Steigender Ölpreis belastet die Märkte

von Jochen Steffens

Das ist natürlich genau das, was nicht passieren darf: In den letzten Tagen ist der Ölpreis wieder zur 100 USD Marke gelaufen. Damit erhöht sich erneut der „importierte" Inflationsdruck für die USA. Allerdings müsste der Ölpreis weit über die 100 USD Marke steigen, um erneut einen Einfluss auf die Inflation zu nehmen, da nur so ein relativ höheres Preisniveau erreicht ist.


Venezuela und die Opec

Auslöser für diesen Ölpreis-Anstieg waren direkt zwei Faktoren:
Zum einen gibt es Probleme zwischen Venezuela und dem US-Ölkonzern Exxon Mobil, zum anderen hat die Opec angekündigt, die Fördermenge nicht auszuweiten, da angeblich zurzeit genügend Öl angeboten werde. Es sei sogar eine Kürzung der Produktion im Gespräch, so die Opec.


Inflationsdruck und Zinssenkungen

Der Ölpreis ist so enorm wichtig für den weiteren Verlauf der Märkte, da die Fed die Zinsen nur dann senken bzw. niedrig halten kann, wenn der Inflationsdruck nachlässt. In ihrem letzten Statement ging die Fed davon aus, dass die Inflation in den USA in der zweiten Jahreshälfte nachlassen wird. Hintergrund dieser Einschätzung ist, dass ein nachlassendes Wirtschaftswachstum generell den Inflationsdruck vermindert. Die Unternehmen können so Preiserhöhungen aufgrund von nachlassender Nachfrage nicht auf den Verbraucher umlegen. Sollten jedoch die Energiepreise weiter steigen, wird dieser Effekt überkompensiert. Aus diesem Grunde sollten wir weiter genau auf die Entwicklung des Ölpreises achten. Der Ölpreis ist zurzeit einer der Faktoren, die wirklich geeignet sind, die Aktienmärkte nachhaltig in die Knie zu zwingen.

 

Viele Grüße

Jochen Steffens

Halten Sie die Finanzkrise für ausgestanden?
Ja
Nein
weiß nicht