Ist das Börsengeschehen mit Fibonacci-Zahlen voraussagbar?

Eine weitere große Rolle bei der Elliott-Wellen-Theorie spielen die Fibonacci-Zahlen. Sehr häufig treten bei den Längenverhältnissen der verschiedenen Wellen diese bekannten Zahlen auf und dienen der Identifizierung. So weist die Welle 5 häufig ein Verhältnis von 61,8%, 100% oder 161,8% im Vergleich zu Welle 1 auf. Laut den Anhängern der Elliott-Wellen-Theorie ist diese Analysemethode für sich völlig ausreichend, um das Börsengeschehen vorherzusagen. Es handelt sich bei der Elliott-Wellen-Theorie also quasi um eine Art Naturgesetz, dem die Börse unterliegt.


So lauten die Fibonacci-Zahlenreihen

Die Fibonacci-Zahlenreihen entstehen aus einer Zahlenfolge, die mit 1 beginnt und sich unendlich fortsetzen lässt, wobei sich jede Zahl aus der Summe der beiden vorangegangenen Zahlen zusammensetzt. Damit lautet der Anfang der Zahlenreihe 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 etc. Der Quotient von 2 aufeinander folgenden Zahlen (z. B. 55 und 89) läuft immer mehr gegen 0,618, je höher die Zahlen werden.

Der Quotient aus einer Zahl und der jeweils übernächsten (z. B. 21 und 55) nähert sich dabei immer mehr 0,382 an. Diese beiden Quotienten 0,618 (61,8%) und 0,382 (38,2%) werden häufig benutzt, um das Korrekturpotenzial nach vorangegangenen Kursbewegungen zu bestimmen.

In der Chartanalyse werden x-beliebige Zeiträume eines Charts (Sie erinnern sich an das fraktale Verhaltensmuster) mit Fibonacci-Zahlen ausgewertet. Dafür benötigt man nur einen Höchst- und einen Tiefstpunkt. Daraus ermitteln Sie die Differenz und berechnen die Werte für 61,8% und 38,2%; dazwischen liegt die 50%-Marke. Die 0- und 100%- Marken entsprechen den Tiefst- und Höchstpunkten.

Die Marken von 61,8%, 50% und 38,2% gelten als Rückkehrmarken (Retracements), bei denen der Kursrückgang zumindest vorübergehend stoppen sollte.

Wichtige Retracement-Marken

38,2-%-Retracement: Minimum einer Korrekturbewegung

50-%-Retracement: Oft fallen die Kurse um die Hälfte des vorangegangenen Kursanstiegs zurück, bevor sie wieder in die ursprüngliche Kursrichtung steigen.

61,8-%-Retracement: Maximum der Korrekturbewegung; wenn der ursprüngliche Trend beibehalten werden soll, muss die Kurskorrektur auf diesem Niveau stoppen.

Traden Sie zu Anfang nur die Retracements bei 61,8 und 38,2%! Das sind die verlässlichsten Korrekturmarken. Wenn Sie mehr Erfahrung haben, lassen sich auch die anderen Retracement-Marken für das Trading einsetzen. Die anderen Korrekturmarken lassen sich nur im Kontext mit anderen Indikatoren sauber als Tradingsignale einsetzen.