US-Konjunkturdaten

Jochen Steffens zu den US-Konjunkturdaten

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind saisonbereinigt um 9.000 auf 334.000 gestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang der Erstanträge um 2.000 gerechnet. Der gleitende Vierwochendurchschnitt liegt bei 324.500.

In dem Chart sehen Sie einen beständigen und mittlerweile nachhaltigen Anstieg der Erstanträge. Das deutet auf eine schlechtere Beschäftigungslage hin und könnte die Fed tatsächlich dazu veranlassen, die Zinsen zu senken. Denn auch auf den Arbeitsmarkt achtet die Fed genau. Allerdings dürfen dann die nächsten Inflationsdaten keine zu hohen Werte aufweisen.

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um annualisiert 4,0% gegenüber dem Vorquartal nach dem die erste Schätzung bei 3,4% gelegen hatte. Der von der Fed als Inflationsmaß favorisierte Deflator für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) stieg um 4,2% (vorläufig: 4,3%) auf Jahressicht. Der BIP-Deflator betrug plus 2,7% nach plus 4,2% im ersten Quartal.

Ob man nun schon aus dem um 0,1 Prozentpunkte niedrigerem PCE-Deflator eine solche Verringerung der Inflationsgefahren ersehen kann, sei einmal dahin gestellt. Wichtig ist, dass das Quartal ein deutliches Wachstum aufweist und das lässt die Anleger hoffen, dass die US-Wirtschaft doch robust genug sei, die aktuelle Kreditmarktkrise zu kompensieren.

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