewusstsein, welche Reflexe wir im Unterbewusstsein in uns tragen. Sie stammen noch aus der Zeit, als wir mit Bären und Säbelzahntigern ums Überleben kämpfen mussten.

Die Negativargumente der Schuldenkrise haben sich abgeschliffen. Wir wollen keine negativen Ratingausblicke und Immobilienkrisen mehr, wir wollen positive Nachrichten darüber hören, dass China den Amerikanern Flugzeuge abkauft und mal eben als Gastgeschenk Aufträge in der Größenordnung von 70 Milliarden US-Dollar zu vergeben hat.

Aber nicht nur in den Medien weicht die emotionale Berichterstattung einer sachlich, kühlen Betrachtung, die in uns das Gefühl wach werden lässt, Brüssel und seine Kämpfer werden es schaffen – ob mit oder ohne größeren Rettungsschirm. Das Vertrauen in die Experten gewinnt wieder Terrain. Gut ablesbar ist diese Entwicklung an den Risikoaufschlägen der CDS-Kontrakte. Obwohl es hinter vorgehaltener Hand heißt, dass Griechenland eine Umschuldung anstrebt, fallen die Risikoaufschläge für Credit Default Swaps, aber sehen Sie selbst in unserer Rubrik Zinsen und Konjunktur.

Hatten wir dem Euro noch letzte Woche attestiert „Totgesagte leben länger“, so durchbrach er auch schon wenige Tage später seine Widerstandslinien und nimmt nun einen positiven Ausgang der Verhandlungen in Brüssel zum Thema  Krisenmechanismus vorweg. Dazu haben wir Ihnen einige interessante Charts sowie eine Schwerpunktstudie zum Schweizer Aktienmarkt ausgearbeitet.

Denn erstens hat dieser Markt gegenüber dem DAX ein erhebliches Nachholpotenzial von mehr als 30 Prozent zu bieten und zweitens könnte der Zündfunke auf den Swiss Market Index (SMI) sehr schnell überspringen, wenn sich der Schweizer Franken gegenüber dem Euro abschwächen sollte, was wir ebenfalls untersuchen werden.

Das ganze Target-Trader-Team wünscht Ihnen viel Erfolg

 

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Was bringt die neue Berichtssaison?

von Henrik Voigt (11.01.2011)

 

gestern begann mit den Quartalszahlen von Alcoa die neue Berichtssaison in den USA. Die Alcoa-Zahlen sind zwar nicht repräsentativ für die weiteren Unternehmensergebnisse, aber anhand der Reaktion des Marktes auf die Zahlen lässt sich häufig eine Tendenz ablesen. Die Zahlen fielen positiv und teilweise über den Markt-Erwartungen aus. Bereits gestern erreichte den Markt die Meldung, dass Alcoa eine deutliche Produktionssteigerung aufgrund der guten Nachfrage angekündigt habe. Der weltweite Aufschwung hat den Zykliker also inzwischen voll erreicht. Prompt steigt nicht nur die Aktie nachbörslich deutlich, sondern am heutigen Tag auch alle anderen zyklischen Werte am deutschen Aktienmarkt gleich mit.

Alcoa startet mit guten Ergebnissen

Die Nachrichtenlage ist gut, die Vorzeichen für positive Überraschungen bei den Quartalsergebnissen stehen günstig. Entscheidend sind aber nicht die Nachrichten, sondern was der Markt daraus macht. Aktuell sehen wir bei den Stimmungsindikatoren Optimismus-Niveaus, die in der Vergangenheit häufig mehrwöchigen oder gar mehrmonatigen Korrekturen vorausgingen. Sind also alle guten Nachrichten  schon eingepreist und die Kurse müssen fallen? Nicht zwangsläufig, aber Sie sollten etwas auf der Hut sein. Wenn der Markt im Vorfeld von Quartalszahlen stark ansteigt (wie geschehen), dann ist die Korrekturgefahr bei Veröffentlichung der Zahlen besonders hoch. Sell on good news. Allerdings zeigt sich dies im Vorfeld häufig durch bestimmte technische Signale (z.B. durch ein deutliches Topping-Muster). Ob davon bereits etwas zu sehen ist, das kläre ich in dieser Ausgabe von DAX Profits für Sie.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Herzliche Grüße und viel Erfolg,

Ihr

Henrik Voigt

Jürgen Nowacki

Schicksalsjahr einer Eurowährung 
oder totgesagte leben länger

von Jürgen Nowacki (11.01.2011)

 

Sehr geehrter Target Trader,

nun geht es in die heiße Phase struktureller Veränderungen, mit denen der Euro de fakto neu aufgestellt werden muss. Und Eile ist geboten, denn zum einen ist mit weiteren Ratingverschlechterungen von Staatsanleihen unserer Nachbarländer zu rechnen und zum anderen wird im Februar der dritte Bankenstresstest stattfinden, der wohl noch einige Überraschungen zu Tage fördern dürfte.

Eins jedoch ist klar: Stresstest Nr. 3 muss die Messlatte so hoch hängen, dass sich ein Skandal wie im Fall Irland nicht wiederholen kann. Man muss sich nur einmal vorstellen, dass der Öffentlichkeit im vergangenen Juli ein Stresstest 2 verkauft wurde, bei dem keine irische Bank durchgefallen ist! Sechs Monate später muss Irland unter den Rettungsschirm der EU – welche Mogelpackung hat man den EU-Bürgern da nur präsentiert? Haben Sie schon einmal Jungbullen gehandelt? In unserem heutigen Schwerpunkthema finden Sie eine Antwort auf die Frage, wie sich an steigenden Agrarpreisen, die sich auch auf Futtermittel und damit die Fleischpreise auswirken, verdienen lässt.

