Uwe Lang zur aktuellen Lage

Endlich haben sich die Aktienkurse auf breiter Front von ihren Tiefständen wieder erholen können. Die staatlichen Rettungsmaßnahmen und Garantien haben die Zuversicht der Anleger so weit gestärkt, dass das allseits beschriebene Szenario eines Zusammenbruchs des Bankensystems seinen Schrecken verloren hat. Trotzdem melden im Wochenvergleich immer noch 21 von 50 Aktienindizes ein neues 6-Wochen-Tief. Die Unsicherheit bleibt also noch hoch, was sich an den extremen Schwankungen der Aktienkurse ablesen lässt.

Immerhin benötigen die Rettungspakete der Regierungen eine gewisse Zeit, um das Vertrauen zwischen den Banken und damit den sogenannten „Interbankenhandel" wieder herstellen zu können. Denn nach den neuesten Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht man am Geldmarkt bereits das Ende aller Liquiditätsnöte. Die EZB wird demnächst die Nachfrage aller Banken nach Liquidität befriedigen und dies mit einem einheitlichen Zins.

Es ist also schlicht keine Frage der Liquidität mehr, sondern des Vertrauens. Erst dann können die Zinssätze, die die Banken untereinander verlangen, wieder sinken. Und damit würden dann auch viele Unternehmen und private Haushalte entlastet, deren Kreditzinsen von ebenjenem Zinssatz zwischen den Banken bestimmt werden.

 

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