Spezial

Keine Stopp-Kurse!
Wenn wir feststellen sollten, dass Aktienanlagen im Moment nicht das Richtige sind, und wir uns anderen Anlageformen zuwenden wollen, gilt es aber auch, Fehler beim Verkauf der Aktien, die wir noch im Depot haben, zu vermeiden. Viele Anleger können sich auch bei drohenden Gefahren nicht dazu durchringen, sich von ihren Papieren sofort zu trennen, entweder weil die Stimmung gerade noch so gut ist, oder weil dieser oder jener Experte gesagt hat, die Kurse würden doch noch viel weiter steigen. Sie schwören dann auf die Eingabe von Stopp-Loss-Kursen. Das ist ein Auftrag, damit eine Aktie beim Unterschreiten eines bestimmten Kurses automatisch an der Börse verkauft wird. Man will auf diese Weise Verluste begrenzen und sich gegen unvermutete Kursstürze absichern. Nun gut, man kann dies vor einem mehrwöchigen Urlaubsantritt tun, wenn man keine Möglichkeit hat, die Kurse wenigstens einmal pro Woche zu beobachten. Dann eignen sich bisherige kurzfristige Tiefs der Aktie gut als Stopp-Marken. Wird dieser Kurs unterschritten, ist die Gefahr groß, dass der Kurs der Aktie nach unten durchgebrochen ist und weiter fällt.
Aufgepasst: Stopp-Kurs ist nicht zwingend gleich Verkaufskurs! Aber möchten Sie generell zu schlechten Kursen aussteigen? Ich möchte mir immer die Freiheit nehmen, selbst entscheiden zu können, ob ein Titel wegen relativer Schwäche herausgenommen werden muss. Eine Aktie könnte durchaus einmal aufgrund negativer politischer Tagesmeldungen schnell unter den Stopp-Kurs zurückfallen und dann wieder nach oben drehen. Man wäre dann zum tiefsten Kurs ausgestoppt worden und beim Wiederanstieg nicht mehr dabei. Außerdem ist der Stopp-Kurs keineswegs mit dem Verkaufskurs gleichzusetzen. Das Erreichen des Stopp-Kurses löst erst den Verkaufsauftrag aus - verkauft wird dann erst zum nächsten behandelten Börsenkurs, und zwar ohne Limit! Dieser Kurs kann dann noch bedeutend tiefer liegen. Verzichten Sie also auf solche Aufträge! Sie müssen es selbst in der Hand behalten, dann auszusteigen, wann Sie es für richtig halten. Aussteigen sollte man generell, wenn eine Aktie auf Basis der Wochenschlusskurse ein 9-Monats-Tief meldet. Das sind meine Stopp-Kurse! Aber sie sind nicht dazu da, um sie als Stopps bei Ihrer Bank anzugeben, sondern nur für Sie selbst, um zu wissen, wann diese Aktien ein 9-Monats-Tief melden würden, bei dessen Erreichen Sie sie spätestens verkaufen müssen. Bei vielen meiner empfohlenen Aktien sind diese Kurse unrealistisch tief. Aber eben das will ich ja zeigen, dass diese Aktien auch bei stärkeren Kursrückgängen nicht verkauft werden müssen, solange wir keine allgemeinen Verkaufssignale haben.

 

Limit setzen!

Nehmen wir einmal an, Sie wollen Aktien verkaufen, entweder weil Sie noch zu hoch in Aktien investiert sind, oder weil zusätzliche Verkaufssignale gekommen sind. „Soll ich ein Limit setzen oder lieber schnell bestens verkaufen?", fragen Sie sich. Ein Limit zu setzen, ist wohl nicht verkehrt - auch deshalb, um nicht mit dem schlechtesten Tageskurs bedient zu werden. Ein Limit setzt man besonders bei kleineren Unternehmen, die nicht so stark gehandelt werden: um zu verhindern, dass der eigene Verkaufsauftrag den Kurs nach unten drückt. Sie wenden sich bei der telefonischen Auftragserteilung an die Kundenberatung Ihrer Bank und bitten diese, doch einmal nachzusehen, an welchem Börsenplatz gute Umsätze stattfinden und zu welchem Kurs dort gerade im Moment die Aktie gehandelt wird. Diesen Kurs geben Sie als Limit zum Verkauf ein. Durch die Tagesschwankungen wird Ihr Auftrag dann sicherlich noch am gleichen Tag ausgeführt werden. Bei Standardwerten können Sie den Verkauf auch bei höheren Beträgen von beispielsweise 50.000 Euro an einem Börsenplatz am gleichen Tag abwickeln. Aber dann sollten Sie ein Limit setzen! Bei Nebenwerten würde ich die Verkäufe je nach Marktbreite auf mehrere Tage (nicht mehrere Börsenplätze) verteilen. Ich empfehle aber dringend, bereits beim Kauf nicht so viel Geld in einen Nebenwert zu stecken! Sie dürfen in guten Börsenzeiten bereits bei einer Anlage von 200.000 Euro gern 40 bis 50 Aktien im Depot haben. 

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