Neuer Start 2011 und reichlich Dividende für das konservative Depot

Das Jahr 2010 war von der Performance unserer Musterdepots her nicht so gut wie 2009. Aber es ist uns gelungen, im aggressiven Depot mit einem durchschnittlichen Kapitalein satz von nur 13.000 Euro immerhin 4.561 Euro zu erwirtschaften. Und den Ertrag haben wir, wie schon im letzten Jahr, am 3. Januar dem konservativen Depot überwiesen. So starten wir das spekulative ETF-Depot und das aggressive Depot am 3. Januar 2011 wieder mit der Ausgangssumme von 50.000 und 25.000 Euro.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, in der Performance Tabelle auch einmal auf die Drawdowns, also die Beträge zu schauen, um die sich die Konten zwischenzeitlich nach unten bewegt haben. Sie werden erstaunt sein festzustellen, mit welch geringem Risiko wir die Überschüsse in den Depots verdient haben.

Das ganze Target-Trader-Team wünscht Ihnen viel Erfolg für das vor uns liegende Jahr 2011.

 

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Trends für 2011

von Henrik Voigt (04.01.2011)

 

zunächst wünsche ich Ihnen und Ihren Familien natürlich erst einmal alles Gute im neuen Jahr, vor allem Gesundheit und privates Glück. Um dem finanziellen Glück ein wenig nachzuhelfen, stehe ich in diesem Jahr an Ihrer Seite. Und nun zur Börse. Der DAX hat mit einem Jahresplus von 16 Prozent trotz Schuldenkrise ein weiteres gutes Jahr abgeschlossen. Darüber jetzt in eine immer häufiger zu beobachtende, sorglos abgehobene Spätzünder-Euphorie zu verfallen, statt konsequent an den unübersehbar vorhandenen Problemen und Krisenspätfolgen zu arbeiten, ist allerdings der falsche Weg. Die großzügig verteilten und mit nichts weiter als leeren Versprechungen hinterlegten Rettungspakete haben lediglich einen Zeitgewinn, aber noch keine nachhaltige Problemlösung schaffen können. Und sie haben das gesamte Wirtschafts- und Finanzsystem noch undurchsichtiger und schwerer berechenbar gemacht. Aber gerade deshalb gilt es, diese Atempause zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Westliche Liquidität und US-Konjunktur treibt die Kurse…

Noch treibt die Liquiditätsflut die Aktienkurse nach oben und wird das zumindest im ersten Halbjahr 2011 weiter tun. Noch übertüncht sie alle unbewältigten Probleme. Steigende Börsen bedeuten zwar gute Stimmung, aber nicht zwangsläufig, dass  die Welt wieder vollkommen in Ordnung ist. So gilt es im kommenden Jahr besonders, ein wachsames Auge auf die Entwicklungen der Konjunktur und bei der Verschuldung zu haben. Die Situation gleicht einem Drahtseilakt, der bislang überraschend gut verlief, dem die Absturzgefahr aber damit nicht genommen ist. Günstig ist dabei, dass die Konjunktur in den USA derzeit den Anschein erweckt, dass sie die positive Überraschung für 2011 werden könnte. Gut für die deutschen Exporte in die USA. Und für den DAX, dessen Entwicklung maßgeblich von den amerikanischen Börsen abhängt.

… China und Schuldenkrise bremsen dagegen

Die aktuellste Bedrohung der hiesigen Börsenhausse scheint dagegen aus China zu kommen. Die chinesische Zentralbank sieht sich zu immer neuen Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung gezwungen und läuft damit Gefahr, die dortige Konjunktur abzuwürgen. Die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft wäre von einem Einbruch in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt besonders betroffen. Die Entwicklung in China ist neben dem Ausgang der europäischen Staatsschuldenkrise also einer der Schlüsselfaktoren für die DAX-Entwicklung im kommenden Jahr. Wie es dort und in den anderen wichtigen Sektoren des Aktienmarktes aussieht, das erfahren Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen sowie ein erfolgreiches Jahr.

Herzliche Grüße

Ihr

Henrik Voigt

Schicksalsjahr einer Eurowährung oder totgesagte leben länger

von Jürgen Nowacki (11.01.2011)

 

nun geht es in die heiße Phase struktureller Veränderungen, mit denen der Euro de fakto neu aufgestellt werden muss. Und Eile ist geboten, denn zum einen ist mit weiteren Ratingverschlechterungen von Staatsanleihen unserer Nachbarländer zu rechnen und zum anderen wird im Februar der dritte Bankenstresstest stattfinden, der wohl noch einige Überraschungen zu Tage fördern dürfte. Eins jedoch ist klar: Stresstest Nr. 3 muss die Messlatte so hoch hängen, dass sich ein Skandal wie im Fall Irland nicht wiederholen kann. Man muss sich nur einmal vorstellen, dass der Öffentlichkeit im vergangenen Juli ein Stresstest 2 verkauft wurde, bei dem keine irische Bank durchgefallen ist! Sechs Monate später muss Irland unter den Rettungsschirm der EU – welche Mogelpackung hat man den EU-Bürgern da nur präsentiert? Haben Sie schon einmal Jungbullen gehandelt? In unserem heutigen Schwerpunkthema finden Sie eine Antwort auf die Frage, wie sich an steigenden Agrarpreisen, die sich auch auf Futtermittel und damit die Fleischpreise auswirken, verdienen lässt.

