Überproportionale Kursgewinne durch Hebelwirkung

Nehmen wir jetzt einmal ein paar konkrete Fallbeispiele für diesen Optionsschein, dann verstehen Sie sofort, was hinter der so genannten Hebelwirkung steckt, die solche hohen Kursgewinne möglich macht.

MAN-Aktie steht bei:

Durch den Optionsschein gespart:

50 Euro

00 Euro

60 Euro

00 Euro

70 Euro

10 Euro

80 Euro

20 Euro

90 Euro

30 Euro

 

Um den echten Wert eines einzelnen Optionsscheins (den so genannten „inneren Wert") zu errechnen, müssen Sie diese über den Optionsschein gesparten Beträge aber noch durch 10 teilen, denn das Bezugsverhältnis lautete ja 10 Optionsscheine, um eine MAN-Aktie zu 60 Euro kaufen zu können, also 10:1. Das heißt:

Wenn MAN bei 60 Euro steht, wäre es egal, ob man den Optionsschein zum Kauf der Aktie benutzen würde oder die Aktie direkt zu 60 Euro an der Börse kauft, denn der Bezugspreis des Optionsscheins und der Aktienkurs sind gleich.

Doch wenn die MAN-Aktie bei 70 Euro steht, würde man beim Kauf über den Optionsschein 10 Euro sparen. Das heißt, ein einzelner Optionsschein hat einen Wert von einem Euro (da man 10 Scheine für eine Aktie braucht):

70 Euro Börsenkurs der Aktie - Bezugspreis 60 Euro über den Optionsschein = 10 Euro.

Dies geteilt durch das Bezugsverhältnis von 10 Optionsscheinen zu 1 Aktie = 1 Euro.

Steigt die MAN-Aktie auf 80 Euro, sieht der Wert des Scheins so aus:

80 Euro Börsenkurs der Aktie - Bezugspreis 60 Euro über den Optionsschein = 20 Euro.

Dies geteilt durch das Bezugsverhältnis von 10 Optionsscheinen zu 1 Aktie = 2 Euro. Das bedeutet: Während die MAN-Aktie von 70 auf 80 Euro stieg - also um 14,3% - ist der Optionsscheinwert um sagenhafte 100% von einem auf zwei Euro gestiegen. DAS ist die Hebelwirkung der Optionsscheine! In Tabellenform:

Kurs MAN-Aktie:

Kursgewinn in %

Wert 1 Optionsschein:

Kursgewinn in %

65 Euro

0,0 %

0,50 Euro

0 %

70 Euro

7,7 %

1,00 Euro

100 %

75 Euro

15,3 %

1,50 Euro

200 %

80 Euro

23,1 %

2,00 Euro

300 %

Was steckt hinter dieser Hebelwirkung? Nun, einfach der Bezugspreis!

Bei diesem Optionsschein auf MAN sind es 60 Euro. Diese 60 Euro zählen für den Kurs des Optionsscheins ja einfach nicht mit, weil sie unveränderlich der Preis sind, zu dem man diese Aktie über den Optionsschein kaufen kann.

Der Wert des Scheins errechnet sich also aus dem Kurs der Aktie minus diese 60 Euro. Somit haben wir einen „Sockel", der dazu führt, dass die Kursgewinne im Optionsschein erst mit jedem Euro „zählen", den die Aktie über 60 Euro steigt.