Krise schlägt inzwischen mit voller Wucht auf die Wirtschaft!

von Henrik Voigt

Krise schlägt inzwischen mit voller Wucht auf die gesamte Wirtschaft durch und immer mehr Unternehmen brauchen staatliche Hilfen oder müssen Insolvenz anmelden. Dabei war genau dies noch bis vor kurzem von Politikern, „Wirtschaftsweisen" und Notenbankern kategorisch ausgeschlossen worden. Man muß sich schon fragen, ob aus Unwissenheit oder Berechnung, aber das macht letztlich auch keinen großen Unterschied.

Aber auch die Ehrlichkeit vieler um Staatshilfen ersuchender Unternehmen lässt doch sehr zu wünschen übrig. So tauchen bei vielen Firmen im Zuge der Verhandlungen nach und nach plötzlich neue oder viel größere Schuldenberge auf als ursprünglich vermutet, etwa bei AIG oder GM in den USA oder bei Schaeffler und HRE bei uns. Bei der Hypo Real Estate beispielsweise kamen hochspekulative Geschäfte in Höhe von 600 Milliarden (!) Euro zum Vorschein, die nicht in der Bilanz standen, immerhin das Anderthalbfache der Bilanzsumme.

Verantwortung sieht anders aus. Überhaupt übernimmt niemand die Verantwortung für die Schieflage seines Unternehmens oder für die schlechten Wirtschaftsdaten seines Landes. Schuld ist „die Krise", ein Naturereignis, welches wohl kein Mensch vorhersehen konnte. Auch
diejenigen nicht, die dafür mit Millionenbeträgen bezahlt werden. Unterdessen wird „die Krise" mit den altbewährten Mitteln bekämpft, die sie erst ausgelöst haben: mit immer neuen Schulden, die in ein Faß ohne Boden gepumpt werden und die letzlich der Steuerzahler begleichen darf.
Entweder über Steuererhöhungen oder durch Inflation, also schrittweise Enteignung durch die Hintertür.

Es gibt allerdings ein sehr objektives Barometer, das die Wirtschaftslage zutreffend widerspiegelt: der Aktienmarkt. Und dieser Markt preist momentan entgegen allen Schönrednern eine deutliche Verschärfung der Krise ein. Ich bin natürlich nicht erfreut, dass meine bärischen Prognosen von letzter Woche direkt eingetreten sind. Wer wünscht sich schon eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen. Aber da wir das eben nicht ändern können, werden wir wenigstens das Beste daraus machen. Und das heißt für DAX Profits: Wir profitieren massiv von fallenden Kursen, solange der Markt fällt. Und kurbeln mit den Gewinnen vielleicht ein bisschen den Konsum an.

Ihr Henrik Voigt

 

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