Neuer Start 2011 und reichlich Dividende für das konservative Depot

Das Jahr 2010 war von der Performance unserer Musterdepots her nicht so gut wie 2009. Aber es ist uns gelungen, im aggressiven Depot mit einem durchschnittlichen Kapitalein satz von nur 13.000 Euro immerhin 4.561 Euro zu erwirtschaften. Und den Ertrag haben wir, wie schon im letzten Jahr, am 3. Januar dem konservativen Depot überwiesen. So starten wir das spekulative ETF-Depot und das aggressive Depot am 3. Januar 2011 wieder mit der Ausgangssumme von 50.000 und 25.000 Euro.

Alles Gute

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Dünne Umsätze gehen nach hinten los

von Henrik Voigt (28.12.10)


der DAX dürfte das Jahr 2010 in der Nähe von 7000 Punkten beenden und damit die früheren Erwartungen der meisten Analysten weit übertreffen. Das ist durchaus ein schönes Weihnachtsgeschenk für die meisten Aktien-Anleger. Die letzten Wochen waren vom typischen, lustlosen Jahresendhandel unter dünnen Börsenumsätzen geprägt. Der DAX bewegte sich in dieser Zeit seitwärts bis leicht aufwärts. Der gestrige Handelstag machte hier allerdings eine große Ausnahme.

Zeitweise Handelsaussetzung beim DAX

Da zeigte sich, dass dünne Umsätze auch durchaus mal nach hinten losgehen können. Eine erneute Zinsanhebung in China verbunden mit der Meldung, dass es dort zu Zulassungsbeschränkungen für Autos kommen wird, setzte vor allem die exportorientierten deutschen Autotitel massiv unter Druck. Hier wurden reihenweise Stoppkurse gerissen. Der DAX selbst fiel in kürzester Zeit um über 100 Punkte. Es kam sogar zu einer vorübergehenden Handelsaussetzung, da ein Crash befürchtet werden musste. Ist das bereits das Ende der Rally seit den Sommertiefs? Sicher noch nicht. Hinter den gestrigen Verkäufen steckte kein Umsatzvolumen. Die Bewegung ist ebenso wenig aussagekräftig wie die der vergangenen beiden Wochen. Erst mit der Rückkehr der Großanleger in etwa ab der zweiten Januarwoche dürften wir wieder auswertbare Bewegungen an den Börsen sehen. Sollten wir dann allerdings massive Verkäufe sehen, dürfte dem DAX ein holpriger Jahresstart bevorstehen. Dies bleibt aber noch abzuwarten. Bisher sieht es nicht danach aus. Ich schicke Ihnen deshalb heute nur ein kleines Update ohne detaillierte Einzelwertbesprechung und werde ab der nächsten Ausgabe am 04.01.2011 dann wieder mehr in die Tiefe gehen. Ob durch die gestrigen Verkäufe bereits charttechnischer Schaden angerichtet wurde, das erfahren Sie in dieser Ausgabe von DAX Profits. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Viel Erfolg und einen guten Start ins neue Jahr,

Ihr

Henrik Voigt Chefredakteuer Dax Profits

Jürgen Nowacki

Verkehrte Welt: Was Westerwelle wollte, aber nicht bekam, Obama jedoch aufgezwungen wurde

von Jürgen Nowacki (21.12.10)


ja, das ist wie im richtigen Leben, wenn groß und klein ihreWunschzettel schreiben und der Weihnachtsmann die Geschenke vertauscht – in manchen Fällen endet das in einer Tragödie unter dem Weihnachtsbaum. Wer bekommt schon das, was er sich wirklich wünscht? Westerwelle und Obama jedenfalls würden am liebsten ihre Geschenke tauschen. Der eine wird nicht müde Steuersenkungen als das Mittel für den Schuldenabbau in Deutschland einzufordern, was ihm aber niemand so richtig glauben mag. Der Andere, der seine Steuerentlastung lediglich für Kleinverdiener durchsetzen wollte, muss jetzt den großen Wurf wagen und auf 1 Billion US-Dollar Steuern verzichten.Was er dafür bekommt? Ja, vielleicht mehr Steuern als er vermutet hat. Diesem Thema, das Arthur B. Laffer in den 70ern berühmt machte, widmen wir uns heute in der Rubrik „Konjunktur und Zinsen“. Ist Bauholz ein konjunktureller Frühindikator oder nur ein Markt für Spekulanten? Am besten Sie nutzen beide Seiten dieses ganz speziellen Agrarmarktes, wir zeigen Ihnen wie.

Rentenmarkt mit Star-Performer Bundfuture, wir machen Kasse!

Wer unserer Schwerpunktanalyse vor 6 Wochen gefolgt ist, kann jetzt schon mal Kasse machen und trotzdem noch einen Fuß in der Tür behalten. Nachdem wir letzte Woche den TUI-Deal mit 99,29 Prozent Profit realisiert haben, kommen jetzt noch einmal 72,80 Prozent Profit im Bundfuture dazu, BOBL und BUXL sind weitere heiße Eisen, die wir noch im Feuer haben.

