Trendfolgeindikatoren zeigen Ihnen die Richtung

Wie der Name schon sagt, versuchen diese Indikatoren, den aktuellen Trend eines Papiers anzuzeigen bzw. diesem zu folgen. Trendfolgeindikatoren tun wirklich nur das, was ihr Name schon sagt: Sie folgen dem Trend bzw. laufen ihm hinterher. Ein Signal zum Ein- oder Ausstieg bekommen Sie erst, wenn sich bereits ein neuer Auf- oder Abwärtstrend gebildet hat. Zu diesem Zeitpunkt sind meistens schon die ersten Prozentpunkte „verloren“.

Durch diese Trägheit eignen sich Trendfolger besonders für Börsenphasen mit langen, ausgeprägten Trends. In Seitwärtstrends hingegen liefern die Trendfolger viele Fehlsignale. Hat der Trendfolger zum Beispiel gerade einen neuen Trend ausgemacht, beginnen die Kurse genau zu diesem Zeitpunkt wieder in die andere Richtung zu laufen – und Sie befinden sich genau auf der falschen Seite des Marktes. Leider ist es aber nicht so, dass Sie daraus eine Regel ableiten und den Indikator als Kontra-Indikator einsetzen können.

Die Trendfolger sagen nichts über die Stärke eines Trends oder eventuelle Übertreibungen aus. Sie zeigen lediglich an, ob ein Trend besteht oder nicht – nicht mehr und nicht weniger.

MACD – der bedeutendste Trendfolgeindikator

Beschreibung

Der Moving Average Convergence Divergence Indicator, im folgenden nur noch MACD genannt, hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem der am meisten verwendeten technischen Indikatoren entwickelt. Besonders interessant ist an diesem Indikator, dass er aufgrund seiner Berechnung und Interpretation in nahezu jeder Marktlage zu verwenden ist. Von daher ist er im Prinzip sowohl als Trendfolger als auch als Oszillator zu bezeichnen – seine Basis, 3 GDs (gleitende Durchschnitte), deutet auf jeden Fall auf den trendfolgenden Charakter hin.

Der MACD an sich subtrahiert 2 GDs voneinander. Allerdings werden diese beiden GDs immer auf exponentieller Basis berechnet. Der Verlauf oszilliert also um die Null-Linie. Ein Wert oberhalb der Null-Linie zeigt an, dass der kurze GD oberhalb des langen GDs liegt, ein Wert unterhalb der Null-Linie drückt damit das genaue Gegenteil aus.

Die im Namen enthaltene Konvergenz/Divergenz-Betrachtung kommt durch Auswertung des Abstands zwischen Null-Linie und MACD-Verlauf zum Tragen – je weiter die Linie von der Null-Linie entfernt ist, umso stärker ist die Divergenz. Eine wachsende Divergenz deutet auf eine Intensivierung des vorherrschenden Trends hin, eine Abnahme auf eine Schwächung des Trends. Entscheidend ist also die Trendwende in der MACD-Linie. Um diese in den Griff zu bekommen, hat Gerald Appel, der Erfinder des MACD, eine 2. Linie, einen GD von der MACD-Linie, eingeführt. Die Signale werden daher beim Schnitt dieser Linie mit der eigentlichen MACD-Linie generiert.

Interpretation

Ein Schnitt der MACD-Linie mit dem Trigger von unten nach oben generiert ein Kaufsignal, ein Schnitt von oben nach unten ein Verkaufsignal. Das Signal ist umso stärker bzw. erfolgreicher, je größer die Divergenz ist bzw. je weiter der MACD-Verlauf von der Null-Linie entfernt ist.

Standardeinstellung

Eigentlich gibt es nur genau diese eine Einstellung für den MACD:
Eigentlicher MACD: 12 und 26 Tage
Trigger-Line: 9 Tage

MACD im Aufwärtstrend
MACD im Abwärtstrend
MACD im trendlosen Markt