Momentum – der wichtigste Oszillator in der Indikatorenanalyse

Ähnliches wie das, was wir über den GD bei den Trendfolgern gesagt haben, gilt auch für das Momentum bei den Oszillatoren. Das Momentum ist in dieser Indikatorengruppe sicherlich der wichtigste und am meisten eingesetzte Oszillator – und zwar weltweit.

Die Berechnung ist eigentlich trivial, dennoch können Sie ihn durch verschiedene Variationen in vielen Fällen sinnvoll einsetzen. Die übliche Abkürzung für ein Momentum lautet MOM.

Das Momentum versucht, die Kraft einer Kursbewegung zu messen, indem vom aktuellen Kurs einfach der Kurs einige Tage zuvor abgezogen wird. Der Indikator-Verlauf schwankt damit um die Null-Linie. Sinn dieser Subtraktion ist das Erkennen neuer Trends, die sich häufig durch große Kursbewegungen zu etablieren versuchen. Im Laufe des Trends lässt die Kraft und damit der absolute Wert des Momentums häufig nach. Anstelle der Subtraktion der Kurse können Sie die beiden Kurse auch dividieren; die Aussage bleibt identisch, lediglich die Basislinie ändert sich von 0 auf 100.

Wie gesagt, das Momentum bietet vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Im Folgenden beschreiben wir Ihnen die wichtigsten Grundlagen, auf denen Sie dann Ihre Ideen aufbauen können.

Ein Momentum im negativen Bereich deutet immer auf einen Abwärtstrend hin. Fällt das Momentum zusätzlich weiter, so nimmt die Kraft der Abwärtsbewegung noch weiter zu. Ein steigendes Momentum unterhalb der Null-Linie deutet auf eine Schwächung des Abwärtstrends hin – und damit auf einen neuen, aufwärts gerichteten Trend.

Ein positives Momentum zeigt einen Aufwärtstrend im Basistitel an; ein steigendes Momentum in diesem Bereich deutet weiterhin auf eine Verstärkung der Aufwärtsbewegung hin. Fällt das Momentum, könnte der Aufwärtstrend bald dem Ende zugehen.

Das „klassische“ Signal liefert der Durchbruch der Mittelpunktslinie

Von unten nach oben ist da ein Kaufsignal, von oben nach unten Verkaufsignal. Um Fehlsignale zu vermeiden, können Sie sich 2 nach oben oder unten angesetzte Hilfslinien einzeichnen.

Ein Signal soll in diesem Fall erst dann Gültigkeit haben, wenn eine dieser Hilfslinien durchbrochen wird.

Eine weitere Anwendung ist die Suche nach Divergenzen zwischen Kursverlauf und Momentum. Bildet das Momentum noch neue Höchst- bzw. Tiefststände, der Basiskurs aber nicht mehr, so können Sie mit einem baldigen Trendwechsel rechnen.

Interessant ist es aber auch, das Momentum einmal mit einem GD zu glätten, einen GD des Momentums zur Signalgenerierung zu verwenden (ähnlich wie auch beim MACD) oder einfach das Momentum nicht auf den Kurs, sondern auf einen anderen Indikator, etwa einen GD, anzuwenden.

Je nach Anwendung unterscheiden sich die Standard-Einstellungen beim Momentum sehr; gebräuchliche Werte stellen jedoch 10 oder 25 Tage dar.

Kaufsignale vom Momentum