Und jetzt wird Weihnachten gefeiert, aber nicht ohne Versicherung

Alles Gute

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

So wird 2011

von Henrik Voigt (21.12.10)


dem Risiko eines größeren Konjunktur- und Börseneinbruches sind die Märkte ab dem Sommer allmählich entronnen. Ab Oktober dann sogar in einer steilen und dynamischen Rally, die für das kommende Jahr sogar noch mehr erwarten lässt. Inzwischen können fast alle Märkte eine solide Jahresperformance vorweisen, die die teils kräftigen Einbrüche zur Jahresmitte leicht vergessen machen könnte. Auch die Wirtschaftsdaten zeigen sich wieder erholt, wenn auch nicht ganz so kräftig, wie es die Märkte bereits eingepreist haben. Der deutsche Aktienmarkt steht weltweit mit an der Performancespitze mit einem DAX-Stand von bisher ca. +17 Prozent im Jahresverlauf 2010.

Die Risiken sind nicht unerheblich…

Doch wie geht es im nächsten Jahr weiter? Mit der guten Kursentwicklung des deutschen Aktienmarktes ist leider auch die Stimmung auf gefährlich optimistische Niveaus geklettert. Parallel dazu haben sich die Risiken aus dem Ausland für die exportabhängige deutsche Wirtschaft verstärkt: In vielen europäischen Peripherieländern erlaubt die Staatschuldenkrise keine großen finanziellen Spielräume mehr. In den USA zeigt sich allenfalls eine schwache wirtschaftliche Weiterentwicklung ohne durchgreifende Erholung am dortigen Arbeitsmarkt. Die Emerging Markets – allen voran China – kämpfen dagegen mit Überhitzungsgefahren und laufen Gefahr, ihre Konjunkturen mit einer allzu straffen Geldpolitik abzuwürgen.

…die Chancen aber nicht minder groß

Auf der anderen Seite sind es die westlichen Notenbanken, die mit einer weiterhin sehr lockeren Geldpolitik versuchen werden, den Karren endgültig aus dem Dreck zu ziehen. Ob das gelingt, werden wir noch sehen. Auf jeden Fall ist eine solche inflationäre Politik normalerweise gut für die Aktienkursentwicklung, zumindest solange das System insgesamt nicht kollabiert Gerade in Bezug auf den DAX gilt es in 2011, die Chancen und Risken sorgfältig abzuwägen, ohne in Dauer-Pessimismus einerseits oder in Spätzünder-Euphorie andererseits zu verfallen. Vorab lässt sich bereits sagen, dass die charttechnischen Chancen im kommenden Jahr überwiegen. Das mühselige "harte Brett" mit seinem früheren obersten Rand bei ca. 6300 Punkten ist erfolgreich bewältigt und liegt nun als stabile Unterstützung unter dem Markt – freilich luftige 10 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Die Sieben vorn wurde pünktlich vor dem Jahreswechsel erreicht. Der verbleibende Rest unterliegt den zufälligen Schwankungen des dünnen Zwischenfeiertagshandels. Unter der Voraussetzung, dass die nächste Korrektur keinen ernsten charttechnischen Schaden anrichtet (also lediglich moderat ausfällt), sind die alten DAX-Hochs im 8000er Bereich im kommenden Jahr erreichbar. Denn dann bleibt der fast zweijährige Aufwärtstrend intakt und ein Trend hat immer eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich fortzusetzen als sich umzukehren. Wie das Ganze dann im Detail aussieht, das zeige ich Ihnen in dieser Ausgabe von DAX Profits.

Ich wünsche Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches

Jahr 2011. Herzliche Grüße

Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur DAX Profits

Der EZB geht das Geld aus und der Polnische Zloty profitiert davon

von Jürgen Nowacki (16.12.10) 


wer hätte das gedacht, dass sogar die EZB wegen steigender Risikovorsorge jetzt eine Kapitalspritze braucht. Ein Grund mehr, sich mit der weiteren Entwicklung des Euro zu befassen. Seit Mai 2010 kaufte die EZB Anleihen aus Krisengebieten im Werte von 72 Milliarden Euro auf. In den letzten Wochen war die EZB mit durchschnittlich 2 Milliarden Euro pro Woche auf der Käuferseite für Anleihen aus Griechenland, Irland, Portugal und Spanien. Bei einem Eigenkapital der EZB von derzeitig 5,8 Milliarden Euro könnte eine Risikovorsorge nötig werden, wenn die Rentenpapiere im Wert fallen und noch weitere Tranchen aufgekauft werden müssen.

Mit dem Polnischen Zloty und dem Südafrikanischen Rand vom schwachen Euro profitieren

Wir haben den Kapitalbedarf der EZB zum Anlass genommen, Ihnen in dieser TT-Ausgabe weitere Anlagemöglichkeiten außerhalb der EU- und Trading-Ideen für den Fall eines weiteren Euroverfalls vorzustellen. In dieser Ausgabe werden wir Ihnen zeigen, wie Sie mit wenig Risiko und Zinseinnahmen an einem schwachen Euro verdienen können.

Kommt die Korrektur noch vor Weihnachten?

