Die Theorie vom Naturgesetz der Börse: Die Elliott-Wellen

Die Elliott-Wave-Theorie basiert auf den Arbeiten von Charles H. Dow. Er war einer der scharfsinnigsten Beobachter des amerikanischen Aktienmarktes. Er erkannte, dass es in den kontinuierlichen Bewegungen des Marktes zu bestimmten Wiederholungen kommt. Dow machte auch die Beobachtung, dass der Markt sich nicht hilflos wie ein Luftballon im Wind hierhin und dorthin bewegt. Vielmehr vollzieht sich das scheinbare Durcheinander in regelmäßigen Folgen.

Es war Dow, der Grundsätze für das Marktverhalten aufstellte, die auch heute noch gültig sind. Dow führte diese Gesetze nicht bewusst auf den Einfluss des menschlichen Faktors zurück. Aber der Markt wird von Menschen gemacht und eine Kontinuität oder Wiederholung, wie sie von Dow bemerkt wurde, wird durch die menschliche Psyche geprägt.

Ralph Nelson Elliott begann nach und nach mit einer Untersuchung der Bewegungen des Aktienmarktes, wie sie sich für die Vergangenheit in der Bewegung des Dow-Jones-Aktienindizes darstellten. In einer langwierigen Untersuchung entdeckte Elliott das gleiche, wiederholt auftretende Phänomen der Gleichartigkeit. Elliott entwickelte seine Theorie aus Beobachten, Untersuchen und Nachdenken und nahm das, was Dow entdeckte, mit auf. Er ging aber mit der Reichhaltigkeit und Exaktheit seiner Theorie weit über Dows Theorie hinaus.

Beide Männer hatten den tieferen Sinn der menschlichen Verhaltensweisen, die die Marktbewegungen beeinflussen, erahnt. Während Dow aber mehr den breiten Rahmen erforschte, ging Elliott detaillierter in die Tiefe des Problems. Die Analyse von Ralph Nelson Elliott hat in den Kursbewegungen der Finanzmärkte Muster zutage gefördert, die sich sowohl während eines kurzen Zeitraums, z. B. innerhalb eines Tages, als auch über größere Zeiträume hinweg, z. B. einer Woche oder eines Monats, in ähnlicher Art und Weise ausbilden.

Diese wesentlichen Erkenntnisse von Elliott können Trader heute noch nutzen

  1. Die Märkte bewegen sich in bestimmten Zyklen.
  2. Diese Zyklen werden durch menschliche Emotionen bzw. durch Massenpsychologie hervorgerufen.
  3. Die Marktbewegungen lassen sich in Trends und entgegengerichtete Korrekturen unterteilen.
  4. Trendbewegungen bestehen aus 5 Unterwellen; Korrekturbewegungen bestehen aus 3 Unterwellen.
  5. Jede Welle ist Teil einer größeren, übergeordneten Welle und lässt sich gleichzeitig in weitere, kleinere Unterwellen unterteilen. Die Wellen besitzen also eine fraktale Natur.

So verlaufen die Elliott-Wellen

Die Elliott-Wellen-Theorie geht bei einem Kursverlauf im Allgemeinen von einer 5-teiligen Aufwärtswelle (1 bis 5) und einer 3-teiligen Abwärtswelle (A bis C) aus. Die Zählung und Markierung der Wellen erfolgt jeweils am Ende der Bewegung. Wichtig bei dieser Betrachtung ist weiterhin, dass es sich bei diesen Wellenbewegungen um Fraktale handelt, d. h. Welle 1 besteht wieder aus den (nicht eingezeichneten) Unterwellen 1 bis 5 und A bis C, während die gesamte Formation 1 bis 5 und A bis C zum Beispiel eine übergeordnete Welle B darstellen könnte.



Die einzige Schwierigkeit bei der allgemein gültigen Elliott-Wellen-Theorie ist jetzt die Feststellung: In welcher Welle befinden wir uns? Im Nachhinein lässt sich dies meistens gut erklären, nur während der Bewegung ist dies häufig problematisch.

Für den Anfang betrachten Sie einmal den Chart des Nasdaq Composite.