DAX - Mittelfristig weiter ohne Richtung

Von Marcel Mußler

Der DAX (20.08.08: 6.317,80 Punkte) hat seine relative Schwäche gegenüber Amerika auch im Wochenvergleich beibehalten. Nach seinem analogen Verkaufsignal hat er die avisierte Unterstützung bei 6.264 Punkten zügig gesucht und gefunden. Diese Unterstützung bedeutet nun unverändert ein starkes Pfund, und nicht umsonst hat sie in den letzten beiden Tagen so deutlich Wirkung zeigt. Ob sie sich aber wirklich schon als unterer Wendepunkt eignet, nachdem das Verkaufsignal an der Nasdaq ja erst noch aussteht? Nun, noch behalten die Bären die Vorteile nach dem jüngsten Verkaufsignal trotz allem weiter in der Hand. Das ändert sich erst, sobald auch die Bullen wieder signaltechnische Akzente setzen, und die sind immerhin auch nicht allzu weit entfernt. Sobald es dem DAX gelingt, sich wieder über dem ersten Korrekturtief bei 6.369 zu etablieren und damit auch den grünen kurzfristigen Abwärtstrend bei aktuell 6.380 zu schlagen, dann wird es für die Bären auch wieder bedeutend ungemütlicher. Das bedeutet zwar auch noch nicht automatisch schon den Bruch des blauen Basisabwärtstrends im selben Atmezug. Aber dann kommen wir dem doch immerhin wieder ein gutes Stück näher, indem die Bodenbildung durch eine anhaltende Seitwärtsbewegung weiter an Stabilität und Substanz gewinnt. Kurzum: Mit diesem prozyklischen Kaufsignal an beiden grünen Themen verstärkt sich die Aufbruchstimmung nicht unerheblich. Aber es bleibt zunächst abzuwarten.

DAX-Index - daily Candlestick

Eigentlich hätte ich gar nichts dagegen, wenn es erst einmal noch weiter bei dieser Seitwärtsbewegung bleibt. Denn je tiefer der Basisabwärtstrend bei seinem Bruch einmal verläuft, desto vorteilhafter und dankbarer ist das. Desto tiefer kommen wir prozyklisch gesichert in den Markt, und um so mehr können wir vom anschließenden Aufwärtspotential mitnehmen. Aktuell verläuft der große Abwärtstrend immer noch bei relativ weiten 6.665 und leider fällt er nur langsam weiter.

Wie sieht es derweil nach unten aus? Bis genau zu dieser Unterstützung bei 6.264 wollte ich die
Shortseite nicht neu erfinden, weil sie sich viel zu sehr als untere Begrenzung der Trading-Range
angeboten hatte. Und selbst wenn sie fällt, wartet am Märztief bei 6.167 noch einmal eine starke
Unterstützung. Diese Unterstützungen sind jeweils genau so stark, dass sie mich die Shortseite jetzt
nicht forcieren lassen, zumal auch die unentschiedene Indikatorenkonstellation viel mehr auf eine
zunächst noch anhaltende Seitwärtsbewegung hindeutet. Zum ultimativen antizyklischen Dagegenhalten will ich mich in diesen Tagen nicht zuletzt wegen der Nasdaq aber auch noch nicht durchringen, zumal ein neues prozyklisches Kaufsignal ja auch nicht fern ist. – Fazit: Noch ist die Phase der relativen mittelfristigen Trendlosigkeit wahrscheinlich noch immer nicht beendet.

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