Nicht dass wir etwas gegenWeihnachten hätten, denn am liebsten wäre es uns, wenn wir mit einem fliegenden Schlitten und prall gefüllten Depots in das nächste Jahr fliegen könnten, aber dieser Weihnachtswunsch dürfte wohl nicht in Erfüllung gehen. Das Schlüsselwort heißt Divergenzen. Solche Divergenzen bilden sich häufig mit einem zeitlichen Vorlauf von 4 bis 6 Wochen und zeigen trotz vordergründig freundlicher Kurse in den großen Indizes wie DAX und Dow Jones, dass sich die Qualität der Marktbreite, also das Verhältnis zwischen der Anzahl der steigenden und der Anzahl der fallenden Aktien, verschlechtert oder das eine zunehmende Anzahl von Aktien nicht mehr im Tageshoch schließen, sondern den Handelstag vielleicht sogar mit Minuszeichen beenden. Wir werden ihnen in dieser Ausgabe zeigen, welche Konsequenzen das für Anleger haben kann und wie wir auf diese Situation reagieren werden.

Sicherheit kostet weniger als viele glauben

Genießen Sie die schöne Adventszeit

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Flucht aus Papiergeld

von Henrik Voigt (14.12.10) 

erinnern Sie sich noch an den Jahreswechsel vor 2 Jahren? Der endgültige wirtschaftliche Zusammenbruch und ein Banken-Run lagen in der Luft. Alles schien nur noch eine Frage von wenigen Tagen zu sein. Bis die Notenbanken und Regierungen ihre umstrittenen Rettungspläne umsetzten. Wir sehen seither einen (zumindest in Deutschland) kräftigen Aufschwung anstelle des baldigen Unterganges.. Dieser Aufschwung ist allerdings so real wie der Olympiasieg einer dieser breitschultrigen, hochgedopten DDR-Schwimmerinnen in den 70er Jahren. Zuerst mussten die Staaten die Banken retten, die faktisch pleite waren. Dann wurde die Wirtschaft mit dem größten schulden“finanzierten“ Subventionspaket der Geschichte aufgepäppelt. Heute sind die Staaten selbst restlos pleite. Der Preis für Aufschwung und Bankenrettung war offenbar zu hoch. Was für eine Farce. Wer rettet nun aber die Staaten?

Ein „Zombie“ stützt den anderen

In der EU sehen wir derzeit das Phänomen, dass sich die überschuldeten Staaten mit faktisch wertlosen Garantien gegenseitig stützen. Diese Bürgschaften sind deshalb so wertlos, weil Ihnen im Einlösungsfall keine Guthaben gegenüberstehen, sondern wiederum neue Schulden. Allein die Zinslast für diese Garantien wird über kurz oder lang jeden Staatshaushalt zerstören. Jeder weiß dass, aber es wird in den Massenmedien einfach totgeschwiegen. Die Gefahr eines erneuten Banken-Runs besteht eben nach wie vor. Bislang verschleiern die Notenbanken diesen Zustand „faktischer Pleite“, indem sie in großem Stil Staatsanleihen aufkaufen, um deren Kurse zu stützen (also zu manipulieren) und die Zinsen niedrig zu halten. Dennoch muss selbst ein vergleichsweise  solider Staat wie Deutschland momentan bereits rund 20 Prozent seines Haushaltes allein für Zinsen ausgeben – trotz Niedrigzinsphase. Sollten hier weitere Belastungen aus Garantieleistungen der Rettungspakete oder durch steigende Zinsen hinzukommen, ist ganz schnell Schluss mit weiter wirtschaften.

Märkte lassen sich nicht dauerhaft veräppeln

Ich gehe davon aus, dass wir bereits eine umfassende Flucht aus dem Papiergeld in Sachwerte sehen Die Börsen erwarten augenscheinlich den Zusammenbruch des Papiergeldsystems, der mit der ungewöhnlichen Aktien-Rally an den Börsen, den seit Jahren haussierenden Edelmetallpreisen und den verzweifelten Notenbankmaßnahmen in seine heiße Phase getreten sein dürfte. Klassische Bewertungsmaßstäbe (KGV, Sentiment) funktionieren in dieser Situation offenbar nur noch eingeschränkt.

Viel Erfolg und herzliche Grüße

Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur DAX Profits

Wird Deutschland die Eurozone verlassen?

Jürgen Nowacki

von Jürgen Nowacki (09.12.10) 

Sie meinen vielleicht, das wäre unvorstellbar und absurd?

Nun betrachten wir doch mal die Lage nüchtern und aus einer gewissen Distanz. Einige Mitglieder, die unbedingt in die EU hinein wollten, führten den Kern der EU (300 Millionen Einwohner im Jahr 2000) unter Vorlage falscher Bilanzen hinters Licht. Eine automatische Verurteilung von Defizitsündern, wie von schwarz-gelb vorgeschlagen, konnte sich nicht durchsetzen. Stattdessen hat Frankreich den Deutschen einen faulen Kompromiss aufgezwungen: Jeder Fall von Überschuldung muss einzeln bewertet werden. Das rächt sich jetzt am Rentenmarkt, die Rentenkurse fallen, die Renditen steigen in bedrohlichem Maße und wer sich jetzt um eine Hypotheken-finanzierung bemüht, wundert sich, wie schnell die Zinsen in den letzten 3Wochen gestiegen sind.

