Charttypen

Lineare Kursachse

Jeder Punkt im Chart wird absolut exakt abgetragen. Der Anstieg von 1 auf 2 hat also den gleichen Abstand wie der Kursanstieg von 100 auf 101. Diese Form der Darstellung ist bei kurzen Zeitachsen durchaus üblich und auch nützlich. Sobald jedoch die Zeitachse länger wird oder die Kursbewegungen sehr stark sind, sollte man auf logarithmische Charts ausweichen.


Quelle: Leo A. Neafidow

Logarithmische Kursachse

Bei der logarithmischen Darstellung wird nicht die absolute, sondern die prozentuale Kursbewegung abgetragen. Dadurch ist im Chart ein Anstieg von 10 auf 20 genau so stark wie ein Anstieg von 100 auf 200! Um nicht auf Kursverfälschungen hereinzufallen, empfehlen wir Ihnen, immer logarithmische Darstellungen zu wählen.

Den Unterschied zwischen der linearen und der logarithmischen Darstellung sehen Sie am Chart des Nasdaq Composite Index. In der logarithmischen Darstellung erkennen Sie die Dramatik auch früherer Kursbewegungen (1987–1991) wesentlich besser als im linearen Chart, der eher suggeriert: „Na ja, so schlimm ist es ja noch nicht gewesen.“



Line Chart

Beim Linien-Chart wird für jeden Schlusskurs oder Kassakurs ein Punkt in den Chart eingezeichnet. Durch die Verbindung der Punkte ergibt sich ein Kursbild, das man auswerten kann.




Bar-Chart

Der Bar-Chart ist die 1. Verfeinerung des Line-Charts. Durch die Darstellung als Balken mit einem seitlichen Strich zur linken und zur rechten Seite signalisiert er eine komplette Tagesbewegung. In der zeitlichen Abfolge beginnt der Chart mit dem seitlichen Strich links, der den Eröffnungskurs darstellt. Der senkrechte Strich ergibt sich aus der Tagesbewegung zwischen Höchst- und Tiefstkurs und der rechte seitliche Strich stellt den Schlusskurs dar.



Candlestick-Chart

Candlestick-Charts werden schon seit Jahrhunderten in Japan eingesetzt. Erst seit wenigen Jahren finden sie zunehmende Verbreitung auch in Europa und gehören mittlerweile zum Standardrepertoire der technischen Analysten.

Der Candlestick-Chart ist wie der Bar-Chart eine Kombination aus Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs (den so genannten Open, High, Low, Close). Im Gegensatz zum Bar-Chart wird allerdings auf den 1. Blick der Tagestrend deutlich. Eine weiße Kerze bedeutet steigende Kurse (Schlusskurs liegt höher als der Eröffnungskurs), eine schwarze Kerze bedeutet fallende Kurse (Schlusskurs liegt niedriger als der Eröffnungskurs). Die aus dem Kerzenkörper nach oben und unten ragenden Dochte zeigen die Höchst- bzw. Tiefstkurse an.



Point & Figure-Chart

Eine weitere Chart-Form ist der Point-and-Figure-Chart. Im Gegensatz zu den bisherigen Linien- und Balken-Charts zeigt der Point-and-Figure-Chart größere Trends an und ist eher für eine mittel- bis langfristige Analyse geeignet. Der Point-and-Figure-Chart ist eigentlich als Indikator zu verstehen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Point-and-Figure- und Linien- oder Bar-Charts besteht darin, dass Linien-Charts an jedem Tag, an dem ein neuer Kurs festgestellt wird, weitergezeichnet werden. Der Point-and-Figure-Chart wird nur dann weitergezeichnet, wenn eine genügend große Kursveränderung erfolgt. Eine Aussage über die zeitliche Entwicklung einer Kursbewegung ist daher nicht beabsichtigt.

Der Point-and-Figure-Chart besteht aus einer Kombination von X- und O-Kästchen, die auch als Boxen bezeichnet werden. Das X steht dabei für steigende Kurse (Aufwärtstrend), das O für fallende Kurse (Abwärtstrend). Die Darstellung wird durch 2 Angaben festgelegt:


Die Größe

Die Größe der oben beschriebenen Boxen kann entweder prozentual oder in absoluten Werten erfolgen. Wir empfehlen, die Box-Größe generell prozentual anzugeben, damit diese Angabe unabhängig vom tatsächlichen Kursniveau ist.

Die Anzahl

Die Anzahl der Boxen, die einer Trendumkehr (Wechsel von Aufwärts- in Abwärtstrend und umgekehrt) entsprechen sollten, ist die 2. Angabe. Die X- und O-Kästchen wechseln sich immer ab. Es können niemals 2 Aufwärtstrends nebeneinander vorkommen, denn sie würden zu einem Aufwärtstrend zusammengefasst werden. Da ein neuer Trend (neue senkrechte Reihe) nur angefangen wird, wenn eine Mindestanzahl von Kästchen in die andere Richtung gezeichnet werden kann, werden alle kleineren Kursbewegungen, die oft zu Fehlinterpretationen führen, einfach weggefiltert. Die Mindestanzahl der Kästchen, die einen neuen Trend zur Folge haben (Trendumkehr), wird als Umkehr bezeichnet. Eine Umkehr von 3 Kästchen (wobei 1 Kästchen beispielsweise 2% Veränderung entspricht) bedeutet, dass ein neuer Trend nach einer Veränderung von 6% (= 3 Kästchen * 2%) gegenüber dem Tiefstkurs oder Höchstkurs des vorhergehenden Trends erkannt wird.




Als kurzfristiger Trader sollten Sie Candle-Sticks bevorzugen, da sie neben der sehr klaren Trendaussage auch eine Vielzahl von zusätzlichen Erklärungskomponenten beinhalten. Setzen Sie vor allem auf die Trendwendesignale Evening Do ji Star und Evening Star, Hammer und Hanging Man! Beim Do ji ergibt sich die Formation aus einem langen Docht, wobei Eröffnungskurs und Schlusskurs auf fast identischem Niveau liegen. Dies signalisiert die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer. Bullen und Bären sind im Kampf. Der nächste Tag gibt den Trend der nächsten Tage vor. Ähnliches gilt für den Evening Star, der einen kurzen Körper hat, aber unter den Tageshöchstständen schließt. Auch hier muss die Bestätigung am nächsten Tag erfolgen.