Größere Chancen bedeuten auch größere Risiken!

Wenn ein Optionsschein am Ende der Laufzeit seinen Bezugspreis nicht erreicht hat, ist er wertlos - und so sinkt auch sein Kurs auf Null. Und auch wenn es noch ganz knapp reichen sollte, ist das Ergebnis nicht erfreulich! Wir haben Ihnen dazu einmal einen MAN-Optionsschein abgebildet, bei dem es genauso kam. Hier hätte ein Käufer zu viel gewagt - und am Ende verloren, obwohl der Bezugspreis kurz vor dem Laufzeitende fast noch erreicht worden wäre:

Trotz stark steigender Aktie steht dieser Optionsschein vor dem Totalverlust.

Die Laufzeit war zu kurz, der Bezugspreis zu hoch gewählt. Aus einer solchen gewagten Spekulation wird schnell ein Totalverlust. Sie sehen den Kursverlauf (blau) eines MAN-Optionsscheins mit Bezugspreis 75 Euro und einer Laufzeit bis Mitte Dezember 2006. Der Kursverlauf der MAN-Aktie ist grün dargestellt.

Am 16. November hatte sich die Aktie mit 73,46 Euro fast an den Bezugspreis herangeschoben, fiel dann aber leicht zurück. Kein Problem für denjenigen, der einen vernünftigen Bezugspreis und vor allem eine ausreichende Restlaufzeit gewählt hat. Doch Anleger, die sich in diesen Schein gewagt haben, haben ihr Kapital verloren.

Der Chart beginnt nahe am Tief der MAN-Aktie kurz nach der kräftigen Korrektur vom Frühsommer 2006. Zu diesem Zeitpunkt wäre es in der Tat eine gute Gelegenheit gewesen, in einen MAN-Optionsschein einzusteigen. Die Aktie stand am 15. Juni bei 53,53 Euro. Am 1. Dezember, nur ein knappes halbes Jahr später, stand der Kurs bei 71,05 Euro - ein Kursanstieg von knapp 33%!

Doch wer diesen hier abgebildeten Optionsschein mit einem halben Jahr Restlaufzeit (bis 11. Dezember 2006) und Bezugspreis von 75 Euro gewählt hat, konnte dennoch keinen Cent verdienen. In der selben Zeit, in welcher die Aktie selbst 33% gewann, verlor der Optionsschein von acht auf sieben Cent und stand kurz vor einem Totalverlust, denn:

Der Bezugspreis von 75 Euro wurde ganz knapp nicht erreicht ... und so bildeten nur noch die schwindende Restlaufzeit und die Volatilität den Optionsschein-Kurs - was dazu führte, dass dieser Optionsschein zwischen dem 2. Oktober und dem 1. Dezember von 23 Cent auf 7 Cent fiel (-70%), während unser Beispiel-Optionsschein mit Bezugspreis 60 Euro und Laufzeit Juni 2007 im selben Zeitraum nahezu unverändert blieb (2. Oktober 1,33 Euro, 1. Dezember 1,35 Euro)!

Genau deswegen sollte man darauf achten, dass der Bezugspreis auch wirklich erreicht werden kann und  ausreichend lange Restlaufzeiten vorhanden sind. Denn je höher die Gewinnchancen sind, desto größer ist immer auch das Risiko, das müssen Sie sich unbedingt vor Augen führen.