Warum sollte sich Deutschland als größter Nettozahler der EU das aber alles gefallen lassen? Wenn bislang darüber diskutiert wurde, Defizitsünder aus der EU auszuschließen, führte das zu nichts. Vielleicht sollte der Spieß einmal umgedreht und den EU-Partnern klar gemacht werden, dass Deutschland auch noch eine weitere Option hat sich und seine Bürger zu schützen, nämlich die EU zu verlassen.

Wir haben uns doch selbstmit 50 Milliarden Euro für 2011 hoch neu verschulden müssen, um die Folgen der Finanzkrise zu mildern. Einen weiteren Anstieg der Zinsen können und sollten wir uns nicht gefallen lassen. Hoffentlich kann sich unser Finanzministermit seinem Nein zum Euro-BOND durchsetzen.

Vor drei Wochen haben wir Ihnen in unserer Schwerpunktanalyse aufgezeigt, warum die Zinsen steigen werden, und Ihnen empfohlen:

Schulden Sie jetzt Ihre Immobilien um! Jetzt haben wir 80 Prozent Profit im BUND-Future! Sie wollen wissen, ob es sich lohnt auf den Zug noch aufzuspringen und von fallenden Rentenkursen zu profitieren? Aus diesem Grunde haben wir das Thema vor Weihnachten noch einmal zum Schwerpunkthema gemacht.

Genießen Sie die schöne Adventszeit

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader


„Es gibt keine Eurokrise“

von Henrik Voigt (07.12.10) 

die überschuldeten Euroländer kommen nicht aus den  Schlagzeilen. Daran haben bisher weder das „gerettete“ Irland  etwas ändern können noch die Beteuerungen von EZBPräsident Trichet, es gebe gar keine Euro- Krise. Aha, wozu dann die Hilfspakete und die Diskussionen um eine Ausweitung des Rettungsfonds? Irgendwie erinnert mich das stark an den Ausspruch von US-Notenbankchef Bernanke am letzten Bullenmarkthoch 2007, als der sagte, dass die Immobilienkrise auf den Sektor beschränkt bleibe und nicht auf die  Realwirtschaft übergreife. Beschränkt scheinen wohl nur einige Notenbanker zu sein.

Unterdessen gehen die Spekulationen an den Märkten weiter, ob Portugal oder Spanien der nächste Wackelkandidat ist und wann es mit Italien einen richtig großen Brocken erwischt. So angespannt die Lage auch sein mag, es gibt einen heimlichen Nutznießer dieser Situation: den deutschen Aktienmarkt. Trotz Euro-Krise eilt der DAX von einem Jahreshoch zum nächsten. Inzwischen mehren sich die Gerüchte, dass Anleger aus europäischen Krisenländern ähnlich wie im Frühjahr dieses  ahres wieder in den DAX flüchten, weil sie eine Aufspaltung der Eurozone in eine schwache Süd- und eine starke Nordwährung um Deutschland herum befürchten oder sogar eine Rückkehr zu den früheren nationalen Währungen. Deren Kapital wäre dann vergleichsweise sicher in finanzstarken Sachwerten  untergebracht. Was an diesen Gerüchten tatsächlich dran ist, lässt sich nur schwer überprüfen. Ich denke, Abspaltungs-Optionen werden erst in einigen Jahren Realität, wenn alle traditionellen Mittel (Rettungspakete und Bürgschaften) endgültig versagt haben. Fakt ist aber auch, dass die Eurokrise die Rally im DAX bisher nicht stoppen konnte. Und die jüngsten Verlautbarungen von USNotenbankchef Bernanke, der weitere geldpolitische Lockerungen ankündigte, verstärken die Flucht in Sachwerte weiter aus lauter Angst vor einer weiteren  Geldentwertung.  Ob das noch lange so weitergeht, das schauen wir uns jetzt einmal aus charttechnischer Sicht näher an. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Viel Erfolg und herzliche Grüße

Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur DAX Profits

Jürgen Nowacki

… oder sind wir bald alle PIIGS?

von Jürgen Nowacki (02.12.10) 

Jetzt kommt es, wie es kommen musste. Der vor 6 Monaten aufgespannte Rettungsschirm über 750 Milliarden Euro wird nicht reichen, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Das Institut empfiehlt, den Handlungsspielraum der EU auf 1,5 Billionen Euro auszuweiten. So mancher Zeitgenosse, der sich bisher naserümpfend über Sitten und Gebräuche wie Steuermoral und Rente ab 60 unserer EU-Nachbarn aufregte, wird demnächst feststellen müssen, dass auch Länder wie Frankreich oder jüngst Belgien in die Nähe der Problemstaaten gerückt werden. Dann aber ist Deutschland auch nicht mehr weit davon entfernt, die Steuern zu erhöhen, um die steigenden Zinsen bezahlen zu können.

Wenn es beim Griechenland-Kredit noch in den Medien hieß  „ach, das sind doch nur Bürgschaften“, so muss man jetzt, nach 6 Monaten feststellen, dass sich auch in Deutschland die Kurse für Rentenpapiere nach unten bewegen. Somit zahlen wir jetzt schon bei der Aufnahme von Hypothekenkrediten mindestens 0,50 Prozent mehr an Zinsen als noch vor 4Wochen. Ja, „Bürgen sollst Du würgen“ oder das ist der Preis, den wir mindestens zahlen müssen, wenn nicht sogar noch mehr, nämlich dann, wenn es zur Transferunion kommen sollte. Aber dazu mehr in unserer Rubrik Devisen und Edelmetalle.

Genießen Sie die schöne Adventszeit

Ihr

Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

Henrik Voigt

Eurokrise bleibt ungelöst

von Henrik Voigt (30.11.10) 

ein EU-Rettungspaket jagt derzeit das andere, der Euro steht unter Druck. Notkredite und Bürgschaften, die mit Sparauflagen verbunden sind, mögen kurzfristige Lösungen darstellen. Aber langfristig betrachtet liegt das Problem doch viel tiefer: Europa hat eine Einheitswährung mit einheitlichen Zinssätzen für viel zu unterschiedliche Volkswirtschaften. Und das ist es, was so viele europäische Staaten in die aktuelle Krise gebracht hat. Künstliche Einheitswährung ohne Zukunft Die einheitlich (zu) niedrigen Zinsen haben in einigen Staaten Europas zu einem Immobilienboom geführt, der nur durch den Euro und sein Zinsgeschenk möglich wurde. Diese Blasen sind inzwischen geplatzt – mit allen damit verbundenen Folgen. Die Wackelkandidaten würden nun normalerweise ihre Währungen einfach abwerten, um wieder wettbewerbsfähig zu werden und ihre Exporte anzukurbeln. Mi der europäischen Einheitswährung ist diese Möglichkeit jedoch verbaut. Ständig neue ettungspakete sind aber keine Option für die Dauer, zumal sie die Gefahr bergen, auch starke Volkswirtschaften wie die deutsche mit in den Abgrund zu reißen. Was läge also näher, als die Einheitswährung wieder abzuschaffen und zu den nationalen Währungen zurückzukehren? Der EUVertrag lässt solche Möglichkeiten zu. Einfach wäre dieser Weg sicher nicht. Und politisch umstritten. Aber ehrlich, konsequent und volkswirtschaftlich vernünftig. Ich bin sicher, dass es irgendwann gar keine Alternative mehr zu dieser Lösung geben wird. Die Vorteile eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes ohne Zölle und mit einer Niederlassungsfreiheit lassen sich auch ohne gemeinsame Währung erhalten. Deutschland mag jahrelang durch vereinfachte Exporte von der Einheitswährung profitiert haben. Die Aussicht darauf, ab jetzt jahrelang die Zeche dafür zu bezahlen, müsste allerdings jeden kognitiv einigermaßen befähigten Politiker zum Umdenken zwingen.

Problemlösung muss an der Wurzel beginnen

Solange solche Optionen jedoch nicht vernünftig und ohne Vorurteile diskutiert werden, wird die europäische Staatsschuldenkrise immer wieder aufbrechen. Trotz aller Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung. Ungerechterweise profitieren davon ausgerechnet die beiden größten Schuldner dieser Welt - die USA und Japan. Deren Währungen und Staatsanleihen sind in den letzten Wochen wieder stärker gefragt, ohne dass diese Staaten je ernsthafte Bemühungen zur Reduzierung ihrer Schuldenstände unternommen hätten. Wobei dieser Umstand in Bezug auf die eigene Währungsaufwertung diesen beiden Staaten sicher nicht sehr gelegen kommt, weil damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit noch geringer werden dürfte. Wir dürfen also bald wieder (verbale und maßnahmengestützte) Abwertungsbemühungen aus dieser Richtung erwarten. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Viel Erfolg und herzliche Grüße

Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur DAX Profits

Jürgen Nowacki

EU-Banken-Stresstest Juli 2010 für Dumme

von Jürgen Nowacki (18.11.10)

man staune und wundere sich! Haben wir nicht erst vor Kurzem in der Presse lesen können, wie sicher europäische Banken seien und dass lediglich 7 von 91 Instituten ihren Stresstest nicht bestanden hätten (fünf spanische, eine griechische Bank sowie die deutsche Hypo Real Estate)? Dann erscheinen Irlands Banken über Nacht auf einmal in einem so schlechten Licht, dass die EU den 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm, der eigentlich zur Vermeidung von Staatskrisen gedacht war, aufspannt. Sie benutzt ihn jetzt über Umwege, um streng genommen wieder einmal Banken zu retten. Denn alleine deutsche und britische Institute haben den Iren 280 Milliarden Euro ausgereicht. Wenn die ausfallen, haben wir eine Fortsetzung der Bankenkrise zu bewältigen. Fazit: Hier wurde den Bürgern ein Stresstest ohne Wert  räsentiert und ich frage mich: Was für Mogelpackungen müssen wir uns als EU-Bürger noch von Brüssel vorsetzen lassen?

Irlands Finanzierungsprobleme und ihre Auswirkungen auf Dollar und DAX kamen für TT-Leser nicht unerwartet. Wie wir Ihnen in den letzten Target-Trader-Ausgaben plausibel darstellen konnten, sprangen im Vorfeld der Irlandkrise nicht nur die CDS-Risikoprämien für Staatsanleihen sprunghaft an, sondern es wurden auch Verkaufssignale im US-Aktienmarkt gesetzt. Die Auswirkungen auf den DAX und andere europäische Indizes sind somit eine logische Folgeerscheinung.

Viel Erfolg an den Märkten wünscht Ihnen Ihr

Jürgen Nowacki

Chefredakteur Target Trader

Liquidität ist Trumpf

Henrik Voigt

von Henrik Voigt (16.11.10) 

in den letzten Tagen kommen wieder verstärkt Sorgen um den Zustand der europäischen Schuldenkrise auf. Die Ausfallprämien für portugiesische, spanische und irische Staatsanleihen notieren auf Allzeithoch und damit höher als auf dem bisherigen Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise im Mai.

Der Euro steht unter Druck. Dennoch gibt es bei Aktien bisher keine heftigen Kursstürze, sondern allenfalls geordnete Konsolidierungen. Offenbar wiegt die neue Liquiditäts-schwemme aus den USA (100 Milliarden Dollar pro Monat) aktuell schwerer als die Gefahren, die von mehreren europäischen Schuldnerländern ausgehen. Womöglich hat man sich bereits daran gewöhnt, dass alle paar Monate eine neue Krise ausbricht, die dann mit einem neuen Rettungspaket irgendwie verschleiert wird. Bis auch das eines Tages nicht mehr funktioniert und alles schlagartig zusammenbricht. Aber soweit denkt an den Märkten aktuell wohl kaum jemand.

G20-Gipfel wirft Blasenbildung keine Steine in den Weg

Viel naheliegender ist die Tatsache, dass auf dem kürzlich zu Ende gegangenen G20-Gipfel die letzte Möglichkeit einer Eindämmung der von den USA ausgehenden, neuen Liquiditätsflut verspielt wurde. Folgerichtig steigen die Aktienkurse direkt nach dem Ereignis weiter an, weil sich offenbar die Flucht in Sachwerte fortsetzt. Und das bisher sogar trotz eines wieder deutlich stärkeren Dollars. Am meisten profitieren davon die stärksten Aktienindizes dieser Welt, zu denen auch der DAX gehört. 

Ein neues Hoch jagt hier seit Wochen das nächste, während die traditionell richtungsweisenden US-Indizes es nur mit Mühe und erst vor einer Woche über die alten Jahreshöchststände schafften. Hat unser deutsches Börsenbarometer nach jahrzehntelanger, sklavischer US-Hörigkeit ein Eigenleben entwickelt? Oder orientiert er sich an anderen Vorgaben? Und wie sieht der weitere Verlauf in den nächsten Monaten aus? Diese und andere Fragen beantworte ich Ihnen in jede Woche im DAX Profits.

Viele Grüße Ihr

Henrik Voigt
Chefredakteur DAX Profits

 



 

Es fehlt das Geld, nun gut, so schaff es denn (Johann Wolfgang von Goethe)

Jürgen Nowacki

von Jürgen Nowacki (11.11.10)

wer sich einmal die Zeit nimmt und Goethes Faust 2 zu Gemüte führt, wird erstaunt sein, wie aktuell dieses Werk deutscher Dichtkunst immer noch ist. Den Kaiser drücken große Schuldenprobleme, aber wie an neues Geld kommen? Mephisto weiß Rat und empfiehlt eine Anleihe zu begeben, die die verborgenen Schätze, die die Bevölkerung über Generationen hinweg in Ermangelung von Sparbüchern und Tresoranlagen Mutter Erde anvertraut hat, als Sicherheit zu bieten.

Viele dieser kleinen und großen Schätze, so Mephisto, seien durch Kriegseinwirkung und Pestilenz in Vergessenheit geraten, würden somit also dem Staat zustehen.

Portugal hätte sich bestimmt einen solch gescheiten Berater gewünscht. Der aber war nicht vorhanden und so konnte die heutige Auktion von Anleihen mit Laufzeiten von 6 und 10 Jahren nur zu historisch hohen Zinsen platziert werden. Das
ist nicht nur ein Problem für Portugal, sondern auch für den Euro, der trotz der Aktivitäten durch die US-Notenbank unter Druck gerät. Wie es mit dem Euro weitergeht, sagen wir Ihnen in unserer Rubrik Devisen und Edelmetalle.

Erst QE2 und dann ein neues Finanzsystem auf Basis eines Goldstandards?

Es scheint so, als wenn Amerika und Europa hinter den Kulissen an einem globalen Entschuldungsplan arbeiten, der auf Gold basiert und in ein goldgedecktes Währungssystem münden könnte. Die Versuchsballons, die jetzt vom Weltbankpräsidenten Robert Zoellick gestartet werden, sind kein Zufall, so viel steht fest, aber was bedeutet das für Anleger und Investoren? Wir äußern uns in dieser Ausgabe ausführlich zum Gold und zum Goldstandard. Seien Sie gespannt. Mit unserer Einschätzung der US-Arbeitsmarktdaten in der letzten Woche lagen wir richtig, die Überraschung war perfekt, denn die USA haben in den letzten 4 Wochen mehr als 100.000 neue Stellen geschaffen.

Wenn sich diese positive Entwicklung fortsetzt, könnte das Ankaufsprogramm QE2 der US-Notenbank vorzeitig beendet  werden! In der Rubrik DAX und Dow in der aktuellen Target Trader Ausgabe schreiben wir, warum es jetzt Zeit ist, an Gewinnmitnahmen zu denken. Die Weihnachtsrallye ist nach unserer Meinung bereits vorbei.

Ihr
Jürgen Nowacki
Chefredakteur Target Trader

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